{"id":1814,"date":"2018-08-13T16:07:13","date_gmt":"2018-08-13T14:07:13","guid":{"rendered":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/?p=1814"},"modified":"2022-09-30T14:27:26","modified_gmt":"2022-09-30T12:27:26","slug":"2-2-waermeschutz-im-winter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/2-2-waermeschutz-im-winter\/","title":{"rendered":"2.2\u2002W\u00e4rmeschutz im Winter"},"content":{"rendered":"<h2>2.2.1 Kriterien<\/h2>\n<p>Die prim\u00e4ren Anforderungen sind die Gew\u00e4hrleistung der Behaglichkeit und der Bauschadenfreiheit, welche gest\u00fctzt auf Norm SIA 180:2014 \u00abW\u00e4rmeschutz, Feuchteschutz und Raumklima in Geb\u00e4uden\u00bb mit folgenden Massnahmen zu erf\u00fcllen sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Alle beheizten R\u00e4ume m\u00fcssen innerhalb der thermischen Geb\u00e4udeh\u00fclle liegen.<\/li>\n<li>Die W\u00e4rmed\u00e4mmung muss im Bereich der thermischen Geb\u00e4udeh\u00fclle durchgehend ausreichend sein, W\u00e4rmebr\u00fccken sind bestm\u00f6glich zu vermeiden, sie d\u00fcrfen keine Sch\u00e4den zur Folge haben.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ausgehend vom Mindestw\u00e4rmeschutz gem\u00e4ss Norm SIA 180, der aus energetischer Sicht noch ungen\u00fcgend ist, gilt es, die Energiegesetze der Kantone bzw. die Anforderungen gem\u00e4ss MuKEn (Musterverordnung der Kantone im Energiebereich) zu ber\u00fccksichtigen. Abh\u00e4ngig vom Einsatz erneuerbarer Energie f\u00fchren diese Anforderungen zu einem differenten W\u00e4rmeschutz, nachgewiesen an Einzelbauteilen oder mittels Systemnachweis gem\u00e4ss Norm SIA 380\/1 \u00abHeizw\u00e4rmebedarf\u00bb. Ohne den Nachweis des gen\u00fcgenden W\u00e4rmeschutzes wird die Bauausf\u00fchrung nicht freigegeben; teilweise sind die Nachweise sogar im Rahmen der Baubewilligung zu erbringen.<\/p>\n<p>H\u00f6here Standards wie MINERGIE (-A, -P) werden teilweise auf freiwilliger Basis angestrebt oder sie werden gefordert, z.B. um eine h\u00f6here Ausnutzung zu erhalten oder \u00fcbergeordnete Ziele wie die 2000-Watt-Gesellschaft anzustreben.<\/p>\n<h2>2.2.2 Entwicklung der Anforderungen<\/h2>\n<p>Kapitel 1.3 gibt einen \u00dcberblick \u00fcber die Entwicklung der Geb\u00e4udeh\u00fclle seit 1900.<\/p>\n<p>Vor der Erd\u00f6lkrise anno 1973 wurden, wenn \u00fcberhaupt, nur d\u00fcnne W\u00e4rmed\u00e4mmungen eingesetzt und bei opaken Bauteilen U-Werte um 0,6 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K und schlechter erreicht.<\/p>\n<p>In der Ausgabe 1993 dieses Buches wurde der Ideenwettbewerb \u00abhochw\u00e4rmed\u00e4mmende Wand- und Dachkonstruktionen\u00bb des BEW (heutiges BFE) portr\u00e4tiert. Es mussten U-Werte von h\u00f6chstens 0,2 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K erreicht werden, was f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse sehr gut war und bereits viele \u00fcber die \u00abU-Wert-Feteschisten\u00bb schimpfen liess.<\/p>\n<p>2022 sind bei opaken Bauteilen gegen Aussenklima U-Werte von &lt; 0,17 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K gefordert, was dank guter W\u00e4rmed\u00e4mmstoffe und mehrschichtiger Konstruktionsaufbauten auch problemlos erreicht werden kann.<\/p>\n<p>Wo geht die Entwicklung hin? Mit einem W\u00e4rmeschutz um 0,10 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K bei opaken Bauteilen sind die Grenzen sicher erreicht und eine weitere Reduktion der Transmissionsw\u00e4rmeverluste ist kaum sinnvoll (vgl. auch Kapitel 2.9.3 \u00abW\u00e4rmeschutz aus \u00f6kologischer Sicht\u00bb). Bei den Fenstern gilt es, \u00fcber die Heizperiode betrachtet, einen bilanzierten Energiegewinn zu erzielen. Dank lichtoptimierten Fenstern (kleine Rahmen- und grosse Glasfl\u00e4chen) und guten Gl\u00e4sern (3-fach-Isolierglas) kann das bei besonnten und nur wenig verschatteten Fassaden gew\u00e4hrleistet werden.<\/p>\n<h2>2.2.3 Beurteilung und Nachweise<\/h2>\n<p>Die Baukonstruktion muss so gew\u00e4hlt und dimensioniert werden, dass die Behaglichkeit und die Bauschadenfreiheit garantiert werden k\u00f6nnen. Ein weitergehender W\u00e4rmeschutz richtet sich einerseits nach den geltenden Mindestanforderungen aus den Energiegesetzen bzw. der MuKEn und andererseits nach den Labels, die es meist auf \u00abfreiwilliger Basis\u00bb zu erreichen gilt.<\/p>\n<h3>Behaglichkeit und Bauschadenfreiheit<\/h3>\n<p>Am Mindestw\u00e4rmeschutz f\u00fcr die Behaglichkeit und die Bauschadenfreiheit wird sich kaum viel \u00e4ndern, weil dies nach bauphysikalischen Kriterien festgelegte Kennwerte sind.<\/p>\n<p>Wenn die in Bild 2.2.1 gelisteten Werte aus Norm SIA 180:2014 eingehalten werden, gelten unter normalen Nutzungsbedingungen die Anforderungen an die Behaglichkeit (vgl. Kapitel 2.1) und Bauschadenfeiheit (Oberfl\u00e4chenkondensat bzw. Schimmelpilzbildung) als erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Weil das Feuchteschadenrisiko bei Bauteil\u00fcberg\u00e4ngen wesentlich h\u00f6her ist als innerhalb der Bauteilfl\u00e4chen, gilt es, durch Vermeidung bzw. Reduktion von W\u00e4rmebr\u00fccken Feuchtesch\u00e4den zu vermeiden (vgl. Kapitel 2.4 \u00abFeuchteschutz\u00bb).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4259\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.2.1.png\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"304\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.2.1-200x61.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.2.1-300x91.png 300w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.2.1-400x122.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.2.1-600x182.png 600w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.2.1-768x233.png 768w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.2.1-800x243.png 800w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.2.1.png 1000w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><br \/>\nBild 2.2.1:\u2002Maximal zul\u00e4ssige U-Werte f\u00fcr Behaglichkeit und Feuchteschutz (Quelle: Norm SIA 180:2014).<\/p>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-2-2-2\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-2-2.png\" alt=\"Mit dem Berechnungsverfahren nach Norm SIA 380\/1 werden bei einem Geb\u00e4ude \u00fcber die Monate die Energieverluste und die Energiegewinne bilanziert. Der verbleibende Heizw\u00e4rmebedarf Qh ist das Effizienzkriterium f\u00fcr die thermische Geb\u00e4udeh\u00fclle. \" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.2.2:\u2002Mit dem Berechnungsverfahren nach Norm SIA 380\/1 werden bei einem Geb\u00e4ude \u00fcber die Monate die Energieverluste und die Energiegewinne bilanziert. Der verbleibende Heizw\u00e4rmebedarf Q<sub>h<\/sub> ist das Effizienzkriterium f\u00fcr die thermische Geb\u00e4udeh\u00fclle.<\/div>\n<h3>Einzelbauteilanforderungen<\/h3>\n<p>Wenn die Einzelbauteilanforderungen gem\u00e4ss kantonalen Energiegesetzen bzw. MuKEn bei allen Bauteilen vorbehaltlos eingehalten werden k\u00f6nnen, ist es m\u00f6glich, den Nachweis des gen\u00fcgenden W\u00e4rmeschutzes mit einem Einzelbauteilnachweis zu f\u00fchren. Es sind dann U-Werte bei opaken Bauteilen gegen Aussenklima von U \u2264 0,17 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K erforderlich.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich sind meist Anforderungen an den gewichteten Energiebedarf pro Jahr f\u00fcr Heizung, Warmwasser, L\u00fcftung und Klimatisierung zu erf\u00fcllen (hierzu ist ein Systemnachweis nach Norm SIA 380\/1 erforderlich), wodurch bei Neubauten fossile Energietr\u00e4ger nur noch mit Einschr\u00e4nkungen m\u00f6glich sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Opake Bauteile gegen Aussenklima mit U \u2264 0,15 W\/m2\u00b7K.<\/li>\n<li>Fenster mit Uw \u2264 0,8 W\/m2\u00b7K.<\/li>\n<li>Kontrollierte Wohnungsl\u00fcftung.<\/li>\n<li>Thermische Solaranlage f\u00fcr Heizung und Warmwasser mit einer Fl\u00e4che von mind. 7 % der Energiebezugsfl\u00e4che.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Damit der Planer bei einzelnen Bauteilen von den Einzelbauteilanforderungen abweichen kann wie auch f\u00fcr Nachweise im Kontext von MINERGIE, ist ein Systemnachweis nach Norm SIA 380\/1 erforderlich.<\/p>\n<h3>Heizw\u00e4rmebedarf gem\u00e4ss Norm SIA 380\/1<\/h3>\n<p>Das Berechnungsverfahren nach Norm SIA 380\/1 basiert auf Monatsbilanzen nach der europ\u00e4ischen Norm EN13790 \u00abW\u00e4rmetechnisches Verhalten von Geb\u00e4uden \u2013 Berechnung des Heizenergiebedarfs\u00bb. Mit diesem Verfahren kann nur ein ganzes Geb\u00e4ude oder ein Geb\u00e4udeteil energetisch beurteilt werden, nicht aber ein einzelnes Bauteil (vgl. Bild 2.2.2). Die Energiebilanzierung ber\u00fccksichtigt die Energieverluste durch Transmission und L\u00fcftung sowie die Energiegewinne durch Sonneneinstrahlung, Personen und Elektrizit\u00e4t (Licht, Ger\u00e4te).<\/p>\n<p>Basierend auf diesem Modell der Energiebilanzierung kann auch sehr gut der Handlungsspielraum aufgezeigt werden, den die Planer auf dem Weg zu einer energieeffizienten Geb\u00e4udeh\u00fclle haben.<\/p>\n<h4>Transmissionsw\u00e4rmeverluste Q<sub>T<\/sub><\/h4>\n<p>Die W\u00e4rmeverluste werden \u00fcber die thermisch relevante Geb\u00e4udeh\u00fclle berechnet. Neben einer optimalen Wahl der thermischen Geb\u00e4udeh\u00fclle (z.B. Abgrenzung beheizt\/unbeheizt bzw. innerhalb oder ausserhalb der thermischen Geb\u00e4udeh\u00fclle) beeinflusst der Planer den Transmissionsw\u00e4rmeverlust durch die W\u00e4rmed\u00e4mmqualit\u00e4t der opaken und transparenten Bauteile (U-Werte) sowie eine m\u00f6glichst w\u00e4rmebr\u00fcckenfreie Ausbildung der Bauteil\u00fcberg\u00e4nge.<\/p>\n<h4>L\u00fcftungsw\u00e4rmeverluste Q<sub>V<\/sub><\/h4>\n<p>Der L\u00fcftungsw\u00e4rmeverlust beschreibt den Verlust aufgrund des thermisch wirksamen Aussenluftvolumenstroms. Der Aussenluftvolumenstrom ist f\u00fcr den W\u00e4rmeschutznachweis nach Norm SIA 380\/1 f\u00fcr jede Geb\u00e4udekategorie fix. Bei der Berechnung des Heizw\u00e4rmebedarfs Q<sub>h<\/sub> f\u00fcr die gewichtete Energiekennzahl (MINERGIE) entspricht der Aussenluftvolumenstrom dem Objektwert. Der Planer kann somit durch die Wahl der L\u00fcftung (z.B.\u00a0W\u00e4rmetauscher, Grad der W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung) auf den Objektwert Einfluss nehmen.<\/p>\n<h4>Interne W\u00e4rmegewinne Q<sub>I<\/sub><\/h4>\n<p>Die internen Gewinne von Personen und elektrischen Ger\u00e4ten sind Standardnutzungswerte aus SIA 380\/1.<\/p>\n<h4>Solare W\u00e4rmegewinne Q<sub>S<\/sub><\/h4>\n<p>Die solaren W\u00e4rmegewinne sind von grosser Bedeutung und sie k\u00f6nnen vom Planer wesentlich beeinflusst werden. F\u00fcr m\u00f6glichst hohe solare W\u00e4rmegewinne sind folgende Faktoren zu beachten:<\/p>\n<ul>\n<li>Orientierung der Geb\u00e4ude mit m\u00f6glichst grossen Fenstern gegen S\u00fcden und eher kleinen Fenstern gegen Norden.<\/li>\n<li>Eher wenige grosse als viele kleine Fenster w\u00e4hlen, weil dadurch der Glasanteil zunimmt.<\/li>\n<li>M\u00f6glichst hoher g-Wert der Verglasung.<\/li>\n<li>Eine Eigenverschattung durch \u00dcberh\u00e4nge und Seitenblenden ist m\u00f6glichst zu vermeiden.<\/li>\n<li>Optimierung der W\u00e4rmespeicherf\u00e4higkeit der Bauteile bzw. der R\u00e4ume zur Erh\u00f6hung des Ausnutzungsgrades der W\u00e4rmegewinne.<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Heizw\u00e4rmebedarf Q<sub>h<\/sub><\/h4>\n<p>Der Heizw\u00e4rmebedarf Q<sub>h<\/sub> ist das bilanzierte Ergebnis aus m\u00f6glichst kleinen Transmissionw\u00e4rmeverlusten Q<sub>T<\/sub>, dem standardm\u00e4ssigen L\u00fcftungsw\u00e4rmeverlust Q<sub>V<\/sub> und maximierten Energiegewinnen Q<sub>I<\/sub> und Q<sub>S<\/sub> (Handlungsspielraum nur bei den solaren Gewinnen). Der Heizw\u00e4rmebedarf Q<sub>h<\/sub> ist das Kriterium f\u00fcr die Prim\u00e4ranforderung von Standards wie MINERGIE.<\/p>\n<p>Der Grenzwert Q<sub>h,li<\/sub> ist abh\u00e4ngig von der Geb\u00e4udeh\u00fcllzahl A<sub>th<\/sub>\/A<sub>E<\/sub>, von der Geb\u00e4udekategorie und vom Standort des Geb\u00e4udes bzw. der zu w\u00e4hlenden Klimastation (vgl. Bild 2.2.3).<\/p>\n<h2>2.2.4 \u00dcbereinstimmung der Rechenmodelle mit der \u00abRealit\u00e4t\u00bb<\/h2>\n<h3>Einzelbauteilanforderungen<\/h3>\n<p>Kennwert f\u00fcr die W\u00e4rmeverluste bei einzelnen Bauteilen ist der U-Wert, der als \u00abstatischer Wert\u00bb in der Regel rechnerisch ermittelt wird. Obwohl immer wieder bem\u00e4ngelt wird, dass der U-Rechenwert den dynamisch verlaufenden W\u00e4rmefl\u00fcssen nicht gerecht wird und insbesondere schwere W\u00e4nde nicht korrekt beurteilt w\u00fcrden, zeigen Untersuchungen der EMPA (vgl. Bild 2.2.4), dass der U-Rechenwert den W\u00e4rmeverlust vern\u00fcnftig kennzeichnet:<\/p>\n<ul>\n<li>Der U-Rechenwert definiert einen h\u00f6heren W\u00e4rmeverlust, als dass er in der Praxis zu erwarten ist, und ist somit auf der \u00absicheren Seite\u00bb.<\/li>\n<li>Bei schweren \u00abunged\u00e4mmten\u00bb W\u00e4nden ist die Differenz zwischen dem U-Rechenwert und den \u00abrealen W\u00e4rmeverlusten\u00bb nur unwesentlich gr\u00f6sser als bei leichteren, w\u00e4rmeged\u00e4mmten W\u00e4nden.<\/li>\n<li>Auch bei sehr leichten, hochw\u00e4rmeged\u00e4mmten W\u00e4nden in Holzrahmenbauweise bildet der U-Rechenwert den W\u00e4rmeverlust vern\u00fcnftig ab, dies belegen viele Erfahrungen mit Holzbauten im MINERGIE-P-Standard.<\/li>\n<\/ul>\n<div id=\"bild-hle-2-2-3\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-2-3.png\" alt=\"Der Anforderungswert f\u00fcr den Heizw\u00e4rmebedarf Qh ist abh\u00e4ngig von der Kompaktheit des Geb\u00e4udes bzw. der Geb\u00e4udeh\u00fcllzahl Ath\/AE. Der bei kompakteren Geb\u00e4uden kleiner erforderliche Heizw\u00e4rmebedarf Qh,li kann in der Regel ohne konstruktiven Mehraufwand erreicht werden, was sehr effizient ist. Die Reduktion des Heizw\u00e4rmebedarfs Qhunter den Grenzwert Qh,li\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.2.3: Der Anforderungswert f\u00fcr den Heizw\u00e4rmebedarf Q<sub>h<\/sub> ist abh\u00e4ngig von der Kompaktheit des Geb\u00e4udes bzw. der Geb\u00e4udeh\u00fcllzahl A<sub>th<\/sub>\/A<sub>E<\/sub>. Der bei kompakteren Geb\u00e4uden kleiner erforderliche Heizw\u00e4rmebedarf Q<sub>h,li <\/sub>kann in der Regel ohne konstruktiven Mehraufwand erreicht werden, was sehr effizient ist. Die Reduktion des Heizw\u00e4rmebedarfs Q<sub>h<\/sub>unter den Grenzwert Q<sub>h,li <\/sub>(z.B. Q<sub>h <\/sub>\u2264 0,6 x Q<sub>h,li<\/sub> f\u00fcr MINERGIE-P) ist jedoch mit konstruktivem Mehraufwand verbunden.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-2-2-4\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-2-4.png\" alt=\"Untersuchungen der EMPA zeigen, dass der rechnerisch ermittelte U-Wert ein durchaus realistischer Kennwert f\u00fcr die Beurteilung der W\u00e4rmeverluste ist\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.2.4:\u2002Untersuchungen der EMPA zeigen, dass der rechnerisch ermittelte U-Wert ein durchaus realistischer Kennwert f\u00fcr die Beurteilung der W\u00e4rmeverluste ist (aus EMPA-Bericht Nr. 136&#8217;788 \u00abEnergiebilanz von Aussenw\u00e4nden unter realen Bedingungen\u00bb).<\/div>\n<h3>Heizw\u00e4rmebedarf gem\u00e4ss Norm SIA 380\/1 bzw. mit dynamischer Geb\u00e4udesimulation<\/h3>\n<p>\u00dcblich ist die rechnerische Ermittlung des Heizw\u00e4rmebedarfs nach Norm SIA 380\/1. Dieses station\u00e4re Bilanzmodell wird betreffend die realistische Abbildung der naturgem\u00e4ss zeitabh\u00e4ngigen, das heisst instation\u00e4ren thermischen Prozesse am Geb\u00e4ude immer wieder infrage gestellt, so zum Beispiel hinsichtlich die Wirkung des W\u00e4rmespeicherverhaltens zur Nutzung der solaren Energiegewinne.<\/p>\n<h4>Differenzen bei Rechenmodellen<\/h4>\n<p>Es liegt auf der Hand, dass mit den aufwendigen dynamischen Simulationen, welche die effektiven Konstruktionen mit deren W\u00e4rmespeicherverhalten modellieren und die klimatischen Randbedingungen \u00fcber Stundenmittelwerte ber\u00fccksichtigen, die \u00abWirklichkeit\u00bb realit\u00e4tsnaher abgebildet werden kann als mit dem Verfahren nach Norm SIA 380\/1. Die Differenz bez\u00fcglich des ermittelten Heizw\u00e4rmebedarfs liegt unter anderem in folgenden unterschiedlichen Annahmen begr\u00fcndet:<\/p>\n<ul>\n<li>Die W\u00e4rmespeicherf\u00e4higkeit und damit die Ausnutzung von freier W\u00e4rme (z.B. passivsolare Gewinne) wird in SIA 380\/1 nur durch die grobe Zuordnung der Bauweise (\u00absehr leicht\u00bb bis \u00abschwer\u00bb) ber\u00fccksichtigt. Bei der dynamischen Geb\u00e4udesimulation hingegen werden die effektiv vorhandenen Bauteilschichten, mit ihren Massen und W\u00e4rmespeicherf\u00e4higkeiten, ber\u00fccksichtigt.<\/li>\n<li>Beim Modell SIA 380\/1 werden \u00fcber die 12 Monate die Verluste und Gewinne bilanziert. Dabei werden f\u00fcr die Aussentemperaturen Monatsmittelwerte und f\u00fcr die Raumtemperaturen Standardwerte, von z.B. konstant 20 \u00b0C f\u00fcr Wohnbauten ber\u00fccksichtigt. Bei der dynamischen Geb\u00e4udesimulation werden die Energiefl\u00fcsse im Stundentakt bilanziert.<\/li>\n<li>Bei der Beurteilung nach SIA 380\/1 wird nur die fixe Beschattung durch den Horizont, die Vord\u00e4cher und die Seitenblenden ber\u00fccksichtigt und somit davon ausgegangen, dass der Nutzer in der kalten Jahreszeit die Energiegewinne durch solare Einstrahlung zul\u00e4sst und nicht durch den Einsatz des variablen Sonnenschutzes reduziert. Bei der dynamischen Geb\u00e4udesimulation wird der Sonnenschutz abh\u00e4ngig von der Globalstrahlung betrieben. Es kann somit vorkommen, dass an einem sch\u00f6nen Wintertag mit hoher Globalstrahlung, zur Vermeidung von \u00dcberhitzung, der Sonnenschutz zum Einsatz kommt.<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Modell 380\/1 rechnet auf \u00absicherer Seite\u00bb<\/h4>\n<p>So wie es sein muss, so ist es auch: Das einfache station\u00e4re Bilanzmodell SIA 380\/1 weist einen Heizw\u00e4rmebedarf aus, der leicht h\u00f6her ist als der \u00fcber die dynamische Simulation ermittelte und liegt damit auf der \u00absicheren Seite\u00bb (vgl. Bild 2.2.5). Der Heizw\u00e4rmebedarf wird mit SIA 380\/1 um etwa 5 % h\u00f6her veranschlagt. Wenn man bei der dynamischen Simulation die Raumtemperatur von 20 \u00b0C nicht als unteren Schwellenwert, sondern als Durchschnittswert definiert, kann die Abweichung zwischen 380\/1 und Simulation auch gegen 10 % gehen.<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4262\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.2.5.png\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"699\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.2.5-200x140.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.2.5-300x210.png 300w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.2.5-400x280.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.2.5-600x419.png 600w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.2.5-768x537.png 768w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.2.5-800x559.png 800w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.2.5.png 1000w\" sizes=\"(max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.2.5:\u2002Beim Standard nach MuKEn wird der wie \u00fcblich nach Norm SIA 380\/1 ermittelte Heizw\u00e4rmebedarf gegen\u00fcber dem dynamisch simulierten um 4 bis 11 % h\u00f6her ermittelt. Die grosse Abweichung von 11 % bei der Bauweise \u00ableicht\u00bb l\u00e4sst sich gut erkl\u00e4ren: Effektiv weist diese Bauweise eine W\u00e4rmespeicherf\u00e4higkeit auf, die etwa der Bauweise \u00abmittel\u00bb entspricht, wodurch sich der Heizw\u00e4rmebedarf nach SIA 380\/1 auf 100 MJ\/m<sup>2<\/sup>\u00b7a vermindert und dann nur noch 5 % h\u00f6her ist, als \u00fcber die dynamische Simulation ermittelt (vgl. auch Bild 2.2.6).<\/div>\n<h3><\/h3>\n<h4>Vorteilhafte Bauweisen<\/h4>\n<p>Die mit \u00ableicht\u00bb in SIA 380\/1 diskriminierte Holzbauweise zeigt in energetischer Hinsicht ihre wahre Qualit\u00e4t dann, wenn sie mittels dynamischer Geb\u00e4udesimulation beurteilt wird: Die effektiv vorhandene Speicherf\u00e4higkeit f\u00fchrt, im Vergleich zur Berechnung SIA 380\/1, zu einem um 11 % kleineren Heizw\u00e4rmebedarf. Die Gegen\u00fcberstellung der Bauweisen \u00ableicht\u00bb bis \u00abschwer\u00bb, in den Standards MuKEn und MINERGIE-P, mit SIA 380\/1 und dynamischer Geb\u00e4udesimulation berechnet, f\u00fchrt zu folgender Erkenntnis (vgl. Bild 2.2.6):<\/p>\n<ul>\n<li>Bei korrekter Zuordnung der Bauweise \u00ableicht\u00bb bis \u00abschwer\u00bb, in SIA 380\/1, sind die rechnerisch ausgewiesenen Differenzen beim Heizw\u00e4rmebedarf, unabh\u00e4ngig von der Bauweise, mit etwa 5 % beim Standard MuKEn und etwa 3 % beim Standard MINERGIE-P identisch.<\/li>\n<li>Der \u00abschwere Massivbau\u00bb, mit hohem W\u00e4rmespeicherverm\u00f6gen, wird in SIA 380\/1 gegen\u00fcber leichteren Bauweisen nicht diskriminiert, sondern gleich realistisch beurteilt wie die Holzbaukonstruktion.<\/li>\n<\/ul>\n<div id=\"bild-hle-2-2-6\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-2-6.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.2.6:\u2002Dieselbe thermische Geb\u00e4udeh\u00fclle weist, bei Beurteilung nach Norm SIA 380\/1, nur beeinflusst durch die W\u00e4rmespeicherf\u00e4higkeit der Bauweise (\u00absehr leicht\u00bb bis \u00abschwer\u00bb), einen Heizw\u00e4rmebedarf von 115 MJ\/m<sup>2<\/sup>\u00b7a bis 99 MJ\/m<sup>2<\/sup>\u00b7a auf. Der f\u00fcr die Bauweise \u00ableicht\u00bb dynamisch simulierte Heizw\u00e4rmebedarf bzw. die beim Referenzprojekt \u00abHegianwandweg\u00bb vorhandene Baukonstruktion betr\u00e4gt 95 MJ\/m<sup>2<\/sup>\u00b7a. Entscheidend f\u00fcr die Beurteilung von Holzbauten ist, ob die Bauweise \u00ableicht\u00bb oder \u00abmittel\u00bb gew\u00e4hlt werden darf. Effektiv entspricht die der Kategorie \u00ableicht\u00bb zugeordnete Holzkonstruktion eher der Kategorie \u00abmittel\u00bb, wodurch die Abweichung zwischen 380\/1 und dynamischer Simulation noch 5 % betr\u00e4gt.<\/div>\n<h2>2.2.5 Bauteiloptimierung \u00fcber Einzelbauteilbetrachtung<\/h2>\n<p>Sowohl bei Neubauten wie auch bei Sanierungen gilt es, Aussagen \u00fcber die Energieeffizienz eines einzelnen Bauteils zu machen. Bei opaken Bauteilen sollen die Verluste minimiert werden und die transparenten Bauteile sind hinsichtlich des bilanzierten Verlusts oder Gewinns zu optimieren.<\/p>\n<h4>Transmissionsw\u00e4rmeverlust<\/h4>\n<p>Der Transmissionsw\u00e4rmeverlust wird im Wesentlichen durch den U-Wert des Bauteils, die Bauteilfl\u00e4che und die klimatischen Randbedingungen (Temperaturdifferenz, Heiztage bzw. Heizgradtage (vgl. Bild 2.2.7)) bestimmt.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-2-2-7\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_1-4-7.png\" alt=\"Berechnung des Transmissionsw\u00e4rmeverlusts w\u00e4hrend der Heizperiode bei Einzelbauteil\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.2.7:\u2002Berechnung des Transmissionsw\u00e4rmeverlusts w\u00e4hrend der Heizperiode bei Einzelbauteil (Heizgradtage vgl. Bild 2.2.9).<\/div>\n<h4>Energiegewinn durch Sonneneinstrahlung<\/h4>\n<p>Der durch Sonneneinstrahlung erzielbare Gewinn h\u00e4ngt einerseits von der orientierungsabh\u00e4ngigen Globalstrahlung und vom Ausnutzungsgrad f\u00fcr die W\u00e4rmegewinne ab (abh\u00e4ngig vom Heiz- bzw. Regelsystem und vom Verh\u00e4ltnis zwischen Energieverlusten und Energiegewinnen; kann nicht bauteilspezifisch, sondern nur \u00fcber eine 380\/1-Berechnung f\u00fcr das Geb\u00e4ude ermittelt werden; bei schlecht ged\u00e4mmten Geb\u00e4uden betr\u00e4gt h<sub>g<\/sub> erfahrungsgem\u00e4ss etwa 0,7 und bei gut ged\u00e4mmten Geb\u00e4uden betr\u00e4gt h<sub>g <\/sub> etwa 0,6). Reduziert wird der Energiegewinn zudem durch den Gesamtenergiedurchlassgrad des Glases, nicht senkrechte Sonneneinstrahlung und fixe Verschattung (vgl. Bild 2.2.8).<\/p>\n<h4>Vom Energiebedarf zum Energieverbrauch<\/h4>\n<div id=\"bild-hle-2-2-8\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_1-4-8.png\" alt=\"Berechnung des Sonnenenergiegewinns bei einem Fenster bzw. einem transparenten Bauteil\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.2.8:\u2002Berechnung des Sonnenenergiegewinns bei einem Fenster bzw. einem transparenten Bauteil (Heizgradtage und Globalstrahlung vgl. Bild 2.2.9).<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Basierend auf dem Heizw\u00e4rmebedarf aus der Berechnung SIA 380\/1 oder dem Transmissionsw\u00e4rmeverlust eines opaken Bauteils oder dem bilanzierten Verlust oder Gewinn bei einem Fenster, lassen sich der zu erwartende Heizw\u00e4rmeverbrauch und die Quantit\u00e4t des Energietr\u00e4gers zur Abdeckung des Verbrauchs absch\u00e4tzen, wenn folgende Kennwerte bekannt sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Wirkungsgrad (h<sub>H<\/sub> bzw. JAZ) der Heizung, mit folgenden Standard-Nutzungsgraden und -Arbeitszahlen aus SIA Merkblatt 2040:2011:\n<ul>\n<li>\u00d6l- und Gasfeuerung kondensierend 0,90<\/li>\n<li>Holzschnitzel, Pellets 0,75<\/li>\n<li>St\u00fcckholz 0,70<\/li>\n<li>Fernw\u00e4rme 0,95<\/li>\n<li>W\u00e4rmepumpe (Luft\/Wasser) 3,30<\/li>\n<li>W\u00e4rmepumpe (Sole\/Wasser) 3,90<\/li>\n<li>W\u00e4rmepumpe (Wasser\/Wasser) 4,10<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Heizwert der Energietr\u00e4ger (vgl. Bild 2.2.10).<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Table_4.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.2.9:\u2002Kennwerte f\u00fcr die Einzelbauteilbetrachtung betreffend die Transmissionsw\u00e4rmeverluste (Heizgradtage [HGT]) und die Energiegewinne durch Sonneneinstrahlung (Globalstrahlung [G \u2026]).<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Table_5.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.2.10:\u2002Heizwert von Energietr\u00e4gern (Quelle: Geb\u00e4udetechnik, Reto von Euw\/Zoran Alimpic\/Kurt Hildebrand, Z\u00fcrich 2012).<\/div>\n<h4>Einsparungspotenzial bei einer Aussenwandsanierung mit Aussenw\u00e4rmed\u00e4mmung<\/h4>\n<p>Die bestehende Aussenwand erreicht mit einem beidseitig verputzten Verbandmauerwerk einen U-Wert von 1,1 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K. Mit einer 20 cm dicken Aussenw\u00e4rmed\u00e4mmung wird ein U-Wert von 0,15 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K erreicht. Bei einem Geb\u00e4ude mit \u00d6lheizung kann durch diese w\u00e4rmetechnische Sanierung pro m<sup>2<\/sup> Aussenwand und Jahr von einer Einsparung von etwa 8,8 Liter Heiz\u00f6l ausgegangen werden (vgl. Bild 2.10.11). Diese Beurteilung ist aber mit Unsicherheiten verbunden:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Heizgradtage werden vor und nach der w\u00e4rmetechnischen Ert\u00fcchtigung des Geb\u00e4udes different sein. Durch einen besseren W\u00e4rmeschutz reduzieren sich auch die Heiztage und die Heizgradtage.<\/li>\n<li>Wenn die W\u00e4rmeabgabe nicht an die neuen Verh\u00e4ltnisse angepasst wird, kann es zur \u00dcberhitzung kommen und der Nutzen der Sanierung ist dann geringer.<\/li>\n<\/ul>\n<div id=\"bild-hle-2-2-11\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-2-11.png\" alt=\"Berechnung des Transmissionsw\u00e4rmeverlustes und des Energie- bzw. Heiz\u00f6lverbrauchs zur Abdeckung des Transmissionsw\u00e4rmeverlusts pro m2 Aussenwand und Jahr, vor und nach der w\u00e4rmetechnischen Sanierung.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.2.11:\u2002Berechnung des Transmissionsw\u00e4rmeverlustes und des Energie- bzw. Heiz\u00f6lverbrauchs zur Abdeckung des Transmissionsw\u00e4rmeverlusts pro m<sup>2<\/sup> Aussenwand und Jahr, vor und nach der w\u00e4rmetechnischen Sanierung.<\/div>\n<h4>Fensterbeurteilung \u00fcber energie\u00e4quivalenten U-Wert U<sub>w,eq<\/sub><\/h4>\n<p>Bei Einzelbauteilbetrachtungen wird das Fenster meist nur verlustorientiert \u00fcber den U-Wert U<sub>w<\/sub> beurteilt. Diese Betrachtung wird dem Nutzen der Fenster hinsichtlich die passivsolaren Gewinne nicht gerecht. Mit dem energie\u00e4quivalenten U-Wert U<sub>w,eq<\/sub> wird, unter Ber\u00fccksichtigung der Energieverluste und der nutzbaren Energiegewinne, die tats\u00e4chliche Energieeffizienz des Fensters abgebildet (vgl. Bild 2.2.12). Mit vertretbarem Aufwand und unter Ber\u00fccksichtigung von bereits bekannten Kennwerten f\u00fcr die Fensterkonstruktion ist es m\u00f6glich, den energie\u00e4quivalenten U-Wert U<sub>w,eq<\/sub> des Fensters einfach zu ermitteln. Unter Ber\u00fccksichtigung von folgenden Parametern bildet der energie\u00e4quivalente U-Wert U<sub>w,eq<\/sub> des Fensters den bilanzierten Energiegewinn oder Energieverlust korrekt ab (Beurteilungsverfahren \u00abEnergieetikette f\u00fcr Fenster Schweiz\u00bb):<\/p>\n<ul>\n<li>Referenzfenster zweifl\u00fcglig, 1,55 m x 1,15 m<\/li>\n<li>Klimastandort \u00abMittelland\u00bb (Z\u00fcrich SMA)<\/li>\n<li>Fl\u00e4chenanteile der Orientierung: 50 % S\u00fcd, 20 % West, 20 % Ost, 10 % Nord<\/li>\n<li>Verschattungsfaktor F<sub>S<\/sub> = 0,9 (nur geringe Verschattung)<\/li>\n<li>Verminderung des g-Wertes um Faktor 0,9 (nicht senkrechte Sonneneinstrahlung)<\/li>\n<li>Ausnutzungsgrad der freien W\u00e4rme \u03b7<sub>g<\/sub> = 0,6 (trifft bei gut ged\u00e4mmten Massivbauten zu)<\/li>\n<\/ul>\n<p>In von diesem Mittellandstandort abweichenden Klimaregionen (z.B. Tessin und Bergregionen) wird jeweils ein noch besserer energie\u00e4quivalenter U-Wert U<sub>w,eq<\/sub> erreicht.<\/p>\n<p>Die 2015 vom Schweizerischen Fachverband Fenster und Fassadenbranche (FFF) und von der Schweizerischen Zentrale Fenster und Fassaden (SZFF) lancierte Energieetikette beurteilt die Energieeffizienz der Fenster basierend auf dem energie\u00e4quivalenten U-Wert U<sub>w,eq<\/sub>. Fenster, die \u00fcber die Heizperiode bilanziert einen Energiegewinn aufweisen, erreichen die Klasse A; Fenster, welche zu Energieverlust f\u00fchren, werden, je nach H\u00f6he des Verlusts U<sub>w,eq<\/sub> den Klassen B bis G zugewiesen. Nicht f\u00fcr alle Anwendungen\/Geb\u00e4ude ist ein mit A als energetisch optimal beurteiltes Fenster auch tats\u00e4chlich die bestm\u00f6gliche L\u00f6sung. Was bei Wohnbauten mit \u00abLochfenstern\u00bb unbestritten sinnvoll ist und zu einer korrekten Fensterwahl f\u00fchrt, macht z.B. bei Bauten, die im Sommer gek\u00fchlt werden m\u00fcssen, oder bei Bauten mit grossem Glasanteil weniger Sinn. Ein mit A gekennzeichnetes Fenster kann bei solchen Bauten sogar zu einem h\u00f6heren Energieaufwand f\u00fcr Heizung und K\u00fchlung f\u00fchren, als wenn ein Fenster eingebaut wird, das \u00abnur\u00bb der Klasse B, C oder D entspricht.<\/p>\n<p>Bild 2.2.12 zeigt, dass die Unterschiede betreffend den energie\u00e4quivalenten U-Wert U<sub>w,eq<\/sub> und den daraus resultierenden Aufwand f\u00fcr die Abdeckung des Energieverlusts (oder des Energiegwinns) sehr gross sein k\u00f6nnen, dies insbesondere abh\u00e4ngig von:<\/p>\n<ul>\n<li>Rahmenkonstruktion (Fl\u00e4chenanteil, U<sub>f<\/sub>) und<\/li>\n<li>Isolierglas (Glasanteil, U<sub>g<\/sub>, \u03a8<sub>g<\/sub>, g-Wert).<\/li>\n<\/ul>\n<div id=\"bild-hle-2-2-12\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-2-12.png\" alt=\"Vereinfachte Betrachtung der Energieeffizienz von Fenstern basierend auf dem energie\u00e4quivalenten U-Werts Uw,eq, der so f\u00fcr das Beurteilungsverfahren \u00abEnergieetikette f\u00fcr Fenster Schweiz\u00bb definiert ist. Klimakennwerte wie Heizgradtage aus Bild 2.2.9.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.2.12:\u2002Vereinfachte Betrachtung der Energieeffizienz von Fenstern basierend auf dem energie\u00e4quivalenten U-Werts U<sub>w,eq<\/sub>, der so f\u00fcr das Beurteilungsverfahren \u00abEnergieetikette f\u00fcr Fenster Schweiz\u00bb definiert ist. Klimakennwerte wie Heizgradtage aus Bild 2.2.9.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>W\u00e4hrend bei dem einen Fenster j\u00e4hrlich 16,5 kWh Strom aufgewendet werden m\u00fcssen, um den resultierenden Energieverlust abzudecken, verringert sich der Energieaufwand beim anderen Fenster infolge Energiegewinn um 2,2 kWh. Die Differenz betr\u00e4gt somit 18,7\u00a0kWh Strom pro Fenster und Jahr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2.2.1 Kriterien Die prim\u00e4ren Anforderungen sind die Gew\u00e4hrleistung der Behaglichkeit und der Bauschadenfreiheit, welche gest\u00fctzt auf Norm SIA 180:2014 \u00abW\u00e4rmeschutz, Feuchteschutz und Raumklima in Geb\u00e4uden\u00bb mit folgenden Massnahmen zu erf\u00fcllen sind: Alle beheizten R\u00e4ume m\u00fcssen innerhalb der thermischen Geb\u00e4udeh\u00fclle liegen. Die W\u00e4rmed\u00e4mmung muss im Bereich der thermischen Geb\u00e4udeh\u00fclle durchgehend ausreichend sein, W\u00e4rmebr\u00fccken sind bestm\u00f6glich zu [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-1814","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-anforderungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1814","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1814"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1814\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4835,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1814\/revisions\/4835"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1814"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1814"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1814"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}