{"id":1818,"date":"2018-08-13T16:05:00","date_gmt":"2018-08-13T14:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/?p=1818"},"modified":"2022-10-10T11:43:57","modified_gmt":"2022-10-10T09:43:57","slug":"2-4-feuchteschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/2-4-feuchteschutz\/","title":{"rendered":"2.4\u2002Feuchteschutz"},"content":{"rendered":"<p>Wasser und Feuchte an Orten, wo sie nicht hingeh\u00f6ren, sind wohl die gr\u00f6ssten Verursacher von Bausch\u00e4den, meist in Form von Schimmelpilzbildung, Kondensatausscheidung oder Wasserinfiltration. Nicht zul\u00e4ssig ist deshalb die lokale Anh\u00e4ufung von Wasser in Spalten, Poren und an Trennfl\u00e4chen in Quantit\u00e4ten, die Sch\u00e4den verursachen oder das Schimmelwachstum beg\u00fcnstigen k\u00f6nnen. Der W\u00e4rmedurchlasswiderstand eines Bauteils darf sich durch Feuchteeinfluss nicht irreversibel verschlechtern.<\/p>\n<h2>2.4.1 Vermeidung von Oberfl\u00e4chenkondensat und Schimmelpilzbefall an Oberfl\u00e4chen<\/h2>\n<p>Das Geb\u00e4ude ist im Detail so zu projektieren und auszuf\u00fchren, dass im bewohnten Raum an keiner Stelle Oberfl\u00e4chenkondensat auftritt und keine Gefahr von Schimmelpilzbefall besteht. Kurzfristig darf an Oberfl\u00e4chen (z.B. Verglasung\/Glasrandverbund) Kondenswasser ausgeschieden werden, wenn dies nicht zu Sch\u00e4den f\u00fchrt, z.B. durch das Abtropfen auf feuchteempfindliche Fensterb\u00e4nke, Bodenbel\u00e4ge u.\u00c4.<\/p>\n<p>Um das Schimmelpilzrisiko zu vermeiden, darf die Oberfl\u00e4chenfeuchte (relative Feuchte der oberfl\u00e4chennahen<\/p>\n<p>Luftschicht) den Wert von 80 % nicht w\u00e4hrend mehr als zweier aufeinanderfolgender Wochen pro Jahr \u00fcbersteigen.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Risiko von Oberfl\u00e4chenkondensat ist die momentane Raumluftfeuchte massgebend. Die von der Raumlufttemperatur und der relativen Raumluftfeuchte abh\u00e4ngige Taupunkttemperatur der Raumluft darf an den Bauteiloberfl\u00e4chen nicht unterschritten werden.<\/p>\n<h3>Einfluss Nutzung<\/h3>\n<p>Die Erfahrungen zeigen, dass oft ein Fehlverhalten der Nutzer zu Feuchtesch\u00e4den, insbesondere Schimmelpilzbildung f\u00fchrt. Abgesehen von Feuchteeinfl\u00fcssen wie Baurestfeuchtigkeit (z.B. w\u00e4hrend der ersten beiden Nutzungsjahre) oder Wasserinfiltrationen (Durchfeuchtung von aussen), hat es der Nutzer in der Hand, die relative Feuchte zu beeinflussen, z.B. durch:<\/p>\n<ul>\n<li>Feuchteproduktion, unbewusst durch die Nutzung (Kochen, Duschen, Pflanzen, Aquarien u.\u00c4.) oder bewusst durch Befeuchtung.<\/li>\n<li>Feuchteabfuhr durch gen\u00fcgenden Luftwechsel, entweder durch vom Nutzer beeinflusstes L\u00fcften \u00fcber die Fenster und\/oder \u00fcber den Luftaustausch mit einer mechanischen L\u00fcftung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es ist die Aufgabe des Nutzers, die relative Raumluftfeuchte in einem zul\u00e4ssigen Bereich zu halten: Um Feuchtesch\u00e4den zu vermeiden, darf die relative Luftfeuchte in den R\u00e4umen mit Personenbelegung die Grenzen gem\u00e4ss Bildern 2.4.1 und 2.4.2 nicht \u00fcberschreiten.<\/p>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Table_7.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.4.1:\u2002Maximal zul\u00e4ssiges Tagesmittel der Raumluftfeuchte f\u00fcr eine Raumlufttemperatur von 20 \u00b0C und die diesen Klimabedingungen entsprechende Taupunkttemperatur (Quelle: Norm SIA 180:2014).<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-2-4-2\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-4-2.png\" alt=\"Maximal zul\u00e4ssige relative Feuchte der Raumluft zur Bestimmung des Aussenluftvolumenstroms\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.4.2:\u2002Maximal zul\u00e4ssige relative Feuchte der Raumluft zur Bestimmung des Aussenluftvolumenstroms (Tagesmittelwerte; Quelle: Norm SIA 180:2014).<\/div>\n<h3>Einfluss Baukonstruktion<\/h3>\n<p>Je besser der W\u00e4rmeschutz, desto h\u00f6her sind die Oberfl\u00e4chentemperaturen und desto geringer ist das Risiko, dass sich Schimmelpilze bilden oder sogar Oberfl\u00e4chenkondensat ausgeschieden wird. Unter der Voraussetzung, dass die maximal zul\u00e4ssigen relativen Raumluftfeuchten nicht \u00fcberschritten werden, erf\u00fcllt die Baukonstruktion die Anforderungen, wenn:<\/p>\n<ul>\n<li>Die fl\u00e4chigen Bauteile die maximal zul\u00e4ssigen U-Werte einhalten (z.B. U \u2264 0,4 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K f\u00fcr Bauteile gegen Aussenluft).<\/li>\n<li>Bei konstruktiven W\u00e4rmebr\u00fccken bei Bauteilen (ausgenommen Fenster und T\u00fcren) und Bauteil\u00fcberg\u00e4ngen der Oberfl\u00e4chentemperaturfaktor f<sub>Rsi<\/sub> gr\u00f6sser oder gleich den Grenzwerten in Bild 2.4.3 ist.<\/li>\n<li>Sowohl bei zwei- wie auch bei dreidimensionalen Bauteil\u00fcberg\u00e4ngen m\u00fcssen die Anforderungen an die Oberfl\u00e4chentemperatur eingehalten werden. Weil Bauteil\u00fcberg\u00e4nge in der Regel mittels zweidimensionaler W\u00e4rmebr\u00fcckenberechnungen analysiert werden, soll in Anbetracht der in dreidimensionalen Bereichen noch tieferen Oberfl\u00e4chentemperaturen (vgl. Bild 2.4.4: Temperaturdifferenz = 1,3 Kelvin und f<sub>Rsi<\/sub>-Differenz = 0,04) und zur Ber\u00fccksichtigung von Unw\u00e4gbarkeiten bei der Bauausf\u00fchrung ein Sicherheitszuschlag erfolgen. Bei der Klimastation Luzern soll zum Beispiel bei einer zweidimensionalen W\u00e4rmebr\u00fcckenberechnung statt einem f<sub>Rsi<\/sub>-Faktor von 0,71 ein solcher von 0,75 erreicht werden.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>2.4.2 Verhinderung von unzul\u00e4ssiger Feuchte in Bauteilen durch Diffusions- und Kapillarprozesse<\/h2>\n<p>Es darf keine sch\u00e4dliche Anreicherung von Feuchte in der Konstruktion auftreten, verursacht durch konvektive Luftstr\u00f6me, Kapillarleitung und Wasserdampfdiffusion.<\/p>\n<h3>Konstruktive Massnahmen<\/h3>\n<p>Der Bauablauf ist so zu gestalten, dass vor dem Bezug eine Austrocknung der Konstruktion erfolgen kann.<\/p>\n<p>Die Bauteile sind so zu konzipieren, dass ihre eigene Baufeuchte nicht auf andere Bauteile sch\u00e4digend \u00fcbertragen wird. Feuchtewanderungen von Bauteil zu Bauteil (z.B. zwischen Wand und Decke) sind zu unterbinden.<\/p>\n<p>Kaltseitig der W\u00e4rmed\u00e4mmung angeordnete, nicht bel\u00fcftete Hohlr\u00e4ume erfordern eine kritische Pr\u00fcfung: Extreme Temperatur\u00e4nderungen k\u00f6nnen zu Kondenswasserausscheidung f\u00fchren.<\/p>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2184 alignnone\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/10\/Web_Bild_2-4-3.png\" alt=\"\" width=\"381\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/10\/Web_Bild_2-4-3-200x170.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/10\/Web_Bild_2-4-3-300x254.png 300w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/10\/Web_Bild_2-4-3.png 381w\" sizes=\"(max-width: 381px) 100vw, 381px\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.4.3:\u2002Minimale Oberfl\u00e4chentemperaturfaktoren f<sub>Rsi<\/sub> bei ausgew\u00e4hlten Klimastandorten zur Vermeidung von Schimmelpilzbefall und Oberfl\u00e4chenkondensat (Quelle: Norm SIA 180:2014).<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-2-4-4\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-4-4.png\" alt=\"Zwei- und dreidimensionale W\u00e4rmebr\u00fcckenberechnung einer Dachrandausbildung. Wenn gew\u00e4hrleistet werden soll, dass auch in dreidimensionalen Eckbereichen gen\u00fcgend hohe Oberfl\u00e4chentemperaturen erreicht werden, ist bei\u00a0einer zweidimensionalen W\u00e4rmebr\u00fcckenberechnung ein h\u00f6herer Grenzwert einzuhalten als in Bild 2.4.3 gefordert.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.4.4:\u2002Zwei- und dreidimensionale W\u00e4rmebr\u00fcckenberechnung einer Dachrandausbildung. Wenn gew\u00e4hrleistet werden soll, dass auch in dreidimensionalen Eckbereichen gen\u00fcgend hohe Oberfl\u00e4chentemperaturen erreicht werden, ist bei\u00a0einer zweidimensionalen W\u00e4rmebr\u00fcckenberechnung ein h\u00f6herer Grenzwert einzuhalten als in Bild 2.4.3 gefordert.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Fl\u00e4chen, die W\u00e4rme gegen den klaren Nachthimmel abstrahlen und als \u00e4usserste Schicht der Konstruktion nur wenig Masse aufweisen (z.B. verputzte Aussenw\u00e4rmed\u00e4mmung), m\u00fcssen so beschaffen sein, dass das anfallende Kondenswasser weder ein Algenwachstum f\u00f6rdert noch zu einer verst\u00e4rkten Anhaftung von Feinstaub an diesen Fl\u00e4chen f\u00fchrt. Durch geeignete Massnahmen wie sorptionsf\u00e4hige Oberfl\u00e4chen, Vord\u00e4cher usw. kann die Kondensatmenge an diesen Oberfl\u00e4chen minimiert werden. Aus \u00f6kologischen \u00dcberlegungen ist vom Einsatz von Bioziden abzusehen.<\/p>\n<h3>Feuchtetechnisch \u00abunkritische\u00bb Bauteile<\/h3>\n<p>Bei normaler Wohn- und Arbeitsnutzung (ohne besondere Klimatisierung) sind sch\u00e4dliche Anreicherungen von Feuchte in folgenden Wand- bzw. Dachkonstruktionen nicht zu erwarten:<\/p>\n<ul>\n<li>Aussenw\u00e4rmed\u00e4mmung mit dampfdurchl\u00e4ssigem Aussenputz.<\/li>\n<li>Homogen ged\u00e4mmte Wand mit dampfdurchl\u00e4ssiger \u00e4usserer Bekleidung.<\/li>\n<li>W\u00e4rmed\u00e4mmung mit \u00e4usserer hinterl\u00fcfteter Bekleidung (Wand oder Dach).<\/li>\n<li>Umkehrdach mit daf\u00fcr geeigneter W\u00e4rmed\u00e4mmung und dampfdurchl\u00e4ssiger Abdeckung.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Konvektionskondensat<\/h3>\n<p>Die Erfahrungen zeigen, dass die durch konvektive Luftstr\u00f6me verursachten Feuchtesch\u00e4den sehr gravierend sein k\u00f6nnen, bis hin zu einer Sch\u00e4digung der Tragstruktur (z.B. F\u00e4ulnisbildung an Holztragelementen). Durch eine warmseitig luftdichte Geb\u00e4udeh\u00fclle gilt es, Konvektionskondensat zu vermeiden (vgl. Kapitel 2.5 \u00abLuftdichtheit\u00bb).<\/p>\n<h3>Nachweis Wasserdampfdiffusionsvorg\u00e4nge<\/h3>\n<p>F\u00fcr den Nachweis der Wasserdampfdiffusionsvorg\u00e4nge gibt es das Glaserverfahren. Das Glaserverfahren gem\u00e4ss SN EN ISO 13788 kann als Nachweisverfahren f\u00fcr die meisten Konstruktionen dienen, um zu beurteilen, ob sich im Laufe der Zeit durch Diffusionsprozesse eine unzul\u00e4ssige Anreicherung der Feuchte ergibt. Der Diffusionsnachweis gilt als erbracht, wenn:<\/p>\n<ul>\n<li>Am Ende des Sommers (Austrocknungsperiode) kein Kondensationswasser im Bauteil verbleibt.<\/li>\n<li>Die in der Kondensationsperiode aufsummierte Kondensatwassermenge folgende Werte in den angrenzenden Schichten nicht \u00fcberschreitet:\n<ul>\n<li>Holz und Holzwerkstoffe: 3 % der Schichtmasse<\/li>\n<li>W\u00e4rmed\u00e4mmstoffe: 1 % des Schichtvolumens<\/li>\n<li>por\u00f6se Baustoffe mit kapillarer Feuchtetransportf\u00e4higkeit 800 g\/m<sup>2<\/sup><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Insbesondere bei Holzkonstruktionen mit diffusionsdichter Aussenschicht und W\u00e4rmed\u00e4mmung zwischen der Holztragstruktur ist das Nachweisverfahren nach Glaser nicht zul\u00e4ssig. Bei solchen Bauteilen muss der Nachweis unter Ber\u00fccksichtigung der dynamischen Effekte gem\u00e4ss SN EN 15026 erfolgen und mindestens die Angaben zum Kondensatrisiko innerhalb der Konstruktion und zu den zu erwartenden Feuchte\u00e4nderungen der verschiedenen Schichten enthalten.<\/p>\n<h3>Numerische Simulation von Auf- und Defeuchtungsvorg\u00e4ngen nach SN EN 15026<\/h3>\n<p>Durch numerische Simulation nach SN EN 15026 k\u00f6nnen, z.B. \u00fcber eine Beobachtungsperiode von 10 Jahren, instation\u00e4re W\u00e4rme- und Feuchte\u00fcbertragungsvorg\u00e4nge innerhalb von Konstruktionen abgebildet werden. Solche Simulationen d\u00fcrfen nicht angewendet werden, wenn:<\/p>\n<ul>\n<li>Durch \u00d6ffnungen und Risse ein konvektiver Feuchteeintrag erfolgt, Voraussetzung ist eine luftdichte Geb\u00e4udeh\u00fclle.<\/li>\n<li>Zweidimensionale Effekte eine bedeutende Rolle spielen (z.B. aufsteigende Feuchte, spezielle Bedingungen im Bereich von W\u00e4rmebr\u00fccken).<\/li>\n<li>Hydraulische, osmotische oder elektrophoretische Kr\u00e4fte vorhanden sind.<\/li>\n<li>Die mittleren Tagestemperaturen im Bauteil 50 \u00b0C \u00fcberschreiten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In der Baupraxis sind es vor allem Flachd\u00e4cher mit W\u00e4rmed\u00e4mmung zwischen der Holztragstruktur, Tageslichterlemente bei Flachd\u00e4chern, mit grossen vertikalen Zargenfl\u00e4chen (vgl. Bild 2.4.5), geneigte D\u00e4cher mit spezieller Abdichtung (Flachdachabdichtung nach Norm SIA 271, bei D\u00e4chern mit einer Neigung, f\u00fcr die ein \u00abUnterdach f\u00fcr ausserordentliche Beanspruchung\u00bb nicht gen\u00fcgt) und Aussenw\u00e4nde mit Innenw\u00e4rmed\u00e4mmung, deren feuchtetechnische Funktionst\u00fcchtigkeit mittels numerischer Simulation, z.B. mit WUFI, nachgewiesen wird. Solche Konstruktionen weisen feuchtetechnisch eine geringe Fehlertoleranz auf und sie erfordern einen erh\u00f6hten Planungsaufwand und spezielle Ausf\u00fchrungskontrollen, wie z.B. Luftdichtheitsmessungen (Blower-Door mit Leckageortung). Wenn m\u00f6glich sollen solche Konstruktionen vermieden und bauphysikalisch unproblematischere Aufbauten verwendet werden (vgl. Bilder 2.4.6 ff.).<\/p>\n<div class=\"img-hle\">\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4845\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.5-1.png\" alt=\"\" width=\"910\" height=\"962\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.5-1-200x211.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.5-1-284x300.png 284w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.5-1-400x423.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.5-1-600x634.png 600w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.5-1-768x812.png 768w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.5-1-800x846.png 800w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.5-1.png 910w\" sizes=\"(max-width: 910px) 100vw, 910px\" \/><\/p>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.4.5: Holzrahmenkonstruktionen als Zargen f\u00fcr Tageslichtelemente, an welche mit der Flachbedachung angeschlossen werden muss. Aus dampfdiffusionstechnischer Sicht sind nicht alle am Markt angebotenen Konstruktionsaufbauten funktionst\u00fcchtig. Holzrahmenkonstruktionen, die einem Flachdachaufbau mit W\u00e4rmed\u00e4mmung zwischen der Tragkonstruktion entsprechen und weder hinterl\u00fcftet noch \u00fcberd\u00e4mmt sind, kommen nur f\u00fcr eingeschr\u00e4nkte Nutzungen infrage und sind z.B. \u00fcber Wohnr\u00e4umen u.\u00c4. feuchtetechnisch nicht funktionst\u00fcchtig (vgl. Auffeuchtungssystematik in Abbildung 2.4.6). Das Risiko hinsichtlich Verrottung der \u00e4usseren Holzwerkstoffplatte, durch Feuchteeinwirkung aus Baufeuchte oder sogar Infiltration, Wasserdampfdiffusion und Konvektion, ist gross.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Group_73.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.4.6:\u2002Drei Flachdachaufbauten bei Holztragkonstruktion im Vergleich: Konstruktionsaufbau 1 (Berechnung der Auf- und Defeuchtung mit WUFI, unter Ber\u00fccksichtigung von Wohn- oder B\u00fcronutzung o.\u00c4. im Schweizer Mittelland).<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Group_74.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.4.7:\u2002Drei Flachdachaufbauten bei Holztragkonstruktion im Vergleich: Konstruktionsaufbau 2 (Berechnung der Auf- und Defeuchtung mit WUFI, unter Ber\u00fccksichtigung von Wohn- oder B\u00fcronutzung o.\u00c4. im Schweizer Mittelland).<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Group_75.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.4.8:\u2002Drei Flachdachaufbauten bei Holztragkonstruktion im Vergleich: Konstruktionsaufbau 3 (Berechnung der Auf- und Defeuchtung mit WUFI, unter Ber\u00fccksichtigung von Wohn- oder B\u00fcronutzung o.\u00c4. im Schweizer Mittelland).<\/div>\n<h2>2.4.3 Verhindern von zu grossen Form\u00e4nderungen organischer Materialien infolge zu langer Feuchte- oder Trockenperioden<\/h2>\n<p>Zum Schutz organischer Materialien vor zu grossen Form\u00e4nderungen sollen die Tagesmittelwerte der relativen Raumluftfeuchte bei H\u00f6henlagen bis 800 m \u00fc.M. im Allgemeinen zwischen 30 % und 70 % liegen. In H\u00f6henlagen \u00fcber 800 m \u00fc.M. reduzieren sich die Untergrenze und die Obergrenze um 1 % r.F. pro 100 m. Auf einer H\u00f6he von 1800 m \u00fc.M. liegt der Bereich z.B. zwischen 20 % und 60 % r.F.<\/p>\n<p>Die Untergrenze der relativen Raumluftfeuchte darf pro Monat an maximal 5 aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten, die Obergrenze pro Monat an maximal 5 aufeinanderfolgenden Tagen \u00fcberschritten werden.<\/p>\n<p>Der zul\u00e4ssige Bereich der relativen Raumluftfeuchte ist ohne aktive Befeuchtung und ohne Entfeuchtung einzuhalten, ausser wenn die folgenden Massnahmen hierf\u00fcr nicht ausreichend sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Bedarfsgerechte L\u00fcftung, die evtl. abh\u00e4ngig von den Aussentemperaturen reduziert wird.<\/li>\n<li>Bedarfsgerechte Heizung oder K\u00fchlung zur Erreichung der Raumlufttemperatur-Sollwerte im Winter und im Sommer.<\/li>\n<li>W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung mit Feuchte\u00fcbertragung.<\/li>\n<li>Erh\u00f6hung oder Reduktion der Feuchtequellen im Raum.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>2.4.4 Feuchtigkeitsprobleme in Kellerr\u00e4umen<\/h2>\n<p>Im Winter wird der Keller durch \u00abDauerl\u00fcften\u00bb immer trockener. Im Sommer geschieht genau das Gegenteil: Durch einen Aussenluftwechsel wird der Keller feuchter, weil die absolute Feuchte der Aussenluft insbesondere bei Tag erheblich h\u00f6her ist als im Kellerraum. Die Folgen sind modriger Geruch, Schimmelpilzbildung oder sogar Oberfl\u00e4chenkondensat. Durch den heute geforderten W\u00e4rmeschutz und die Vermeidung von Energieverlusten bei Leitungen bleiben die Kellerr\u00e4ume h\u00e4ufig eher kalt, wodurch sich die Feuchteproblematik noch akzentuiert. Grundwassereinfluss kann die Nutzbarkeit von Untergeschossr\u00e4umen zus\u00e4tzlich limitieren.<\/p>\n<p>Wer aber im Untergeschoss R\u00e4ume plant, will diese auch nutzen k\u00f6nnen. Und weil ein trockener Estrich meist fehlt, werden an Kellerr\u00e4ume Anforderungen wie an Lagerr\u00e4ume gestellt: Der Raum soll so trocken sein, dass alle denkbaren Waren gelagert werden k\u00f6nnen. Hierf\u00fcr sind aber entsprechende Massnahmen erforderlich.<\/p>\n<h3>Aussenw\u00e4nde w\u00e4rmed\u00e4mmen<\/h3>\n<p>Bild 2.4.8 zeigt drei m\u00f6gliche Konzepte f\u00fcr den W\u00e4rmeschutz bei Untergeschossr\u00e4umen:<\/p>\n<ul>\n<li>Konzept 1 zeigt die \u00abMinimalvariante\u00bb mit einer W\u00e4rmed\u00e4mmung nur aus Sicht der Bauschadenfreiheit im beheizten Erdgeschoss. Es resultieren im Untergeschoss eher tiefe Raum- und Oberfl\u00e4chentemperaturen. Die Nutzung solcher R\u00e4ume ist ohne technische Massnahmen eingeschr\u00e4nkt und bei \u00abFeuchtr\u00e4umen\u00bb (z.B. Waschen, Trocknen) k\u00f6nnen Schimmelpilzbildung und evtl. sogar Oberfl\u00e4chenkondensat nicht ausgeschlossen werden.<\/li>\n<li>Bei den Konzepten 2 und 3 ist mindestens die Aussenwand w\u00e4rmeged\u00e4mmt. Bei unbeheizten Keller- bzw. Lagerr\u00e4umen ist bereits eine minimale Perimeterd\u00e4mmung von etwa 10 cm ausreichend, um den Nutzwert der R\u00e4ume im Untergeschoss erheblich zu erh\u00f6hen. Die Raumtemperaturen werden konstanter, die Oberfl\u00e4chentemperaturen h\u00f6her und die relative Raumluftfeuchte l\u00e4sst sich dadurch reduzieren. Beim \u00abVollw\u00e4rmeschutz\u00bb gem\u00e4ss Konzept 3 lassen sich die Untergeschossr\u00e4ume hochwertig nutzen, wenn sie zus\u00e4tzlich beheizt und bel\u00fcftet werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine Garantie f\u00fcr trockene Untergeschossr\u00e4ume gibt der bauliche W\u00e4rme- und Feuchteschutz aber alleine auch nicht. Hierzu muss zus\u00e4tzlich die M\u00f6glichkeit einer Luftentfeuchtung geboten werden. Die Chance, dass solche Untergeschossr\u00e4ume auch ohne Luftentfeuchtung als<br \/>\nLagerr\u00e4ume nutzbar sind, erh\u00f6ht sich aber mit einer W\u00e4rmed\u00e4mmung bei den Aussenw\u00e4nden gegen\u00fcber dem Konzept 1 deutlich.<\/p>\n<h3>Luftentfeuchtung<\/h3>\n<p>Eine zuverl\u00e4ssige Beeinflussung der Raumluftfeuchte ist nur durch haustechnische Massnahmen, wie Entfeuchten der Raumluft, m\u00f6glich. Es sollen Luftentfeuchter mit Hygrostatsteuerung verwendet und eine Luftfeuchtigkeit von maximal 60 % angestrebt werden. Die Fenster m\u00fcssen stets geschlossen bleiben, solange entfeuchtet wird. Als h\u00e4ufigst anzutreffende Verfahren zur Luftentfeuchtung gelten die Kondensations- und Adsorptionstrocknung.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-2-4-8\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4275\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.9.png\" alt=\"\" width=\"481\" height=\"1261\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.9-114x300.png 114w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.9-200x524.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.9-391x1024.png 391w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.9-400x1049.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.9.png 481w\" sizes=\"(max-width: 481px) 100vw, 481px\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.4.9:\u2002W\u00e4rmed\u00e4mmkonzepte im Bereich von Untergeschossr\u00e4umen, die an das Erdreich angrenzen.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-2-4-9\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-4-9.png\" alt=\"Adsorptionsentfeuchter haben einen breiter gef\u00e4cherten Arbeitsbereich und sind bei Dauerbetrieb effizienter als Kondensationsentfeuchter\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.4.10:\u2002Adsorptionsentfeuchter haben einen breiter gef\u00e4cherten Arbeitsbereich und sind bei Dauerbetrieb effizienter als Kondensationsentfeuchter (Quelle: Kr\u00fcger + CO. AG).<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Bei der Kondensationstrocknung wird die zu trocknende Luft \u00fcber kalte Oberfl\u00e4chen gef\u00fchrt, sodass sich die in der Luft enthaltende Feuchte an diesen Oberfl\u00e4chen niederschl\u00e4gt bzw. auskondensiert und dadurch abgeschieden werden kann.<\/p>\n<p>Ein Adsorptionsentfeuchter wird \u00fcberall dort eingesetzt, wo konstant gleichbleibende Feuchtigkeitswerte erforderlich sind und wo auch bei tiefen Temperaturen eine hohe Entfeuchtungsleistung erzielt werden muss (vgl. Bild 2.4.10). Bei Anlagen im Dauerbetrieb ist die Adsorptionsentfeuchtung die effizienteste und g\u00fcnstigste Entfeuchtungsmethode. Die Luft wird bei dieser Technik durch einen Filter angesaugt und \u00fcber das langsam rotierende Trockenrad gef\u00fchrt. Hier findet der Feuchtigkeitsaustausch statt. Die Wassermolek\u00fcle binden sich an das Sorptionsmittel. Die vom Trockenrad adsorbierte Feuchtigkeit wird im separierten Regenerationssektor durch einen im Gegenstrom gef\u00fchrten heissen Luftstrom wieder ausgetrieben und anschliessend auskondensiert.<\/p>\n<h3>Richtig l\u00fcften<\/h3>\n<p>Die Gefahr von zu hoher Raumluftfeuchte besteht im unbeheizten Untergeschoss nicht prim\u00e4r in der kalten Jahreszeit, sondern im Sommer. Eine Trocknung mittels Aussenluftwechsel kann nur dann erreicht werden, wenn trockenere Aussenluft in den Kellerraum gelangt als die dort auszutauschende Raumluft. Damit \u00fcber ge\u00f6ffnete Kellerfenster im Sommer nicht zu viel Luftfeuchtigkeit in den Keller gelangt, soll deshalb eine bewusste L\u00fcftung nur dann erfolgen, wenn die Luftfeuchtigkeit im Freien geringer ist als diejenige im Keller (absolute Luftfeuchte aussen\/innen). Bei mechanischer L\u00fcftung l\u00e4sst sich der Luftwechsel basierend auf Messwerten (klimatische Randbedingungen aussen und innen) steuern und so dem Kellerraum nur dann Aussenluft zuf\u00fchren, wenn dadurch eine Trocknung des Kellerraumes resultiert.<\/p>\n<h3>Kellerr\u00e4ume beheizen<\/h3>\n<p>Durch das Beheizen von Keller- bzw. Lagerr\u00e4umen kann die relative Raumluftfeuchte positiv beeinflusst werden und die Oberfl\u00e4chentemperaturen lassen sich dadurch erh\u00f6hen. Aus energetischer Sicht ist diese Massnahme jedoch kaum effizient und deshalb f\u00fcr R\u00e4ume, deren Nutzung keine Beheizung erfordern, nicht sinnvoll.<\/p>\n<h2>2.4.5 Feuchtigkeitsprobleme in Autoeinstellhallen<\/h2>\n<p>H\u00e4ufig sind auch Autoeinstellhallen von Oberfl\u00e4chenkondensat- und Schimmelpilzbildung betroffen. Nicht nur bei Grundwassereinfluss, auch bei W\u00e4nden gegen das Erdreich kann es in der warmen Jahreszeit zu Schimmelpilzbildung oder Oberfl\u00e4chenkondensat kommen.<br \/>\nRisikofaktoren sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Kontakt zu Grundwasser (hohes Risiko, je nach Grundwassertemperatur und Fliessgeschwindigkeit)<\/li>\n<li>Kontakt mit Hangwasser<\/li>\n<li>Lage\/Tiefe im Erdreich<\/li>\n<li>Belegungsart (private Autoeinstellhalle mit geringem \u00abAbw\u00e4rmeangebot\u00bb im Vergleich zu \u00f6ffentlichen Parkh\u00e4usern)<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Randbedingungen<\/h3>\n<p>Bei Autoeinstellhallen ist davon auszugehen, dass eine unged\u00e4mmte Geb\u00e4udeh\u00fclle den \u00abRegeln der Baukunde\u00bb entspricht.<\/p>\n<p>Ein minimaler W\u00e4rmeschutz wird meist nur beim Flachdach mit geringer Erd\u00fcberdeckung ausgef\u00fchrt, um von der Decke abtropfendes Kondensat zu vermeiden.<\/p>\n<p>Bei W\u00e4nden gegen Erdreich oder der Bodenplatte \u00fcber Erdreich ist aber ein W\u00e4rmeschutz kaum je gefordert und entsprechende Mehrkosten will in der Regel auch niemand tragen.<\/p>\n<p>Anders als bei Keller-\/Lagerr\u00e4umen kann bei Einstellhallen im Sommerhalbjahr der Aussenluftwechsel nicht eingeschr\u00e4nkt werden (z.B. wegen der Abgase), wodurch auch eine Auffeuchtung der Luft in Kauf genommen werden muss. Bei grossen Einstellhallen und hohem Aussenluftwechsel ist eine Luftentfeuchtung, wie sie f\u00fcr Keller-\/Lagerr\u00e4ume vorgesehen wird, mit vertretbarem Aufwand schwierig zu realisieren.<\/p>\n<h3>Bauliche Massnahmen<\/h3>\n<p>Wenn eine h\u00f6here Sicherheit betreffend Vermeidung von Feuchtesch\u00e4den angestrebt wird, ist auch bei Autoeinstellhallen ein minimaler W\u00e4rmeschutz erforderlich. Insbesondere bei Grundwassereinfluss sind w\u00e4rmetechnische Massnahmen zu empfehlen.<\/p>\n<p>Bild 2.4.11 zeigt verschiedene Szenarien, wobei davon ausgegangen wird, dass bei der Bodenplatte eher auf eine W\u00e4rmed\u00e4mmung verzichtet wird, weil ein nasser Boden in einer Autoeinstellhalle meist in Kauf genommen wird:<\/p>\n<ul>\n<li>Naheliegend ist, dass eine Aussenw\u00e4rmed\u00e4mmung bei Aussenw\u00e4nden \u00fcber Terrain oder eine Flachdachd\u00e4mmung \u00fcber der Betondecke als Perimeterd\u00e4mmung (Aussend\u00e4mmung), z.B. mit extrudierten Polystyrolhartschaumplatten (XPS), bei den Aussenw\u00e4nden der Autoeinstellhalle realisiert wird. Bei kurzfristig auftretenden raumklimatischen Ver\u00e4nderungen (warm-feuchte Aussenluft gelangt in die Autoeinstellhalle) ist aber davon auszugehen, dass die aussen w\u00e4rmeged\u00e4mmte Betonwand immer noch eine tiefe Oberfl\u00e4chentemperatur aufweist und deshalb kurzfristig Oberfl\u00e4chenkondensat ausgeschieden werden kann.<\/li>\n<li>Bei einer Innenw\u00e4rmed\u00e4mmung, z.B. einer Verbundplatte mit Deckschicht aus zementgebundener Holzfaserplatte, reagiert die gegen\u00fcber der Betonwand weniger tr\u00e4ge Deckschicht schneller auf Temperatur\u00e4nderungen und sie kann Feuchte absorbieren und zeitlich verz\u00f6gert wieder abgeben. Bei dieser Variante sind brandschutztechnische Kriterien und die mechanische Best\u00e4ndigkeit (evtl. Aufprallschutz realisieren) zu ber\u00fccksichtigen. Grundvoraussetzung f\u00fcr eine Innenw\u00e4rmed\u00e4mmung ist die Wasserdichtheit der Betonkonstruktion (Dichtigkeitsklasse 1).<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr eine \u00ababsolute Sicherheit\u00bb muss auch bei w\u00e4rmeged\u00e4mmter Geb\u00e4udeh\u00fclle die relative Luftfeuchte in Grenzen gehalten werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4848\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.11-1.png\" alt=\"\" width=\"916\" height=\"892\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.11-1-200x195.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.11-1-300x292.png 300w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.11-1-400x390.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.11-1-600x584.png 600w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.11-1-768x748.png 768w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.11-1-800x779.png 800w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.4.11-1.png 916w\" sizes=\"(max-width: 916px) 100vw, 916px\" \/><\/p>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.4.11: W\u00e4rmed\u00e4mmkonzepte im Bereich von Autoeinstellhallen, die an das Erdreich\/Grundwasser angrenzen.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wasser und Feuchte an Orten, wo sie nicht hingeh\u00f6ren, sind wohl die gr\u00f6ssten Verursacher von Bausch\u00e4den, meist in Form von Schimmelpilzbildung, Kondensatausscheidung oder Wasserinfiltration. Nicht zul\u00e4ssig ist deshalb die lokale Anh\u00e4ufung von Wasser in Spalten, Poren und an Trennfl\u00e4chen in Quantit\u00e4ten, die Sch\u00e4den verursachen oder das Schimmelwachstum beg\u00fcnstigen k\u00f6nnen. Der W\u00e4rmedurchlasswiderstand eines Bauteils darf sich [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-1818","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-anforderungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1818","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1818"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1818\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4851,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1818\/revisions\/4851"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1818"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1818"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1818"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}