{"id":1838,"date":"2018-08-13T15:13:18","date_gmt":"2018-08-13T13:13:18","guid":{"rendered":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/?p=1838"},"modified":"2022-09-30T15:24:27","modified_gmt":"2022-09-30T13:24:27","slug":"3-4-bodenkonstruktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/3-4-bodenkonstruktion\/","title":{"rendered":"3.4\u2002Bodenkonstruktion"},"content":{"rendered":"<h2>3.4.1 Definition<\/h2>\n<p>Bodenkonstruktionen begrenzen den W\u00e4rmefluss von oben nach unten. Sie grenzen beheizte R\u00e4ume gegen darunter sich befindende nicht beheizte R\u00e4ume, gegen Aussenklima und gegen das Erdreich ab.<\/p>\n<p>Bodenkonstruktionen \u00fcber Erdreich werden durch aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich, in speziellen F\u00e4llen auch durch dr\u00fcckendes Wasser (Grundwasser) belastet.<\/p>\n<h2>3.4.2 Anforderungen<\/h2>\n<p>Vom beheizten Raum her betrachtet ergeben sich folgende Anforderungen:<\/p>\n<ul>\n<li>W\u00e4rmeschutz zur Reduktion der Transmissionsw\u00e4rmeverluste.<\/li>\n<li>Dampfdiffusions- und feuchteschutztechnische Funktionst\u00fcchtigkeit sowie Gew\u00e4hrleistung der Luftdichtheit.<\/li>\n<li>Nutzungstechnische Anforderungen:\n<ul>\n<li>mechanische Beanspruchung (Bodenbelag),<\/li>\n<li>Hygiene (z.B. Reinigung),<\/li>\n<li>Trockenraum oder Nassraum und<\/li>\n<li>Trittschallschutz (meist indirekte \u00dcbertragung).<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Heizungstechnische Anforderungen:\n<ul>\n<li>mit oder ohne Bodenheizung.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Behaglichkeit:\n<ul>\n<li>W\u00e4rmeableitung (Bodenbel\u00e4ge) und<\/li>\n<li>Oberfl\u00e4chentemperatur.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Schutz der W\u00e4rmed\u00e4mmschicht:<br \/>\nAuf neuen Betondecken oder Ausgleichsschichten ist unter feuchtigkeits- oder alkaliempfindlichen D\u00e4mmstoffen sowie D\u00e4mmplatten mit feuchtigkeits- und alkaliempfindlichen Kaschierungen eine Dampfbremse, z.B. eine PE-Folie von 0,2 mm Dicke, zu projektieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00dcberlagernd ergeben sich weitere Anforderungen aus der Situierung der Bodenkonstruktion.<\/p>\n<h3>Bodenkonstruktion \u00fcber Aussenluft und nicht beheizten R\u00e4umen<\/h3>\n<ul>\n<li>Tragkonstruktion.<\/li>\n<li>Deckenuntersicht der Nutzung entsprechend bzw. je nach W\u00e4rmed\u00e4mmkonzept und Konstruktionsaufbau (W\u00e4rmed\u00e4mmung \u00fcber, unter oder zwischen der Deckenkonstruktion).<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Bodenkonstruktion \u00fcber Erdreich<\/h3>\n<ul>\n<li>Geb\u00e4udefundation\/Bodenplatte.<\/li>\n<li>Wasserdichtheit.<\/li>\n<li>Isolation gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Bodenkonstruktion im Grundwasser<\/h3>\n<ul>\n<li>Geb\u00e4udefundation\/Bodenplatte.<\/li>\n<li>Abdichtung gegen dr\u00fcckendes Wasser und gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Hinweise zu verschiedenen Bodenbel\u00e4gen<\/h3>\n<p>Bodenbel\u00e4ge werden aus der Sicht der Nutzung gew\u00e4hlt, haben jedoch auch massgebenden Einfluss auf die Behaglichkeit (W\u00e4rmeableitung von Bodenbel\u00e4gen) und das Trittschalld\u00e4mmverm\u00f6gen (Trittschallverbesserungsmass \u2206L<sub>w<\/sub>).<\/p>\n<p>Normen des SIA (248 \u00abPlattenarbeiten \u2013 Bel\u00e4ge und Bekleidungen mit Keramik, Glas und Asphalt\u00bb, 252 \u00abBodenbel\u00e4ge aus Zement, Magnesia, Kunstharz und Bitumen\u00bb, 253 \u00abBodenbel\u00e4ge aus Linoleum, Kunststoff,\u00a0Gummi, Kork, Textilien und Holz\u00bb) gehen detailliert auf die Planung und Ausf\u00fchrung der Bodenbel\u00e4ge ein.<\/p>\n<p>Bei B\u00f6den \u00fcber Erdreich bedingen \u00abdampfdichte\u00bb und feuchteempfindliche Bel\u00e4ge den Einbau einer Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit. \u00dcber Hohlr\u00e4umen oder \u00fcber R\u00e4umen mit hoher Luftfeuchtigkeit oder hoher Raumlufttemperatur muss die Notwendigkeit einer Dampfbremse aufgrund des Diffusions- und Feuchtigkeitsverhaltens \u00fcberpr\u00fcft werden. Dabei sind die Verh\u00e4ltnisse vor und nach der Austrocknungszeit zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<h2>3.4.3 W\u00e4rmeschutz<\/h2>\n<p>Gest\u00fctzt auf Norm SIA 180:2014 ist \u00fcber Aussenluft ein maximal zul\u00e4ssiger W\u00e4rmedurchgangskoeffizient von U<sub>max<\/sub> = 0,3 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K erforderlich, um den Anforderungen an die Behaglichkeit zu gen\u00fcgen. Bei B\u00f6den \u00fcber unbeheizten R\u00e4umen und \u00fcber Erdreich (mehr als 2 m im Erdreich) ist ein maximaler U-Wert von U<sub>max<\/sub> = 0,6 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K zul\u00e4ssig. Aus energetischer Sicht (Norm SIA 380\/1, MuKEn) sind aber bedeutend bessere U-Werte im Bereich von U bzw. U \u00b7 b \u2264 0,17 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K zu erreichen.<\/p>\n<h4>Faktor b<\/h4>\n<p>Um den Faktor b werden die W\u00e4rmeverluste gegen unbeheizte und unged\u00e4mmte R\u00e4ume reduziert:<\/p>\n<ul>\n<li>b = 0,7 bei Kellerraum ganz im Erdreich.<\/li>\n<li>b = 0,8 bei Kellerraum teilweise oder ganz \u00fcber dem Erdreich.<\/li>\n<li>Bei Bauteilen gegen das Erdreich (Boden und W\u00e4nde) reduziert sich der W\u00e4rmeverlust ebenfalls um den variablen Faktor b (vgl. Bild 3.4.1), abh\u00e4ngig von:\n<ul>\n<li>Gr\u00f6sse der Bodenfl\u00e4che,<\/li>\n<li>Umfang der Bodenfl\u00e4che,<\/li>\n<li>Tiefe z (UK Bodenplatte bis OK Terrain) und<\/li>\n<li>W\u00e4rmedurchlasswiderstand der Bodenkonstruktion.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"bild-hle-3-4-1\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-2211 alignnone\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/10\/Web_Bild_3-4-1.png\" alt=\"\" width=\"764\" height=\"603\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/10\/Web_Bild_3-4-1-200x158.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/10\/Web_Bild_3-4-1-300x237.png 300w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/10\/Web_Bild_3-4-1-400x316.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/10\/Web_Bild_3-4-1-600x474.png 600w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/10\/Web_Bild_3-4-1.png 764w\" sizes=\"(max-width: 764px) 100vw, 764px\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.4.1:\u2002Die U-Werte U<sub>FG0<\/sub> werden um den Faktor b<sub>GF<\/sub> reduziert. Der Einfluss des Erdreichs h\u00e4ngt von der W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit des\u00a0Erdreichs (\u00fcblicherweise wird l<sub>G<\/sub> = 2,0 W\/m\u00b7K ber\u00fccksichtigt), der Gr\u00f6sse der Bodenfl\u00e4che, dem Umfang des Bodens und\u00a0der Tiefe z ab.<\/div>\n<h2>3.4.4 Estriche<\/h2>\n<p>Bei B\u00f6den und Geschossdecken (<a href=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/3-8%e2%80%82geschossdecken\/\">vgl. Kapitel 3.8<\/a>) stellen sich im Planungsprozess immer wieder Fragen betreffend die erforderliche Dicke der Estriche. Relevant f\u00fcr die Dimensionierung sind die Festlegungen in Norm SIA 251:2008 \u00abSchwimmende Estriche im Innenbereich\u00bb.<\/p>\n<h3>Grunds\u00e4tzliches<\/h3>\n<p>Estriche sind den Anforderungen gem\u00e4ss Nutzungsvereinbarung zu w\u00e4hlen (vgl. Bild 3.4.2) und auf die konstruktiven Eigenschaften des Bauteils abzustimmen. Die Nenndicke wird in Abh\u00e4ngigkeit der Einzellasten, der Zusammendr\u00fcckbarkeit der Trittschalld\u00e4mmschicht und der Festigkeitsklassen der Estriche festgelegt (vgl.\u00a0Bilder 3.4.3 bis 3.4.5). Sind von den Anforderungen abweichende Beanspruchungen vorgesehen, m\u00fcssen die Fl\u00e4chenlast q<sub>k<\/sub> und die Punktlast Q<sub>k<\/sub> aufgrund der tats\u00e4chlichen Beanspruchung und Nutzung festgelegt werden (z.B. bei befahrbaren Fl\u00e4chen). Die Berechnung der Estrichdicke und der Biegezugfestigkeit muss mit den effektiven Lasten nach den Regeln des Betonbaus und statischen Grunds\u00e4tzen erfolgen.<\/p>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap03_3634-3_Bautechnik_Table_16.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.4.2:\u2002Beanspruchungsgruppen f\u00fcr Estriche <span class=\"quelle-em\">(Quelle: Norm SIA 251:2008).<\/span><\/div>\n<h3><\/h3>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap03_3634-3_Bautechnik_Table_17.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.4.3:\u2002Nenndicken der Estriche, abh\u00e4ngig von der Beanspruchung und der Festigkeitsklasse <span class=\"quelle-em\">(Quelle: Norm SIA 251:2008).<\/span><\/div>\n<h3>W\u00e4rmed\u00e4mm- und Trittschalld\u00e4mmschichten<\/h3>\n<p>Ein- oder mehrlagige Trittschalld\u00e4mmschichten mit einer Gesamtzusammendr\u00fcckbarkeit d<sub>L<\/sub> \u2013 d<sub>B<\/sub> \u2265 5 mm (d<sub>L<\/sub> = Lieferdicke, d<sub>B<\/sub> = Dicke unter Belastung) sind nicht zul\u00e4ssig. Bei Estrichen unter starren Bel\u00e4gen und bei Gussasphaltestrichen darf die Differenz zwischen d<sub>L<\/sub> und d<sub>B<\/sub> max. 3 mm betragen. Die maximale Dicke der Trittschall-D\u00e4mmstoffschichten darf unter Estrichen 40 mm nicht \u00fcbersteigen. Bei W\u00e4rmed\u00e4mmstoffen aus Schaumkunststoffen muss die Druckspannung bei 10 % Stauchung mind. 100 kPa betragen und bei Mineralfaserd\u00e4mmstoffen mind. 30 kPa. Schaumkunststoffplatten verf\u00fcgen in etwa \u00fcber folgende Kennwerte:<\/p>\n<ul>\n<li>EPS 30 Bodenplatte \u2265 170 kPa<\/li>\n<li>Polyurethanhartschaumplatten \u2265 120 kPa<\/li>\n<li>XPS-Platten \u2265 300 kPa<\/li>\n<li>Bei Glas- und Steinwolleplatten werden z.B. folgende Kennwerte erreicht:<\/li>\n<li>Glaswolleplatte mit hoher Druckfestigkeit 30 kPa<\/li>\n<li>Steinwolleplatte mit hoher Druckfestigkeit \u2265 120 kPaDie Differenz zwischen der Lieferdicke d<sub>L<\/sub> und der Dicke unter Belastung d<sub>B<\/sub> darf bei Trittschalld\u00e4mmstoffen folgende Werte nicht \u00fcbersteigen:<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap03_3634-3_Bautechnik_Table_18.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.4.4:\u2002Zul\u00e4ssige Abweichungen der Estrichdicken<br \/>\n<span class=\"quelle-em\">(Quelle: Norm SIA 251:2008).<\/span><\/div>\n<h3><\/h3>\n<ul>\n<li>Trittschalld\u00e4mmschichten mit einer Lieferdicke<br \/>\nd<sub>L<\/sub> \u2264 30 mm: 3 mm<\/li>\n<li>Trittschalld\u00e4mmschichten mit einer Lieferdicke<br \/>\nd<sub>L<\/sub> &gt; 30 mm: 10 % der Dicke d<sub>L<\/sub>; die Abweichung darf max. 5 mm betragen.<\/li>\n<li>Eine Abweichung von + 10 % f\u00fcr d<sub>L<\/sub> \u2013 d<sub>B<\/sub> ist zul\u00e4ssig.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Trittschalld\u00e4mmungen m\u00fcssen eine dynamische Steifigkeit s&#8216; \u2264 30 MN\/m<sup>3<\/sup> aufweisen (Trittschalld\u00e4mmschichten aus Mineralwolle weisen in etwa dynamische Steifigkeiten s&#8216; von 6 bis 16 MN\/m<sup>3<\/sup> auf und solche aus\u00a0gewalkten Polystyrolhartschaumplatten s&#8216; von \u2264 30 MN\/m<sup>3<\/sup>). Feuchtigkeits- oder alkaliempfindliche D\u00e4mmstoffe sind vor Feuchtigkeit aus dem Untergrund zu sch\u00fctzen (z.B.\u00a0PE-Folie 0,2 mm zwischen Betondecke und mineralischer Trittschalld\u00e4mmung). \u00dcber direkt auf dem Erdreich liegenden Unterkonstruktionen muss eine Feuchtigkeitssperre verlegt werden. Bei Gussasphaltestrichen m\u00fcssen die D\u00e4mmschichten bis zu einer Temperatur von 240 \u00b0C best\u00e4ndig sein.<\/p>\n<h3>Feldunterteilungen<\/h3>\n<p>F\u00fcr zementgebundene Estriche sind die Feldgr\u00f6ssen und die Unterteilung durch Fugen unter Ber\u00fccksichtigung der Unterkonstruktion, der Raumform, einspringender Ecken, der Belastung, der Heizleitungen, der Eigenschaften des Fertigbelags und der M\u00f6rtelmischung zu bestimmen. Es ist ein Fugenplan zu erstellen. Es gelten folgende Richtwerte.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-3-4-5\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap03_3634-3_Bautechnik_Bild_3-4-5.png\" alt=\"Anforderungssystematik bei Estrichen.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.4.5:\u2002Anforderungssystematik bei Estrichen.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<ul>\n<li>Seitenl\u00e4nge:\n<ul>\n<li>max. 8,0 m ohne Fussbodenheizung,<\/li>\n<li>max. 6,0 m mit Fussbodenheizung.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Seitenverh\u00e4ltnis:\n<ul>\n<li>max. 2 : 1 ohne Fussbodenheizung,<\/li>\n<li>max. 1,5 : 1 mit Fussbodenheizung.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei elastischen Bel\u00e4gen sind Schwindfugen im Estrich zul\u00e4ssig. Schwindfugen werden vor dem Verlegen der Bel\u00e4ge (z.B. Parkett) kraftschl\u00fcssig geschlossen.<\/p>\n<p>F\u00fcr calciumsulfatgebundene Estriche, Kunstharzestriche und Gussasphaltestriche ist die Feldgr\u00f6sse in rechteckigen R\u00e4umen ohne Fussbodenheizung nicht begrenzt. F\u00fcr Estriche mit Fussbodenheizung und\/oder starrem Bodenbelag gelten folgende Richtwerte:<\/p>\n<ul>\n<li>Seitenl\u00e4nge max. 8,0 m,<\/li>\n<li>Seitenverh\u00e4ltnis max. 1,5 : 1.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Bei T\u00fcr\u00f6ffnungen oder \u00e4hnlichen Verengungen in der Bodenfl\u00e4che sind in allen Estricharten Fugen anzulegen. Bewegungsfugen der Unterkonstruktion sind im Estrich zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Bei Estrichen auf D\u00e4mmschichten oder Trennschichten ist bei Anschlussfugen an aufgehende Bauteile ein Randstreifen mit einer Mindestdicke von 8 mm anzuordnen.<\/p>\n<h3>Bewehrung<\/h3>\n<p>Bewehrungen sind bei Estrichen nicht erforderlich. Bei zementgebundenen Estrichen mit starren Bodenbel\u00e4gen kann eine Stahlnetz-Bewehrung zur Vermeidung von H\u00f6henvers\u00e4tzen im Rissbereich und zur Reduktion der Rissbreite eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Um eine senkrechte Verschiebung bei Bewegungsfugen zu vermeiden, k\u00f6nnen einseitig verschiebbare D\u00fcbel rechtwinklig zur Fuge eingebaut werden.<\/p>\n<h3>Fussbodenheizung<\/h3>\n<p>Die Estriche m\u00fcssen gleichm\u00e4ssig beheizt sein. Nicht beheizte Zonen oder Bereiche mit Temperaturunterschieden von \u00fcber 5 \u00b0C sind durch Bewegungsfugen von der \u00fcbrigen Fl\u00e4che abzutrennen. Leitungen zu Heizelementen (z.B. Radiatoren) d\u00fcrfen nicht im Estrich eingelegt werden. Heizrohre bei Gussasphaltestrichen m\u00fcssen bis zu einer Temperatur von 240 \u00b0C best\u00e4ndig sein.<\/p>\n<h2>3.4.5 Bodenkonstruktionen \u00fcber Aussenluft und nicht beheizten R\u00e4umen<\/h2>\n<p>Bei Bodenkonstruktionen \u00fcber Aussenluft und nicht beheizten R\u00e4umen kann die W\u00e4rmed\u00e4mmschicht sowohl \u00fcber, zwischen (Balkendecken) als auch unter der Tragkonstruktion angebracht werden. Es sind auch Kombinationen m\u00f6glich. Bei Bodenheizungen ist in der Regel ein Teil der W\u00e4rmed\u00e4mmschicht \u00fcber der Tragkonstruktion anzuordnen. Wenn bei thermoaktiver Bauteilaktivierung die Betonplatte aktiviert wird, ist die W\u00e4rmed\u00e4mmschicht nur unter der Betonplatte anzuordnen. Im Folgenden beschr\u00e4nken wir uns auf Bodenkonstruktionen in Massivbauweise.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-3-4-6\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap03_3634-3_Bautechnik_Group_141.png\" alt=\"Bodenkonstruktion \u00fcber Aussenluft und nicht beheizten R\u00e4umen, ohne schwimmende Boden\u00fcberkonstruktion.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.4.6:\u2002Bodenkonstruktion \u00fcber Aussenluft und nicht beheizten R\u00e4umen, ohne schwimmende Boden\u00fcberkonstruktion.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-3-4-7\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4718\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/3.4.7-1.png\" alt=\"\" width=\"441\" height=\"536\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/3.4.7-1-200x243.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/3.4.7-1-247x300.png 247w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/3.4.7-1-400x486.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/3.4.7-1.png 441w\" sizes=\"(max-width: 441px) 100vw, 441px\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.4.7:\u2002Bodenkonstruktion \u00fcber Aussenluft und nicht beheizten R\u00e4umen, mit schwimmender Boden\u00fcberkonstruktion.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Bei Bodenkonstruktionen mit schwimmenden Unterlagsb\u00f6den k\u00f6nnen Fl\u00e4chenheizungen eingebaut werden und die Bodenkonstruktion wird durch W\u00e4rmed\u00e4mmschichten \u00fcber und\/oder unter der Tragkonstruktion dem W\u00e4rmed\u00e4mmkonzept sowie den U-Wert-Anforderungen angepasst. Durch das Einbauen von Trittschalld\u00e4mmschichten und die Verwendung trittschalld\u00e4mmender Bodenbel\u00e4ge k\u00f6nnen die geforderten\u00a0Trittschalld\u00e4mmwerte erf\u00fcllt werden.<\/p>\n<p>Bodenkonstruktionen ohne schwimmende Unterlagsb\u00f6den sind durch W\u00e4rmed\u00e4mmschichten unter der Tragkonstruktion den W\u00e4rmeschutzanforderungen und, falls erforderlich, durch trittschalld\u00e4mmende Bodenbel\u00e4ge den Anforderungen an den Trittschall anzupassen.<\/p>\n<h2>3.4.6 Bodenkonstruktionen bei nicht dr\u00fcckendem (Erdreich) und dr\u00fcckendem Wasser (Grundwasser)<\/h2>\n<p>Bei B\u00f6den und und W\u00e4nden gegen Erdreich\/Grundwasser (<a href=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/3-5%e2%80%82aussenwaende\/\">vgl. Kapitel 3.5.3 und 3.5.4<\/a>) stellen sich im Planungsprozess \u00fcbergeordnet Fragen zum Abdichtungskonzept. Relevant f\u00fcr diese Abdichtung ist die Norm SIA 272:2009 \u00abAbdichtungen und Entw\u00e4sserungen von Bauten unter Terrain und im Untertagbau\u00bb.<\/p>\n<h3>Grunds\u00e4tzliches<\/h3>\n<p>Wasser und Feuchtigkeit k\u00f6nnen Bauwerke sch\u00e4digen und im Baugrund ist immer Wasser vorhanden. Es sind deshalb Abdichtungsmassnahmen zum Schutz des Bauwerks, seiner Einrichtungen und deren Nutzung vorzusehen.<\/p>\n<h3>Nutzungsvereinbarung<\/h3>\n<p>Die Nutzungsvereinbarung enth\u00e4lt Anforderungen an die Trockenheit des Bauwerks oder einzelner Bauteile, welche mittels Dichtigkeitsklassen gem\u00e4ss Bild 3.4.8 beschrieben werden. Dazu geh\u00f6rt die geplante Nutzungsdauer der Abdichtung, welche sich nach der Nutzungsdauer des Bauwerks oder des Bauteils zu richten hat. Die festgelegten Dichtigkeitsklassen sind in der Nutzungsvereinbarung oder auf einem Plan darzustellen und alle am Bauwerk Beteiligten m\u00fcssen die Nutzungsvereinbarung kennen.<\/p>\n<h3>Abdichtungskonzept<\/h3>\n<p>Das Abdichtungskonzept richtet sich nach der Bauwerksnutzung, den hydrogeologischen, \u00f6kologischen und klimatischen Bedingungen. Zu unterscheiden sind das Ableitkonzept und das Verdr\u00e4ngungskonzept.<\/p>\n<h4>Ableitkonzept<\/h4>\n<p>Bei der Abdichtung nach dem Ableitkonzept werden das Grund- oder Bergwasser und das Oberfl\u00e4chenwasser mittels Drainage- und Entw\u00e4sserungselementen zwischen dem Baugrund und dem Bauwerk gefasst, an den tiefstliegenden Ort gef\u00fchrt und abgeleitet (vgl. Bild 3.4.9). Die Abdichtungssysteme k\u00f6nnen gegen nicht dr\u00fcckendes Wasser ausgelegt werden.<\/p>\n<h4>Verdr\u00e4ngungskonzept<\/h4>\n<p>Bei der Abdichtung nach dem Verdr\u00e4ngungskonzept wird das Grund- oder Bergwasser nicht abgeleitet (vgl. Bild 3.4.9). Es sind Abdichtungssysteme gegen dr\u00fcckendes Wasser erforderlich.<\/p>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap03_3634-3_Bautechnik_Table_19.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.4.8:\u2002Dichtigkeitsklassen (Quelle: Norm SIA 272) mit baupraktischen Beispielen.<\/div>\n<h4>Kombination von Ableit- und Verdr\u00e4ngungskonzept<\/h4>\n<p>Die Kombination beider Konzepte an ein und demselben Bauwerk oder Bauteil ist m\u00f6glich. Es sind Massnahmen vorzusehen, die sicherstellen, dass das Ableitkonzept bzw. das Verdr\u00e4ngungskonzept im betreffenden Bauabschnitt eingehalten wird und dass negative Auswirkungen auf das ganze Bauwerk oder ein Bauteil dauerhaft ausgeschlossen bleiben.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-3-4-9\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap03_3634-3_Bautechnik_Bild_3-4-9.png\" alt=\"Beispiele f\u00fcr das Ableit- und das Verdr\u00e4ngungskonzept.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.4.9:\u2002Beispiele f\u00fcr das Ableit- und das Verdr\u00e4ngungskonzept.<\/div>\n<h3>Abdichtungssysteme<\/h3>\n<p>Die Systemwahl richtet sich nach der Nutzungsvereinbarung (Dichtigkeitsklasse, vgl. Bild 3.4.8), den Baugrundeigenschaften (Verformungsverhalten, hydrogeologischen und geologischen Verh\u00e4ltnissen), dem Hinterf\u00fcllmaterial, den W\u00e4rmeeinwirkungen, den im Wasser vorhandenen fl\u00fcssigen und nicht fl\u00fcssigen Stoffen, den \u00f6kologischen und den objektspezifisch \u00fcbrigen Einfl\u00fcssen (z.B. Zug\u00e4nglichkeit der in jedem Fall erforderlichen Bodenplatte\/Aussenw\u00e4nde aus Stahlbeton).<\/p>\n<p>Bei der Systemwahl gilt es, die Risiken objektbezogen abzusch\u00e4tzen, wobei Folgendes zu unterscheiden ist:<\/p>\n<ul>\n<li>Abdichtungen, welche nach der Bauvollendung unzug\u00e4nglich sind und kaum erneuert werden k\u00f6nnen, z.B. in Bauten unter Terrain.<\/li>\n<li>Abdichtungen, welche zug\u00e4nglich bleiben und erneuert werden k\u00f6nnen, z.B. von innen her sichtbare Schichten wie die weisse Wanne.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dar\u00fcber hinaus ist eine R\u00fcckfallebene (Sicherheitsmassnahme) zu pr\u00fcfen, zu planen und in der Projektierung zu ber\u00fccksichtigen. Sie wird dann aktiviert, wenn das prim\u00e4r vorgesehene und ausgef\u00fchrte Abdichtungssystem versagt. Eine R\u00fcckfallebene ist z.B. die wasserdichte Betonkonstruktion unter einer Abdichtung.<\/p>\n<p>Unter anderen sind folgende Systemrisiken relevant:<\/p>\n<ul>\n<li>Schnittstellen bei Systemwechsel in ein und demselben Bauwerk oder Bauteil.<\/li>\n<li>Ungeeignete oder miteinander unvertr\u00e4gliche Baustoffe.<\/li>\n<li>Fugen und Fugenbreiten\u00e4nderungen.<\/li>\n<li>Risse und Rissbreiten\u00e4nderungen im Bau- und im Nutzungszustand.<\/li>\n<li>Besch\u00e4digungen der Abdichtung beim Einbau und beim Hinterf\u00fcllen von Bauwerken.<\/li>\n<li>Sinter in Entw\u00e4ssungsanlagen.<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Wasserdichte Betonkonstruktionen (WDB)<\/h4>\n<p>Das Abdichtungssystem besteht aus einem wasserdichten Betonbauwerk und Massnahmen wie z.B. Abdichtungen von Fugen und Durchdringungen, Injektionen in Rissen, Arbeitsfugen und Sollrisse. Das System kann bei dr\u00fcckendem und bei nicht dr\u00fcckendem Wasser, auf horizontalen, vertikalen und \u00dcberkopffl\u00e4chen eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Mit entsprechendem Aufwand und Inkaufnahme von eher hohen Systemrisiken kann die Dichtigkeitsklasse 1 erreicht werden. Dies macht in der Regel aber nur dann Sinn, wenn die Betonkonstruktion als wasserdichte Schicht zug\u00e4nglich bleibt, nachgedichtet werden kann und keine hohen Anforderungen an die \u00c4sthetik gestellt werden (Injektionen, lokale Beschichtungen!).<\/p>\n<h4>Wasserdichte M\u00f6rtel (WDM)<\/h4>\n<p>Das Abdichtungssystem besteht aus der Dichtungsschicht wasserdichter M\u00f6rtel und Massnahmen wie z.B. Fugendichtungen, Anschl\u00fcsse an Durchdringungen und Injektionen. Das System wird im Verbund zum Untergrund eingesetzt und kann bei dr\u00fcckendem und nicht dr\u00fcckendem Wasser, auf horizontalen, vertikalen und \u00dcberkopffl\u00e4chen eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Wasserdichte M\u00f6rtel werden vorwiegend bei Schwimmb\u00e4dern unter Plattenbel\u00e4gen eingesetzt, wobei die Dichtigkeitsklasse 1 erreicht werden kann.<\/p>\n<h4>Polymerbitumen-Dichtungsbahnen (PBD)<\/h4>\n<p>Das Abdichtungssystem besteht aus der Dichtungsschicht Polymerbitumen-Dichtungsbahnen und Massnahmen wie z.B. Randanschl\u00fcssen, Fugendichtungen, Anschl\u00fcssen an Durchdringungen. Die Dichtungsschicht wird je nach Anforderungen ein- oder mehrlagig und in der Regel im Verbund zum Untergrund ausgef\u00fchrt. Das System kann bei dr\u00fcckendem und nicht dr\u00fcckendem Wasser, auf horizontalen und vertikalen Fl\u00e4chen, eingesetzt werden. Ausserdem dienen PBD einlagig auch als Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit.<\/p>\n<p>Es kann die Dichtigkeitsklasse 1 erreicht werden, Voraussetzung ist eine Unterkonstruktion (Stahlbeton), die bereits die Dichtigkeitsklasse 2 erreicht, und eine Abdichtung aus zwei Lagen PBD (vgl. Bild 3.4.15).<\/p>\n<h4>Kunststoff-Dichtungsbahnen (KDB)<\/h4>\n<p>Das Abdichtungssystem besteht aus Kunststoff-Dichtungsbahnen und Massnahmen wie z.B. Randanschl\u00fcssen, Fugendichtungen und Anschl\u00fcssen an Durchdringungen. Das System wird im Verbund und ohne Verbund zum Untergrund eingesetzt und gew\u00e4hrleistet die Dichtigkeitsklasse 1.<\/p>\n<p>Bei Abdichtung im Verbund wird die Abdichtungsbahn vollfl\u00e4chig und hohlraumfrei auf das Betonbauwerk geklebt oder es wird auf bzw. an die Abdichtung anbetoniert. Das System kann bei nicht dr\u00fcckendem und bei dr\u00fcckendem Wasser, auf horizontalen, vertikalen und \u00dcberkopffl\u00e4chen eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Die Dichtungsschicht kann auch aus zwei Lagen KDB bestehen, bei der die beiden Dichtungsbahnen zonenweise verbunden (verschweisst) werden und mittels Vakuum pr\u00fcfbar sind (vgl. Bild 3.4.16).<\/p>\n<h4>Folien-Tondichtungsbahnen<\/h4>\n<p>Das Abdichtungssystem besteht aus Folien-Tondichtungsbahnen und Massnahmen wie z.B. Randanschl\u00fcssen, Fugendichtungen und Anschl\u00fcssen an Durchdringungen. Die Tondichtungsschicht besteht aus Natrium-Bentonitgranulat oder Natrium-Bentonitpaste. Die Dichtungsbahnen werden ohne Verbund zum Untergrund eingesetzt. Das System kann gegen dr\u00fcckendes und nicht dr\u00fcckendes Wasser auf horizontalen, geneigten und vertikalen Fl\u00e4chen eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Insbesondere die Bedingungen beim Einbau sind entscheidend f\u00fcr den Erfolg dieses Abdichtungssystems.<\/p>\n<p>Es ist sicherzustellen, dass kein Kontakt der Tondichtungsschicht mit Wasser (Verhindern von vorzeitigem Quellen) vor und w\u00e4hrend des Einbaus entstehen kann, bis die Schutzschicht und die minimale Auflast eingebracht sind. Unter Ber\u00fccksichtigung einer Betonkonstruktion, welche der Dichtigkeitsklasse 2 gen\u00fcgt, kann die Dichtigkeitsklasse 1 gew\u00e4hrleistet werden (vgl. Bild 3.4.17).<\/p>\n<h4>Fl\u00fcssigkunststoff (FLK, fl\u00fcssig aufzubringende Kunststoffe)<\/h4>\n<p>Das Abdichtungssystem besteht aus der Dichtungsschicht Fl\u00fcssigkunststoff und Massnahmen wie z.B. Randanschl\u00fcssen, Fugendichtungen und Anschl\u00fcssen an Durchdringungen. Das System wird im Verbund zum Untergrund vorwiegend auf der Innenseite eingesetzt und ist dadurch pr\u00e4destiniert zur Sanierung von undichten Bauwerken.<\/p>\n<p>Das System kann bei dr\u00fcckendem und nicht dr\u00fcckendem Wasser, auf horizontalen, vertikalen und \u00dcberkopffl\u00e4chen eingesetzt werden.<\/p>\n<h4>Kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtungen (KMB)<\/h4>\n<p>Das Abdichtungssystem besteht aus der Dichtungsschicht Polymerbitumen und Massnahmen wie z.B. Randanschl\u00fcssen, Fugendichtungen und Anschl\u00fcssen an Durchdringungen. Das System wird im Verbund zum Untergrund auf horizontalen und vertikalen Fl\u00e4chen gegen nicht dr\u00fcckendes Wasser aus dem Baugrund und gegen Oberfl\u00e4chenwasser eingesetzt. Nur in Verbidnung mit hohen Anforderungen an die Betonkonstruktion (weisse Wanne) kann die Dichtigkeitsklasse 1 erreicht werden.<\/p>\n<h3>W\u00e4rmed\u00e4mmung<\/h3>\n<p>W\u00e4rmed\u00e4mmung, Abdichtung und Entw\u00e4sserung bilden eine funktionale Einheit und m\u00fcssen als Gesamtsystem einschliesslich aller Details geplant und ausgef\u00fchrt werden. Dabei sind die Einwirkungen sowohl in der Bauphase als auch in der Nutzungsphase zu beachten. Die Eigenschaften der W\u00e4rmed\u00e4mmung m\u00fcssen den Einbau- und den Nutzungbedingungen entsprechen, z.B. in Bezug auf W\u00e4rmeleitzahl, Widerstand gegen Wasseraufnahme, Dauerdruckeinwirkung, Frost-Tau-Wechsel, chemische und biologische Einwirkungen und W\u00e4rmeschock beim Einbau von Polymerbitumen-Dichtungsbahnen. Aus den W\u00e4rmed\u00e4mmschichten d\u00fcrfen keine Schadstoffe ins Wasser gelangen.<\/p>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap03_3634-3_Bautechnik_Table_20.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.4.10:\u2002Einsatzm\u00f6glichkeit von W\u00e4rmed\u00e4mmstoffen im Aussenbereich <span class=\"quelle-em\">(Quelle: Norm SIA 272).<\/span><\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>W\u00e4rmed\u00e4mmungen in dr\u00fcckendem Wasser m\u00fcssen mit geeigneten Massnahmen, z.B. Beschichtung, Sch\u00e4umhaut, Sperrschicht, vollfl\u00e4chiger Verklebung, vor unzul\u00e4ssiger Wasseraufnahme gesch\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>Die W\u00e4rmed\u00e4mmung muss mit der Schicht, welche auf der Warmseite angrenzt, hohlraumfrei verbunden sein. Die W\u00e4rmed\u00e4mmung muss mit einer Schutzschicht vor mechanischen Einwirkungen gesch\u00fctzt werden, z.B. Filtervlies, Noppenbahnen, Drainagematten, Sickerplatten.<\/p>\n<p>F\u00fcr W\u00e4rmed\u00e4mmschichten, die nassseitig, ausserhalb der Abdichtung angebracht werden, gibt Bild 3.4.10 Auskunft \u00fcber die gebr\u00e4uchlichen Baustoffgruppen.<\/p>\n<p>Wenn das Konstruktionsprinzip eine aussenseitige W\u00e4rmed\u00e4mmung nicht zul\u00e4sst, kann diese auch auf der\u00a0Innenseite angebracht werden. Die Wahl der W\u00e4rmed\u00e4mmung ist den bauphysikalischen und konstruktiven Randbedingungen entsprechend zu w\u00e4hlen.<\/p>\n<h2>3.4.7 Konstruktionsaufbauten \u00fcber Erdreich (nicht dr\u00fcckendes Wasser)<\/h2>\n<p>Der Boden \u00fcber Erdreich besteht prim\u00e4r aus der Betonplatte, welche oft auch die Funktion des Fundamentes \u00fcbernimmt. Auf dieser Bodenplatte stehen die tragenden Aussen- und Innenw\u00e4nde oder auch St\u00fctzen. Im Kontext dieses Sachverhaltes gilt es, eine m\u00f6glichst optimale L\u00f6sung f\u00fcr die Anordnung der W\u00e4rmed\u00e4mmschicht(en) zu finden, wobei die Relevanz dieses Entscheides um so gravierender ist (W\u00e4rmebr\u00fcckenwirkung), je weniger tief sich das Geb\u00e4ude im Erdreich befindet (Faktor z, vgl. Bild 3.4.1). Es gilt also abzuw\u00e4gen, ob die W\u00e4rmed\u00e4mmschicht \u00fcber oder unter der Bodenplatte verlegt wird oder ob sowohl unter als auch \u00fcber der Bodenplatte eine W\u00e4rmed\u00e4mmschicht sinnvoll ist.<\/p>\n<ul>\n<li>Wenn der Trittschallschutz, Bodenheizungen, freie Wahl von Bodenbel\u00e4gen u.\u00c4. eine Rolle spielen, wird in jedem Fall ein Teil der D\u00e4mmschicht \u00fcber der Bodenplatte anzuordnen sein. Mit der Kombination aus W\u00e4rme- und Trittschalld\u00e4mmschichten \u00fcber und unter der Bodenplatte (Bild 3.4.11) k\u00f6nnen in der Regel alle Anforderungen befriedigt werden und es entstehen auch w\u00e4rmebr\u00fcckenfreie Bauteil\u00fcberg\u00e4nge.<\/li>\n<li>Das Verlegen s\u00e4mtlicher W\u00e4rme- und Trittschalld\u00e4mmschichten \u00fcber der Bodenplatte (vgl. Bild 3.4.12) kann dann Sinn machen, wenn bei der Aussenwand gegen das Erdreich eine Innenw\u00e4rmed\u00e4mmung angebracht wird und so dieser Bauteil\u00fcbergang w\u00e4rmebr\u00fcckenfrei gel\u00f6st werden kann. Bei Anschl\u00fcssen an Aussenw\u00e4nde mit Perimeterd\u00e4mmung resultieren eher hohe W\u00e4rmebr\u00fcckenverluste und auch bei Innenw\u00e4nden, welche die W\u00e4rmed\u00e4mmschicht durchdringen (Mauerwerke evtl. auf d\u00e4mmendes, tragendes Element stellen), ist der W\u00e4rmebr\u00fcckeneinfluss eher gross.<\/li>\n<li>Auf W\u00e4rmed\u00e4mmschichten \u00fcber der Bodenplatte wird eher in Ausnahmef\u00e4llen verzichtet werden k\u00f6nnen, z.B. bei befahrbaren bzw. hochbelasteten B\u00f6den (Bild 3.4.13). Mit der W\u00e4rmed\u00e4mmschicht unter der Bodenplatte kann l\u00fcckenlos an die Perimeterd\u00e4mmung der Aussenwand angeschlossen werden, was eine w\u00e4rmebr\u00fcckenfreie L\u00f6sung ergibt. Als W\u00e4rmed\u00e4mmstoffe eignen sich feuchteunempfindliche und druckfeste Platten aus Schaumglas oder extrudiertem Polystyrolhartschaum XPS oder verdichtete Sch\u00fcttungen aus Schaumglasschotter.<\/li>\n<\/ul>\n<div id=\"bild-hle-3-4-11\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap03_3634-3_Bautechnik_Group_149.png\" alt=\"Boden \u00fcber Erdreich \u2013 W\u00e4rmed\u00e4mmung unter und \u00fcber der Bodenplatte.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.4.11:\u2002Boden \u00fcber Erdreich \u2013 W\u00e4rmed\u00e4mmung unter und \u00fcber der Bodenplatte.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-3-4-12\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap03_3634-3_Bautechnik_Group_148.png\" alt=\"Boden \u00fcber Erdreich \u2013 W\u00e4rmed\u00e4mmung \u00fcber der Bodenplatte.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.4.12:\u2002Boden \u00fcber Erdreich \u2013 W\u00e4rmed\u00e4mmung \u00fcber der Bodenplatte.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-3-4-13\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap03_3634-3_Bautechnik_Group_147.png\" alt=\"Boden \u00fcber Erdreich \u2013 W\u00e4rmed\u00e4mmung unter der Bodenplatte.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.4.13:\u2002Boden \u00fcber Erdreich \u2013 W\u00e4rmed\u00e4mmung unter der Bodenplatte.<\/div>\n<h3>Hinweise zur Abdichtung gegen aufsteigende Feuchte<\/h3>\n<p>\u00dcber Unterkonstruktionen, die sich direkt auf dem Erdreich befinden, muss unter schwimmenden Estrichen (Unterlagsb\u00f6den), als Teil des Fussbodenaufbaus, eine Feuchtigkeitssperre angebracht werden. Die Feuchtigkeitssperre ist aus folgenden Gr\u00fcnden erforderlich:<\/p>\n<ul>\n<li>Schutz vor radioaktivem Radon,<\/li>\n<li>Schutz vor kapillar aufsteigender Feuchtigkeit und<\/li>\n<li>Vermeidung von sch\u00e4dlicher Anreicherung von Feuchte in der Konstruktion.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Feuchtigkeitssperren sind in der Lage, kapillargebundenes und durch Kapillarkr\u00e4fte auch entgegen der Schwerkraft bewegtes Wasser von der Fussboden- und Wandkonstruktion fernzuhalten. Gegen dr\u00fcckendes Wasser und vor Wasser, das infolge M\u00e4ngeln an der \u00e4usseren Entw\u00e4sserung und der \u00e4usseren Abdichtung in das Geb\u00e4ude eindringt, bieten Feuchtigkeitssperren keinen Schutz. Bei Bodenkonstruktionen muss also die Bodenplatte und insbesondere die Arbeitsfuge Boden\/Wand \u00abwasserdicht\u00bb sein.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-3-4-14\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap03_3634-3_Bautechnik_Bild_3-4-14.png\" alt=\"Ausf\u00fchrung der Feuchtigkeitssperre bei gemauerten W\u00e4nden und bei Betonw\u00e4nden.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.4.14:\u2002Ausf\u00fchrung der Feuchtigkeitssperre bei gemauerten W\u00e4nden und bei Betonw\u00e4nden.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Feuchtigkeitssperren sind Dampfbremsen mit hohem Diffusionswiderstand, gebr\u00e4uchlich sind Polymerbitumen-Dichtungsbahnen (PBD), vorzugsweise mit Metallbandeinlage, z.B. E VA 4. Eine Verlegung im Verbund reduziert oder verhindert die Feuchteunterwanderung und bietet somit ein hohes Mass an Sicherheit. Bei der Verwendung von Dichtungsbahnen mit Aluminiumeinlage auf zementgebundenem Untergrund muss der Schutz der Aluminiumfolie vor Korrosion durch eine durchgehende Bitumenschicht von mindestens 2 mm Dicke erfolgen.<\/p>\n<h4>Anschluss an gemauerte W\u00e4nde<\/h4>\n<p>Die Feuchtigkeitssperre muss grunds\u00e4tzlich unter gemauerten W\u00e4nden durchgezogen sein (vgl. Bild 3.4.14). Unter den W\u00e4nden verlegte Feuchtigkeitssperren m\u00fcssen einen \u00dcberstand von mind. 100 mm aufweisen, damit sie mit der Feuchtigkeitssperre auf der Fl\u00e4che dauerhaft verbunden werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ist keine Feuchtigkeitssperre unter der gemauerten Wand verlegt, ist sie verunreinigt, besch\u00e4digt oder zu kurz, sodass ein dichter Anschluss nicht mehr m\u00f6glich ist, muss die Feuchtigkeitssperre an den W\u00e4nden wie beim Beton wenigstens bis zur Oberkante des fertigen Fussbodens aufgebordet werden. In diesem Fall kann nur die Fussbodenkonstruktion wirkungsvoll vor Feuchtigkeit gesch\u00fctzt werden; aufsteigende Kapillarfeuchtigkeit in der Wandkonstruktion ist evtl. nicht zu vermeiden.<\/p>\n<h4>Anschluss an Betonw\u00e4nde<\/h4>\n<p>Entlang von betonierten W\u00e4nden ist die Feuchtigkeitssperre mindestens bis zur Oberkante des fertigen Fussbodens aufzuborden. Grundputze m\u00fcssen an der Oberkante der Feuchtigkeitssperre enden (vgl. Bild 3.4.14).<\/p>\n<h2>3.4.8 Konstruktionsaufbauten im Grundwasser<\/h2>\n<h3>W\u00e4rmeschutz<\/h3>\n<p>Bei Bauteilen im ungest\u00f6rten Erdreich (nicht durch Grundwasser beeinflusst) vermindert sich der W\u00e4rmeverlust durch die w\u00e4rmed\u00e4mmende Wirkung des Erdreichs um den Faktor b (vgl. Bild 3.4.1). Dieser positive Einfluss wird bei Grundwasserbelastung reduziert, abh\u00e4ngig von:<\/p>\n<ul>\n<li>der Tiefe des Grundwasserspiegels unterhalb der Erdreichoberfl\u00e4che und<\/li>\n<li>der Drift- bzw. Fliessgeschwindigkeit des Grundwassers.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Objektspezifisch ist der Einflussfaktor Driftgeschwindigkeit kaum pr\u00e4zise zu benennen und es wird somit in der Praxis meist vom schlechtesten Fall ausgegangen, was je nach Tiefe des Grundwasserspiegels unterhalb der Erdreichoberfl\u00e4che zu einer Erh\u00f6hung des W\u00e4rmeverlusts (gegen\u00fcber dem \u00abungest\u00f6rten Erdreich\u00bb) um einen Faktor 1,0 bis 1,74 f\u00fchrt.<\/p>\n<h3>Feuchteschutz<\/h3>\n<p>Wie unter 3.4.6 beschrieben, sind geeignete Dichtungsmassnahmen zu treffen, mit denen dann in der Regel die Dichtigkeitsklasse 1 gew\u00e4hrleistet werden kann. Neben der Abdichtung gegen dr\u00fcckendes Wasser, zur Verhinderung von Wasserinfiltrationen, gilt es, bei Bauteilen gegen Grundwasser auch die Auffeuchtung von innen her (Oberfl\u00e4chenkondensat, Schimmelpilzbildung) zu beachten. Insbesondere bei nicht w\u00e4rmeged\u00e4mmten Bauteilen ist im Sommerhalbjahr die Gefahr von lokal zu hoher Raumluftfeuchte, im Bereich von inneren\u00a0Bauteiloberfl\u00e4chen, bei Grundwassereinfluss, gross (vgl. auch <a href=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/2-4%e2%80%82feuchteschutz\/\">Kapitel 2.4.4<\/a> \u00abFeuchtigkeitsprobleme in Kellerr\u00e4umen\u00bb).<\/p>\n<h3>Konstruktionswahl<\/h3>\n<p>F\u00fcr die Wahl und Planung der Grundwasserabdichtung sind die Ber\u00fccksichtigung des H\u00f6chstwasserstandes (Grundwasser unterliegt H\u00f6henschwankungen) und die vorgesehene Raumnutzung (Dichtigkeitsklasse gem\u00e4ss Nutzungsvereinbarung, vgl. Bild 3.4.8) von Bedeutung. Die Grundwasserabdichtung ist so zu projektieren und auszuf\u00fchren, dass auch nachtr\u00e4glich Massnahmen zur Gew\u00e4hrleistung der Wasserdichtigkeit getroffen bzw. Leckstellen nachgedichtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wenn unbeheizte R\u00e4ume an Aussenbauteile mit Grundwasserbelastung angrenzen, dann ist in der Regel kein W\u00e4rmeschutz erforderlich. Es gilt dann, die maximal zul\u00e4ssige Raumluftfeuchte durch haustechnische Massnahmen so zu gew\u00e4hrleisten, dass Oberfl\u00e4chenkondensat und Schimmelpilzbildung vermieden werden kann. Bei solchen Bauteilen ist die wasserdichte Schicht (wasserdichter Beton und evtl. wasserdichter M\u00f6rtel o.\u00c4.) meist von innen her zug\u00e4nglich und allf\u00e4llige Infiltrationsstellen (z.B. bei Rissen) k\u00f6nnen auch nachtr\u00e4glich gedichtet werden, sei es durch Injektionen oder fl\u00e4chige Beschichtungen. Solche Nachbesserungen k\u00f6nnen aber zu unerw\u00fcnschten Beeintr\u00e4chtigungen der Bauteiloberfl\u00e4chen f\u00fchren (\u00e4sthetischer Mangel).<br \/>\nBei w\u00e4rmeged\u00e4mmten Bauteilen sind die Anforderungen an die Dichtheit des Bauwerks meist h\u00f6her als bei unged\u00e4mmten Bauteilen und es ist in der Regel nicht mehr m\u00f6glich, M\u00e4ngel an der Abdichtung zu beheben. Die Bilder 3.4.15 bis 3.4.17 zeigen drei gebr\u00e4uchliche Abdichtungssysteme f\u00fcr w\u00e4rmeged\u00e4mmte B\u00f6den gegen das Grundwasser.<\/p>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap03_3634-3_Bautechnik_Group_150.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.4.15:\u2002Boden mit Grundwasserbelastung, Abdichtung mit Polymerbitumen-Dichtungsbahnen.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap03_3634-3_Bautechnik_Group_3.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.4.16:\u2002Boden mit Grundwasserbelastung, Abdichtung mit Kunststoff-Dichtungsbahnen.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-3-4-17\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap03_3634-3_Bautechnik_Group_151.png\" alt=\"Boden mit Grundwasserbelastung, Abdichtung mit Folien-Tondichtungsbahn.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 3.4.17:\u2002Boden mit Grundwasserbelastung, Abdichtung mit Folien-Tondichtungsbahn.<\/div>\n<h3><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>3.4.1 Definition Bodenkonstruktionen begrenzen den W\u00e4rmefluss von oben nach unten. Sie grenzen beheizte R\u00e4ume gegen darunter sich befindende nicht beheizte R\u00e4ume, gegen Aussenklima und gegen das Erdreich ab. Bodenkonstruktionen \u00fcber Erdreich werden durch aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich, in speziellen F\u00e4llen auch durch dr\u00fcckendes Wasser (Grundwasser) belastet. 3.4.2 Anforderungen Vom beheizten Raum her betrachtet ergeben [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-1838","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-baukonstruktion-beim-neubau"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1838","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/users\/8"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1838"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1838\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4840,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1838\/revisions\/4840"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1838"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1838"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1838"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}