{"id":3652,"date":"2018-08-06T11:16:28","date_gmt":"2018-08-06T09:16:28","guid":{"rendered":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/?p=3652"},"modified":"2018-09-24T15:48:37","modified_gmt":"2018-09-24T13:48:37","slug":"4-3-ursachen-des-natuerlichen-luftaustausches","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/4-3-ursachen-des-natuerlichen-luftaustausches\/","title":{"rendered":"4.3 Ursachen des nat\u00fcrlichen Luftaustausches"},"content":{"rendered":"<h2>4.3.1 Windstr\u00f6mungen und Winddruck<\/h2>\n<h3>Windprofile und Bebauung<\/h3>\n<p>In der 500\u202fm bis 1000\u202fm m\u00e4chtigen untersten Luftschicht, auch atmosph\u00e4rische Grenzschicht genannt, wird die geostrophe Str\u00f6mung (ungest\u00f6rte, laminare Windgeschwindigkeit in oberen Luftschichten) durch Reibung an der Erdoberfl\u00e4che gebremst. Das dadurch entstehende H\u00f6henprofil <i>der Windgeschwindigkeit v(z)<\/i> l\u00e4sst sich u.\u2009a. durch folgenden Potenzansatz beschreiben (vgl. Abb. 4.5):<\/p>\n<div style=\"text-align: right; width: 444px;\">(4.5)<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/eq_04_05.png\" \/><\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/04_Chap_FrameStory60_anchored_autoexport.png\" \/><\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Der Exponent <i>\u03b1<\/i> h\u00e4ngt im Allgemeinen nur von der Rauhigkeit der Erdoberfl\u00e4che ab.<\/p>\n<p>Bei bekannter <i>Gradienth\u00f6he (z<\/i><sub>G<\/sub><i>)<\/i>\u00a0\u2013 eine haupts\u00e4chlich durch die Bodenrauhigkeit bestimmte H\u00f6he, in der der Wind die geostrophe Windst\u00e4rke (ungebremste Windgeschwindigkeit <i>v<\/i><sub>G<\/sub>) erreicht\u00a0\u2013 kann der <i>Gradientwind (v<\/i><sub>G<\/sub><i>)<\/i> direkt aus Windgeschwindigkeitsmessungen in Bodenn\u00e4he ermittelt werden oder umgekehrt. \u00dcblicherweise werden in der <i>Meteorologie Windgeschwindigkeiten<\/i> f\u00fcr eine <i>Referenzh\u00f6he von 10\u202fm \u00fcber Grund<\/i> angegeben.<\/p>\n<p>Die bei einer Meteo-Station gemessene Windgeschwindigkeit (Referenzh\u00f6he <i>h<\/i><sub>M<\/sub>, Windprofilexponent <i>\u03b1<\/i><sub>M<\/sub>) l\u00e4sst sich rechnerisch \u00fcber die ungest\u00f6rte Geschwindigkeit des Windes in geostropher H\u00f6he an den Geb\u00e4udestandort (Referenzh\u00f6he <i>h<\/i><sub>0<\/sub>, Windprofilexponeten <i>\u03b1<\/i><sub>0<\/sub>) transferieren (vgl. Abb. 4.6).<\/p>\n<div id=\"bild-hle-4-5\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/04-05.png\" alt=\"Parameter des Exponentialansatzes der H\u00f6henabh\u00e4ngigkeit der Windgeschwindigkeit und daraus resultierende Windgeschwindigkeitsprofile\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f4.5:\u2002Parameter des Exponentialansatzes der H\u00f6henabh\u00e4ngigkeit der Windgeschwindigkeit und daraus resultierende Windgeschwindigkeitsprofile <span class=\"tooltips\" title=\"\u2013 A.\u2009G. Davenport: The relationship of wind structure to wind loading, Symp. Wind Effect on Building and Structures, Loughborrough, Paper 2 (1968)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[4.9]<\/span><\/span><\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-4-6\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/04-06.png\" alt=\"Anpassung der am Standort der Meteostation gemessenen Windgeschwindigkeit an den Standort des zu untersuchenden Geb\u00e4udes via die transferinvariante, geostrophe Windgeschwindigkeit\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f4.6:\u2002Anpassung der am Standort der Meteostation gemessenen Windgeschwindigkeit an den Standort des zu untersuchenden Geb\u00e4udes via die transferinvariante, geostrophe Windgeschwindigkeit<\/div>\n<h3>Windstr\u00f6mung in Einzelgeb\u00e4ude\u00a0\u2013 Druckbeiwerte<\/h3>\n<p>Ein Hindernis lenkt den Wind von seinem gradlinigen Lauf ab und zwingt ihn sowohl horizontal wie vertikal auf neue, gekr\u00fcmmte Stromlinien <span class=\"tooltips\" title=\"H. Moor: Physikalische Grundlagen der Geb\u00e4udeaerodynamik im Hinblick auf die Berechnung des Luftaustausches, EMPA, Abt. Bauphysik, D\u00fcbendorf (1987)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[4.15]<\/span><\/span>. Durch das Hindernis entstehen <i>lokale Verdichtungen<\/i> im Stromlinienbild, und die \u00fcber das Dach hinweggef\u00fchrte oder die Ecken umstr\u00f6mende Luft wird stark <i>beschleunigt<\/i> (vgl. Abb. 4.7).<\/p>\n<div id=\"bild-hle-4-7\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/04-07.png\" alt=\"Vereinfachte Darstellung der Windstr\u00f6mung um ein quaderf\u00f6rmiges, freistehendes Einzelgeb\u00e4ude\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f4.7:\u2002Vereinfachte Darstellung der Windstr\u00f6mung um ein quaderf\u00f6rmiges, freistehendes Einzelgeb\u00e4ude<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Wird hingegen der Wind lokal <i>vollst\u00e4ndig<\/i> gestaut, so baut sich gegen\u00fcber dem statischen Luftdruck in der ungest\u00f6rten Str\u00f6mung ein \u00dcberdruck auf, der sog. <i>Staudruck p<\/i><sub>dyn<\/sub>.<\/p>\n<div style=\"text-align: right; width: 444px;\">(4.6)<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/eq_04_06.png\" \/><\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/04_Chap_FrameStory61_anchored_autoexport.png\" \/><\/div>\n<p>Auf der Luvseite wird zudem bei h\u00f6heren Geb\u00e4uden in der unteren Fassadenh\u00e4lfte infolge des Windgeschwindigkeitsprofils Luft aus h\u00f6heren Schichten nach unten gesaugt. Die dadurch entstehenden <i>Frontwirbel<\/i> weisen in der N\u00e4he der Ecken besonders grosse Bodengeschwindigkeiten auf.<\/p>\n<p>\u00dcber dem Dach und leeseitig des Geb\u00e4udes bauen sich <i>Unterdruckgebiete<\/i> auf, in denen die Luft turbulent ist und in Wirbeln gefangen wird. Ausbildung und Ausdehnung dieser leeseitigen \u00abTotwassergebiete\u00bb h\u00e4ngen nicht nur von der Anstr\u00f6mung ab; sie werden auch von den Geb\u00e4udedimensionen und Dachformen beeinflusst.<\/p>\n<p>Diese str\u00f6mungsbedingten Druckdifferenzen entlang der Geb\u00e4udeh\u00fclle lassen sich mit Hilfe sog. <i>Druckbeiwerte c<\/i><sub>p<\/sub><i> (Widerstandsbeiwerte)<\/i> als Funktion des theoretisch zu erwartenden Staudruckes darstellen:<\/p>\n<div style=\"text-align: right; width: 444px;\">(4.7)<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/eq_04_07.png\" \/><\/p>\n<p>Aerodynamische Untersuchungen an Modellh\u00e4usern in meteorologischen Windkan\u00e4len, das heisst in Anlagen, in denen ein m\u00f6glichst naturgetreues Windgeschwindigkeitsprofil simuliert werden kann, dienen zur Bestimmung dieser Druckbeiwerte (vgl. Abb. 4.8). <i>Die c<\/i><sub>p<\/sub><i>-Werte beziehen sich immer auf die Windgeschwindigkeit bei Referenzh\u00f6he.<\/i> \u00dcbliche Referenzh\u00f6hen sind:<\/p>\n<div id=\"bild-hle-4-8\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/04-08.png\" alt=\"Vergleich von Druckverteilungen um ein freistehendes, kubisches Modellgeb\u00e4ude mit Steildach, gemessen mit und ohne Windgeschwindigkeitsprofil, mit dem Druckfeld, gemessen an einem realen Objekt gleicher Baustruktur\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f4.8:\u2002Vergleich von Druckverteilungen um ein freistehendes, kubisches Modellgeb\u00e4ude mit Steildach, gemessen mit und ohne Windgeschwindigkeitsprofil, mit dem Druckfeld, gemessen an einem realen Objekt gleicher Baustruktur (oberes Bild: \u2014 Natur) <span class=\"tooltips\" title=\"U. Wolfseher und K. Gertis: Bodennahe Aerodynamik, Gesundheitsingenieur 99 (9 &amp; 11), 259 resp. 321 (1978)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[4.10]<\/span><\/span><\/div>\n<h3><\/h3>\n<ul>\n<li>H\u00f6he des Daches (First oder Traufe)<\/li>\n<li>10\u202fm \u00fcber Grund (meteorologische Windgeschwindigkeit)<\/li>\n<li>oberhalb der Grenzschicht im ungest\u00f6rten Bereich (Gradientenwind).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Beispiele von <i>c<\/i><sub>p<\/sub>-Werten aus Windkanalmessungen siehe <a href=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/9-16-ausgewaehlte-klimadaten-1-38\/\">Anhang 9.16<\/a>.<\/p>\n<p>Bei niedrigen Geb\u00e4uden, bei denen die Referenzh\u00f6he f\u00fcr die <i>c<\/i><sub>p<\/sub>-Werte durch die H\u00f6he des Daches definiert wurde, hat der Exponent des Windgeschwindigkeitsprofils nur vernachl\u00e4ssigbaren Einfluss auf die Druckbeiwerte. Die Werte k\u00f6nnen demzufolge auch f\u00fcr Simulationen mit anderem Vorgel\u00e4nde resp. anderem Windprofil beigezogen werden. In allen anderen F\u00e4llen ist der Einfluss des umgebenden Gel\u00e4ndes in den <i>c<\/i><sub>p<\/sub>-Werten enthalten, d.\u2009h., diese Druckbeiwerte haben nur G\u00fcltigkeit bei gleicher Gel\u00e4ndestruktur und gleichem Windprofil wie bei der <i>c<\/i><sub>p<\/sub>-Messung (<i>c<\/i><sub>p<\/sub>-Werte f\u00fcr typische schweizerische Bebauungs- und Geb\u00e4udestrukturen: siehe <span class=\"tooltips\" title=\"\u2013 C. Alexandrou, J.\u2009A. Hertig: Pressure coefficients for buildings in the built up environment\u00a0\u2013 Wind tunnel test report, LASEN, EPFL, Lausanne (1995)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[4.4]<\/span><\/span>).<\/p>\n<h3>Str\u00f6mungen um Geb\u00e4udegruppen<\/h3>\n<p>Ausser durch Dimension und Form wird die Str\u00f6mung um Geb\u00e4ude zus\u00e4tzlich noch durch den Abstand und die Lage der Einzelbauwerke zueinander bestimmt. Bei in Reihen stehenden H\u00e4usern mit kleinem Stirnfl\u00e4chenabstand \u00fcberlagern sich die Abrissstr\u00f6mungen an den jeweiligen Seitenkanten, und die erh\u00f6hte Bodengeschwindigkeit wird noch verst\u00e4rkt (\u00ab\u200aL\u00fcckeneffekt\u200a\u00bb). Bei stumpf aneinanderstossenden Geb\u00e4uden wird die Windgeschwindigkeit auf einen engen Raum d\u00fcsenartig stark beschleunigt. Bei versetzt stehenden Hochh\u00e4usern wird die Luft von der Vorderseite des einen Geb\u00e4udes zur R\u00fcckseite des anderen beschleunigt und somit senkrecht aus der urspr\u00fcnglichen Str\u00f6mungsrichtung umgelenkt. (vgl. Abb. 4.9 und 4.10)<\/p>\n<div id=\"bild-hle-4-9\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/04-09.png\" alt=\"Typische Windumstr\u00f6mungseffekte als Folge gegenseitiger Beeinflussung von Geb\u00e4uden\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f4.9:\u2002Typische Windumstr\u00f6mungseffekte als Folge gegenseitiger Beeinflussung von Geb\u00e4uden<\/div>\n<h2>4.3.2 Thermisch induzierter Luftwechsel<\/h2>\n<h3>Temperaturunterschied \u2192 Dichteunterschied \u2192 Druckdifferenz<\/h3>\n<p>Warme Luft hat eine kleinere Dichte <i>\u03c1<\/i> als kalte Luft. Deshalb ist bei warmer Luft der Druckunterschied pro H\u00f6heneinheit geringer als bei kalter Luft. Bei Hallen (grosse H\u00f6he) und Kaminen (grosse Temperaturunterschiede) kann dies zu beachtlichen Druckdifferenzen innen\/aussen \u00fcber der Geb\u00e4udeh\u00fclle und in der Folge zu gr\u00f6sserem Luftwechsel f\u00fchren (\u2192 Kaminwirkung, vgl. Abb. 4.11).<\/p>\n<div id=\"bild-hle-4-10\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/04-10.png\" alt=\"Einfluss der Umgebungsbebauung auf die vertikale Druckverteilung an einem \u00fcberragenden Geb\u00e4ude\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f4.10:\u2002Einfluss der Umgebungsbebauung auf die vertikale Druckverteilung an einem \u00fcberragenden Geb\u00e4ude (Windkanalmessungen, Windgeschwindigkeitsprofil f\u00fcr st\u00e4dt. Bebauung, Druckbeiwerte bez\u00fcglich ungest\u00f6rter Anstr\u00f6mung auf Geb\u00e4udeh\u00f6he <i>H<\/i>) <span class=\"tooltips\" title=\"M. Sandberg: Distribution of ventilation air an contaminants in ventilated rooms\u00a0\u2013 theory and measurements, Dissertation, Technische Hochschule, Stockholm (1984)\"><span class=\"tooltip-custom-hle\">[4.2]<\/span><\/span>, <i>c<\/i><sub>p<\/sub>-Werte als <i>f <\/i>(Windanstr\u00f6mungsrichtung), siehe Anhang 9.16<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div style=\"text-align: right; width: 444px;\">(4.8)<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/eq_04_08.png\" \/><\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/04_Chap_FrameStory62_anchored_autoexport.png\" \/><\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Betrachtet man die Luft als ideales Gas, so l\u00e4sst sich die Druckdifferenz \u0394<i>p<\/i>(<i>z&#8216;<\/i>\u200a) =\u202f<i>p<\/i><sub>i<\/sub>(<i>z&#8216;<\/i>\u200a)\u00a0\u2013 <i>p<\/i><sub>e<\/sub>(<i>z&#8217;\u200a<\/i>) mit Hilfe der Zustandsgleichung idealer Gase<\/p>\n<h3><\/h3>\n<div style=\"text-align: right; width: 444px;\">(4.9)<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/eq_04_09.png\" \/><\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/04_Chap_FrameStory63_anchored_autoexport.png\" \/><\/div>\n<p>aus Innen- und Aussentemperatur und H\u00f6he berechnen:<\/p>\n<div style=\"text-align: right; width: 444px;\">(4.10)<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/eq_04_11.png\" \/><\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/04_Chap_FrameStory64_anchored_autoexport.png\" \/><\/div>\n<div id=\"bild-hle-4-11\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/04-11.png\" alt=\"Druckdifferenzen \u00fcber der Geb\u00e4udeh\u00fclle, als Folge des Temperaturunterschiedes innen\u00a0\u2013 aussen\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f4.11: Druckdifferenzen \u00fcber der Geb\u00e4udeh\u00fclle, als Folge des Temperaturunterschiedes innen\u00a0\u2013 aussen<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Als Folge dieses Auftriebseffektes kann sich, z.\u2009B. am obersten Fenster eines 5-st\u00f6ckigen unbeheizten Treppenhauses, bei Wintertemperaturen und gleichm\u00e4ssiger Verteilung der Undichtigkeiten, trotz Windstille eine Druckdifferenz von bis zu 5\u202fPa aufbauen (im Vergleich dazu: mittlerer Luftdruck <i>p<\/i><sub>m<\/sub> in Z\u00fcrich \u2248 95&#8217;000\u202fPa).<\/p>\n<p>F\u00fcr Innentemperaturen um 20\u202f\u00b0C und Aussenlufttemperaturen um 0\u202f\u00b0C darf bei mittleren Luftdruckverh\u00e4ltnissen im Mittelland folgende N\u00e4herungsformel angewendet werden:<\/p>\n<div style=\"text-align: right; width: 444px;\">(4.11)<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/eq_04_12.png\" \/><\/p>\n<div><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/04_Chap_FrameStory65_anchored_autoexport.png\" \/><\/div>\n<h3>Geb\u00e4udestruktur und thermisch induzierter Luftwechsel<\/h3>\n<p>Die H\u00f6henabh\u00e4ngigkeit dieser thermischen Druckdifferenzen wird nun sehr stark von der lokalen Verteilung der Undichtigkeiten in der Geb\u00e4udefassade bestimmt. Das sogenannte <i>Niveau gleichen Drucks (neutrale Zone; Innendruck =\u202fAussendruck)<\/i>\u00a0\u2013 diejenige Stelle in der Fassade, wo sich Innen- und Aussendruck ausgleichen\u00a0\u2013 befindet sich bei gleichm\u00e4ssiger Verteilung der Undichtigkeiten auf halber Fassadenh\u00f6he. Wird die Durchstr\u00f6mung der Fassade hingegen durch eine \u00d6ffnung dominiert, so ist dieses Niveau auf der H\u00f6he dieser Undichtigkeit anzutreffen.<\/p>\n<p>Ausgehend von der Lage der neutralen Zone (<i>z<\/i><sub>NZ<\/sub>) l\u00e4sst sich nun die Druckdifferenz \u0394<i>p<\/i>(<i>z<\/i>) auf einer beliebigen H\u00f6he <i>z<\/i> wie folgt berechnen:<\/p>\n<div style=\"text-align: right; width: 444px;\">(4.12)<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/eq_04_13.png\" \/><\/p>\n<div><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5491 alignnone\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/08\/Bildschirmfoto-2018-08-21-um-10.42.18.png\" alt=\"\" width=\"458\" height=\"63\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/08\/Bildschirmfoto-2018-08-21-um-10.42.18-200x28.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/08\/Bildschirmfoto-2018-08-21-um-10.42.18-300x41.png 300w, https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/08\/Bildschirmfoto-2018-08-21-um-10.42.18-400x55.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/08\/Bildschirmfoto-2018-08-21-um-10.42.18.png 458w\" sizes=\"(max-width: 458px) 100vw, 458px\" \/><\/div>\n<p>Die neutrale Zone bzw. die neutralen Zonen ist\/sind eine Funktion der Verteilung der Undichtigkeiten sowohl der Geb\u00e4udeh\u00fclle als auch der inneren Strukturen und der Str\u00f6mungscharakteristiken der einzelnen \u00d6ffnungen (vgl. Abb. 4.12).<\/p>\n<div id=\"bild-hle-4-12\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/04-12.png\" alt=\"Druckverteilung \u00fcber der Geb\u00e4udeh\u00fclle w\u00e4hrend der kalten Jahreszeit infolge thermischen Auftriebs\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f4.12:\u2002Druckverteilung \u00fcber der Geb\u00e4udeh\u00fclle w\u00e4hrend der kalten Jahreszeit infolge thermischen Auftriebs<\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">a) bei gleichm\u00e4ssiger Verteilung der Undichtigkeiten<\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">b) mit dominanter Undichtigkeit im Dachbereich z.\u2009B. als Folge eines undichten Abluftschachtes (fehlende bzw. nichtfunktionierende R\u00fcckstauklappe)<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>F\u00fcr ein Geb\u00e4ude mit grosser Durchl\u00e4ssigkeit zwischen den einzelnen Stockwerken (\u00ab\u200aSchachttypgeb\u00e4ude\u200a\u00bb) bildet sich der Druckunterschied infolge thermischen Auftriebs \u00fcber die ganze Fassadenh\u00f6he aus (vgl. Abb. 4.13, Fig. a). Besteht hingegen zwischen den einzelnen Stockwerken kein Luftaustausch (\u00ab\u200aGeschosstypgeb\u00e4ude\u200a\u00bb), so entspricht die f\u00fcr den thermischen Auftrieb wirksame H\u00f6hendifferenz jeweils nur der Stockwerkh\u00f6he (Fig. b). Reale Geb\u00e4ude stellen jedoch eine Mischung dieser beiden als Grenzf\u00e4lle aufgezeigten Geb\u00e4udetypen dar; sie sind zwischen den Stockwerken weder luftdicht noch innenseitig vollst\u00e4ndig offen (Fig. c). Mit zunehmenden internen Str\u00f6mungswiderst\u00e4nden steigt einerseits die Druckdifferenz zwischen den Stockwerken und in vertikalen Sch\u00e4chten, andererseits fallen die Druckunterschiede \u00fcber der Aussenwand. Mit zunehmender H\u00f6he und Anzahl der Stockwerke nimmt der Widerstand der Str\u00f6mungswege f\u00fcr Undichtigkeiten zwischen einzelnen Stockwerken schneller zu als in vertikalen Sch\u00e4chten. Somit wird der gesamte Luftstr\u00f6mungswiderstand in hohen Geb\u00e4uden haupts\u00e4chlich durch Sch\u00e4chte dominiert.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-4-13\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/04-13.png\" alt=\"Druckverl\u00e4ufe infolge thermischen Auftriebs bei mehrzelligem Geb\u00e4ude\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f4.13:\u2002Druckverl\u00e4ufe infolge thermischen Auftriebs bei mehrzelligem Geb\u00e4ude<\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">a) mit \u00ab\u200adurchl\u00e4ssigen Geschossebenen\u200a\u00bb (idealisierter Grenzfall)<\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">b) mit \u00ab\u200aundurchl\u00e4ssigen Geschossebenen\u200a\u00bb, aussenliegendem Treppenhaus<\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">c) mit \u00ab\u200adurchl\u00e4ssigen Geschossebenen\u200a\u00bb, innenliegendem, beheiztem Treppenhaus<\/div>\n<h2>4.3.3 Absch\u00e4tzung der Druckverh\u00e4ltnisse (Einzonenmodell)<\/h2>\n<h3>Thermischer Auftrieb<\/h3>\n<div id=\"bild-hle-4-14\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/04-14.png\" alt=\"Absch\u00e4tzung der Druckdifferenz \u00fcber der Geb\u00e4udeh\u00fclle infolge thermischen Auftriebs\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f4.14:\u2002Absch\u00e4tzung der Druckdifferenz \u00fcber der Geb\u00e4udeh\u00fclle infolge thermischen Auftriebs<\/div>\n<h3>Windeinwirkung<\/h3>\n<div id=\"bild-hle-4-15\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/04-15.png\" alt=\"Absch\u00e4tzung der Druckver\u00e4nderung im Geb\u00e4udeinneren infolge Windeinwirkung\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f4.15:\u2002Absch\u00e4tzung der Druckver\u00e4nderung im Geb\u00e4udeinneren infolge Windeinwirkung<\/div>\n<h2>4.3.4 Zusammenwirken von Auftriebs- und Windeffekt<\/h2>\n<p>Sowohl Druckdifferenzen infolge thermischen Auftriebs im Geb\u00e4ude und\/oder Windeinwirkung auf die Geb\u00e4udefassade wie interne Druck\u00e4nderungen durch mechanische Systeme bewirken Luftstr\u00f6me durch die Geb\u00e4udeh\u00fclle. Da die Luftvolumenstr\u00f6me nicht linear zu den treibenden Druckdifferenzen sind, k\u00f6nnen nur die aufgrund der verschiedenen Str\u00f6mungsregime verursachten Dr\u00fccke einfach addiert werden.<\/p>\n<p>Bei mehrzelligen Geb\u00e4uden berechnen PC-Programme auf der Basis der Methode der finiten Volumen die Druckverteilung in und um ein Geb\u00e4ude und die daraus resultierende Luftmassenstromverteilung iterativ.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-4-16\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-content\/uploads\/sites\/5\/2018\/07\/04-16.png\" alt=\"Druck- und Str\u00f6mungsverh\u00e4ltnisse an der Geb\u00e4udeh\u00fclle bei gleichzeitiger Einwirkung von Windstr\u00f6mung und Temperaturdifferenz; schematische Darstellung\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung\u202f4.16:\u2002Druck- und Str\u00f6mungsverh\u00e4ltnisse an der Geb\u00e4udeh\u00fclle bei gleichzeitiger Einwirkung von Windstr\u00f6mung und Temperaturdifferenz; schematische Darstellung<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>4.3.1 Windstr\u00f6mungen und Winddruck Windprofile und Bebauung In der 500\u202fm bis 1000\u202fm m\u00e4chtigen untersten Luftschicht, auch atmosph\u00e4rische Grenzschicht genannt, wird die geostrophe Str\u00f6mung (ungest\u00f6rte, laminare Windgeschwindigkeit in oberen Luftschichten) durch Reibung an der Erdoberfl\u00e4che gebremst. Das dadurch entstehende H\u00f6henprofil der Windgeschwindigkeit v(z) l\u00e4sst sich u.\u2009a. durch folgenden Potenzansatz beschreiben (vgl. Abb. 4.5): (4.5) Der Exponent  [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-3652","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-luftstroemungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3652","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3652"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3652\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6694,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3652\/revisions\/6694"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3652"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3652"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bauphysik\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3652"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}