2.1 Behaglichkeit

Weil der Mensch einen grossen Teil seiner Lebenszeit in geschlossenen Räumen verbringt, ist es naheliegend, an die Räume bzw. Gebäude hohe Ansprüche betreffend die Behaglichkeit zu stellen. Kriterien, die zu unserem Wohlbefinden beitragen, sind vielfältig: Thermische Qualität und Luftfeuchte, auf die in diesem Kapitel schwergewichtig eingegangen wird. Akustische Behaglichkeit, mit Einflüssen wie Raumakustik (z.B. Nachhallzeit), [...]

2.2 Wärmeschutz im Winter

2.2.1 Kriterien Die primären Anforderungen sind die Gewährleistung der Behaglichkeit und der Bauschadenfreiheit, welche gestützt auf Norm SIA 180:2014 «Wärmeschutz, Feuchteschutz und Raumklima in Gebäuden» mit folgenden Massnahmen zu erfüllen sind: Alle beheizten Räume müssen innerhalb der thermischen Gebäudehülle liegen. Die Wärmedämmung muss im Bereich der thermischen Gebäudehülle durchgehend ausreichend sein, Wärmebrücken sind bestmöglich zu [...]

2.9 Ökologie

2.9.1 Kriterien des ökologischen Bauens Ausgangslage Die Auswirkungen des Klimawandels werden für uns alle immer deutlicher spürbar (vgl. Bild 2.9.1). Mittels technischen und gesetzgeberischen Massnahmen konnten in einigen Bereichen des Umweltschutzes zwar erhebliche Verbesserungen erzielt werden, aber es gibt auch noch viele ungelöste Probleme. Eine steigende Anspruchshaltung führt auf dem Wohnungsmarkt zu einem weiterhin steigenden [...]

2.3 Wärmeschutz im Sommer

Über die gesamte Heizperiode betrachtet, ist aus energetischer Sicht plausibel, den Heizwärmebedarf durch möglichst hohe passivsolare Gewinne zu reduzieren. Dies wird durch grosse unverschattete Glasflächen mit hohen Energiedurchlassgraden (g-Wert) erreicht. Die passivsolaren Wärmegewinne fallen jedoch nicht nur im Winter an, auch im Sommerhalbjahr wirken die grossen Fensterflächen als «Heizkörper». Dazu kommt, dass die Gebäude immer [...]

2.4 Feuchteschutz

Wasser und Feuchte an Orten, wo sie nicht hingehören, sind wohl die grössten Verursacher von Bauschäden, meist in Form von Schimmelpilzbildung, Kondensatausscheidung oder Wasserinfiltration. Nicht zulässig ist deshalb die lokale Anhäufung von Wasser in Spalten, Poren und an Trennflächen in Quantitäten, die Schäden verursachen oder das Schimmelwachstum begünstigen können. Der Wärmedurchlasswiderstand eines Bauteils darf sich [...]

2.5 Luftdichtheit

2.5.1 Geschichtliches Die Luftdichtheit der Gebäudehülle war schon immer von Bedeutung. Über alle Bauepochen hinweg wurde versucht, eine möglichst geringe Luftdurchlässigkeit zu erreichen. Bekannt ist das Ausstopfen von Ritzen und Fugen mit Moos und Lehm im Holzbau, aber auch Bekleidungen aus Gips oder grossflächigen, gestemmten Holztäfern dienten dem Zweck einer möglichst hohen Luftdichtheit. Als generell [...]

2.6 Schallschutz, Lärmschutz und Raumakustik

Der Schutz vor Lärm hat beim Bauen einen grossen Stellenwert. Abhängig von der Tätigkeit hat der Mensch ein mehr oder weniger grosses Ruhebedürfnis. Damit der Planer sich nicht auf «subjektive Anforderungen» stützen muss, regelt die Norm SIA 181:2020 «Schallschutz im Hochbau» die Grundanforderungen an den Schallschutz am und im Gebäude. Durch folgende Massnahmen gilt es [...]

2.7 Brandschutz

2.7.1 Grundlagen Die schweizerischen Brandschutzvorschriften (BSV) der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) bezwecken den Schutz von Personen, Tieren und Sachen vor den Gefahren und Auswirkungen von Bränden und Explosionen. Sie sind in allen Kantonen gesetzlich verbindlich. Die VKF-BSV bestehen aus der VKF-Brandschutznorm (VKF-BSN) und den VKF-Brandschutzrichtlinien (VKF-BSR). Die VKF-BSN enthält Grundsätze für den baulichen, technischen und [...]

2.8 Tageslicht

2.8.1 Anforderungen Natürliche Beleuchtung überträgt das Spektrum und die Intensität des Sonnenlichts, des bedeckten Himmels, des Tagesablaufs und der Wettersituation über Fensteröffnungen ins Innere des Gebäudes. Weil zwei Drittel aller Sinneswahrnehmungen über den Sehapparat aufgenommen werden, spielen in der Lichtwahrnehmung des menschlichen Sehapparates neben physikalischen Gesetzen auch kulturelle und individuelle Unterschiede eine Rolle: Tageslicht vermittelt [...]

2.10 Regeln der Baukunde, Normen und Empfehlungen

2.10.1 Beeinflussung der Anforderungen Die Anforderungen, die an die Gebäudehülle und damit auch an einzelne Bauteile, welche die Gebäudehülle bilden, gestellt werden, haben sich im Verlaufe der Zeit ständig verändert und werden auch in Zukunft neuen Gesichtspunkten und veränderten Randbedingungen anzupassen sein. Die Parameter, welche die zu stellenden Anforderungen beeinflussen, sind enorm vielschichtig und basieren [...]

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