{"id":1836,"date":"2018-08-13T15:13:27","date_gmt":"2018-08-13T13:13:27","guid":{"rendered":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/?p=1836"},"modified":"2022-09-30T14:45:27","modified_gmt":"2022-09-30T12:45:27","slug":"3-3-deckenkonstruktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/3-3-deckenkonstruktion\/","title":{"rendered":"3.3\u2002Deckenkonstruktion"},"content":{"rendered":"<h2>3.3.1 Definition<\/h2>\n<p>Als Decke definieren wir Bauteile \u00fcber beheizten R\u00e4umen, mit der Aufgabe, den W\u00e4rmefluss von unten nach oben zu begrenzen. Decken dienen also unter anderem der thermischen Abgrenzung gegen\u00fcber k\u00e4lteren R\u00e4umen. Kaltr\u00e4ume k\u00f6nnen bel\u00fcftete, nicht ausgebaute Dach- bzw. Estrichr\u00e4ume sein, also Pufferzonen zwischen beheizten R\u00e4umen und dem Aussenklima. Kaltr\u00e4ume k\u00f6nnen aber auch R\u00e4ume sein, die von ihrer Nutzung her nicht beheizt (z.B. Abstellr\u00e4ume) oder gek\u00fchlt (z.B. K\u00fchl- und Tiefk\u00fchlr\u00e4ume) werden.<\/p>\n<h2>3.3.2 Anforderungen<\/h2>\n<p>Vom beheizten Raum her betrachtet sind insbesondere zu beachten:<\/p>\n<ul>\n<li>Die generellen Bauteilanforderungen (Tragen von Auflasten und Eigengewicht, Trennen von R\u00e4umen, Aufnehmen von Beschichtungen und Bekleidungen im Deckenbereich).<\/li>\n<li>W\u00e4rmeschutzanforderungen (U-Wert, Transmissionsw\u00e4rmeverlust) und damit verbundene Anforderungen an die Luftdichtheit.<\/li>\n<li>Dampfdiffusionstechnische Funktionst\u00fcchtigkeit.<\/li>\n<li>Schallschutz (Luft- und Trittschallschutz).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Vom dar\u00fcber befindlichen, kalten Raum her betrachtet, resultieren die Anforderungen aus der vorgesehenen Raumnutzung. Im Wesentlichen sind zu unterscheiden:<\/p>\n<h3>Nutzungsvariante 1<\/h3>\n<p>Kaltraum als nicht oder beschr\u00e4nkt begeh-\/bekriechbare w\u00e4rmetechnische Pufferzone unter D\u00e4chern (vgl. Bild 3.3.1).<\/p>\n<ul>\n<li>Keine speziellen Anforderungen.<\/li>\n<li>Evtl. vereinzelte \u00abGehbereiche\u00bb f\u00fcr Kontroll- und Unterhaltsarbeiten.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Nutzungsvariante 2<\/h3>\n<p>Kaltraum als nutzbarer, unbeheizter Raum (z.B. Lagerraum, Estrich, vgl. Bild 3.3.2).<\/p>\n<ul>\n<li>Funktionst\u00fcchtige Nutzschicht (Bodenbelag).<\/li>\n<li>Schalltechnische Anforderungen je nach Raumnutzung (Luft- und Trittschallschutz).<\/li>\n<\/ul>\n<div id=\"bild-hle-3-3-1\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap03_3634-3_Bautechnik_Group_119.png\" alt=\"Deckenkonstruktion f\u00fcr Nutzungsvariante 1, in Massiv- oder Holzbaukonstruktion ausgef\u00fchrt.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.3.1:\u2002Deckenkonstruktion f\u00fcr Nutzungsvariante 1, in Massiv- oder Holzbaukonstruktion ausgef\u00fchrt.<\/div>\n<h3>Nutzungsvariante 3<\/h3>\n<p>Kaltraum als K\u00fchl- oder Tiefk\u00fchlraum (\u00abNassraum\u00bb vgl.\u00a0Bild 3.3.3). Je nach K\u00fchlgut m\u00fcssen solche R\u00e4ume periodisch mit Wasser, evtl. unter Hochdruck, gereinigt werden. Bodenkonstruktionen solcher Nassr\u00e4ume sind im Gef\u00e4lle aufzubringen und sie verf\u00fcgen \u00fcber Bodenwasserabl\u00e4ufe und Nassraumabdichtungen.<\/p>\n<ul>\n<li>Funktionst\u00fcchtige Nutzschicht (Bodenbelag).<\/li>\n<li>Nassraumabdichtung (Flachdachabdichtungstechnik) an unteres Einlauftablett der Bodenwasserabl\u00e4ufe angeschlossen.<\/li>\n<li>Schalltechnische Anforderungen (Luft- und Trittschallschutz).<\/li>\n<\/ul>\n<div id=\"bild-hle-3-3-2\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap03_3634-3_Bautechnik_Group_1.png\" alt=\"Deckenkonstruktion f\u00fcr Nutzungsvariante 2, in Massiv- oder Holzbaukonstruktion ausgef\u00fchrt.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.3.2:\u2002Deckenkonstruktion f\u00fcr Nutzungsvariante 2, in Massiv- oder Holzbaukonstruktion ausgef\u00fchrt.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-3-3-3\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap03_3634-3_Bautechnik_Group_2.png\" alt=\"Deckenkonstruktion f\u00fcr Nutzungsvariante 3, in Massivbauweise ausgef\u00fchrt.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.3.3:\u2002Deckenkonstruktion f\u00fcr Nutzungsvariante 3, in Massivbauweise ausgef\u00fchrt.<\/div>\n<h2>3.3.3 W\u00e4rmeschutz<\/h2>\n<p>Gest\u00fctzt auf Norm SIA 180 ist gegen unbeheizte R\u00e4ume ein maximal zul\u00e4ssiger W\u00e4rmedurchgangskoeffizient von U<sub>max<\/sub> = 0,5 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K zul\u00e4ssig, um den Anforderungen an Behaglichkeit und Oberfl\u00e4chenkondensatfreiheit zu gen\u00fcgen. Aus energetischer Sicht (Norm SIA 380\/1, MuKEn) sind aber bedeutend bessere U-Werte im Bereich von U \u2264 0,25 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K zu erreichen. Zur Minimierung der Transmissionsw\u00e4rmeverluste sollten Deckenkonstruktionen gegen unbeheizte R\u00e4ume generell U-Werte von \u2264 0,2 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K aufweisen. Dies erfordert in etwa W\u00e4rmed\u00e4mmschichten von \u2265 18 cm Dicke.<\/p>\n<p>Bei K\u00fchl- oder Tiefk\u00fchlr\u00e4umen ist der W\u00e4rmeschutz so zu dimensionieren, dass der mittlere W\u00e4rmezufluss durch die umschliessenden Bauteile pro Temperaturzone 5 W\/m<sup>2<\/sup> nicht \u00fcberschreitet. Zwischen einem auf 20 \u00b0C beheizten Raum und einem K\u00fchlraum mit Auslegungstemperatur von 0 \u00b0C muss mindestens ein U-Wert eingehalten werden von: U = 5 W\/m<sup>2<\/sup> : 20 K = 0,25 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K.<\/p>\n<h2>3.3.4 Luftdichtheit<\/h2>\n<p>Wenn die Deckenkonstruktion nicht bereits infolge der vorhandenen Konstruktionsschichten (z.B. Stahlbetondecke) gen\u00fcgend luftdicht ist, muss die Luftdichtheit mit einer separaten Schicht gew\u00e4hrleistet werden (z.B. Dampfbremse\/Luftdichtung bei Leichtbaukonstruktionen, warmseitig angeordnet und luftdicht an angrenzende und durchdringende Bauteile angeschlossen).<\/p>\n<h2>3.3.5 Dampfdiffusion\/Feuchtigkeitsverlagerung<\/h2>\n<p>Bei Deckenkonstruktionen in Massivbauweise hat die Dampfbremse die Aufgabe, die Auffeuchtung und die Sch\u00e4digung von \u00fcber der Stahlbetondecke angeordneten Schichten zu verhindern, z.B. durch die Verlagerung von Baurestfeuchte. Deckenkonstruktionen der Nutzungsvariante 1, ohne durchgehende Nutzschicht \u00fcber der W\u00e4rmed\u00e4mmschicht, sind diesbez\u00fcglich nicht kritisch, die Wasserdampfdiffusion und das Austrocknen der Betondecke werden kaum behindert.<\/p>\n<p>Bei Deckenkonstruktionen der Nutzungsvarianten 2 und 3 wird die Wasserdampfdiffusion durch \u00fcber der W\u00e4rmed\u00e4mmschicht angeordnete Schichten behindert. Je nach klimatischen Randbedingungen (unten\/oben), Feuchtigkeitsgehalt der Betondecke, Schichtaufbau \u00fcber der W\u00e4rmed\u00e4mmschicht und Feuchtigkeitsempfindlichkeit von Geh- bzw. Nutzbel\u00e4gen (z.B. Holzwerkstoffplatten) sind eine Dampfbremse und\/oder Luftdichtung einzubauen.<\/p>\n<h2>3.3.6 Schallschutz<\/h2>\n<p>Angaben zum Schallschutz sind im <a href=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/3-8%e2%80%82geschossdecken\/\">Kapitel 3.8 \u00abGeschossdecken\u00bb<\/a> zu finden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>3.3.1 Definition Als Decke definieren wir Bauteile \u00fcber beheizten R\u00e4umen, mit der Aufgabe, den W\u00e4rmefluss von unten nach oben zu begrenzen. Decken dienen also unter anderem der thermischen Abgrenzung gegen\u00fcber k\u00e4lteren R\u00e4umen. Kaltr\u00e4ume k\u00f6nnen bel\u00fcftete, nicht ausgebaute Dach- bzw. Estrichr\u00e4ume sein, also Pufferzonen zwischen beheizten R\u00e4umen und dem Aussenklima. 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