{"id":3616,"date":"2018-08-06T11:16:07","date_gmt":"2018-08-06T09:16:07","guid":{"rendered":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/?p=3616"},"modified":"2018-10-11T09:50:07","modified_gmt":"2018-10-11T07:50:07","slug":"1-2-innenklima-und-komfort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/1-2-innenklima-und-komfort\/","title":{"rendered":"1.2 Innenklima und Komfort"},"content":{"rendered":"<p>Der moderne Komfortbegriff ist sehr vielschichtig und enth\u00e4lt sowohl physiologische Gr\u00f6ssen, Umweltparameter sowie Empfindungen, die von Individuum zu Individuum variieren k\u00f6nnen. An den Komfortbegriff sind heute eine Vielzahl von Erwartungen \u00fcber k\u00f6rperliches wie materielles Wohlbefinden gekn\u00fcpft. Die Toleranzschwellen betreffend K\u00e4lte, Ger\u00fcche, Sauberkeit, L\u00e4rm usw. ver\u00e4ndern sich, z.\u2009T. als Folge unserer Wohlstands- und Luxusgesellschaft, laufend.<\/p>\n<p>Aufgrund der Komplexit\u00e4t der \u00ab\u200aKomfortph\u00e4nomene\u200a\u00bb werden die Anforderungen an das Innenklima bzw. die Bandbreiten des Wohlbefindens der Bewohner\u00a0\u2013 speziell im Bereich thermische Behaglichkeit\u00a0\u2013 einfachheitshalber anhand von sog. <i>Behaglichkeitsdiagrammen<\/i> dargestellt.<\/p>\n<p>Die Parameter, die den <i>W\u00e4rmekomfort<\/i> einer Person beschreiben, basieren auf naturwissenschaftlichen wie statistischen Untersuchungen der thermoregulatorischen Systeme des menschlichen K\u00f6rpers und sind in der Komfortgleichung von P.\u2009O. Fanger zusammengefasst [<a href=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/1-3-literatur-randbedingungen-klima\/\">1.4, siehe auch 1.20<\/a>]. Die Empfindsamkeit des K\u00f6rpers auf die einzelnen Parameter ist jedoch sehr unterschiedlich.<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01_Chap_FrameStory55_anchored_autoexport.png\" \/><\/div>\n<h2>1.2.1 Energiehaushalt des menschlichen K\u00f6rpers<\/h2>\n<p>Zur Aufrechterhaltung seiner K\u00f6rperfunktionen braucht der Mensch eine konstante K\u00f6rpertemperatur (~37\u202f\u00b0C). Die dazu notwendige W\u00e4rme wird im K\u00f6rper kontinuierlich durch einen sog. metabolischen Prozess, der chemische Energie in W\u00e4rme verwandelt, nachgeliefert.<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01_Chap_FrameStory12_anchored_autoexport.png\" \/><\/div>\n<p>Andererseits findet zwischen dem menschlichen K\u00f6rper und seiner Umgebung ein dauernder W\u00e4rme- und Feuchteaustausch statt.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-1-19\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01-19.png\" alt=\"W\u00e4rmeaustausch des menschlichen K\u00f6rpers mit seiner Umgebung. Hierbei gilt es zu beachten, dass die W\u00e4rme durch\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f1.19:\u2002W\u00e4rmeaustausch des menschlichen K\u00f6rpers mit seiner Umgebung. Hierbei gilt es zu beachten, dass die W\u00e4rme durch (Leitung)\u2009\/\u2009Konvektion prim\u00e4r mit der <i>n\u00e4heren<\/i> Umgebung ausgetauscht wird, wogegen der Strahlungsaustausch \u00fcber <i>gr\u00f6ssere Distanzen<\/i>, d.\u2009h. mit den Raumumschliessungsfl\u00e4chen stattfindet.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>So wird bei tiefen Temperaturen die anfallende W\u00e4rme haupts\u00e4chlich durch Strahlung und Konvektion\/Leitung (sensibler Anteil des W\u00e4rmeaustausches mit der Umgebung), bei Werten in der N\u00e4he der K\u00f6rpertemperatur hingegen praktisch nur noch durch Verdunstung (latenter Anteil) abgef\u00fchrt.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-1-20\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01-20.png\" alt=\"W\u00e4rmeabgabe des Menschen, aufgeteilt nach W\u00e4rmetransportprozessen, als Funktion der Umgebungstemperatur\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f1.20:\u2002W\u00e4rmeabgabe des Menschen, aufgeteilt nach W\u00e4rmetransportprozessen, als Funktion der Umgebungstemperatur (sitzend, keine k\u00f6rperliche T\u00e4tigkeit, normale Bekleidung, ruhende Luft)<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01_Chap_FrameStory37_autoexport.png\" \/><\/div>\n<p>Zwischen der W\u00e4rmeproduktion im Innern des K\u00f6rpers (metabolischer Umsatz <i>M<\/i>) und dem W\u00e4rmeaustausch an der K\u00f6rperoberfl\u00e4che mit der Umgebung stellt sich im \u00ab\u200athermisch behaglichen Zustand\u200a\u00bb ein Gleichgewicht ein, das sich durch eine W\u00e4rmestrombilanz darstellen l\u00e4sst:<\/p>\n<div style=\"text-align: right; width: 444px;\">(1.2)<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/eq_01_2.png\" \/><\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01_Chap_FrameStory80_anchored_autoexport.png\" \/><\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Die Doppelgleichung 1.2 besagt, dass im Gleichgewichtszustand die <i>Nettow\u00e4rmeproduktionsrate des K\u00f6rpers<\/i>\u00a0\u2013 metabolische W\u00e4rmeleistung inkl. externe Leistung (Arbeitsleistung!), reduziert um die W\u00e4rmeverlustraten durch Verdunstung und Atmung\u00a0\u2013 einerseits gleich dem durch die Kleider geleiteten W\u00e4rmestrom, andererseits aber auch gleich dem W\u00e4rmeaustausch mit der Umgebung durch Strahlung und Konvektion\/Leitung an der Aussenoberfl\u00e4che der Bekleidung zu setzen ist.<\/p>\n<p>Diese, die Behaglichkeit des Menschen beeinflussenden W\u00e4rmeaustauschprozesse, h\u00e4ngen vor allem von der physischen Aktivit\u00e4t, vom W\u00e4rmeschutzgrad der Bekleidung, von Raumluft- und Oberfl\u00e4chentemperaturen sowie von Luftfeuchtigkeit, Luftstr\u00f6mung etc. ab.<\/p>\n<p>Die Grundgr\u00f6sse \u00ab\u200amet\u200a\u00bb (metabolism) dient als <i>Mass f\u00fcr den energetischen Grundumsatz<\/i> des K\u00f6rpers als Funktion der physischen Aktivit\u00e4t [1met \u2248 60\u2009W\u00b7m<sup>\u20132<\/sup>] (dies entspricht etwa der metabolischen W\u00e4rmeentwicklung einer still sitzenden Person, bezogen auf 1\u202fm<sup>2 <\/sup>K\u00f6rperoberfl\u00e4che); vgl. Tabelle 1.11.<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01_Chap_FrameStory38_autoexport.png\" \/><\/div>\n<h3><\/h3>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01_Chap_FrameStory59_autoexport.png\" \/><\/div>\n<p>Andererseits wird der <i>thermische Widerstand der Bekleidung (I<\/i><sub>cl<\/sub><i>)<\/i> durch \u00ab\u200aclo\u200a\u00bb-Werte (clothing) angegeben [1 clo \u2259\u202f0,155\u202fm<sup>2<\/sup>\u2009\u00b7\u2009K\u2009\u00b7\u2009W<sup>\u20131<\/sup>] (dies entspricht in etwa dem Isolationsgrad einer Bekleidung, die von einer still sitzenden Person bei 21\u202f\u00b0C, 0,1\u202fm\u2009\u00b7\u2009s<sup>\u20131<\/sup> Luftgeschwindigkeit und 50\u202f% r.\u2009F. als thermisch komfortabel erachtet wird) (vgl. Tabelle 1.12).<\/p>\n<p>Neben einer ausgeglichenen W\u00e4rmestrombilanz sind weitere, auf Erfahrungswerten beruhende physiologische Zusammenh\u00e4nge zu beachten\u00a0\u2013 speziell statistisch erfasste, z.\u2009T. relativ schmale Behaglichkeitsgrenzen zur Beschreibung mittlerer behaglicher Oberfl\u00e4chentemperaturen und Verdunstungsw\u00e4rmeverluste (Schwitzen!) an der Haut als Folge unterschiedlicher T\u00e4tigkeiten.<\/p>\n<p>Die pers\u00f6nliche subjektive Empfindung f\u00fchrt dazu, dass sich trotz \u00ab\u200agenauer Komfortgleichung\u200a\u00bb nicht immer alle Personen bei einem bestimmten Innenklima wohl f\u00fchlen. Dieser individuellen Streuung wird durch einfachere, breiter <i>gefasste Komfortbereiche, sog. PMV<\/i> (predicted mean vote: zu erwartende mittlere Komfortbeurteilung), die gleichzeitig mit einer Aussage \u00fcber den <i>Unzufriedenheitsgrad, sog. PPD<\/i> (predicted percentage of dissatisfied: zu erwartender prozentualer Anteil Unzufriedener) verkn\u00fcpft sind, Rechnung getragen <span class=\"tooltips\" title=\"\u2013 P.\u2009O. Fanger: Thermal Comfort, Krieger Publ., Malabar, Florida (1982) \"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.4]<\/span><\/span>. Der PPD-Index ist eine mit dem PMV-Index verkn\u00fcpfte quantitative Voraussage des Prozentsatzes der mit einem bestimmten Umgebungsklima unzufriedenen Personen, die es als zu kalt oder zu warm empfinden.<\/p>\n<p>Die psycho-physikalische 7-Punkte-Skala des PMV-Indexes reicht von +3 (heiss) \u00fcber 0 (neutral) bis\u00a0\u20133 (kalt) (vgl. Abb. 1.21). Der PMV\/PPD-Index beschreibt thermische Empfindung von \u00ab\u200azu heiss\u200a\u00bb bis \u00ab\u200azu kalt\u200a\u00bb f\u00fcr den K\u00f6rper als Ganzes. Thermische Unbehaglichkeit kann aber auch nur lokal empfunden werden (sog. lokales thermisches Missbefinden). Zugserscheinungen z\u00e4hlen hierbei zu den h\u00e4ufigst genannten Ursachen.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-1-21\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01-21.png\" alt=\"Zusammenhang zwischen erwarteter durchschnittlicher Bewertung des thermischen Komforts\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f1.21:\u2002Zusammenhang zwischen erwarteter durchschnittlicher Bewertung des thermischen Komforts (PMV-Index) und entsprechendem Prozentsatz unzufriedener Personen (PPD-Index)<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Die Normen EN ISO 7730 <span class=\"tooltips\" title=\"Ergonomie der thermischen Umgebung\u00a0\u2013 Analytische Bestimmung und Interpretation der thermischen Behaglichkeit durch Bezeichnung des PMV- und des PPD-Indexes und Kriterien der lokalen thermischen Behaglichkeit, DIN EN ISO 7730, Deutsches Inst. f\u00fcr Normung e.\u2009V., Beuth, Berlin (2005)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.33]<\/span><\/span> und EN 15251 <span class=\"tooltips\" title=\"\u2013 Eingangsparameter f\u00fcr das Raumklima zur Auslegung und Bewertung der Energieeffizienz von Geb\u00e4uden\u00a0\u2013 Raumluftqualit\u00e4t, Temperatur, Licht, Akustik, EN 15251, Br\u00fcssel (2007)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.7]<\/span><\/span> legen sowohl \u00ab\u200aganzheitliche\u200a\u00bb wie \u00ab\u200alokale\u200a\u00bb Behaglichkeitskriterien fest (vgl. auch Anhang 9.7.1 und 9.7.2).<\/p>\n<h2>1.2.2 Thermo-hygrische Behaglichkeit <a href=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/1-randbedingungen-klima\/\"><span class=\"tooltips\" title=\"Siehe S. 336\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">\u24d8<\/span><\/span><\/a><\/h2>\n<p>Bei den Anforderungen an ein behagliches thermisches Umfeld unterscheidet die Norm EN ISO 7730 <span class=\"tooltips\" title=\"Ergonomie der thermischen Umgebung\u00a0\u2013 Analytische Bestimmung und Interpretation der thermischen Behaglichkeit durch Bezeichnung des PMV- und des PPD-Indexes und Kriterien der lokalen thermischen Behaglichkeit, DIN EN ISO 7730, Deutsches Inst. f\u00fcr Normung e.\u2009V., Beuth, Berlin (2005)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.33]<\/span><\/span> drei Kategorien (vgl. Tab. 1.13):<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01_Chap_FrameStory39_autoexport.png\" \/><\/div>\n<p>Aus dem Diagramm in Abbildung 1.22 l\u00e4sst sich z.\u2009B. die <i>optimale Raumtemperatur \u03b8<\/i><sub>o<\/sub> (\u2259\u202fMittelwert aus Oberfl\u00e4chentemperaturen (\u00ab\u200aStrahlungstemperatur\u200a\u00bb) und Raumlufttemperatur) je nach T\u00e4tigkeit und Bekleidung herauslesen, z.\u2009B. \u00b11\u202f\u00b0C f\u00fcr thermische Behaglichkeit noch zul\u00e4ssige Abweichung von der optimalen Raumtemperatur.<\/p>\n<p><i>Lokale Temperaturgradienten<\/i>, wie z.\u2009B. grosse vertikale Temperaturunterschiede zwischen Kopf und Fuss einerseits, zu warme bzw. zu kalte Fussbodentemperaturen andererseits, k\u00f6nnen im Zusammenhang mit dem W\u00e4rmeaustausch in <i>n\u00e4chster Umgebung<\/i> (Konvektion und W\u00e4rmeleitung) ebenfalls als unbehaglich empfunden werden (vgl. Abb. 1.23 bis 1.25). Bei Fussbodenheizungen sollten Temperaturen von \u00fcber 26\u202f\u00b0C vermieden werden.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-1-22\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01-22.png\" alt=\"Optimale empfundene Raumtemperatur \u03b8o\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f1.22:\u2002Optimale empfundene Raumtemperatur <i>\u03b8<\/i><sub>o<\/sub> (auch optimale operative Temperatur <i>\u03b8<\/i><sub>o<\/sub> genannt) nach ISO 7730 <span class=\"tooltips\" title=\"Ergonomie der thermischen Umgebung\u00a0\u2013 Analytische Bestimmung und Interpretation der thermischen Behaglichkeit durch Bezeichnung des PMV- und des PPD-Indexes und Kriterien der lokalen thermischen Behaglichkeit, DIN EN ISO 7730, Deutsches Inst. f\u00fcr Normung e.\u2009V., Beuth, Berlin (2005)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.33]<\/span><\/span> \u200ain Abh\u00e4ngigkeit von Aktivit\u00e4t (<i>M<\/i>) und Bekleidung (<i>l<\/i><sub>cl<\/sub>):<\/div>\n<ul>\n<li class=\"bildlegende-hle\">mittlere relative Luftfeuchte ca. 50\u202f%<\/li>\n<li class=\"bildlegende-hle\">Luftgeschwindigkeit: 0\u202fm\u2009\u00b7\u2009s<sup>\u20131<\/sup> f\u00fcr\u00a0<i>M<\/i> &lt;\u202f1 met bzw. 0,3\u2009\u00b7\u2009(<i>M<\/i>\u20131) m\u2009\u00b7\u2009s<sup>\u20131<\/sup> f\u00fcr\u00a0<i>M<\/i> &gt;\u202f1 met<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Ausgezogene Linien PMV =\u202f0, d.\u2009h. 5\u202f% Unzufriedene<\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Markierter Bereich PMV = \u00b1 0,5, d.\u2009h. &lt;\u202f10\u202f% Unzufriedene (Kat. B)<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Die <i>mittlere <\/i><i>Strahlungstemperatur \u03b8<\/i><sub>r <\/sub>ist die Ersatztemperatur f\u00fcr alle Umgebungsoberfl\u00e4chen, die den W\u00e4rmeaustausch durch Strahlung zwischen einer Person und ihrer aktuellen Umgebung repr\u00e4sentiert. Diese Strahlungstemperatur wird als Durchschnittswert der Oberfl\u00e4chentemperaturen, gewichtet mit den Einstrahlzahlen (<a href=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/9-7-thermische-behaglichkeit\/\">vgl. Anhang 9.7.4<\/a>) in Bezug auf den Referenzstandort im Raum, berechnet [z.\u2009B. 1.4]. Unterschiede zwischen <i>Oberfl\u00e4chentemperaturen<\/i> einzelner Umschliessungsfl\u00e4chen <span class=\"tooltips\" title=\"B.\u2009W. Olesen: Local thermal discomfort, Technical Review Br\u00fcel &amp; Kjaer, Naerum, Denmark (1985)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.24]<\/span><\/span> k\u00f6nnen aufgrund des W\u00e4rmeaustausches durch Strahlung auch \u00fcber <i>gr\u00f6ssere Entfernungen<\/i> thermisches Missbehagen ausl\u00f6sen (sog. Strahlungsasymmetrie, vgl. Abb. 1.26).<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang sei speziell auf warme Decken (aufsteigende Warmluft\/Deckenheizungen), kalte Nordfassaden (fehlende Sonnenerw\u00e4rmung) und Kaltluftabfall vor Fensterfl\u00e4chen (schlechte W\u00e4rmed\u00e4mmung) hingewiesen (vgl. Abb. 1.27). Der Kaltluftabfall in der Grenzschicht eines schlecht isolierenden Fensters stellt ein \u00f6fter beklagtes Ph\u00e4nomen dar, das den Komfort beim Aufenthalt in Fenstern\u00e4he entscheidend beeinflussen kann.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-1-23\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01-23.png\" alt=\"Charakteristische vertikale Temperaturprofile in Raummitte f\u00fcr verschiedene Heizsysteme im station\u00e4ren Zustand\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f1.23:\u2002Charakteristische vertikale Temperaturprofile in Raummitte f\u00fcr verschiedene Heizsysteme im station\u00e4ren Zustand<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-1-24\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01-24.png\" alt=\"Thermische Behaglichkeit f\u00fcr eine sitzende Person als Folge vertikaler Lufttemperaturunterschiede zwischen Kopf\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f1.24:\u2002Thermische Behaglichkeit f\u00fcr eine sitzende Person als Folge vertikaler Lufttemperaturunterschiede zwischen Kopf (ca. 1,1\u202fm \u00fcber Boden) und Fuss (ca. 0,1\u202fm \u00fcber Boden) <span class=\"tooltips\" title=\"Ergonomie der thermischen Umgebung\u00a0\u2013 Analytische Bestimmung und Interpretation der thermischen Behaglichkeit durch Bezeichnung des PMV- und des PPD-Indexes und Kriterien der lokalen thermischen Behaglichkeit, DIN EN ISO 7730, Deutsches Inst. f\u00fcr Normung e.\u2009V., Beuth, Berlin (2005)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.33]<\/span><\/span><\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-1-25\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01-25.png\" alt=\"Prozentsatz unzufriedener Personen, die leichte Hausschuhe tragen, in Funktion der Fussbodenoberfl\u00e4chentemperatur\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f1.25:\u2002Prozentsatz unzufriedener Personen, die leichte Hausschuhe tragen, in Funktion der Fussbodenoberfl\u00e4chentemperatur <span class=\"tooltips\" title=\"Ergonomie der thermischen Umgebung\u00a0\u2013 Analytische Bestimmung und Interpretation der thermischen Behaglichkeit durch Bezeichnung des PMV- und des PPD-Indexes und Kriterien der lokalen thermischen Behaglichkeit, DIN EN ISO 7730, Deutsches Inst. f\u00fcr Normung e.\u2009V., Beuth, Berlin (2005)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.33]<\/span><\/span><\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-1-26\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01-26.png\" alt=\"Einfluss der mittleren Strahlungstemperatur von Umgebungsfl\u00e4chen auf das thermische Empfinden\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f1.26:\u2002Einfluss der mittleren Strahlungstemperatur von Umgebungsfl\u00e4chen auf das thermische Empfinden (<i>\u03b8<\/i><sub>r<\/sub>: Strahlungstemperatur des Halbraumes j (1 bzw. 2) senkrecht zu einem kleinen \u00ab\u200aTest\u200a\u00bb-Fl\u00e4chenelement dA in der einen bzw. anderen Richtung, vgl. Anhang 9.7.4)<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-1-27\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01-27.png\" alt=\"Max. Luftgeschwindigkeit in der Grenzschicht eines Fensters aufgrund der Temperaturdifferenz Glasscheiben-innenoberfl\u00e4che\/Raumluft\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f1.27:\u2002Max. Luftgeschwindigkeit in der Grenzschicht eines Fensters aufgrund der Temperaturdifferenz Glasscheiben-innenoberfl\u00e4che\/Raumluft <span class=\"tooltips\" title=\"Th. Frank: Oberfl\u00e4chentemperaturen von besonnten Fensterglasscheiben und ihre Auswirkungen auf Raumklima und Komfort, Nat. Energieforschungsfond (NEFF), Projekt Nr.\u00a0266, EMPA D\u00fcbendorf (1986)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.32]<\/span><\/span> <a href=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/1-randbedingungen-klima\/\"><span class=\"tooltips\" title=\"Siehe Abb. A1.6, S. 340\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">\u24d8<\/span><\/span><\/a><\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-1-28\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01-28.png\" alt=\"Zul\u00e4ssige mittlere Luftgeschwindigkeit als Funktion von Lufttemperatur und Turbulenzgrad f\u00fcr vier verschiedene Akzeptanzkategorien\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f1.28:\u2002Zul\u00e4ssige mittlere Luftgeschwindigkeit als Funktion von Lufttemperatur und Turbulenzgrad f\u00fcr vier verschiedene Akzeptanzkategorien (10\u202f%, 15\u202f%, 20\u202f% bzw. 25\u202f% Unzufriedene) <span class=\"litref\">[<span class=\"tooltips\" title=\"\u2013 Eingangsparameter f\u00fcr das Raumklima zur Auslegung und Bewertung der Energieeffizienz von Geb\u00e4uden\u00a0\u2013 Raumluftqualit\u00e4t, Temperatur, Licht, Akustik, EN 15251, Br\u00fcssel (2007)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">1.7<\/span><\/span>, <span class=\"tooltips\" title=\"P.\u2009O. Fanger et al.: Air turbulence and sensation of draught, Energy and buildings 12, 21 (1988)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">1.21<\/span><\/span>]<\/span> <a href=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/1-randbedingungen-klima\/\"><span class=\"tooltips\" title=\"Siehe Abb. A1.7 und A1.8, S. 341\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">\u24d8<\/span><\/span><\/a><\/div>\n<h3><\/h3>\n<p><i>Zugserscheinungen<\/i> als unerw\u00fcnschte lokale Unterk\u00fchlungen des K\u00f6rpers werden durch Luftstr\u00f6mungen und Temperaturunterschiede hervorgerufen und stellen eine der h\u00e4ufigsten Beanstandungen in mechanisch bel\u00fcfteten R\u00e4umen dar. Die mittlere zul\u00e4ssige Luftgeschwindigkeit (vgl. Abb. 1.28) ist eine Funktion der Lufttemperatur und des Turbulenzgrades sowie der thermischen Empfindung des K\u00f6rpers als Ganzem (PMV). Der <i>Turbulenzgrad Tu<\/i> beschreibt lokal auftretende, rasche, zuf\u00e4llige Schwankungen der Geschwindigkeit der ein Objekt umstr\u00f6menden Luft. Eine laminare Str\u00f6mung ist turbulenzfrei, wogegen stark turbulente Str\u00f6mungen <i>Tu<\/i>-Werte gr\u00f6sser als 1 aufweisen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Untersuchungen von Fanger et al. <span class=\"tooltips\" title=\"P.\u2009O. Fanger et al.: Air turbulence and sensation of draught, Energy and buildings 12, 21 (1988)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.21]<\/span><\/span> haben aufgezeigt, dass periodisch schwankende Luftgeschwindigkeiten als unbehaglicher empfunden werden als konstante, nicht fluktuierende Luftstr\u00f6mungen. Nicht periodisch schwankende Luftgeschwindigkeiten, d.\u2009h. turbulente Luftstr\u00f6mungen, werden bei hohem Turbulenzgrad als unbehaglicher empfunden als Luftstr\u00f6mungen mit kleinerem Turbulenzgrad\u00a0\u2013 dies bei gleicher mittlerer Luftgeschwindigkeit und -temperatur. Dies bedeutet, dass bei einem gegebenen PPD eine signifikant h\u00f6here mittlere Luftgeschwindigkeit zugelassen werden kann, wenn gleichzeitig der Turbulenzgrad der Luftstr\u00f6mung herabgesetzt wird (\u2192Erweiterung Behaglichkeitsmodell durch Luftzugsrisiko-Modell mit sog. DR-Wert (Draught Rating: Predicted percentage of dissatisfied caused by Draught)). Der Prozentsatz Unzufriedener zufolge <i>Luftzug<\/i> l\u00e4sst sich rechnerisch wie folgt absch\u00e4tzen:<\/p>\n<div style=\"text-align: right; width: 444px;\">(1.3)<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/eq_01_3.png\" \/><\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01_Chap_FrameStory81_anchored_autoexport.png\" \/><\/div>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01_Chap_FrameStory82_anchored_autoexport.png\" \/><\/div>\n<p>Wie f\u00fcr die Raumlufttemperatur lassen sich auch f\u00fcr die <i>Luftfeuchte<\/i> in Nutzungszonen in Abh\u00e4ngigkeit von T\u00e4tigkeit, Bekleidung etc. optimale Komfortbereiche bestimmen. Bei gem\u00e4ssigten Temperaturen (&lt;\u202f26\u202f\u00b0C) und bei m\u00e4ssiger k\u00f6rperlicher T\u00e4tigkeit (&lt;\u202f2 met) ist der Einfluss sehr begrenzt. Zu geringe Feuchte (&lt;\u202fca. 30\u202f%) f\u00fchrt in den Wintermonaten zu Austrocknungserscheinungen an den Schleimh\u00e4uten; zu hohe Luftfeuchte\u00a0\u2013 verbunden mit ungen\u00fcgender L\u00fcftung\u00a0\u2013 wird im Sommer als unangenehm, schw\u00fcl empfunden. In der <i>Klimatechnik <\/i>werden <i>35\u202f% als untere <\/i>und <i>70\u202f% als obere Grenze der zul\u00e4ssigen Raumluftfeuchte <\/i>angesetzt. Die <i>optimale Behaglichkeitsfeuchte <\/i>f\u00fcr beheizte R\u00e4ume liegt <i>zwischen 40\u202f% und 45\u202f% <\/i><span class=\"tooltips\" title=\"H.\u2009U. Wanner: Gesundes Wohnen\u00a0\u2013 Physiologische Grundlagen, Technik am Bau (TAB) 8\/84, 559 (1984)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.19]<\/span><\/span>. Zu hohe Luftfeuchtigkeiten bei tiefen Aussentemperaturen bzw. niedrigen, lokalen Oberfl\u00e4chentemperaturen der Raumumschliessungsfl\u00e4chen k\u00f6nnen u.\u2009U. zu Schimmelpilzbildung, wenn nicht sogar zu Oberfl\u00e4chenkondensat f\u00fchren.<\/p>\n<p>Zusammenfassend lassen sich f\u00fcr den Wohnbereich bei leichter, haupts\u00e4chlich sitzender T\u00e4tigkeit folgende mittlere \u00ab\u200aKomfortempfehlungen\u200a\u00bb angeben, PPD<sub>max.<\/sub> ~10\u201315\u202f% [1.5\/1.6\/1.19\/1.20]:<\/p>\n<ul>\n<li>Die <i>Lufttemperatur<\/i> soll im <i>Winter<\/i> in Wohnr\u00e4umen 21 (\u00b11)\u202f\u00b0C betragen und in einem Bereich zwischen 20 und 23\u202f\u00b0C regulierbar sein. In andern R\u00e4umen werden\u00a0\u2013 je nach Nutzung\u00a0\u2013 niedrigere Temperaturen vorgeschlagen (z.\u2009B. Schlafen: 15\u201318\u202f\u00b0C, Hausarbeit je nach T\u00e4tigkeit: 17\u201320\u202f\u00b0C). Im <i>Sommer<\/i> k\u00f6nnen Lufttemperaturen von ungef\u00e4hr 20\u201324\u202f\u00b0C als behaglich angenommen werden.<\/li>\n<li>Die Abweichung der durchschnittlichen <i>Oberfl\u00e4chentemperatur<\/i> aller Umschliessungsbauteile gegen\u00fcber der Raumlufttemperatur soll nicht mehr als 2\u20133\u202fK und die Unterschiede zwischen den einzelnen Oberfl\u00e4chentemperaturen sollen nicht mehr als 3\u20134\u202fK betragen (H.\u2009U. Wanner). Gem\u00e4ss P.\u2009O. Fanger liegen behagliche Fussbodentemperaturen normalerweise zwischen 19 und 26\u202f\u00b0C. Im Fensterbereich kann eine Strahlungsasymmetrie von 10\u202fK noch toleriert werden.<\/li>\n<li>Das <i>vertikale Temperaturgef\u00e4lle<\/i> zwischen Kopf und Fusskn\u00f6chel sollte, <i>sowohl im Winter wie im Sommer<\/i>, 3\u202fK nicht \u00fcberschreiten.<\/li>\n<li>Im <i>Winter<\/i> ist eine <i>relative Feuchtigkeit<\/i> der Luft von 40\u201345\u202f% behaglich. Werte unter 30\u202f% sind medizinisch unerw\u00fcnscht.<\/li>\n<li>Die <i>Luftbewegung<\/i> sollte am Sitzplatz im <i>Winter<\/i> 0,15\u202fm\/s, im <i>Sommer<\/i> 0,25\u202fm\/s nicht \u00fcberschreiten.<\/li>\n<\/ul>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01_Chap_FrameStory13_anchored_autoexport.png\" \/><\/div>\n<p>Die SIA-Norm 382\/1 <span class=\"tooltips\" title=\"L\u00fcftungs- und Klimaanlagen\u00a0\u2013 Allgemeine Grundlagen und Anforderungen, SIA-Norm 382\/1, Schweiz. Ing. &amp; Arch.verein (SIA), Z\u00fcrich (2007)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.8]<\/span><\/span> legt f\u00fcr Geb\u00e4ude mit L\u00fcftungs- und Klimaanlagen einen Betriebsbereich der Raumlufttemperatur gem\u00e4ss Abb.1.29 fest.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-1-29\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01-29.png\" alt=\"Bandbreiten der Raumlufttemperatur unter Ber\u00fccksichtigung einer entsprechend der Aussentemperatur angepassten Bekleidung nach SIA 382\/1\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f1.29:\u2002Bandbreiten der Raumlufttemperatur unter Ber\u00fccksichtigung einer entsprechend der Aussentemperatur angepassten Bekleidung nach SIA 382\/1 <span class=\"tooltips\" title=\"L\u00fcftungs- und Klimaanlagen\u00a0\u2013 Allgemeine Grundlagen und Anforderungen, SIA-Norm 382\/1, Schweiz. Ing. &amp; Arch.verein (SIA), Z\u00fcrich (2007)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.8]<\/span><\/span> <a href=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/1-randbedingungen-klima\/\"><span class=\"tooltips\" title=\"Siehe Abb. A1.3, S. 338\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">\u24d8<\/span><\/span><\/a><\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Im <i>Sommer<\/i>, bei operativer Innentemperatur &gt;\u202f25\u202f\u00b0C, kann eine erh\u00f6hte Luftgeschwindigkeit dazu genutzt werden, um ein unbehagliches W\u00e4rmeempfinden bei erh\u00f6hten Temperaturen auszugleichen. Mit angemessen angepasstem Luftzug lassen sich somit ohne wesentliche technische Installationen die oberen Temperaturgrenzwerte um einige Grade erh\u00f6hen (vgl. Abb. 1.30).<\/p>\n<div id=\"bild-hle-1-30\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01-30.png\" alt=\"F\u00fcr den Ausgleich erh\u00f6hter Temperaturen erforderliche Luftgeschwindigkeit\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f1.30:\u2002F\u00fcr den Ausgleich erh\u00f6hter Temperaturen erforderliche Luftgeschwindigkeit <span class=\"litref\">[<span class=\"tooltips\" title=\"\u2013 Eingangsparameter f\u00fcr das Raumklima zur Auslegung und Bewertung der Energieeffizienz von Geb\u00e4uden\u00a0\u2013 Raumluftqualit\u00e4t, Temperatur, Licht, Akustik, EN 15251, Br\u00fcssel (2007)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">1.7<\/span><\/span>, <span class=\"tooltips\" title=\"Ergonomie der thermischen Umgebung\u00a0\u2013 Analytische Bestimmung und Interpretation der thermischen Behaglichkeit durch Bezeichnung des PMV- und des PPD-Indexes und Kriterien der lokalen thermischen Behaglichkeit, DIN EN ISO 7730, Deutsches Inst. f\u00fcr Normung e.\u2009V., Beuth, Berlin (2005)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">1.33<\/span><\/span>]<\/span><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">\u0394<i>\u03b8<\/i><sub>0<\/sub> Anstieg der operativen TemperaturK<\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\"><i>v<\/i><sub>a<\/sub> Luftgeschwindigkeitm\/s<\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">-\u2009-\u2009- Grenze f\u00fcr leichte, \u00fcberwiegend sitzende T\u00e4tigkeit<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>F\u00fcr die Akzeptanz der erh\u00f6hten Luftgeschwindigkeit ist es erforderlich, dass der Nutzer direkten Einfluss auf die lokale Luftgeschwindigkeit nehmen kann.<\/p>\n<p>Obwohl die Verdunstung bei den \u00fcblichen, mittleren Umgebungstemperaturen (22\u200a\u2013\u200a24\u202f\u00b0C) im W\u00e4rmehaushalt des Menschen keine dominierende Rolle spielt (vgl. Abb. 1.20), sei noch auf einen komfortkritischen Zustand im Sommer hingewiesen: die Abnahme der W\u00e4rmeabfuhrkapazit\u00e4t bei h\u00f6heren Temperaturen (&gt;\u202f30\u202f\u00b0C) und h\u00f6heren Umgebungsfeuchten (&gt;\u202fca. 50\u202f%), vgl. dazu z.\u2009B. Heat Index des amerikanischen Wetterdienstes (NOAA) <span class=\"tooltips\" title=\"W. L.Wolfe und G. J. Zissis: The Infrared Handbook, Env. Res. Inst. Michigan, Ann Arbor, MI, USA (1978)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.41]<\/span><\/span>; Details siehe <a href=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/9-7-thermische-behaglichkeit\/\">Anhang 9.7.5<\/a>.<\/p>\n<p>Die Anwendung der EN ISO 7730 <span class=\"tooltips\" title=\"Ergonomie der thermischen Umgebung\u00a0\u2013 Analytische Bestimmung und Interpretation der thermischen Behaglichkeit durch Bezeichnung des PMV- und des PPD-Indexes und Kriterien der lokalen thermischen Behaglichkeit, DIN EN ISO 7730, Deutsches Inst. f\u00fcr Normung e.\u2009V., Beuth, Berlin (2005)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.33]<\/span><\/span> ist nur f\u00fcr Dampfdruckbedingungen bis maximal 2650\u202fPa zul\u00e4ssig (vgl. Abbildung 1.31). Bei h\u00f6heren Temperatur- und Feuchtebedingungen ist eine Heat-Stress-Beurteilung erforderlich, d.\u2009h., es ist abzukl\u00e4ren, wie lange sich eine Person dieser Situation aussetzen darf, ohne gesundheitlich Schaden zu nehmen (Hitzschlag). F\u00fcr die Beurteilung solcher Stress-Situationen ist die EN ISO 7933 <span class=\"tooltips\" title=\"Ergonomics of the thermal environment\u00a0\u2013 Analytical determination and interpretation of heat stress using calculation of the predicted heat strain, ISO 7933, Geneva (2004)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.40]<\/span><\/span> anzuwenden.<\/p>\n<p>Neben den bis jetzt aufgezeigten, vor allem den thermischen Bereich der Behaglichkeit beschreibenden Parametern, sind heute u.\u2009a. auch vor dem Hintergrund zunehmender Umweltbelastungen (Luftverschmutzung, Verkehrsl\u00e4rm usw.) zus\u00e4tzliche Anforderungen zur Beschreibung eines integralen, behaglichen Innenklimas zu beachten (z.\u2009B. Luftqualit\u00e4t, max. zul\u00e4ssige Innenl\u00e4rmpegel usw.).<\/p>\n<div id=\"bild-hle-1-31\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01-31.png\" alt=\"Geltungsbereiche der EN ISO 7730 und EN ISO 7933\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f1.31:\u2002Geltungsbereiche der EN ISO 7730 und EN ISO 7933 <span class=\"litref\">[<span class=\"tooltips\" title=\"Ergonomie der thermischen Umgebung\u00a0\u2013 Analytische Bestimmung und Interpretation der thermischen Behaglichkeit durch Bezeichnung des PMV- und des PPD-Indexes und Kriterien der lokalen thermischen Behaglichkeit, DIN EN ISO 7730, Deutsches Inst. f\u00fcr Normung e.\u2009V., Beuth, Berlin (2005)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">1.33<\/span><\/span> &amp; <span class=\"tooltips\" title=\"Ergonomics of the thermal environment\u00a0\u2013 Analytical determination and interpretation of heat stress using calculation of the predicted heat strain, ISO 7933, Geneva (2004)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">1.40<\/span><\/span>]<\/span><\/div>\n<h2>1.2.3 Raumluftqualit\u00e4t (\u00ab\u200adicke Luft\u200a\u00bb)<\/h2>\n<p>Im Bereich <i>Luftqualit\u00e4t<\/i> sind\u00a0\u2013 neben der Raumluftfeuchte\u00a0\u2013 in erster Linie folgende <i>Quellen von Raumluftverunreinigungen<\/i> zu ber\u00fccksichtigen: <i>Ger\u00fcche<\/i>, <i>Luftschadstoffe<\/i> und <i>Staubgehalt der Luft<\/i>. Neben der Abgabe von W\u00e4rme und Feuchte belastet der Mensch die Raumluft mit Kohlendioxid, Ausd\u00fcnstungen, Partikeln, Mikroorganismen und anderem <span class=\"tooltips\" title=\"\u2013 P. Pluschke: Luftschadstoffe in Innenr\u00e4umen, Springer, Berlin-Heidelberg (1996)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.35]<\/span><\/span>.<\/p>\n<p>Am Arbeitsplatz werden die zul\u00e4ssigen Luftverunreinigungen bezogen auf einen Schadstoff \u00fcber sog. <i>MAK-Werte<\/i> erfasst (<i>M<\/i>aximale <i>A<\/i>rbeitsplatz-<i>K<\/i>onzentration: max. Durchschnittskonzentration, die w\u00e4hrend einer Arbeitszeit von 8 Std.\/Tag bzw. 42 Std.\/Woche f\u00fcr den Besch\u00e4ftigten keine Gesundheitsgef\u00e4hrdung darstellen).<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01_Chap_FrameStory46_autoexport.png\" \/><\/div>\n<p>Da man es heute\u00a0\u2013 vor allem auch in Wohngeb\u00e4uden\u00a0\u2013 mit chronischen Einwirkungen (wiederholte Expositionen w\u00e4hrend l\u00e4ngerer Zeit) von relativ kleinen Konzentrationen verschiedener, aber z.\u2009T. gleichzeitig auftretender Substanzen zu tun hat, k\u00f6nnen die MAK-Werte nicht als Grenzwerte f\u00fcr Raumluftkonzentrationen gesundheitssch\u00e4digender Stoffe verwendet werden <span class=\"tooltips\" title=\"J. Fehlmann: Bedarfsgeregelte L\u00fcftung in R\u00e4umen verschiedener Nutzung und Belegung, Dissertation Nr.\u00a09680, ETH Z\u00fcrich (1992)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.22]<\/span><\/span>. Weil es sich hierbei vielfach um ein Zusammenspiel der Faktoren \u2039\u200atoxisches Potenzial\u200a\u203a und \u2039\u200aDosis\u200a\u203a handelt, sind entsprechende \u00ab\u200ano effect level\u200a\u00bb wie z.\u2009B. \u00ab\u200aAcceptable Indoor Concentration\u200a\u00bb (AIC) <span class=\"tooltips\" title=\"\u2013 Minimum ventilation rates, Int. Energy Agency (IEA), Annex IX, final report working phase\u00a0I &amp; II (1988)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.23]<\/span><\/span> im Hinblick auf ihren Sicherheitsgrad mit entsprechender Vorsicht zu verwenden.<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01_Chap_FrameStory47_autoexport.png\" \/><\/div>\n<p>Im Wohn- und Dienstleistungsbereich wird der <i>notwendige Frischluftbedarf<\/i> in erster Linie durch belegungsabh\u00e4ngige Aussenluftwechselraten geregelt, wobei prim\u00e4r das durch die menschliche Atmung erzeugte CO<sub>2 <\/sub>als Massstab f\u00fcr die Verschlechterung der Raumluft durch Ger\u00fcche und Ausd\u00fcnstungen (\u00ab\u200a<i>Pettenkofer-Zahl<\/i>\u200a\u00bb\/Kohles\u00e4uremassstab) beigezogen wird.<\/p>\n<p>Der CO<sub>2<\/sub>-Gehalt kann anhand der Infrarotabsorption gemessen werden. Fanger <span class=\"tooltips\" title=\"P.\u2009O. Fanger et al.: Air turbulence and sensation of draught, Energy and buildings 12, 21 (1988)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.21]<\/span><\/span> hat eine hilfreiche Grafik entwickelt, die den Zusammenhang zwischen der CO<sub>2<\/sub>-Konzentration und der Prozentzahl Unzufriedener, die einen geruchsbelasteten Raum betreten und \u2039\u200adicke Luft\u200a\u203a beklagen, aufzeigt (Abb. 1.32).<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01_Chap_FrameStory62_autoexport.png\" \/><\/div>\n<div id=\"bild-hle-1-32\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01-32.png\" alt=\"Prozentsatz Unzufriedener in Funktion des CO2-Nettokonzentration* der Raumluft\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f1.32:\u2002Prozentsatz Unzufriedener in Funktion des CO<sub>2<\/sub>-Nettokonzentration* der Raumluft<\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">* Nettokonzentration: Konzentration oberhalb Aussenluftkonzentration<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Um im station\u00e4ren Zustand einen maximalen CO<sub>2<\/sub>-Pegel von <i>1500\u202fppm (\u00ab\u200aVorsorgewert\u200a\u00bb)<\/i> bzw. <i>1000\u202fppm (\u00ab\u200aZielwert\u200a\u00bb, sog. Pettenkofer-Zahl)<\/i> in geschlossenen R\u00e4umen bei einer mittleren CO<sub>2<\/sub>-Produktion des Menschen durch Atmung von ca. 19\u202fl\/h garantieren zu k\u00f6nnen, ist im Mittel eine minimale Frischluftrate von 15\u202fm<sup>3<\/sup>\/(h\u00b7Person) bzw. 25\u202fm<sup>3<\/sup>\/(h\u2009\u00b7\u2009Person) notwendig. Die Norm \u2039\u200aEingangsparameter f\u00fcr das Raumklima zur Auslegung und Bewertung der Energieefffizienz von Geb\u00e4uden\u200a\u203a (EN 15251:2007) <span class=\"tooltips\" title=\"\u2013 Eingangsparameter f\u00fcr das Raumklima zur Auslegung und Bewertung der Energieeffizienz von Geb\u00e4uden\u00a0\u2013 Raumluftqualit\u00e4t, Temperatur, Licht, Akustik, EN 15251, Br\u00fcssel (2007)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.7]<\/span><\/span> empfiehlt komfortabh\u00e4ngige CO<sub>2<\/sub>-Raumluftkonzentrationen f\u00fcr Energieberechnungen und Bedarfsregelung, z.\u2009B.:<\/p>\n<ul>\n<li>Kat. A: ca. 700 bis 750\u202fppm<\/li>\n<li>Kat. B: ca. 850 bis 900\u202fppm (ungef\u00e4hr Anforderungen entsprechend Pettenkofer-Zahl)<\/li>\n<li>Kat. C: ca. 1150 bis 1200\u202fppm<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die gleiche Norm gibt informativ nutzungsabh\u00e4ngige L\u00fcftungsraten f\u00fcr Wohnbauten (siehe Tabelle 1.18).<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01_Chap_FrameStory48_autoexport.png\" \/><\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Einer der bedeutendsten Luftverschlechterer der modernen Zivilisation ist der <i>Tabakrauch<\/i>, gelten doch einige seiner Luftschadstoffe als krebserregend. Als Leitkomponente zur Beurteilung der Luftqualit\u00e4t in Raucherr\u00e4umen kann der CO-Gehalt der Raumluft verwendet werden.<\/p>\n<p>Um einen Grenzwert von 5\u202fppm CO (vgl. Tabelle 1.16) nicht zu \u00fcberschreiten, sind je Zigarette und Stunde ca. 12,5\u202fm<sup>3<\/sup>\/h Aussenluft zus\u00e4tzlich erforderlich.<\/p>\n<p>Die neuere Forschung versucht Geruchsklassifizierungen \u00fcber Geruchsprofile und Intensit\u00e4tsbeurteilungen \u00fcber Riecherkollektive zu erhalten. Als \u200a<i>Geruchs- bzw. Verunreinigungsquellennormal<\/i>\u200a wird eine sog. \u00ab\u200aStandardperson\u200a\u00bb beigezogen (<i>1\u202folf <\/i>\u2259\u202fGeruch bzw. Ausd\u00fcnstung eines Menschen mit 1,8\u202fm<sup>2<\/sup> Hautoberfl\u00e4che, sitzend (1 met), 0,7 mal geduscht\/Tag, t\u00e4glich frische W\u00e4sche). Eine beliebige Geruchsquelle kann durch eine \u00e4quivalente Anzahl Standardquellen, welche gesamthaft die gleiche subjektive Geruchsbelastung hervorrufen, beschrieben werden. Mehrere Testpersonen (\u00abRiecherkollektiv\u00bb) ermitteln in Laborversuchen, wie der Geruch der Standardperson abh\u00e4ngig von der L\u00fcftungsrate bei sauberer Aussenluft auf sie beim Betreten des Labors wirkt. Das <i>Dezipol<\/i> ist das Mass f\u00fcr die Geruchsbel\u00e4stigung infolge von Luftverunreinigungen. Es beschreibt die empfundene Luftverunreinigung in einem Raum mit einem \u00abNormverschmutzungsverursacher\u00bb von 1\u202folf, der mit 10\u202fl\/s sauberer Luft bel\u00fcftet wird (1 decipol =\u202f1\u202folf pro 10\u202fl\/s =\u202f0,1\u202folf\/(l\/s)).<\/p>\n<p>Eine effiziente L\u00fcftung darf sich aber nicht nur nach obigen Frischluftraten richten, sondern muss zudem einer differenzierteren Betrachtung der Raumdurchstr\u00f6mung mit folgenden Zielen standhalten: Ersatz verbrauchter Raumluft in der Aufenthaltszone durch frische Aussenluft und Abfuhr von Schadstoffen (\u2192Luftaustauschwirkungsgrad und Schadstoffabfuhrwirkungsgrad, vgl. Abschnitt 4.4.2).<\/p>\n<h2>1.2.4 Akustische Behaglichkeitskriterien <a href=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/1-randbedingungen-klima\/\"><span class=\"tooltips\" title=\"Siehe S. 342\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">\u24d8<\/span><\/span><\/a><\/h2>\n<p>In der aktuellen Diskussion \u00fcber Umweltbelastungen und Lebenskomfort treten zunehmend L\u00e4rmbel\u00e4stigungen in den Vordergrund. L\u00e4stiger L\u00e4rm kann zu Gesundheitsst\u00f6rungen und Leistungsminderungen f\u00fchren. Die Vielzahl der zu ber\u00fccksichtigenden L\u00e4rmparameter (St\u00e4rke des Ger\u00e4usches, Frequenzinhalt, Dauer und H\u00e4ufigkeit des L\u00e4rms, individuelle Ger\u00e4uschempfindlichkeit, Tageszeit usw.) f\u00fchrt immer noch zu Unsicherheiten bei der Festlegung von Immissionsgrenzwerten, da die Dosis-Wirkung-Beziehung, d.\u2009h. der Zusammenhang zwischen L\u00e4rmbelastung einerseits und gesundheitlichen Wirkungen andererseits speziell im Bereich unspezifischer physiologischer bzw. neuraler Reaktionen ungen\u00fcgend gekl\u00e4rt ist. Medizinische Untersuchungen zeigen, dass ab einem mittleren Innenraumpegel von 30\u202fdB(A) mit Schlafst\u00f6rungen, ab 60\u202fdB(A) mit Schlafunterbrechungen zu rechnen ist <span class=\"litref\">[<span class=\"tooltips\" title=\"\u2013 W. Fasold et al.: Bau- und Raumakustik, Rudolf M\u00fcller, K\u00f6ln (1987) \"><span class=\"tooltip-custom-hle\">1.27<\/span><\/span>, <span class=\"tooltips\" title=\"L\u00e4rmschutz\u00a0\u2013 wo stehen wir? Themenheft Nr.\u00a012, Reihe UMWELTPRAXIS, Direktion \u00f6ffentliche Bauten, Tiefbauamt, Fachstelle L\u00e4rmschutz, Z\u00fcrich (1997)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">1.34<\/span><\/span>]<\/span>.<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01_Chap_FrameStory49_autoexport.png\" \/><\/div>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01_Chap_FrameStory63_autoexport.png\" \/><\/div>\n<p>In Wohnquartieren z.\u2009B. sollte daher die mittlere L\u00e4rmimmission\u00a0\u2013 gemessen im offenen Fenster\u00a0\u2013 nachts 50\u202fdB(A) nicht \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p>Bei entsprechender Lautst\u00e4rke und Einwirkungsdauer kann Musik ebenso unheilbare Innenohrsch\u00e4digungen hervorrufen wie \u00fcberm\u00e4ssiger L\u00e4rm am Arbeitsplatz. Die an Arbeitspl\u00e4tzen maximal zul\u00e4ssige L\u00e4rmbelastung von 87\u202fdB(A) w\u00e4hrend 40 Std.\/Woche wird in Diskotheken und vor allem an Rockkonzerten deutlich \u00fcbertroffen. Entscheidend ist auch hier nicht nur der h\u00f6chste L\u00e4rmpegel, sondern die gesamte aufgenommene Schallenergie (Dosis!); vgl. Abb. 1.33.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-1-33\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01-33.png\" alt=\"Maximale Einwirkungsdauer von L\u00e4rm am Arbeitsplatz in Abh\u00e4ngigkeit des L\u00e4rmpegels\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f1.33:\u2002Maximale Einwirkungsdauer von L\u00e4rm am Arbeitsplatz in Abh\u00e4ngigkeit des L\u00e4rmpegels <span class=\"tooltips\" title=\"L\u00e4rmschutzverordnung (LSV) zum Bundesgesetz \u00fcber Umweltschutz, EDMZ Bern (2008)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.28]<\/span><\/span><\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>An einem Arbeitsplatz sollten die in Tab. 1.21 angegebenen L\u00e4rmexpositionspegel <i>L<\/i><sub>EX<\/sub> (Tagwert \u00fcber 8 Stunden) nicht \u00fcberschritten werden.<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01_Chap_FrameStory52_autoexport.png\" \/><\/div>\n<h2>1.2.5 Lichtklima<\/h2>\n<p>Gutes Licht\u00a0\u2013 sei es durch nat\u00fcrliche oder k\u00fcnstliche Beleuchtung\u00a0\u2013 wird ben\u00f6tigt, um optimale, auf die T\u00e4tigkeit abgestimmte Sehbedingungen zu schaffen. Die Beleuchtungsanforderungen gem\u00e4ss EN 12464-1 <span class=\"tooltips\" title=\"\u2013 Licht und Beleuchtung\u00a0\u2013 Beleuchtung von Arbeitsst\u00e4tten, Teil 1: Arbeitsst\u00e4tten in Innenr\u00e4umen, EN 12464\u200a\u2013\u200a1, Br\u00fcssel (2002)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.26]<\/span><\/span> sind in Tab. 1.22 zusammengestellt. F\u00fcr eine gute Lichtgebung sind in erster Linie folgende Kriterien ausschlaggebend (etwa in der Reihenfolge ihrer Bedeutung, <span class=\"tooltips\" title=\"\u2013 Licht und Beleuchtung\u00a0\u2013 Beleuchtung von Arbeitsst\u00e4tten, Teil 1: Arbeitsst\u00e4tten in Innenr\u00e4umen, EN 12464\u200a\u2013\u200a1, Br\u00fcssel (2002)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[1.26]<\/span><\/span>):<\/p>\n<ul>\n<li>m\u00f6glichst lange Nutzung des Tageslichtes (nat\u00fcrliche Beleuchtung)<\/li>\n<li>Schutz vor st\u00f6rendem Glanz, Reflexbildung und Direktblendung<\/li>\n<li>angemessene Beleuchtungsst\u00e4rke<\/li>\n<li>harmonische Leuchtdichteverteilung<\/li>\n<li>nat\u00fcrliche Schattigkeit<\/li>\n<li>geeignete Lichtfarbe und befriedigende Farbwiedergabe<\/li>\n<li>Flimmerfreiheit<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zu hohe Leuchtdichteunterschiede sollten vermieden werden. F\u00fcr die Hauptfl\u00e4chen eines Raumes werden folgende Reflexionsgrade empfohlen:<\/p>\n<ul>\n<li>Decken: 0,6 bis 0,9<\/li>\n<li>W\u00e4nde: 0,3 bis 0,8<\/li>\n<li>Arbeitsfl\u00e4chen: 0,2 bis 0,6<\/li>\n<li>B\u00f6den: 0,1 bis 0,5<\/li>\n<\/ul>\n<p>Neben den bereits erw\u00e4hnten Komfortparametern aus den Bereichen W\u00e4rme, Feuchte, Luftstr\u00f6mungen, Licht, Schall befasst sich die moderne Komfortforschung mit weiteren Ph\u00e4nomenen, die die menschliche Behaglichkeit\/Gesundheit beeinflussen, z.B. Elektrosmog, radioaktive Strahlung, Hausstaub und Mikroorganismen, usw.<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/01_Chap_FrameStory50_autoexport.png\" \/><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der moderne Komfortbegriff ist sehr vielschichtig und enth\u00e4lt sowohl physiologische Gr\u00f6ssen, Umweltparameter sowie Empfindungen, die von Individuum zu Individuum variieren k\u00f6nnen. An den Komfortbegriff sind heute eine Vielzahl von Erwartungen \u00fcber k\u00f6rperliches wie materielles Wohlbefinden gekn\u00fcpft. Die Toleranzschwellen betreffend K\u00e4lte, Ger\u00fcche, Sauberkeit, L\u00e4rm usw. ver\u00e4ndern sich, z.\u2009T. als Folge unserer Wohlstands- und Luxusgesellschaft, laufend. Aufgrund  [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-3616","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-randbedingungen-klima"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3616","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3616"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3616\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6823,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3616\/revisions\/6823"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3616"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3616"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3616"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}