{"id":1880,"date":"2018-08-13T16:06:53","date_gmt":"2018-08-13T14:06:53","guid":{"rendered":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/?p=1880"},"modified":"2022-09-30T15:15:05","modified_gmt":"2022-09-30T13:15:05","slug":"8-2-wohn-und-geschaeftshaus-renggli-sursee","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/8-2-wohn-und-geschaeftshaus-renggli-sursee\/","title":{"rendered":"8.2 Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus Renggli, Sursee"},"content":{"rendered":"<h2>8.2.1 Architektonische \u00dcberlegungen<\/h2>\n<p>Die Renggli AG hat sich in Sursee ein neues Wohn- und B\u00fcrogeb\u00e4ude gebaut, das anfangs 2003 bezogen wurde. An der Nahtstelle von Alt- und Neustadt, von neuzeitlichen Gesch\u00e4ftsh\u00e4usern und der poetischen Surelandschaft, suchten die Architekten Scheitlin Syfrig einen zwischen den beiden Gebieten vermittelnden Ausdruck des Geb\u00e4udes. So stammt die dunkle, s\u00e4gerohe Holzhaut aus der einen, die glatte, technisch aufwendige Fenstereinfassung aus der anderen Welt. Zusammen erzeugen sie ein spannungsvolles Spiel von sich im Licht ver\u00e4ndernden Oberfl\u00e4chen und Stimmungen. Der in weniger als vier Wochen aufgebaute, vorfabrizierte Holzsystembau verf\u00fcgt \u00fcber ausgezeichnete Eigenschaften und hat sich nun bereits \u00fcber eine l\u00e4ngere Nutzungszeit bew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Das neue MINERGIE-Geb\u00e4ude ist ein viergeschossiger Holzsystembau, der die Resultate eines Architekturwettbewerbes von 1991 in \u00fcberarbeiteter Form umsetzt. Der quadratische Bau hat einen Innenhof und wird in seinem hinteren Teil vom Flusslauf der Suhre durchbrochen. Nebst den B\u00fcror\u00e4umlichkeiten f\u00fcr den Eigenbedarf der Renggli AG und f\u00fcr diverse Drittunternehmen sind in den Obergeschossen exklusive Wohnungen sowie auf der Suhre-Insel zwei einzigartige Ateliers realisiert worden. Drei Erschliessungskerne stellen die optimale Zug\u00e4nglichkeit der verschiedenen Nutzungszonen sicher.<\/p>\n<p>Ein Elementbau macht dann Sinn, wenn eine m\u00f6glichst grosse Zahl gleicher Elemente produziert werden kann. Deshalb wurden im B\u00fcrobereich alle Raumtiefen gleich dimensioniert und ein Raster von etwa 2,90 m x 4,75 m gew\u00e4hlt, welcher sich auch f\u00fcr die angestrebten Raumgr\u00f6ssen als flexibel erwies. Das Gleiche gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr die Fassaden, mit Ausnahme der Wohnungen gegen die Suhrenl\u00e4ufe wurde im B\u00fcroteil immer das gleiche Fenster verwendet.<\/p>\n<p>Die Anspr\u00fcche an die Fassadendetails und die architektonischen Vorstellungen, dass die Glasebene beim Fenster so weit vorne wie m\u00f6glich sein sollte, f\u00fchrten zur Entwicklung des Fensterelements. Kein horizontaler Balken als Bekleidung der Storen, sondern eine entsprechend proportionierte \u00abBrille\u00bb, welche an die Fenstereinfassungen der klassischen Holzh\u00e4user erinnert, gew\u00e4hrleistet die Funktionen.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-8-2-1\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-1.png\" alt=\"Die zwei Wohngeschosse sind \u00fcber den zweigeschossigen Atelierbauten bzw. dem offenen Zugang zum Innenhof angeordnet.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.1:\u2002Die zwei Wohngeschosse sind \u00fcber den zweigeschossigen Atelierbauten bzw. dem offenen Zugang zum Innenhof angeordnet.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-2-2\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-2.png\" alt=\"Die Suhre fliesst beidseitig den Atelierbauten entlang.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.2:\u2002Die Suhre fliesst beidseitig den Atelierbauten entlang.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-2-3\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-3.png\" alt=\"Geb\u00e4udeschnitt durch Erschliessung\/B\u00fcrobereich\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.3:\u2002Geb\u00e4udeschnitt durch Erschliessung\/B\u00fcrobereich (links und Ansicht) sowie Wohnbereich \u00fcber der Suhre.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-2-4\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-4.png\" alt=\"Grundriss Erdgeschoss.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.4:\u2002Grundriss Erdgeschoss.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-2-5\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-5.png\" alt=\"Grundriss 2. Obergeschoss.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.5:\u2002Grundriss 2. Obergeschoss.<\/div>\n<h2>8.2.2 Baukonstruktion<\/h2>\n<p>Im Bereich des nicht beheizten Untergeschosses, das teilweise durch Grundwasser beansprucht wird, ist die Geb\u00e4udeh\u00fclle in Stahlbeton ausgef\u00fchrt. Vom Konzept her wurde eine Ausf\u00fchrung mit wasserdichtem Beton gew\u00e4hlt, mit folgenden Optionen:<\/p>\n<ul>\n<li>Nachdichtung m\u00f6glich mittels Injektionen oder wasserdichter, fl\u00e4chiger Beschichtung.<\/li>\n<li>Evtl. Innenw\u00e4rmed\u00e4mmung nachtr\u00e4glich m\u00f6glich, falls die raumklimatischen Bedingungen zu Oberfl\u00e4chenkondensat im durch Grundwasser beeinflussten Bereich f\u00fchren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wegen einer erweiterten Nutzung (Atelierwohnung) des Untergeschosses, das beidseitig an die Suhre angrenzt, wurden dort nachtr\u00e4glich eine Innenw\u00e4rmed\u00e4mmung und eine Komfortl\u00fcftung realisiert.<\/p>\n<p>Auch die Erschliessungsbereiche sind, prim\u00e4r aus brandschutztechnischen \u00dcberlegungen, in Massivbauweise konzipiert.<\/p>\n<p>\u00dcber der Stahlbetondecke UG\/EG sind ansonsten s\u00e4mtliche Aussen- und Innenw\u00e4nde, Geschossdecken und Flachd\u00e4cher mit industriell vorgefertigten Holzelementen ausgef\u00fchrt worden. Als Konstruktionsprinzip f\u00fcr den Schichtaufbau der Aussenw\u00e4nde wurde die Holzrahmenbauweise gew\u00e4hlt, welche in der Schweiz am verbreitetsten ist.<\/p>\n<p>Als Randbedingung f\u00fcr die konstruktive Ausbildung der Geb\u00e4udeh\u00fclle und der Innenbauteile galt es, neben der Statik und dem Brandschutz vor allem den Schall- und den W\u00e4rmeschutz zu beachten:<\/p>\n<ul>\n<li>Einhalten der erh\u00f6hten Anforderungen gem\u00e4ss Norm SIA 181.<\/li>\n<li>Erreichen des MINERGIE-Standards.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In R\u00e4umen mit Anforderungen an die Raumakustik (Besprechung, Ausstellung, Schulung) wurde im Deckenbereich, zus\u00e4tzlich zur schalltechnisch wirksamen Vorsatzschale, eine schallabsorbierende Decke realisiert.<\/p>\n<h2>8.2.3 W\u00e4rmeschutz\/Energie<\/h2>\n<h3>Zielvorstellung<\/h3>\n<p>Das Geb\u00e4ude soll zukunftsorientiert gebaut werden. Weil in der Planungsphase der MINERGIE-P-Standard noch nicht definiert war, hat man sich entschieden, das Geb\u00e4ude im MINERGIE-Standard zu erstellen. Die wesentlichen Bauteile weisen folgende U-Werte auf:<\/p>\n<ul>\n<li>Aussenwand 0,18 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K<\/li>\n<li>Flachdach 0,19 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K<\/li>\n<li>Boden \u00fcber UG 0,20 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K<\/li>\n<li>Boden \u00fcber Aussenluft 0,13 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K<\/li>\n<li>Fenster 1,25 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K<\/li>\n<\/ul>\n<p>Weil bei hochw\u00e4rmeged\u00e4mmten Geb\u00e4udeh\u00fcllen der Einfluss von W\u00e4rmebr\u00fccken gross ist, wurden die relevanten Bauteil\u00fcberg\u00e4nge diesbez\u00fcglich n\u00e4her untersucht.Dabei hat sich gezeigt, dass bei den Detaill\u00f6sungen innerhalb des Holzsystembaus, bezogen auf die \u00e4ussere Abmessung, generell eine \u00abw\u00e4rmebr\u00fcckenfreie\u00bb L\u00f6sung vorliegt: Es ist kein zus\u00e4tzlicher W\u00e4rmebr\u00fcckenverlustkoeffizient \u03a8 zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzliche W\u00e4rmeverluste treten jedoch beim Einbau der Fenster in den Holzrahmenbau auf, es ist beim gew\u00e4hlten Holz-Metall-Fenster ein W\u00e4rmebr\u00fcckenverlustkoeffizient \u03a8<sub>Einbau<\/sub> von 0,14 W\/m\u00b7K zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<h3>Massnahmen und berechnete Kennwerte<\/h3>\n<p>Durch das Reduzieren der Transmissionsw\u00e4rmeverluste und durch m\u00f6glichst hohe passiv-solare Energiegewinne wird mit einem Heizw\u00e4rmebedarf Q<sub>h<\/sub> von 50,6 kWh\/m<sup>2<\/sup>\u00a0ein Kennwert erreicht, der 25 % besser ist als der SIA 380\/1-Grenzwert Q<sub>h,li<\/sub>.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-8-2-6\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-6.png\" alt=\"Fassadenschnitt mit Konstruktionsaufbauten der wesentlichen Bauteile.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.6:\u2002Fassadenschnitt mit Konstruktionsaufbauten der wesentlichen Bauteile.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Durch die eingebaute L\u00fcftung mit W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung (WRG) kann gegen\u00fcber einer konventionellen L\u00f6sung mit Fensterl\u00fcftung der L\u00fcftungsw\u00e4rmeverlust und somit auch der Heizw\u00e4rmebedarf wesentlich reduziert werden. Beim vorliegenden Objekt resultiert dadurch ein Energieverbrauch \u00abW\u00e4rme\u00bb, der gegen\u00fcber einem analogen Geb\u00e4ude, das nur gerade den Grenzwert Q<sub>h,li<\/sub> erreicht, noch etwa 50 % betr\u00e4gt. Bei dieser Betrachtung wurde der Strom f\u00fcr die L\u00fcftung mitber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Der Energiebedarf f\u00fcr Heizung und Warmwasser wird mit zwei Grundwasser-W\u00e4rmepumpen abgedeckt, die eine Jahresarbeitszahl von etwa 4 aufweisen. Im Vergleich zu einer \u00d6lheizung beim \u00abStandardbau mit Q<sub>h<\/sub> = Q<sub>h,li<\/sub>\u00bb kann damit der Energieverbrauch auf 14 % reduziert werden. Statt 41&#8217;500 Liter Heiz\u00f6l\u00e4quivalent wird das optimierte Geb\u00e4ude f\u00fcr Heizung und Warmwasser umgerechnet nur noch 5&#8217;600 Liter Heiz\u00f6l\u00e4quivalent verbrauchen.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-8-2-7\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/httpdocs\/wp-content\/uploads\/Web_Bild_8-2-7.png\" alt=\"W\u00e4rmebr\u00fcckenfreier \u00dcbergang von der Wand- zur Flachdachkonstruktion, ohne den zu ber\u00fccksichtigenden W\u00e4rmebr\u00fcckenverlustkoeffizienten \u03a8.\"\/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.7:\u2002W\u00e4rmebr\u00fcckenfreier \u00dcbergang von der Wand- zur Flachdachkonstruktion, ohne den zu ber\u00fccksichtigenden W\u00e4rmebr\u00fcckenverlustkoeffizienten \u03a8. Bezogen auf die \u00e4ussere Abmessung (Bruttomasse) wird der W\u00e4rmebr\u00fcckenverlustkoeffizient \u03a8<sub>e<\/sub> negativ!<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-2-8\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/httpdocs\/wp-content\/uploads\/Web_Bild_8-2-8.png\" alt=\"Beim seitlichen Fensteranschlag\"\/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.8:\u2002Beim seitlichen Fensteranschlag (Holz-Metall-Fenster in Holzrahmenbau-Aussenwand) resultiert ein eher hoher W\u00e4rmebr\u00fcckenverlustkoeffizient \u03a8<sub>Einbau<\/sub>, der bei energetischen Betrachtungen zu ber\u00fccksichtigen ist.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Berechnungsbasis war die Empfehlung SIA 380\/1, Ausgabe 1988 und die MINERGIE-Anforderung Stand 2001. F\u00fcr die gemischte Nutzung \u00abGesch\u00e4ftshaus\/Wohnen\u00bb musste ein Anforderungswert \u00abgewichteten Energiekennzahl W\u00e4rme\u00bb von 41,6 kWh\/m<sup>2<\/sup> eingehalten werden; erreicht werden 24,4 kWh\/m<sup>2<\/sup>, womit der Grenzwert um 41 % unterschritten wird.<\/p>\n<h2>8.2.4 Schallschutz<\/h2>\n<p>Die Anforderungen an den Luft- und Trittschallschutz zwischen unterschiedlichen Nutzungseinheiten sind in Norm SIA 181, abh\u00e4ngig vom Grad der St\u00f6rung und der L\u00e4rmempfindlichkeit, verbindlich festgelegt. F\u00fcr die Beurteilung des Schallschutzes war bei diesem Projekt die Ausgabe 1988 der Norm SIA 181 g\u00fcltig.<\/p>\n<p>Beim Wohn- und Gesch\u00e4ftshaus der Renggli AG hat die Bauherrschaft die erh\u00f6hten Anforderungen verlangt.<\/p>\n<p>Bei Holzbauten ist es wesentlich anspruchsvoller, den erh\u00f6hten Schallschutzanforderungen zu entsprechen und den Schallschutz rechnerisch zu dimensionieren, als bei Massivbauweise. Qualit\u00e4tskontrollen mittels Schallmessungen sind deshalb wichtig und f\u00fcr einen Zuwachs an Know-how unverzichtbar. Diverse Luft- und Trittschallmessungen haben gezeigt, dass mit den gew\u00e4hlten Holzbaukonstruktionen die erh\u00f6hten Anforderungen erreicht werden konnten.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-8-2-9\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Group_49.png\" alt=\"Geschossdecke mit Einfluss der biegeweich abgeh\u00e4ngten Vorsatzschale aus Gipskartonplatten. Nur mit der geplanten Deckenbekleidung k\u00f6nnen die erh\u00f6hten Anforderungen an den Luft- und Trittschallschutz garantiert werden.Das Luftschalld\u00e4mmverm\u00f6gen der Konstruktion kann dank biegeweich abgeh\u00e4ngter Decke um 7 dB verbessert werden und der Trittschallschutz sogar um 12 dB.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.9:\u2002Geschossdecke mit Einfluss der biegeweich abgeh\u00e4ngten Vorsatzschale aus Gipskartonplatten. Nur mit der geplanten Deckenbekleidung k\u00f6nnen die erh\u00f6hten Anforderungen an den Luft- und Trittschallschutz garantiert werden. Das Luftschalld\u00e4mmverm\u00f6gen der Konstruktion kann dank biegeweich abgeh\u00e4ngter Decke um 7 dB verbessert werden und der Trittschallschutz sogar um 12 dB.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-2-10\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-10.png\" alt=\"B\u00fcrotrennwand: Vom Konstruktionsaufbau her hat diese Wand sicherlich das Potenzial, ein bewertetes Schalld\u00e4mmmass R\u2019w von 60 dB zu erreichen. Dass dieses Potenzial bei einer Messung nicht erreicht wurde, ist mit grosser Wahrscheinlichkeit auf starre Verbindungen zwischen den beiden Tragstrukturen zur\u00fcckzuf\u00fchren. Das Verbesserungsmass der Vorsatzschale wird dadurch wesentlich reduziert.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.10:\u2002B\u00fcrotrennwand: Vom Konstruktionsaufbau her hat diese Wand sicherlich das Potenzial, ein bewertetes Schalld\u00e4mmmass R\u2019<sub>w<\/sub> von 60 dB zu erreichen. Dass dieses Potenzial bei einer Messung nicht erreicht wurde, ist mit grosser Wahrscheinlichkeit auf starre Verbindungen zwischen den beiden Tragstrukturen zur\u00fcckzuf\u00fchren. Das Verbesserungsmass der Vorsatzschale wird dadurch wesentlich reduziert.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-2-11\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-11.png\" alt=\"Wohnungstrennwand: Mit einem bewerteten Schalld\u00e4mmmass R\u2019w von 56 dB gew\u00e4hrleistet diese Wand bei eher grossem Empfangsraumvolumen im Vergleich zur Trennbauteilfl\u00e4che die erh\u00f6hte Anforderung an den Luftschallschutz von DnT,w \u2265 57 dB.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.11:\u2002Wohnungstrennwand: Mit einem bewerteten Schalld\u00e4mmmass R\u2019<sub>w<\/sub> von 56 dB gew\u00e4hrleistet diese Wand bei eher grossem Empfangsraumvolumen im Vergleich zur Trennbauteilfl\u00e4che die erh\u00f6hte Anforderung an den Luftschallschutz von D<sub>nT,w<\/sub> \u2265 57 dB.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-2-12\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-12.png\" alt=\"B\u00fcro- und Zimmertrennwand intern: Mit einem bewerteten Schalld\u00e4mmmass R\u2019w von etwa 42 dB gew\u00e4hrleistet diese Trennwand einen \u00e4hnlichen Schallschutz wie eine d\u00fcnne, beidseitig verputzte Backsteinwand. Solche Trennw\u00e4nde gen\u00fcgen zwischen R\u00e4umen der gleichen Nutzungseinheit, wenn keine Anforderungen an die\u00a0Vertraulichkeit gestellt werden.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.12:\u2002B\u00fcro- und Zimmertrennwand intern: Mit einem bewerteten Schalld\u00e4mmmass R\u2019<sub>w<\/sub> von etwa 42 dB gew\u00e4hrleistet diese Trennwand einen \u00e4hnlichen Schallschutz wie eine d\u00fcnne, beidseitig verputzte Backsteinwand. Solche Trennw\u00e4nde gen\u00fcgen zwischen R\u00e4umen der gleichen Nutzungseinheit, wenn keine Anforderungen an die\u00a0Vertraulichkeit gestellt werden.<\/div>\n<h2>8.2.5 Brandschutz<\/h2>\n<p>In enger Zusammenarbeit mit der Brandschutzbeh\u00f6rde<\/p>\n<p>des Kantons Luzern wurde f\u00fcr dieses mehrgeschossige Geb\u00e4ude in Holzbauweise ein objektbezogenes Brandschutzkonzept erarbeitet. Gest\u00fctzt auf Artikel 11 der g\u00fcltigen VKF-Brandschutznorm (Ausgabe 1993) ergeben sich unter anderen folgende Brandschutzmassnahmen:<\/p>\n<div id=\"bild-hle-8-2-13\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-13.png\" alt=\"Brandschutzkonzept\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.13:\u2002Brandschutzkonzept (Baueingabe): Schnitt.<\/div>\n<h3>Fluchtwege<\/h3>\n<h4>Anzahl Treppenanlagen<\/h4>\n<ul>\n<li>3 Fluchttreppenh\u00e4user<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Feuerwiderstand Treppenh\u00e4user<\/h4>\n<ul>\n<li>F60 (nicht brennbare Massivbauweise)<\/li>\n<li>T30-T\u00fcren zu Wohnungen<\/li>\n<li>R30-T\u00fcren zu B\u00fcro- und Kombizone<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Feuerwiderstand Korridore<\/h4>\n<ul>\n<li>F30bb \/ R30<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Feuerwiderstand Kombizone<\/h4>\n<ul>\n<li>F30bb \/ R30<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Ausbau<\/h4>\n<ul>\n<li>Nicht brennbare Wand- und Deckenoberfl\u00e4chen\/<br \/>\n-bekleidungen (BKZ 6q.3);<\/li>\n<li>Nicht brennbare Treppenkonstruktion<\/li>\n<li>Brennbare Bodenbel\u00e4ge (BKZ 4.2)<\/li>\n<\/ul>\n<div id=\"bild-hle-8-2-14\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-14.png\" alt=\"Brandschutzkonzept mit Fluchtwegen\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.14:\u2002Brandschutzkonzept mit Fluchtwegen (Baueingabe): Grundriss EG.<\/div>\n<h3>Tragwerk<\/h3>\n<h4>UG<\/h4>\n<ul>\n<li>F60 (nicht brennbare Massivbauweise)<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Wohnbereich EG, 1. und 2.OG<\/h4>\n<ul>\n<li>F30bb<\/li>\n<\/ul>\n<h4>B\u00fcrobereich EG und 1. OG<\/h4>\n<ul>\n<li>F30bb<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Oberstes Geschoss<\/h4>\n<ul>\n<li>Ohne Feuerwiderstand<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Brandabschnitte<\/h3>\n<h4>Treppenanlagen<\/h4>\n<ul>\n<li>Siehe Fluchtwege<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Liftsch\u00e4chte<\/h4>\n<ul>\n<li>Kein Brandabschnitt zu Treppenhaus<\/li>\n<li>F60 \/ A30 zu Wohnungen im 3. OG<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Korridore\/Kombizone<\/h4>\n<ul>\n<li>Siehe Fluchtwege<\/li>\n<\/ul>\n<h4>UG<\/h4>\n<ul>\n<li>F60 \/ T30<\/li>\n<\/ul>\n<h4>EG, 1. bis 3. OG<\/h4>\n<ul>\n<li>F30bb \/ T30 (evtl. R30)<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Aussenw\u00e4nde<\/h3>\n<h4>Feuerwiderstand<\/h4>\n<ul>\n<li>F30bb<\/li>\n<\/ul>\n<div id=\"bild-hle-8-2-15\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-15.png\" alt=\"Detail: Korridortrennwand-Decke im B\u00fcrotrakt.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.15:\u2002Detail: Korridortrennwand-Decke im B\u00fcrotrakt.<\/div>\n<h4>Aussenwandbekleidung<\/h4>\n<ul>\n<li>Holz oder Holzwerkstoffe BKZ 4.3<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Technische Massnahmen<\/h3>\n<h4>Sprinkleranlage<\/h4>\n<ul>\n<li>Sprinkleranlage als Vollschutz im B\u00fcro- und Wohnbereich<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Haustechnische Anlagen<\/h4>\n<ul>\n<li>Ausf\u00fchrung gem\u00e4ss Vorschrift<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Nassl\u00f6schposten<\/h4>\n<ul>\n<li>Anzahl gem\u00e4ss Vorschrift<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Schlussfolgerung<\/h3>\n<p>Die Realisierung einer Holzbauweise f\u00fcr dieses viergeschossige Geb\u00e4ude ist in Kombination mit einem Sprinklervollschutz im B\u00fcro- und Wohnbereich m\u00f6glich. Weil mit dem Sprinklervollschutz eine Brandausbreitung \u00fcber die Fassade stark eingeschr\u00e4nkt wird, ist die Montage einer Aussenwandbekleidung in Holz ebenfalls ohne zus\u00e4tzliche Massnahmen m\u00f6glich. Das klare und einfache Fluchtwegkonzept gew\u00e4hrleistet eine hohe Personensicherheit.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-8-2-16\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-16.png\" alt=\"Detail: Aussenwand-Decke im B\u00fcrotrakt.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.16:\u2002Detail: Aussenwand-Decke im B\u00fcrotrakt.<\/div>\n<h2>8.2.6 Ingenieurholzbau<\/h2>\n<p>Der Neubau der Renggli AG in Sursee besteht aus zwei verschiedenen Geb\u00e4udeteilen mit unterschiedlichen Tragsystemen.<\/p>\n<h3>B\u00fcrotrakt<\/h3>\n<p>Der dreigeschossige, U-f\u00f6rmige B\u00fcrotrakt enth\u00e4lt als statisches Haupttragwerk einen Skelettbau. Die Raumaufteilung mit der mittigen etwa 2 Meter breiten Erschliessungszone (Korridor) und den seitlichen B\u00fcror\u00e4umen (etwa 4,8 Meter breit) gliedert den ganzen Geb\u00e4udetrakt. Diese klare Struktur ergibt einen sinnvollen St\u00fctzenraster f\u00fcr den Holzbau. Neben dem Korridor stehen in einem Abstand von 2,9 Meter tragende Holzst\u00fctzen. Die Aussenw\u00e4nde mit den grossen Fenster\u00f6ffnungen sind tragend ausgebildet. Die Lasten werden via integrierte Kerto-Unterz\u00fcge auf die, dem Raster entsprechend positionierten, tragenden Hauptst\u00fctzen geleitet.<\/p>\n<p>Die vertikale Lastabtragung durch die Geschossdecken erfolgt bei den Innenst\u00fctzen mit Stahlteilen. Bei den Aussenw\u00e4nden sind die tragenden St\u00fctzen oben ausgeklinkt.<\/p>\n<p>Zur Gew\u00e4hrleistung sehr geringer Setzmasse erfolgt die vertikale Lastabtragung somit ausschliesslich durch stehende H\u00f6lzer. Die Decken \u00fcber den B\u00fcror\u00e4umen sind als Rippenplatten ausgebildet. Diese sind auf dem Kerto-Tr\u00e4ger (Aussenwand) und an einen integrierten Quertr\u00e4ger (zwischen den Korridor-St\u00fctzen) aufgelagert. \u00dcber der Korridorzone sind entsprechend der Spannweite kleine Balkenquerschnitte eingesetzt worden. Diese Platzersparnis kann so optimal f\u00fcr die F\u00fchrung der Hauptleitungen der L\u00fcftungs- und Sprinkleranlage genutzt werden.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-8-2-17\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-17.png\" alt=\"Auflage Decke bei Aussenwand auf Kerto-Unterzug.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.17:\u2002Auflage Decke bei Aussenwand auf Kerto-Unterzug.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-2-18\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-18.png\" alt=\"St\u00fctzenraster im Korridorbereich.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.18:\u2002St\u00fctzenraster im Korridorbereich.<\/div>\n<h3>Wohntrakt<\/h3>\n<p>Der Geb\u00e4udeteil \u00fcber dem Fluss besteht in den ersten zwei Geschossen aus je zwei freistehenden Atelierwohnungen, welche als Eckt\u00fcrme auf der k\u00fcnstlichen Suhre-Insel positioniert sind. Die vier grossz\u00fcgigen Wohnungen im 2. und 3. Obergeschoss \u00fcberspannen den zum Geb\u00e4ude liegenden Flusslauf sowie die ganze Insel. Der offene Bereich unter den Wohnungen misst in der Breite etwa 17,5 Meter und in der L\u00e4nge etwa 14,0 Meter (inklusive Balkonauskragung). Diese grosse Fl\u00e4che ist m\u00f6glichst transparent \u00fcberdeckt. Sechs runde Holzst\u00fctzen in zwei St\u00fctzreihen mit dar\u00fcberliegenden Unterz\u00fcgen bilden die tragende Substanz der Wohnungen. Weil die St\u00fctzen nicht in der Ebene der Aussenwand stehen, galt es, die Aussenwand entsprechend abzufangen. Eine st\u00fctzenfreie Spannweite von \u00fcber 17 Meter ist nicht wirtschaftlich realisierbar, weil die vielen Fenster in der Aussenwand kaum einen Fachwerktr\u00e4ger \u00fcber die gesamte Geschossh\u00f6he zulassen. Zur L\u00f6sung werden die in der Geb\u00e4udemitte liegenden, querlaufenden Wohnungstrennw\u00e4nde beigezogen. Diese zweischalige Trennwand ist mit zwei f\u00fcnfschichtigen Grossformatplatten (3 x 11 Meter, Plattendicke 100 mm) als Kragarmtr\u00e4ger konstruiert. An diesen Kragarmtr\u00e4gern sind die in der Aussenwand integrierten Unterz\u00fcge als Durchlauftr\u00e4ger aufgeh\u00e4ngt. Zwischen den Eckt\u00fcrmen und den Treppenh\u00e4usern tragen je drei Unterz\u00fcge die grossen Einzellasten ab. Auf dieser Unterkonstruktion sind die Bodenelemente vollfl\u00e4chig verlegt. Dadurch entsteht eine Plattform, auf welcher der \u00abzweigeschossige\u00bb Wohnungsbau (2. und 3. OG) konventionell konstruiert worden ist.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-8-2-19\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-19.png\" alt=\"Wohntrakt: Haupttragwerk Holzbau \u00fcber dem Fluss\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.19:\u2002Wohntrakt: Haupttragwerk Holzbau \u00fcber dem Fluss (EG und 1. OG).<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-2-20\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-20.png\" alt=\"Wohntrakt: Plattform als Unterkonstruktion f\u00fcr das 2. und 3. Obergeschoss.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.20:\u2002Wohntrakt: Plattform als Unterkonstruktion f\u00fcr das 2. und 3. Obergeschoss.<\/div>\n<h3>Aussteifung<\/h3>\n<p>Die auftretenden Wind- oder Erdbebenlasten werden durch die Geschossdecken, welche als Scheiben ausgebildet sind, bis zu den Treppenhaust\u00fcrmen geleitet. Verbindungsteile aus Stahl leiten die Kr\u00e4fte in die aussteifenden Betonbauteile.<\/p>\n<h2>8.2.7 Bauausf\u00fchrung<\/h2>\n<p>Die folgenden Fotos geben einen \u00dcberblick \u00fcber die Bauausf\u00fchrung.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Bautechnik_S401.png\" \/><\/p>\n<h2>8.2.8 Qualit\u00e4tskontrolle\/Nutzungserfahrungen<\/h2>\n<p>Durch eine systematische Qualit\u00e4tskontrolle \u00fcber ein erstes Betriebsjahr sollen f\u00fcr den mehrgeschossigen Holzbau wesentliche Erkenntnisse gewonnen werden. Insbesondere soll dadurch auch die Sicherheit gegeben werden, dass mit der gew\u00e4hlten Bauweise, unter Verwendung von industriell vorgefertigten Holzelementen, die Anforderungen in den Bereichen Behaglichkeit, W\u00e4rme- und Schallschutz sowie Luftdichtheit eingehalten werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Behaglichkeit<\/h3>\n<p>Im ersten Sommerhalbjahr wurde der W\u00e4rmeschutz im Sommer bem\u00e4ngelt. Durch konsequenteren Einsatz des Sonnenschutzes und ein optimiertes L\u00fcftungsverhalten (Nachtausk\u00fchlung) konnte die Situation verbessert und \u00fcber das ganze Jahr konnten behagliche Verh\u00e4ltnisse erreicht werden.<\/p>\n<h3>Schallschutz und Raumakustik<\/h3>\n<p>Die Referenzmessungen haben gezeigt, dass die erh\u00f6hten Anforderungen gem\u00e4ss Norm SIA 181 (Ausgabe 1988) eingehalten werden konnten.<\/p>\n<p>Mit den in gr\u00f6sseren R\u00e4umen ausgef\u00fchrten Gipsloch-Akustikdecken sind sehr angenehme raumakustische Verh\u00e4ltnisse erzielt worden.<\/p>\n<h3>Luftdichtheit<\/h3>\n<p>Die Luftdichtheit der Geb\u00e4udeh\u00fclle wurde von der EMPA mittels Blower-Door-Messungen am 5. und 11. Februar 2003 gepr\u00fcft. Die Messergebnisse wurden nach verschiedensten Kriterien ausgewertet (n<sub>l,50<\/sub> und v<sub>a,4<\/sub>), womit aufgezeigt werden konnte, dass die geltenden Anforderungen eingehalten worden sind.<\/p>\n<p>Wichtig waren auch die gewonnenen Erkenntnisse bez\u00fcglich Fehlstellen:<\/p>\n<ul>\n<li>Luftdundichtheiten bei Hebeschiebefenstern.<\/li>\n<li>Eher hohe Luftundichtheiten innerhalb der thermischen Geb\u00e4udeh\u00fclle, zwischen differenten Nutzungseinheiten.<\/li>\n<li>Luftundichtheiten bei Chemin\u00e9eofen und K\u00fcchenventilator.<\/li>\n<\/ul>\n<div id=\"bild-hle-8-2-21\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-21.png\" alt=\"Die Abluft wird nach Abk\u00fchlung im W\u00e4rmetauscher via Hinterl\u00fcftung nach aussen gef\u00fchrt.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.21:\u2002Die Abluft wird nach Abk\u00fchlung im W\u00e4rmetauscher via Hinterl\u00fcftung nach aussen gef\u00fchrt.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-2-22\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-22.png\" alt=\"Ein in Kippstellung arretiertes Fenster f\u00fchrt zu einem grossen L\u00fcftungsw\u00e4rmeverlust.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.22:\u2002Ein in Kippstellung arretiertes Fenster f\u00fchrt zu einem grossen L\u00fcftungsw\u00e4rmeverlust.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-2-23\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-23.png\" alt=\"Geb\u00e4ude von S\u00fcdosten betrachtet: Es sind keine signifikanten, w\u00e4rmetechnischen Schwachstellen oder Luftundichtheiten sichtbar.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.23:\u2002Geb\u00e4ude von S\u00fcdosten betrachtet: Es sind keine signifikanten, w\u00e4rmetechnischen Schwachstellen oder Luftundichtheiten sichtbar.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-2-24\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-2-24.png\" alt=\"Auch bei den zum Hof hin orientierten Fassaden sind keine Einflussfaktoren von W\u00e4rmebr\u00fccken oder luftundichten Stellen feststellbar.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.2.24:\u2002Auch bei den zum Hof hin orientierten Fassaden sind keine Einflussfaktoren von W\u00e4rmebr\u00fccken oder luftundichten Stellen feststellbar.<\/div>\n<h2>8.2.9 Weitere Angaben zum Objekt<\/h2>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Bautechnik_S403.png\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>8.2.1 Architektonische \u00dcberlegungen Die Renggli AG hat sich in Sursee ein neues Wohn- und B\u00fcrogeb\u00e4ude gebaut, das anfangs 2003 bezogen wurde. An der Nahtstelle von Alt- und Neustadt, von neuzeitlichen Gesch\u00e4ftsh\u00e4usern und der poetischen Surelandschaft, suchten die Architekten Scheitlin Syfrig einen zwischen den beiden Gebieten vermittelnden Ausdruck des Geb\u00e4udes. 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