{"id":1826,"date":"2018-08-13T15:14:00","date_gmt":"2018-08-13T13:14:00","guid":{"rendered":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/?p=1826"},"modified":"2022-09-30T14:39:27","modified_gmt":"2022-09-30T12:39:27","slug":"2-8-tageslicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/2-8-tageslicht\/","title":{"rendered":"2.8\u2002Tageslicht"},"content":{"rendered":"<h2>2.8.1 Anforderungen<\/h2>\n<p>Nat\u00fcrliche Beleuchtung \u00fcbertr\u00e4gt das Spektrum und die Intensit\u00e4t des Sonnenlichts, des bedeckten Himmels, des Tagesablaufs und der Wettersituation \u00fcber Fenster\u00f6ffnungen ins Innere des Geb\u00e4udes. Weil zwei Drittel aller Sinneswahrnehmungen \u00fcber den Sehapparat aufgenommen werden, spielen in der Lichtwahrnehmung des menschlichen Sehapparates neben physikalischen Gesetzen auch kulturelle und individuelle Unterschiede eine Rolle: Tageslicht vermittelt Lebensfreude, Wohlbefinden und Sicherheit. Tageslicht ist wichtig in der architektonischen Anwendung, seit sich Menschen in der zivilisierten Welt zu etwa 90 % ihrer Lebenszeit im Inneren von Geb\u00e4uden aufhalten. Tageslichtversorgung in Geb\u00e4uden wird ben\u00f6tigt:<\/p>\n<ul>\n<li>F\u00fcr unser <b>seelisches Wohlbefinden<\/b>. Beim Menschen als \u00abAugentier\u00bb f\u00fchrt Lichtmangel zu SAD (saisonal abh\u00e4ngigen Depressionen, auch \u00abWinter Blues\u00bb genannt) worunter in der Schweiz etwa 850&#8217;000 Personen leiden. Bei \u00abDunkelhaft\u00bb in fensterlosen R\u00e4umen verliert man rasch jedes Zeitgef\u00fchl.<\/li>\n<li>F\u00fcr unser <b>k\u00f6rperliches Wohlbefinden<\/b>. Gem\u00e4ss einem Sprichwort ist \u00abder Doktor nicht fern, wo Dunkelheit herrscht\u00bb, weil die im Sonnenlicht enthaltene Ultraviolett-Strahlung Keime t\u00f6tet, unser k\u00f6rpereigenes Immunsystem aktiviert und bei der Knochenbildung die Resorption von Kalzium \u00fcberhaupt erst erm\u00f6glicht.<\/li>\n<li>F\u00fcr die <b>Raumwahrnehmung<\/b>. \u00abLa lumi\u00e8re du soleil ne savait pas, ce qu,elle \u00e9tait, avant de venir frapper un mur\u00bb, meinte Le Corbusier. Erst Tageslicht macht Raum wahrnehmbar. Licht und Schatten schaffen Plastizit\u00e4t dank Kontrasten, und Raumqualit\u00e4t ist somit das Produkt von Lichtdesign und Architektur.<\/li>\n<li>F\u00fcr die <b>kostenlose Versorgung mit Energie<\/b>. Keine von Menschen gemachte Energiequelle strahlt wie Sonnenlicht pro Jahr mit rund 1&#8217;000 kWh\/m<sup>2<\/sup> in einem Spektralbereich, welcher dem menschlichen Auge perfekt entspricht.<\/li>\n<li>F\u00fcr <b>unseren Orientierungssinn<\/b>. Ein Sicherheitsgef\u00fchl, z.B. im \u00f6ffentlichen Raum, wird durch Tageslicht vermittelt (Erkennen von Orientierungshilfen und Signaltafeln).<\/li>\n<li>F\u00fcr das <b>Konzentrationsverm\u00f6gen<\/b>. Laut wissenschaftlichen Untersuchungen stieg die Produktivit\u00e4t um<br \/>\n10 % bei gleichzeitig sinkender Ausschussrate (\u2013 20 %) und einer Halbierung der Unfallraten bei einer Vervierfachung des Lichtangebots.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weil Licht neben dem eigentlichen Sehen auch die Aktivit\u00e4t sowie die physiologischen Vorg\u00e4nge und die Psyche beeinflusst, ist eine gewisse Dosis von Licht auf der Netzhaut der Augen notwendig. Also m\u00fcssen Arbeitspl\u00e4tze, Wohn- und Aufenthaltsr\u00e4ume gut beleuchtet sein. Fensterarme oder sogar fensterlose Arbeitsr\u00e4ume sowie Nachtarbeitspl\u00e4tze erreichen mit k\u00fcnstlicher Beleuchtung niemals die gleiche Qualit\u00e4t. Gem\u00e4ss arbeitsrechtlichen Grunds\u00e4tzen sind R\u00e4ume, wo Menschen sich an st\u00e4ndigen oder nur vor\u00fcbergehend oder gelegentlich besetzten Arbeitspl\u00e4tzen befinden, entsprechend zu beleuchten.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-2-8-1\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-1.png\" alt=\"Tageslichtplanung definiert erzielbaren Komfort und Energieeffizienzgewinne fr\u00fchzeitig.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.1:\u2002Tageslichtplanung definiert erzielbaren Komfort und Energieeffizienzgewinne fr\u00fchzeitig.<\/div>\n<h2>2.8.2 Begriffe, Richtwerte und Normen<\/h2>\n<p>Strahlt eine Lichtquelle mit einem bestimmten Lichtstrom (Lumen) auf Oberfl\u00e4chen, werden diese erleuchtet und wahrnehmbar. In einem Raum mit ausschliesslich schwarzen Oberfl\u00e4chen w\u00e4re Licht aus einer Quelle unsichtbar, ausser es fiele von der Lichtquelle direkt auf die Netzhaut. Weil der Lichtstrom einer Quelle keine Angaben \u00fcber die Lichtverteilung im Raum liefert, spielen bei der Beurteilung von Tageslichtqualit\u00e4ten folgende Kenngr\u00f6ssen eine Rolle.<\/p>\n<h3>Direktes Sonnenlicht und diffuses Himmelslicht<\/h3>\n<p>Die Qualit\u00e4t des Tageslichtangebots variiert je nach Standort, Jahreszeit, Himmelszustand bzw. atmosph\u00e4rischer Tr\u00fcbung, Uhrzeit, Bepflanzung bzw. Helligkeit der Umgebungsfl\u00e4chen. Ein bedeckter Himmel hat lichttechnisch gesehen eine andere Wertigkeit als direktes Sonnenlicht (vgl. Bild 2.8.3). In der Realit\u00e4t treten viele unterschiedliche Lichtstimmungen auf, welche das Tageslichtangebot beeinflussen. Auch ver\u00e4ndert Tageslicht seine Dynamik nicht nur hinsichtlich Intensit\u00e4t und Einstrahlungsrichtung w\u00e4hrend des Tages, sondern auch chromatisch hinsichtlich Farbzusammensetzung und Spektralanteil (ultraviolett, infrarot, sichtbares Licht).<\/p>\n<p>Spannend auch zu sehen ist, wie die K\u00f6rperschatten an einem Standort in Nordeuropa bei denselben Menschen l\u00e4nger sind als in S\u00fcdeuropa. In der Lichtplanung spricht man beim Tageslicht auch von einer h\u00f6heren \u00abWertigkeit\u00bb des Tageslichts gegen\u00fcber Kunstlicht: w\u00e4hrend bei Kunstlicht mit Deckenleuchten oder mit Indirektlicht prim\u00e4r Vertikalbeleuchtungsst\u00e4rke erzeugt wird und dabei die Kontrastbildung und Schattigkeit auf der Strecke bleiben, ist (im Aussenraum) die Horizontalbeleuchtungsst\u00e4rke bei Tageslicht \u00e4hnlich hoch wie die Vertikalbeleuchtungsst\u00e4rke und damit wird das Sehen dank ausgepr\u00e4gter Kontrastbildung erleichtert.<\/p>\n<h3>Leuchtdichte<\/h3>\n<p>Die Leuchtdichte einer Fl\u00e4che (Candela\/m<sup>2<\/sup> oder cd\/m<sup>2<\/sup>) gilt als Mass f\u00fcr den Helligkeitseindruck bzw. die optische Sinneswahrnehmung (vgl. Bild 2.8.4). Die Leuchtdichte umschreibt die vom Auge wahrgenommene Fl\u00e4chenhelligkeit. Das Auge kann sich durch Pupillen\u00e4nderungen auf enorme Leuchtdichteunterschiede zwischen 1\/10&#8217;000 cd\/m<sup>2<\/sup> (bei bew\u00f6lktem Nachthimmel) und 10 Mio. cd\/m<sup>2<\/sup> (heller Sonnenschein) adaptieren, ben\u00f6tigt daf\u00fcr aber Zeit. Innerhalb des Gesichtskreises, den das Auge beim Sehen ohne Kopfbewegung erfasst, sollten die Leuchtdichteunterschiede f\u00fcr konzentriertes Arbeiten ein Verh\u00e4ltnis von 1:3 im Infeld und im Umfeld von 1:10 nicht \u00fcberschreiten. Die Kunst bei der Gestaltung eines Tageslichtambientes besteht also h\u00e4ufig darin, den Gesichtskreis beim Arbeiten so zu entblenden, dass grobe Leuchtdichteunterschiede vermieden werden.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-2-8-2\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-2.png\" alt=\"Die Lichtstimmungen und das entsprechende Tageslichtangebot im Aussenraum varieren enorm.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.2:\u2002Die Lichtstimmungen und das entsprechende Tageslichtangebot im Aussenraum varieren enorm.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Table_17.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.3:\u2002Vergleich von direktem Sonnenlichten mit diffusem Himmelslicht.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Table_18.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.4:\u2002Beispiele unterschiedlicher Leuchtdichten in Candela pro m<sup>2<\/sup>.<\/div>\n<h3>Beleuchtungsst\u00e4rke<\/h3>\n<p>Die Beleuchtungsst\u00e4rke beschreibt die Fl\u00e4chendichte des auf eine Empfangsfl\u00e4che fallenden Lichtstroms. Die Horizontalbeleuchtungsst\u00e4rke wird auf Nutzebene gemessen (in Lux, etwa 0,85 m ab Boden). Bei einer punktf\u00f6rmigen Lichtquelle nimmt die Beleuchtungsst\u00e4rke mit dem Quadrat des Abstandes zwischen Lichtquelle und Rezeptorfl\u00e4che und mit dem Cosinus des Auftreffwinkels ab.<\/p>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Table_19.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.5:\u2002Geforderte Beleuchtungsst\u00e4rke (E) der Allgemeinbeleuchtung gem\u00e4ss Verordnung 3 Arbeitsgesetz.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Table_20.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.6:\u2002Tageslichtquotienten (nach DIN 5034).<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-2-8-7\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-7.png\" alt=\"Der Tageslichtquotient ist nicht nur von Fenstergr\u00f6ssen abh\u00e4ngig, sondern auch vom Verbauungsgrad.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.7:\u2002Der Tageslichtquotient ist nicht nur von der Befensterung abh\u00e4ngig (Gr\u00f6sse, Anordnung, Transmissionseigenschaften), sondern auch vom Verbauungsgrad und den Reflexionsfaktoren in der Umgebung und im Innenraum.<\/div>\n<h3>Tageslichtquotient<\/h3>\n<p>Der Tageslichtqotient (D oder TLQ in %) ist das Mass f\u00fcr die Tageslichtversorgung von R\u00e4umen in Geb\u00e4uden. Er definiert das Verh\u00e4ltnis der Beleuchtungsst\u00e4rke E (gemessen in Lux) im Raum zur Beleuchtungsst\u00e4rke draussen bei bedecktem Himmel: D = (E<sub>innen<\/sub>\/E<sub>aussen<\/sub>) x 100 (%).<\/p>\n<p>Dieser wird auf Nutzebene (in der Regel Tischh\u00f6he) gemessen, ist unabh\u00e4ngig von Datum und Uhrzeit und f\u00fcr eine bestimmte Position im Raum konstant. Er wird von Regelwerken (z.B. der DIN 5034, Arbeitsschutzrichtlinien, vgl. Bild 2.8.6) als Bewertungskriterium f\u00fcr die Tageslichtversorgung von R\u00e4umen herangezogen. F\u00fcr R\u00e4ume mit Seitenlicht sollten Tageslichtquotienten von 0,95 % in halber Raumtiefe erreicht werden. In R\u00e4umen mit Oberlichtern sollte der Tageslichtquotient zwischen 4 % und 10 % liegen. Unter dem w\u00e4hrend 50 % des Jahres bedeckten Schweizer Himmel gen\u00fcgt ein Tageslichtquotient von 5 %, um w\u00e4hrend 50 % der B\u00fcroarbeitszeit mit 500 Lux am Arbeitsplatz arbeiten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Verbauungsgrad<\/h3>\n<p>Zu den vielen Determinanten des Tageslichtquotienten geh\u00f6ren neben Lage, Orientierung, Horizont, Geb\u00e4udeform, Raumproportionen, Nutzungsgestaltung, Fensteranordnung, Fotometrie auch der Verbauungsgrad. M\u00f6chte man in Innenr\u00e4umen, z.B. bei gegen\u00fcberliegenden Fassaden, identische Tageslichtqualit\u00e4ten erreichen, w\u00e4ren die Fenstergr\u00f6ssen im Verh\u00e4ltnis des von Verbauung freien Raumwinkels zu bestimmen: Ein Geb\u00e4ude mit grossem Vordach und hohem Nachbarhaus m\u00fcsste im Vergleich zu einem unverbauten Horizont \u00fcber gr\u00f6ssere Fenster verf\u00fcgen, weil diese nur von einem kleineren Teil des Himmelsanteils belichtet werden (vgl. Bild 2.8.7).<\/p>\n<h3>Reflexionsfaktoren<\/h3>\n<p>Je tiefer ein Raum ist und je weniger Fenster\u00f6ffnungen darin vorhanden sind, desto eher lebt der Raumeindruck von reflektiertem Licht. Dunkle Raumbegrenzungsfl\u00e4chen k\u00f6nnen daher niemals einen hellen und freundlichen Raumeindruck vermitteln.<\/p>\n<p>Im Vergleich zu hellen Materialien bedingen dunkle Fussbodenbel\u00e4ge und Wandanstriche im Verbund mit dunklem Mobiliar eine Verdopplung der Tageslicht\u00f6ffnungen zur Erzielung eines \u00e4hnlichen Raumeindrucks. Kreateure der Fotometrie sollten wissen, dass sich die Tageslichtnutzung hinter Fenster\u00f6ffungen umso schneller ersch\u00f6pft, je dunkler ein Raum ist. Voll verglaste Fassaden mit dunklen Innenfl\u00e4chen sind ein Missgriff. Ebenso ist ein ziegelroter Tennisplatz, der unter freiem Himmel v\u00f6llig okay ist, in einer sp\u00e4rlich belichteten Tennishalle fehl am Platz.<\/p>\n<h2>2.8.3 Geb\u00e4udeform, Geb\u00e4udetiefe und Bauk\u00f6rpergestaltung<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend die Ikonen der Moderne (z.B. Mies van der Rohe oder Philipp Johnson) der totalen Transparenz im gl\u00e4sernen Haus huldigten, legen Meister einer gelungenen Tageslichtf\u00fchrung (z.B. Alvar Aalto, Louis Kahn oder Tadao Ando) einen subtilen Umgang bei der Lichtf\u00fchrung bereits im fr\u00fchen Projektstadium an den Tag.<\/p>\n<p>Nach der ersten Erd\u00f6lkrise entstanden in den 70<sup>er<\/sup>-Jahren \u00abdeep plan buildings\u00bb, weil angesichts der damals schlechten W\u00e4rmed\u00e4mmwerte der opaken Aussenh\u00fcllen und niedrigen U-Werte der W\u00e4rmeschutzgl\u00e4ser auf diese Weise der Heizw\u00e4rmebedarf von Geb\u00e4uden reduziert werden konnte (optimiertes Oberfl\u00e4chen-Volumen-Verh\u00e4ltnis).<\/p>\n<div id=\"bild-hle-2-8-8\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-8.png\" alt=\"Gem\u00e4ss einer Faustformel betragen die Reflexionsfaktoren bei B\u00f6den 40 %, bei Decken und W\u00e4nden 80 %. \" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.8:\u2002Gem\u00e4ss einer Faustformel betragen die Reflexionsfaktoren bei B\u00f6den 40 %, bei Decken und W\u00e4nden 80 %.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Table_21.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.9:\u2002Reflexionsfaktoren typischer Materialien und Oberfl\u00e4chenfarben.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Mit der Ausrichtung der Entwurfsstrategien auf eine ganzheitliche Sicht beim Geb\u00e4udeentwurf und der Geb\u00e4udesystemtechnik erkannte man ab den 90<sup>er<\/sup>-Jahren (Programm Energie 2000), dass tiefe und gegen\u00fcber den Aussenraumeinfl\u00fcssen quasi \u00abtaub\u00bb gewordene Geb\u00e4ude sich durch exorbitanten Verbrauch bez\u00fcglich Kunstlicht und L\u00fcftung auszeichneten \u2013 die Tageslichtversorgung war auf der Strecke geblieben. Man sprach von krank machenden Geb\u00e4uden und dem \u00absick building syndrom\u00bb.<\/p>\n<p>Es folgte der Trend zum \u00abshallow plan building\u00bb: Da in der Zwischenzeit dank Infrarotverspiegelung, Mehrscheibenverglasungen, hoch isolierenden Glasrandverb\u00fcnden und Doppelhautfassaden eine neue \u00c4ra bei den W\u00e4rmeschutzverglasungen eingel\u00e4utet worden war, entstanden schmalere Geb\u00e4ude mit mehrseitiger Befensterung, Atrien oder Lichth\u00f6fen und auch Kammstrukturen, welche eine verbesserte Tageslichtversorgung dank reduzierter Grundrisstiefen versprachen.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-2-8-10\" class=\"img-hle\">\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-10a.png\" alt=\"Total verglastes Haus in New Canaa gegen\u00fcber der mit\u00a0hoher Sensibilit\u00e4t f\u00fcr den Verlauf des Tageslichts im Raum erfolgten Schnittgestaltung und Bauk\u00f6rpersetzung von Tadao Ando am Projekt \u00abTour et Plaza\u00bb, Tokio.\" \/><\/p>\n<h3><\/h3>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-10b.png\" \/><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.10:\u2002Total verglastes Haus in New Canaa gegen\u00fcber der mit\u00a0hoher Sensibilit\u00e4t f\u00fcr den Verlauf des Tageslichts im Raum erfolgten Schnittgestaltung und Bauk\u00f6rpersetzung von Tadao Ando am Projekt \u00abTour et Plaza\u00bb, Tokio.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-2-8-11\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-11.png\" alt=\"Mehrseitige Befensterung und grossz\u00fcgiges \u00d6ffnungsdispositif bei beschr\u00e4nkter Grundrisstiefe beg\u00fcnstigen die Tageslichtautonomie. \" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.11:\u2002Mehrseitige Befensterung und grossz\u00fcgiges \u00d6ffnungsdispositif bei beschr\u00e4nkter Grundrisstiefe beg\u00fcnstigen die Tageslichtautonomie.<\/div>\n<h2>2.8.4 Fensterorientierung<\/h2>\n<p>Die Fensterorientierung nach den unterschiedlichen Himmelsrichtungen beeinflusst den Tageslichtverlauf:<\/p>\n<ul>\n<li>Nordlicht ist konstant, w\u00e4rmearm und bringt k\u00fchlere Farbstimmung in den Raum. Nordlicht ist deshalb beliebt f\u00fcr Ateliers und Industriebauten.<\/li>\n<li>Licht von S\u00fcden bringt vor allem im Sommer hohe W\u00e4rmelasten aus hohen Winkelgruppen.<\/li>\n<li>Licht von Osten ist beliebt f\u00fcr Schulen und geeignet f\u00fcr K\u00fcchen: Morgensonne unterst\u00fctzt mit warmer Lichtstimmung den <i>sympathischen<\/i> Teil des Nervensystems, beschleunigt den Herzrhythmus und steigert die Konzentration.<\/li>\n<li>Licht von Westen bringt hohe W\u00e4rmelasten am Nachmittag aus niedrigen Winkelgruppen.<\/li>\n<li>Zenitlicht ist gleichm\u00e4ssig, geht aber \u2013 bei unverschatteten \u00d6ffnungen \u2013 mit sehr hohen W\u00e4rmelasten w\u00e4hrend des ganzen Tages einher.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>2.8.5 Lichteinbring\u00f6ffnungen<\/h2>\n<h3>Seitenfenster<\/h3>\n<p>Die Beleuchtungsst\u00e4rke der nat\u00fcrlichen Beleuchtung durch Fassadenfenster nimmt nach innen rasch ab (vgl. Bild 2.8.12). Mit an die Decke reichenden Fenstern wird diesem Nachteil entgegengewirkt. Bei seitlichen Fenster\u00f6ffnungen sinkt der Lichteinfall exponentiell zur Raumtiefe und erfolgt umso st\u00e4rker, je geringer die Reflexionsgrade der W\u00e4nde, Decken und B\u00f6den sind und je niedriger ein Raum ist. In der Praxis beschr\u00e4nkt sich die Tageslichtnutzung auf ungef\u00e4hr das Doppelte der Fensterh\u00f6he.<\/p>\n<p>Mit optischen Systemen und Tageslichtlenkmassnahmen (Light Shelves [vgl. Bild 2.8.13], im Glas eingebaute Prismenstrukturen, Okalux oder anidolischen Systemen) ist der nat\u00fcrliche Tagesverlauf im Raum in Grenzen ausbalancierbar: Im fensternahen Bereich, wo sowieso ein \u00dcberangebot von Tageslicht herrscht und somit Blendungsgefahr besteht, wird das Tageslicht in Richtung tieferer Raumbereiche umgelenkt. Per saldo wird dadurch das Gesamtangebot aufgrund der Physik niedriger, daf\u00fcr zugunsten des Gewinns an Tageslichtkomfort gleichm\u00e4ssiger.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-2-8-12\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-12.png\" alt=\"Die st\u00f6rende Asymmetrie einer einseitigen Befensterung ist mit Lichtlenkmassnahmen oder doppelseitiger\u00a0Fensteranordnung korrigierbar. Ein Light Shelf\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.12:\u2002Die st\u00f6rende Asymmetrie einer einseitigen Befensterung ist mit Lichtlenkmassnahmen oder doppelseitiger\u00a0Fensteranordnung korrigierbar. Ein Light Shelf (Neigung zwischen 10\u00b0 und\u00a015\u00b0) verbessert die Gleichm\u00e4ssigkeit der Raumausleuchtung (Verh\u00e4ltnis der maximalen zum mittleren Tageslichtquotienten).<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-2-8-13\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-13.png\" alt=\"Beispiel eines Light Shelfs an einem Schulhausgeb\u00e4ude. Das obere Fensterviertel wird vom unteren Bereich durch eine das Sonnenlicht umlenkende Struktur aus diffus reflektierendem Aluminium zur Raumtiefe geleitet. Gleichzeitig beschattet das Light Shelf, je nach Sonnenstand, den unteren Fensterbereich. Beim bedeckten Himmel reflektiert das Light Shelf den Zenitlichtanteil dank einer Neigung von 10\u00b0 zur Innenraumdecke.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.13:\u2002Beispiel eines Light Shelfs an einem Schulhausgeb\u00e4ude. Das obere Fensterviertel wird vom unteren Bereich durch eine das Sonnenlicht umlenkende Struktur aus diffus reflektierendem Aluminium zur Raumtiefe geleitet. Gleichzeitig beschattet das Light Shelf, je nach Sonnenstand, den unteren Fensterbereich. Beim bedeckten Himmel reflektiert das Light Shelf den Zenitlichtanteil dank einer Neigung von 10\u00b0 zur Innenraumdecke.<\/div>\n<h3>Lichtb\u00e4nder (hochgesetze Seitenfenster)<\/h3>\n<p>Lichtgadenfenster wurden ab dem Mittelalter in Sakralbauten eingesetzt, um Licht mit relativ kleinen Fenster\u00f6ffnungen von oben in den Raum zu bringen. Lichtb\u00e4nder \u00fcber die ganze Raumbreite erreichen zwar eine Verstetigung des Tageslichtverlaufes (vgl. Bild 2.8.14). Da sie aber keine direkte Sicht nach draussen erm\u00f6glichen, erf\u00fcllen hoch gesetzte Seitenfenster die Anforderungen an eine vollwertige Tageslicht\u00f6ffnung nur ungen\u00fcgend.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-2-8-14\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-14.png\" alt=\"Lichtb\u00e4nder versorgen R\u00e4ume auf niedrigem Niveau mit Tageslicht. Sie haben auch das Manko des ungen\u00fcgenden Kontakts zu Aussenraum und Horizont.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.14:\u2002Lichtb\u00e4nder versorgen R\u00e4ume auf niedrigem Niveau mit Tageslicht. Sie haben auch das Manko des ungen\u00fcgenden Kontakts zu Aussenraum und Horizont.<\/div>\n<h3>Oberlichter, Dachfenster, Atrien<\/h3>\n<p>Das Oberlicht bietet, wie das verglaste Atrium, eine hervorragende, kostensparende und effektive M\u00f6glichkeit, R\u00e4ume mit viel Tageslicht zu versorgen. Auch weil der bedeckte Himmel in den gem\u00e4ssigten Regionen Mittel- und Nordeuropas zu \u00fcber 50 % des Jahres vorherrscht, stellen Oberlichter, Dachfenster oder Atrien tageslichttechnisch gesehen die ergiebigste L\u00f6sung dar \u2013 die h\u00f6chste Leuchtdichte befindet sich ja im Zenit und kann ideal in den Innenraum gelangen (vgl. Bilder 2.8.15 und 2.8.16). Bei grossen Abst\u00e4nden zwischen den einzelnen Oberlichtern resultiert eine ungleichm\u00e4ssige Raumausleuchtung (vgl. Bild 2.8.17).<\/p>\n<p>Unverschattete Oberlichter transmittieren in der warmen Jahreszeit viel W\u00e4rme in den Raum und m\u00fcssten deshalb auf der Aussenseite verschattet werden.<\/p>\n<h3>Optische Lichtleitsysteme<\/h3>\n<div id=\"bild-hle-2-8-15\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-15.png\" alt=\"Mit Atrien k\u00f6nnen volumin\u00f6sere Geb\u00e4udek\u00f6rper auch in gr\u00f6sseren Raumtiefen wirkungsvoll tagesbelichtet werden.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.15:\u2002Mit Atrien k\u00f6nnen volumin\u00f6sere Geb\u00e4udek\u00f6rper auch in gr\u00f6sseren Raumtiefen wirkungsvoll tagesbelichtet werden.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-2-8-16\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-16.png\" alt=\"Bei bedecktem Himmel erreicht man in einem hellen Raum mit einem zentral angeordneten Oberlicht aus Klarglas gute Tageslichtquotienten von 2 % in der Raummitte, w\u00e4hrend bei Sonne und mit einem opaken Oberlicht aus reflektierendem Material durch Lichtbrechung und Lichtreflexion periphere Bereiche\u00a0aufgehellt werden.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.16:\u2002Bei bedecktem Himmel erreicht man in einem hellen Raum mit einem zentral angeordneten Oberlicht aus Klarglas gute Tageslichtquotienten von 2 % in der Raummitte, w\u00e4hrend bei Sonne und mit einem opaken Oberlicht aus reflektierendem Material durch Lichtbrechung und Lichtreflexion periphere Bereiche\u00a0aufgehellt werden.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-2-8-17\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-17.png\" alt=\"Die Oberlichtabst\u00e4nde sollten zur Aufrechterhaltung einer gen\u00fcgenden Gleichm\u00e4ssigkeit das Anderthalbfache der Raumh\u00f6he nicht \u00fcbersteigen\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.17:\u2002Die Oberlichtabst\u00e4nde sollten zur Aufrechterhaltung einer gen\u00fcgenden Gleichm\u00e4ssigkeit das Anderthalbfache der Raumh\u00f6he nicht \u00fcbersteigen (Faustformel).<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-2-8-18\" class=\"img-hle\">\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-18a.png\" alt=\"Bei Lightpipes wird Licht \u00fcber lichtreflektierende Folien\" \/><\/p>\n<h3><\/h3>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-18b.png\" \/><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.18:\u2002Bei Lightpipes wird Licht \u00fcber lichtreflektierende Folien (z.B. OLF: optical lighting film) in die Tiefe des Raums geleitet und \u00fcber lichtdiffundierende Strukturen ausgekoppelt. Bei Heliostatenanlagen gelangt Sonnenlicht \u00fcber nachgef\u00fchrte Heliostaten und fixe Umlenkspiegel auf darunter liegende Floatspiegel, dichroide Filter oder Prismen. Diese Tageslichtsysteme machen Lichteffekte bei Sonnenschein in grossen Raumtiefen chromatisch intensiv erlebbar.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Zur Weiterleitung des direkten Sonnenlichts \u00fcber optische Systeme sind verschiedene Techniken auf dem Markt: Heliostaten, Glasfaseroptiken, Lightpipes etc. Diesen Systemen ist eigen, dass sie bei bedecktem Himmel keinerlei sichtbare Wirkung entfalten, weil die Leuchtdichte des bedeckten Himmels im Vergleich zum gerichteten und parallel strahlenden Sonnenlicht verschwindend klein ist. Sonnenlichteinspiegelung \u00fcber Heliostaten erfordert zweiachsig nachgef\u00fchrte Tracker, was sowohl steuerungs- wie auch antriebstechnisch f\u00fcr die Konstrukteure eine ziemliche Herausforderung darstellt. Deshalb ist der Einsatz von Lichtleitsystemen auf ausgew\u00e4hlte Bereiche wie etwa U-Bahn-Sch\u00e4chte, Treppenh\u00e4user oder besondere Ausstellungsr\u00e4ume beschr\u00e4nkt, wo nat\u00fcrliches Licht aufgrund der grossen Entfernung nie in vergleichbarem Ausmass hingelangen w\u00fcrde.<\/p>\n<h3>Lichtsch\u00e4chte, Lichtbrunnen<\/h3>\n<p>Zahlreiche Experimente mit Lichtsch\u00e4chten, Lichtbrunnen (\u00abpuits de lumi\u00e8re\u00bb) verliefen f\u00fcr die Tageslichtnutzung eher entt\u00e4uschend. Das liegt nicht allein am Verlust von Leuchtdichte, chromatischer Vielfalt oder mangelndem Wechselspiel von Licht- und Schatten, sondern daran, dass unter einem in unseren Breitengraden vorherrschenden bedeckten Himmel ein nach oben gerichteter Lichtschacht nur einen ganz kleinen Teil der hellen Himmelskalotte sieht. Bei der Weiterleitung dieses bescheidenen Himmelslichtanteils geht \u00fcber Reflexionen viel verloren, wenn der entsprechende Lichtschacht eng oder hoch und zu guter Letzt noch mit einem Gitterrost oder verschmutzten Glas abgedeckt ist.<\/p>\n<h2>2.8.6 R\u00fcckstrahlverm\u00f6gen<\/h2>\n<p>Die Albedo und die Farbgebung der Umgebung spielen in der Tageslichtplanung eine Rolle, wenn Geb\u00e4ude an Standorte mit hellen Fl\u00e4chen gesetzt werden: Eine Fensterfront vor verschneiten H\u00e4ngen oder spiegelnden Gew\u00e4ssern hat ein sehr viel h\u00f6heres R\u00fcckstrahlverm\u00f6gen (Reflexionsstrahlung) als dunkle, nicht selbst leuchtende Oberfl\u00e4chen (vgl. Bild 2.8.19). Tageslichtsimulationsprogramme ber\u00fccksichtigen dies bei der Berechnung.<\/p>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Table_22.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.19:\u2002Albedo (R\u00fcckstrahlverm\u00f6gen) diffus reflektierender Umgebungsmaterialien.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-2-8-20\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-20.png\" alt=\"Eine nahe ans Geb\u00e4ude gelegte Bambushecke vermittelt zwar zusammen mit dem riesigen Vordach tolle Raumerlebnisse, beschleunigt aber den Lichtabfall bis zur v\u00f6lligen Dunkelheit noch vor der Fassade.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.20:\u2002Eine nahe ans Geb\u00e4ude gelegte Bambushecke vermittelt zwar zusammen mit dem riesigen Vordach tolle Raumerlebnisse, beschleunigt aber den Lichtabfall bis zur v\u00f6lligen Dunkelheit noch vor der Fassade.<\/div>\n<h2>2.8.7 Versprossung und Verschmutzung<\/h2>\n<p>Durch Versprossung, Verschmutzung, grosse Glasdicken und hinter dem Fenster angeordnete Objekte (Blumen, Vorh\u00e4nge, aufgeklebte Folien etc.) gehen nicht selten zwischen 15 und 50 % des Nettoglaslichtanteils und somit ein Grossteil der transmittierten Lichtmenge verloren. Oft handelt es sich um vermeidbare Eingriffe der Nutzer oder auch um Gedankenlosigkeiten der Planer und Fensterbauer (vgl. Bild 2.8.21).<\/p>\n<h2>2.8.8 Glaswahl<\/h2>\n<p>Glasscheiben verlieren pro Glasoberfl\u00e4che rund 5 % des transmittierten Lichts durch Reflexion \u2013 eine Dreifachverglasung also rund 30 %. Dazu kommen, je nach Glasdicke und Glasart, weitere Lichtverluste durch Absorption im Glas selber. Bei dicken Gl\u00e4sern wird ein gr\u00fcner Farbstich erkennbar, weil der Eisenoxidanteil im Floatglas den Rotlichtanteil wegfiltert. Mit k\u00fchlen Farbt\u00f6nen in der Innenraumgestaltung kippt dann die Farbstimmung im Innenraum: ohne warmes Sonnenlicht sieht menschliche Haut hinter dickem Gr\u00fcnglas ziemlich ungesund aus. Mit Weissglas, das rund 10 % mehr Tageslicht durchl\u00e4sst, kann diesem Effekt vorgebeugt werden.<\/p>\n<p>Moderne W\u00e4rmeschutzgl\u00e4ser verdanken ihre guten W\u00e4rmespiegelungseffekte im Infrarotbereich dem Aufdampfen von Silberschichten auf einer nach innen gerichteten Seite. Diese aufgesputterten Schichten machen nachts st\u00f6rende virtuelle Abbilder von Leuchten sichtbar.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-2-8-21\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Group_117.png\" alt=\"In fr\u00fcheren Jahrhunderten waren nur kleine Glasgr\u00f6ssen im Handel. Der Versprossungsgrad war daher produktionsbedingt erheblich. Mit heutigen Gl\u00e4sern, im Vollformat bis auf Gr\u00f6ssen von 6,2 m x 3,1 m, m\u00fcssten Versprossungsverluste der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Im dargestellten Projekt variiert der Nettoglaslichtanteil je nach Variante erheblich.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.21:\u2002In fr\u00fcheren Jahrhunderten waren nur kleine Glasgr\u00f6ssen im Handel. Der Versprossungsgrad war daher produktionsbedingt erheblich. Mit heutigen Gl\u00e4sern, im Vollformat bis auf Gr\u00f6ssen von 6,2 m x 3,1 m, m\u00fcssten Versprossungsverluste der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Im dargestellten Projekt variiert der Nettoglaslichtanteil je nach Variante erheblich.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-2-8-22\" class=\"img-hle\">\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-22a.png\" alt=\"Die tageslichttechnische Raffinesse der Lichtf\u00fchrung in japanischen H\u00e4usern garantierte dank handgesch\u00f6pften Papieren in filigranen Schiebefenstern blendfreie Tageslichversorgung und gleichzeitig den Blick ins Freie \u2013 eine Qualit\u00e4t, die bei uns trotz fortgeschrittener Glas- und Sonnenschutztechnik noch kaum erreicht ist.\" \/><\/p>\n<h3><\/h3>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-22b.png\" \/><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.22:\u2002Die tageslichttechnische Raffinesse der Lichtf\u00fchrung in japanischen H\u00e4usern garantierte dank handgesch\u00f6pften Papieren in filigranen Schiebefenstern blendfreie Tageslichversorgung und gleichzeitig den Blick ins Freie \u2013 eine Qualit\u00e4t, die bei uns trotz fortgeschrittener Glas- und Sonnenschutztechnik noch kaum erreicht ist.<\/div>\n<h2>2.8.9 Sonnenschutz und Blendschutz<\/h2>\n<p>In alten Kulturen sah man in der Sonne nicht nur eine Lebensspenderin, sondern auch eine zerst\u00f6rerische Kraft \u2013 ihre Fruchtbarkeit wurde bei Aton Re in \u00c4gypten ebenso verherrlicht wie ihre Strahlung gef\u00fcrchtet. Je st\u00e4rker Fassaden verglast werden und je ausgepr\u00e4gter der Wunsch nach Verzicht auf technische Klimatisierung ist, desto mehr r\u00fcckt die Frage in den Vordergrund, wie thermischer Komfort in Geb\u00e4uden zu erreichen ist bzw. wie wir mit Produkten des modernen Sonnenschutzes und mit Techniken der intelligenten Storensteuerung den Licht- und W\u00e4rmehaushalt sowie die Diskretion und allenfalls den Blendschutz steuern k\u00f6nnen \u2013 \u00abLichtdurchflutet\u00bb steht in manchem Geb\u00e4ude als Synonym f\u00fcr \u00abhitzedurchwabert\u00bb. Dabei wollen wir auch in verschatteten Geb\u00e4uden \u2013 wie unter einem Baum stehend \u2013 noch genug Licht zum Sehen haben, unsere K\u00f6rperw\u00e4rme bei Aktivit\u00e4t m\u00f6glichst ohne zu schwitzen an die Umgebung abgeben k\u00f6nnen und vor zuviel UV-Licht gesch\u00fctzt sein. F\u00fcr jedes Projekt und jeden Nutzer dr\u00e4ngt sich ein individueller \u00abHeat transfer\u00bb auf, da der W\u00e4rme-Metabolismus von Individuen unterschiedlich nach Alter, Geschlecht oder K\u00f6rperfettanteil verl\u00e4uft und weil bei der W\u00e4rmeempfindung auch der psychische Zustand, die Kleidung oder die momentane Aktivit\u00e4t eine Rolle spielen.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-2-8-23\" class=\"img-hle\">\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-23a.png\" alt=\"Das Sonnen- und Blendschutz-Thema ist in stark verglasten Geb\u00e4uden akut. In den letzten 20 Jahren haben sich innovative Technologien f\u00fcr die Trennung des direkten Sonnenlichts vom diffusen Himmelslicht etabliert. Richtig positionierte PV-Lamellen k\u00f6nnen auf\u00a0f\u00fcr das Auge und den K\u00f6rper angenehme Weise \u00fcbersch\u00fcssige W\u00e4rme und Licht\u00fcberschuss wegfiltern, wie das Blattwerk eines Waldes. \" \/><\/p>\n<h3><\/h3>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-23b.png\" \/><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.23:\u2002Das Sonnen- und Blendschutz-Thema ist in stark verglasten Geb\u00e4uden akut. In den letzten 20 Jahren haben sich innovative Technologien f\u00fcr die Trennung des direkten Sonnenlichts vom diffusen Himmelslicht etabliert. Richtig positionierte PV-Lamellen k\u00f6nnen auf\u00a0f\u00fcr das Auge und den K\u00f6rper angenehme Weise \u00fcbersch\u00fcssige W\u00e4rme und Licht\u00fcberschuss wegfiltern, wie das Blattwerk eines Waldes.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Die Sonnenschutzthematik nimmt daher in der Architekturdiskussion mehr Raum ein als \u2013 was mit neuen Produkten der Fassadentechnologie ebenso zu tun hat \u2013 die kulturellen Entwicklungen und der weltweite Klimawandel. Es reicht zudem nicht, in Beschattungsfaktoren oder Energiedurchlassgraden zu denken, wenn ein Haus zuviel an Transparenz und zu wenig an Masse hat. Es gen\u00fcgt auch nicht, Storensteuerungen mit Windw\u00e4chtern auszur\u00fcsten, wenn der Standort windexponiert ist und das fragile Sonnenschutzrollo bei leichter Brise zu flattern beginnt. Selbst im Innenraum angeordnete hochreflektierende Storen k\u00f6nnen einen Raum nicht vor \u00dcberhitzung sch\u00fctzen, wenn Nachtausk\u00fchlung fehlt oder innere Lasten zu hoch sind. Tats\u00e4chlich r\u00fcckt das ganze Systemverhalten von Geb\u00e4uden in den Vordergrund: Architekten und Bauherren ahnen, dass Sonnenschutzprodukte allein keine physikalischen Wunder vollbringen, auch wenn Sonnenschutzprodukte und ihre Steuerungen w\u00fcnschbare Schl\u00fcsselkomponenten f\u00fcr die Erhaltung eines zeitgem\u00e4ssen Tageslicht- und Raumklimakomforts bei vern\u00fcnftigem Energieverbrauch und Kosten darstellen.<\/p>\n<h2>2.8.10 Transluzide Photovoltaik<\/h2>\n<p>Mit der M\u00f6glichkeit, Solarzellen direkt in Verbundsicherheitsgl\u00e4ser einzulaminieren, werden Fenster zu multifunktionalen Tageslichtsystemen, welche die Funktion der Tageslichtnutzung mit weiteren Funktionen, namentlich der Verschattung, Lichtfilterung und der Energieproduktion verbinden. Das Fenster gewinnt dabei erg\u00e4nzend zur klassischen Funktion der \u00abLichteinbring\u00f6ffnung\u00bb Aspekte wie \u00abSonnen- und Blendschutz\u00bb sowie den Aspekt des \u00abSolarmoduls\u00bb f\u00fcr die geb\u00e4udeintegrierte Energiegewinnung hinzu. W\u00e4hrend der Einbau in einen Fl\u00fcgelrahmen, eine Rahmenverglasung oder ein Pfosten-Riegel- oder Punkthaltesystem konstruktiv wegen der geringen zus\u00e4tzlichen Glasst\u00e4rke einfach zu bewerkstelligen ist, erfordern Kabelf\u00fchrung und die Integration von Bypass-Dioden und Anschlussdosen spezielle Fachkenntnisse, welche beim klassischen Fenster- und Fassadenbau noch kaum vorhanden sind.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-2-8-24\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4355\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.8.24.png\" alt=\"\" width=\"441\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.8.24-200x155.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.8.24-300x232.png 300w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.8.24-400x309.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.8.24.png 441w\" sizes=\"(max-width: 441px) 100vw, 441px\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.24:\u2002Die Transparenz von Solarzellen l\u00e4sst sich per Laserschnitt erh\u00f6hen. Dies schafft einen homogeneren visuellen Komfort, wogegen der Energieertrag sinkt. Daf\u00fcr resultieren konstruktive Vereinfachungen und Kosteneinsparungen, weil ein aussenliegender Sonnenschutz und innerer Blendschutz meist weggelassen werden.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<div id=\"bild-hle-2-8-24\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4358\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.8.25.png\" alt=\"\" width=\"438\" height=\"283\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.8.25-200x129.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.8.25-300x194.png 300w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.8.25-400x258.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.8.25.png 438w\" sizes=\"(max-width: 438px) 100vw, 438px\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.25:\u2002An der solaren Fitness Unit des NEST an der EMPA produziert ein transluzides Element dank im Verbundsicherheitsglas integrierten Zellen Solarstrom in der Dreifachverglasung.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div id=\"bild-hle-2-8-24\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4361\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.8.26.png\" alt=\"\" width=\"439\" height=\"326\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.8.26-200x149.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.8.26-300x223.png 300w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.8.26-400x297.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/2.8.26.png 439w\" sizes=\"(max-width: 439px) 100vw, 439px\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.26:\u2002Im Fl\u00fcgelrahmen von Doppelverglasungsfenstern k\u00f6nnen mit der Wahl der Gr\u00f6ssen und Abst\u00e4nde der monokristallinen Zellen Lichttransmission, Verschattung und Energieproduktion kundenspezifisch gesteuert werden.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<h2><span style=\"font-size: 16px;\">2.8.11 Tageslichtsimulationen<\/span><\/h2>\n<\/div>\n<p>Durch den Einsatz rechnergest\u00fctzter Tageslichtsimulationsprogramme k\u00f6nnen die f\u00fcr die Ausbreitung des Tageslichts relevanten Parameter wie Verglasungsart, Sonnen- und Blendschutz, Nachbarhausbebauung, Tageslichtlenkungsmassnahmen, Raum- und Fenstergeometrie oder Materialien der vorgesehenen Baustoffe variiert werden. Simulationsprogramme sind daher zur Optimierung in fr\u00fchen Planungsphasen geeignet (vgl. Bild 2.8.27). Neben Aussagen zu Helligkeit und Blendung vermitteln sie Angaben zu den notwendigen Einschaltzeiten des Kunstlichts und der Gleichm\u00e4ssisgkeit der Lichtverteilung im Raum (vgl. Bild 2.8.28).<\/p>\n<div id=\"bild-hle-2-8-24\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Group_120.png\" alt=\"Tageslichtsimulationen stellen die Wirkung von \u00d6ffnungen leicht erkennbar dar. Beim simulierten Raum mit 50\u00a0m2 Bodenfl\u00e4che sind Oberlichter etwa vier mal lichtergiebiger als Seitenfenster.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.27:\u2002Tageslichtsimulationen stellen die Wirkung von \u00d6ffnungen leicht erkennbar dar. Beim simulierten Raum mit 50 m<sup>2<\/sup> Bodenfl\u00e4che sind Oberlichter etwa vier mal lichtergiebiger als Seitenfenster.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-2-8-25\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Group_121.png\" alt=\"Tageslichtsimulationen k\u00f6nnen dank Falschfarbendarstellung die Raumhelligkeiten ermitteln, im Raytracing-Verfahren fotorealistische Innenraumszenen physikalisch korrekt generieren oder die Tageslichtquotienten \u00e4hnlich einer Seekarte zonal genau berechnen. \" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.28:\u2002Tageslichtsimulationen k\u00f6nnen dank Falschfarbendarstellung die Raumhelligkeiten ermitteln, im Raytracing-Verfahren fotorealistische Innenraumszenen physikalisch korrekt generieren oder die Tageslichtquotienten \u00e4hnlich einer Seekarte zonal genau berechnen.<\/div>\n<h2>2.8.12 Modellversuche und Messungen unter k\u00fcnstlichem Himmel<\/h2>\n<p>Architekten haben ein gutes Gesp\u00fcr f\u00fcr Baustoffe, f\u00fcr Dimensionen, f\u00fcr Wohlbefinden, aber nicht unbedingt f\u00fcr den Stoff, der das Dunkel zum Leben erweckt: den \u00abBaustoff\u00bb Licht. M\u00f6glicherweise errechnet man, wie viele Betriebsstunden an k\u00fcnstlicher Beleuchtung erforderlich sind. Statt mit Simulationen zu arbeiten, erh\u00e4lt man mit Modellmessungen im k\u00fcnstlichen Himmel ebenfalls realit\u00e4tsgetreue Ergebnisse. Die elementaren Erwartungen an Fenster und die Kriterien f\u00fcr Sehkomfort k\u00f6nnen in Modellen (mind. im Masstab 1:20) en miniature nachvollzogen werden: Aussenbezug, \u00d6ffnungsgr\u00f6sse und \u00d6ffnungsanordnung, Wahrnehmung des Aussenraums, Tageslichtbezug, Gleichm\u00e4ssigkeit, Schutz vor st\u00f6rendem Glanz und Reflexblendung, Farbwiedergabe, Energiefilterung, Beleuchtungsst\u00e4rke und Beleuchtungsverlauf zur Raumtiefe, Lichtfilterung und Blendungsbegrenzung.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-2-8-26\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap02_3634-3_Bautechnik_Bild_2-8-26.png\" alt=\"Arbeit unter dem k\u00fcnstlichen Himmel mit fotometrisch und geometrisch realist\u00e4tsgetreuen Modellen.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 2.8.29:\u2002Arbeit unter dem k\u00fcnstlichen Himmel mit fotometrisch und geometrisch realist\u00e4tsgetreuen Modellen.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2.8.1 Anforderungen Nat\u00fcrliche Beleuchtung \u00fcbertr\u00e4gt das Spektrum und die Intensit\u00e4t des Sonnenlichts, des bedeckten Himmels, des Tagesablaufs und der Wettersituation \u00fcber Fenster\u00f6ffnungen ins Innere des Geb\u00e4udes. Weil zwei Drittel aller Sinneswahrnehmungen \u00fcber den Sehapparat aufgenommen werden, spielen in der Lichtwahrnehmung des menschlichen Sehapparates neben physikalischen Gesetzen auch kulturelle und individuelle Unterschiede eine Rolle: Tageslicht vermittelt [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7],"tags":[],"class_list":["post-1826","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-anforderungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1826","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1826"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1826\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4784,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1826\/revisions\/4784"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1826"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1826"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1826"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}