{"id":1882,"date":"2018-08-13T16:07:02","date_gmt":"2018-08-13T14:07:02","guid":{"rendered":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/?p=1882"},"modified":"2022-09-30T15:16:15","modified_gmt":"2022-09-30T13:16:15","slug":"8-3-minergie-p-sanierung-bohlstrasse-37-zug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/8-3-minergie-p-sanierung-bohlstrasse-37-zug\/","title":{"rendered":"8.3\u2002MINERGIE-P-Sanierung Bohlstrasse 37, Zug"},"content":{"rendered":"<p>Auf einer unternutzten Parzelle an herrlicher Wohnlage mit teilweiser Seesicht wurde eine Immobilie energetisch und nutzungsm\u00e4ssig aufgewertet. Durch Anbau und Aufstockung kann zus\u00e4tzliche Wertsch\u00f6pfung und Attraktivit\u00e4t geboten werden, dies bei um Faktor 9 sinkender Umweltbelastung.<\/p>\n<h2>8.3.1 Zielvorgaben der Bauherrschaft<\/h2>\n<p>Das Geb\u00e4ude Bohlstrasse 37 in Zug wurde 1946 gem\u00e4ss dem Schweizer \u00abArchetyp\u00bb urbaner Mehrfamilienhausbauten der Nachkriegsjahre gebaut. Entsprechend der \u00abNeuen Sachlichkeit\u00bb dieser Epoche ist es gekennzeichnet durch kompakte Grundriss- und Schnittgestaltung, Zimmergr\u00f6ssen bis 18 m<sup>2<\/sup> und eine simple Geb\u00e4udevolumetrie. Charakteristisch sind auch ein auf die notwendigsten Massivbauelemente reduzierter Rohbau, unged\u00e4mmtes Schr\u00e4gdach und Kellerdecke, kleine Balkone, Loggien auf der Nordseite, Blumenfenster sowie Fenstereinfassungen aus Kunststein.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rte eine Heizung mit Steinkohle (sp\u00e4ter umgebaut auf \u00d6lheizung) sowie wenig energieeffiziente Elektroboiler und E-Klasse-Elektroger\u00e4te in allen Wohnungen.<\/p>\n<p>Der Umbau der Liegenschaft sollte nach dem Willen der Bauherrschaft sozial vertr\u00e4glich, umweltschonend, energetisch nachhaltig und gleichzeitig finanziell solide erfolgen. Die Mietzinsen durften innerhalb der gesetzlichen Regelungen steigen und die Mieter sollten nach nur drei Monaten Umbauzeit in die Wohnungen zur\u00fcckkehren und sich wieder wohlf\u00fchlen k\u00f6nnen. Dabei sollte die Liegenschaft familien- und kinderfreundlich bleiben, um eine soziale Durchmischung zu erhalten. Eine Wohnung sollte behindertengerecht gestaltet werden. Eingriffe in den bestehenden Wohnungen waren auf ein Minimum zu beschr\u00e4nken, es wurden prim\u00e4r die B\u00e4der und K\u00fcchen erneuert.<\/p>\n<p>Nach dem Willen der Bauherrschaft sollte das Geb\u00e4ude energetisch nach dem damals bei Mehrfamilienh\u00e4usern noch unerprobten MINERGIE-P-Standard ged\u00e4mmt, zertifiziert, zinsverg\u00fcnstigt finanziert und mit regenerativen Energietr\u00e4gern beheizt werden; dies neben \u00f6kologischen \u00dcberlegungen auch, um in den Genuss von Subventionen zu kommen. Neben einer Optimierung der thermischen Geb\u00e4udeh\u00fclle, mit m\u00f6glichst \u00f6kologischen Materialien, sollten energieeffiziente Systeme eingesetzt werden (W\u00e4rmepumpe, thermische und photovoltaische Solaranlage, Regenwassernutzung).<\/p>\n<div id=\"bild-hle-8-3-1\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-1.png\" alt=\"Bestehendes Geb\u00e4ude mit Bauprofilen und sichtbaren Putzsch\u00e4den an den Balkonbr\u00fcstungen.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.1:\u2002Bestehendes Geb\u00e4ude mit Bauprofilen und sichtbaren Putzsch\u00e4den an den Balkonbr\u00fcstungen.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Weil die Liegenschaft ausnutzungsm\u00e4ssig unternutzt war und keine der bestehenden Wohnungen von Seesicht profitierte, sollten mit seitlichem Erweiterungsbau, Balkonvergr\u00f6sserungen und Attikaaufstockung, anstelle des ungenutzten niedrigen Estrichs, der Aussenbezug und die Seesicht zumindest f\u00fcr die neuen Wohnungen verbessert werden. Damit in einem seitlichen Anbau minimale Wohnungsgr\u00f6ssen erreicht und die Attikaaufstockung realisiert werden konnte, wurden von der Stadt Zug im Rahmen eines Ausnutzungstransfers 280 m<sup>2<\/sup> Land vom Parkplatz im Norden \u00fcbernommen (ebenfalls in der Wohnzone W2b eingezont).<\/p>\n<h2>8.3.2 Analyse der bestehenden Geb\u00e4udesubstanz<\/h2>\n<p>Zur Vorbereitung des Projekts wurden diverse Aufnahmen und Strukturanalysen durchgef\u00fchrt:<\/p>\n<ul>\n<li>Aufnahme des Terrainverlaufes entlang der seeseitigen Fassade zur baurechtlich massgebenden Bestimmung der Geb\u00e4udeh\u00f6he.<\/li>\n<li>\u00dcberpr\u00fcfung der Geb\u00e4udestruktur bez\u00fcglich Tragf\u00e4higkeit (Statik), W\u00e4rme- und Schallschutz. W\u00e4hrend die Geschossdecken sich als knapp gen\u00fcgend armiert erwiesen, konnte die Balkenlage \u00fcber dem 2. Obergeschoss ohne statische Ert\u00fcchtigung unm\u00f6glich ein weiteres Geschoss mit dezentraler Lasteinleitung aufnehmen.<\/li>\n<\/ul>\n<div id=\"bild-hle-8-3-2\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-2.png\" alt=\"Situation.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.2:\u2002Situation.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<ul>\n<li>Mittels Laser-Scanning der Fassaden wurden Unebenheiten von bis zu 35 mm in der Vertikalen und bis zu 70 mm im Grundriss festgestellt. Diese Erkenntnisse waren als Randbedingung f\u00fcr die w\u00e4rmetechnische Verbesserung der Aussenw\u00e4nde relevant. Zudem wurde mit demselben Verfahren die Schnittgeometrie des Treppenhauses dreidimensional bestimmt.<\/li>\n<li>Der Zustand der opaken und transparenten Aussenbauteile war ungen\u00fcgend. Das Backsteinmauerwerk war aber grunds\u00e4tzlich in Ordnung, Putzabplatzungen beschr\u00e4nkten sich auf die gemauerten Balkonbr\u00fcstungen. Vereinzelt wurde aufsteigende Feuchtigkeit bei erdber\u00fchrten Backsteinw\u00e4nden im Untergeschoss festgestellt.<\/li>\n<li>Holzfenster mit Doppelverglasungen (U-Wert etwa 5,6 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K) waren auf Kunststeingesimse angeschlagen.<\/li>\n<li>W\u00e4rmebr\u00fccken, z.B. bei auskragenden Balkonen, haben verbreitet zur Schimmelpilzbildung gef\u00fchrt.<\/li>\n<li>Der mangelhafte W\u00e4rmeschutz und die nicht konsequent vorhandene Trennung zwischen beheizten und unbeheizten R\u00e4umen (z.B. unged\u00e4mmte Keller- und Estrichdecke) haben zu relativ hohen Heizkosten gef\u00fchrt. Vor dem Umbau waren f\u00fcr die Beheizung j\u00e4hrlich rund 8&#8217;000 Liter Heiz\u00f6l erforderlich (etwa 195 kWh\/m<sup>2<\/sup>), wobei zus\u00e4tzlich die Kosten f\u00fcr die Warmwassererzeugung mit Elektroboilern dazukamen.<\/li>\n<li>Die W\u00e4rmeerzeugung mit \u00fcberdimensioniertem \u00d6lheizkessel und W\u00e4rmeverteilung in 60-j\u00e4hrigen, geschweissten Stahlrohren war genauso obsolet wie das\u00a0gesamte Sanit\u00e4rverteilsystem inklusive der B\u00e4der, K\u00fcchen und Toiletten.<\/li>\n<li>Die Fallstr\u00e4nge aus Gusseisen waren zu ersetzen, sie waren f\u00fcr einen gr\u00f6sseren Abwasserdurchsatz querschnittsm\u00e4ssig zu klein. Auch die Zementrohre der Kanalisation (Mischsystem) mussten ersetzt werden.<\/li>\n<li>Die Elektroinstallationen (Stark- und Schwachstrominstallationen) waren ungen\u00fcgend, sie mussten vollst\u00e4ndig erneuert werden.<\/li>\n<li>Die Wohnungsabschluss- und Kellert\u00fcren taxierte die Feuerpolizei als nicht brandschutztauglich, sie mussten ersetzt werden.<\/li>\n<li>Schallprobleme wurden und werden von der Mieterschaft mehr oder weniger stillschweigend akzeptiert. Im bestehenden Geb\u00e4udebereich konnte der Schallschutz nur punktuell verbessert werden.<\/li>\n<li>Die Jalousie-L\u00e4den waren mehrheitlich nicht mehr gebrauchstauglich.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>8.3.3 Geb\u00e4udesimulationen und F+E-Projekt<\/h2>\n<p>Weil es 2007 noch praktisch keine Erfahrungen mit Mehrfamilienhaus-Sanierungen im MINERGIE-P-Standard gab, wurde beim Bundesamt f\u00fcr Energie ein kleines Forschungsprojekt unter dem Titel \u00abNachhaltig durch Renovieren statt Demolieren\u00bb eingereicht.<\/p>\n<p>Die Projektbeschreibung definierte folgende Forschungsziele:<\/p>\n<ul>\n<li>Erreichung des MINERGIE-P-Standards.<\/li>\n<li>Geb\u00e4udeh\u00fcllenoptimierung im Planungsprozess durch dynamische Simulationen.<\/li>\n<li>Laufende Qualit\u00e4tssicherung.<\/li>\n<li>Kurze Zeit f\u00fcr Bauausf\u00fchrung durch erh\u00f6hten Vorfertigungsgrad.<\/li>\n<li>Hoch w\u00e4rmeged\u00e4mmte und vorgefertigte Attikaaufstockung in Leichtbauweise.<\/li>\n<li>Eliminierung der kritischen W\u00e4rmebr\u00fccken im Altbau und Vermeidung von Schimmelpilzbildung.<\/li>\n<li>Erreichung einer \u00f6kologischen, \u00f6konomischen und sozialen Nachhaltigkeit.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der zu erreichende thermische Komfort wurde mittels dynamischer Raumsimulationen hinterfragt. Es wurden zwei typische Zonen simuliert (vgl. Bild 8.3.3). Einerseits wurde ein Wohnzimmer in der Nordwestecke des Untergeschosses, mit Boden gegen Erdreich, simuliert. Andererseits wurde das Wohnzimmer mit derselben Ausrichtung im 1. Obergeschoss dynamisch betrachtet. Es konnte verifiziert werden, dass nach der w\u00e4rmetechnischen Sanierung, mit einer reinen Luftheizung angenehme Temperaturen erreicht werden k\u00f6nnen. Somit war f\u00fcr die Planung klar, dass auf die alten Radiatoren verzichtet werden konnte und dass auch der Einbau einer neuen Fl\u00e4chenheizung (z.B. Bodenheizung) nicht erforderlich war. Alleine mit der als Luftheizung ausgelegten Komfortl\u00fcftung l\u00e4sst sich im Winter die Behaglichkeit \u2013 unabh\u00e4ngig vom Benutzerverhalten \u2013 besser garantieren als im Sommer, wo der Benutzer durch falsch eingesetzten Sonnenschutz \u00dcbertemperaturen in Kauf nehmen muss.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-8-3-3\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-3.png\" alt=\"Die thermische Behaglichkeit wurde mittels dynamischer Simulation in zwei R\u00e4umen untersucht. \" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.3:\u2002Die thermische Behaglichkeit wurde mittels dynamischer Simulation in zwei R\u00e4umen untersucht.<\/div>\n<h2>8.3.4 Projektbeschrieb<\/h2>\n<p>Nach Kl\u00e4rung der technischen Realisierbarkeit dieser Altbausanierung konnte die Bauherrschaft \u00fcberzeugt werden, dass sich mit einem seitlichen Anbau auf der S\u00fcdostseite und einer Attikaaufstockung die Gesamtrentabilit\u00e4t erh\u00f6ht. Die Baubeh\u00f6rde unterst\u00fctzte aus baurechtlicher Sicht diese Einsch\u00e4tzung. Die Bruttogeschossfl\u00e4che konnte nahezu verdoppelt werden (vgl. Bild 8.3.4), die Wohnungszahl stieg von 5 auf 8 an und die Gesamtinvestitionen wurden, inklusive Zukauf von 280 m<sup>2<\/sup> Ausnutzung, pro Wohnung auf weniger als CHF 500&#8217;000.\u2013 veranschlagt.<\/p>\n<p>Im bestehenden Bereich, mit zwei 4- bis 5-Zimmerwohnungen pro Geschoss und einer als Coiffeursalon genutzten 3-Zimmerwohnung im Untergeschoss, beschr\u00e4nkte sich der Eingriff im Inneren auf eine eigentliche Strangsanierung mit neuen B\u00e4dern und K\u00fcchen, punktueller Fenstervergr\u00f6sserung Richtung See und gr\u00f6sstenteils neuen B\u00f6den und gr\u00f6sseren Balkonen.<\/p>\n<p>Im separat erschlossenen Neubau konnten moderne Geschosswohnungen mit Wintergarten und eine neue Attikawohnung realisiert werden. Im \u00dcbergang zwischen Alt- und Neubau wurden, im Bereich der ehemaligen Garagen, neue Technikr\u00e4ume sowie ein neues Treppenhaus mit Lift angeordnet.<\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ude ist mit seiner L\u00e4ngsachse rund 30\u00b0 von der Nord-S\u00fcd-Achse abgedreht und es h\u00e4lt gegen\u00fcber der Strasse nur einen Minimalabstand von 3,48 m ein. Das Attikageschoss musste deshalb um 0,5 m zur\u00fcckversetzt angeordnet werden. Gegen\u00fcber allen anderen Grenzen resultierten gen\u00fcgende Abst\u00e4nde und Gr\u00fcnr\u00e4ume. Die Topographie mit einem H\u00fcgel im S\u00fcden und einer B\u00f6schung im Westen erschweren zwar die Bebauung, schaffen aber spannende Aussenraumbeziehungen, welche mit grossz\u00fcgigen Balkonen im Altbau, Wintergarten beim neuen Anbau und einer Attikaterrasse aufgewertet werden.<\/p>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Table_1.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.4:\u2002Kenndaten bez\u00fcglich Kosten, Mieteinnahmen und Fl\u00e4chen.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Das architektonische Konzept orientierte sich nach den beschriebenen Zielen der Bauherrschaft:<\/p>\n<ul>\n<li>R\u00fcckbau des Sparrendachs.<\/li>\n<li>Seitlicher Anbau in Massivbauweise, analog Altbau.<\/li>\n<li>Als Holzbau vorfabrizierte Attikaaufstockung mit hinterl\u00fcfteter Fassadenbekleidung aus Alucobond, die sich formal vom verputzten Hauptbau abgrenzt.<\/li>\n<li>Optimierung der Bauteil\u00fcberg\u00e4nge hinsichtlich Vermeidung von relevanten W\u00e4rmebr\u00fccken, z.B. beim Vordach \u00fcber dem Hauseingang, bei den Loggien auf der Nordseite sowie bei den vom Warm- in den Kaltbereich durchlaufenden Balkonen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Insgesamt wurde darauf geachtet, dass der Bauk\u00f6rper trotz angef\u00fcgter Bauteile eine einheitliche Gesamterscheinung erhielt (vgl. Bild 8.3.5).<\/p>\n<div id=\"bild-hle-8-3-5\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-5.png\" alt=\"Einheitliches Gesamtbild von S\u00fcdwesten her gesehen: Verputzte Aussenw\u00e4rmed\u00e4mmung mit Balkonen und Winterg\u00e4rten in den unteren Geschossen und vorfabriziertes Attikageschoss mit Fassadenbekleidung aus Alucobond.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.5:\u2002Einheitliches Gesamtbild von S\u00fcdwesten her gesehen: Verputzte Aussenw\u00e4rmed\u00e4mmung mit Balkonen und Winterg\u00e4rten in den unteren Geschossen und vorfabriziertes Attikageschoss mit Fassadenbekleidung aus Alucobond.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-3-6\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-6.png\" alt=\"Querschnitt mit neuer Aufstockung und gr\u00f6sseren Balkonen.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.6:\u2002Querschnitt mit neuer Aufstockung und gr\u00f6sseren Balkonen.<\/div>\n<h2>8.3.5 Baukonstruktion, Bauausf\u00fchrung<\/h2>\n<p>Die eigentliche Baurealisierung erfolgte in folgenden vier Phasen:<\/p>\n<ul>\n<li>In einer ersten Phase wurden die Mieter w\u00e4hrend drei Sommermonaten ausquartiert. In dieser Zeit wurde die Strangsanierung realisiert, neue Steigzonen wurden erstellt, neue Fenster aussen auf die Fassade angeschlagen und die Kernelemente der modernen Haustechnik (W\u00e4rmepumpe, kontrollierte L\u00fcftung) installiert. Auch wurden Balkonplatten abgetrennt, Loggien zugemauert und es wurde damit begonnen, die Aussenw\u00e4nde mit einer Hochleistungsw\u00e4rmed\u00e4mmung nachzud\u00e4mmen. Es wurde auch eine L\u00f6sung f\u00fcr die W\u00e4rmed\u00e4mmung des Bodens \u00fcber dem Hohlraum gesucht, der nur eine ungen\u00fcgende Kriechh\u00f6he aufwies und deshalb f\u00fcr konventionelle Massnahmen nicht zug\u00e4nglich war. Der Hohlraum wurde durch Bohrungen zug\u00e4nglich gemacht und mit einem EPS-Beton ausgegossen. Eine Kapilarwassersperre und PUR-W\u00e4rmed\u00e4mmung zwischen Bodenplatte und Unterlagsboden vervollst\u00e4ndigen die Massnahmen (vgl. Bild 8.3.12).<\/li>\n<li>In der zweiten Phase wurde der Rohbau des Anbaus erstellt, mit analogem Konzept f\u00fcr die Aussenw\u00e4nde wie beim Altbau. Gleichzeitig wurde unter dem alten Sparrendach die bestehende Holzbalkendecke im System einer Holz-Beton-Verbundkonstruktion statisch verst\u00e4rkt (vgl. Bilder 8.3.13 bis 8.3.15). Auch der Ersatz der Kanalisationsleitung und die Erdsondenbohrung erfolgten in dieser Ausf\u00fchrungsphase.<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-7.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.7: Obergeschoss.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-8.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.8:\u2002Attikageschoss.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-9.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.9:\u2002Dachaufsicht.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-10.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.10: S\u00fcdostfassade.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-11.png\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.11: Nordwestfassade.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<ul>\n<li>In der dritten Phase \u2013 nachdem die Wohnungen bereits wieder bewohnt waren \u2013 wurde an einem einzigen Tag das Sparrendach zur\u00fcckgebaut und zentrale Tragw\u00e4nde wurden aufgemauert, um am nachfolgenden Tag das vorfabrizierte Attikageschoss aufzurichten.<\/li>\n<li>In der vierten Phase wurden die Flachd\u00e4cher abgedichtet, R\u00f6hrenkollektoren, PV-Module, Vord\u00e4cher, Balkon- und Attikagel\u00e4nder versetzt, Aussenabschl\u00fcsse (Schiebel\u00e4den) und Spenglerarbeiten ausgef\u00fchrt. Gleichzeitig wurden die Umgebungsarbeiten, mit Einbau eines Regenwassertanks, ausgef\u00fchrt.<\/li>\n<\/ul>\n<div id=\"bild-hle-8-3-12\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/httpdocs\/wp-content\/uploads\/Web_Bild_8-3-12.png\" alt=\"W\u00e4rmebr\u00fccken-Analyse des kritischsten Bauteils im Bereich Fundament \u2013 Hohlkeller \u2013 Aussenwand.\"\/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.12:\u2002W\u00e4rmebr\u00fccken-Analyse des kritischsten Bauteils im Bereich Fundament \u2013 Hohlkeller \u2013 Aussenwand.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-3-13\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-13.png\" alt=\"Decke zum ehemaligen Estrich und neuen Attikageschoss mit statischer Ert\u00fcchtigung: SFS-Schrauben verbinden die neue Armierung und den \u00dcberbeton mit\u00a0der Balkenlage.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.13:\u2002Decke zum ehemaligen Estrich und neuen Attikageschoss mit statischer Ert\u00fcchtigung: SFS-Schrauben verbinden die neue Armierung und den \u00dcberbeton mit\u00a0der Balkenlage.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-3-14\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-14.png\" alt=\"Dachrand-Detail bei begehbarem Attikadach.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.14:\u2002Dachrand-Detail bei begehbarem Attikadach.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-3-15\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-15.png\" alt=\"Geschossdecke zwischen 2. Obergeschoss und Attikageschoss.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.15:\u2002Geschossdecke zwischen 2. Obergeschoss und Attikageschoss.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-3-16\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-16.png\" alt=\"Montage der Aussenwandelemente mit bereits eingebauten Fenstern samt Fensterzargen und Storenk\u00e4sten.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.16:\u2002Montage der Aussenwandelemente mit bereits eingebauten Fenstern samt Fensterzargen und Storenk\u00e4sten.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-3-17\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-17.png\" alt=\"Montage der Dachelemente beim Flachdach \u00fcber Attikageschoss.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.17:\u2002Montage der Dachelemente beim Flachdach \u00fcber Attikageschoss.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-3-18\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-18.png\" alt=\"Auch die Balkone wurden als vorfabrizierte Elemente angeliefert und an die Aussenw\u00e4nde montiert.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.18:\u2002Auch die Balkone wurden als vorfabrizierte Elemente angeliefert und an die Aussenw\u00e4nde montiert.<\/div>\n<h2>8.3.6 W\u00e4rmeschutz\/Energie<\/h2>\n<p>Nach der w\u00e4rmetechnischen Sanierung erreichen die opaken Bauteile der Geb\u00e4udeh\u00fclle U-Werte im Bereich zwischen 0,09 bis 0,26 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K. Die neuen opaken Bauteile erreichen U-Werte von 0,09 bis 0,15 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K. Die Holz-Metall-Fenster verf\u00fcgen \u00fcber 3-fach-Isoliergl\u00e4ser mit U<sub>g<\/sub> = 0,5 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K und \u03a8<sub>g<\/sub> = 0,05 W\/mK und erreichen damit U<sub>w<\/sub>-Werte um 0,7 W\/m<sup>2<\/sup>\u00b7K.<\/p>\n<p>Die relevanten, zweidimensionalen Bauteil\u00fcberg\u00e4nge wurden in thermisch-hygrischer Hinsicht untersucht und optimiert. Neben den W\u00e4rmebr\u00fcckenverlusten (\u03a8-Werte) waren vor allem die raumseitigen Oberfl\u00e4chentemperaturen relevant, um k\u00fcnftig Schimmelpilzbildung auszuschliessen, so z.B. beim Sockel im Bereich Aussenwand\/Boden \u00fcber ausbetoniertem Hohlraum (vgl. Bild 8.3.12).<\/p>\n<h2>8.3.7 Schallschutz<\/h2>\n<p>Der Schallschutz wurde, wo m\u00f6glich, hinsichtlich Erf\u00fcllung der heute geltenden Mindestanforderungen gem\u00e4ss Norm SIA 181 (Mietwohnungen) angepasst:<\/p>\n<ul>\n<li>Punktuell neue trittschallged\u00e4mmte Boden\u00fcberkonstruktionen.<\/li>\n<li>Die Steigzonen wurden in den oberen Geschossen mit Zellulose ausgeflockt, um Schall\u00fcbertragung \u00fcber Nebenwege und seitens der Installationen zu minimieren. Dies f\u00fchrte auch zu einer massgeblichen Verbesserung der Luftdichtheit zwischen dem Attikageschoss und dem Obergeschoss (n<sub>l,50<\/sub>-Wert: 0,23h<sup>-1<\/sup>).<\/li>\n<li>Die neuen Fenster sch\u00fctzen gut vor Aussenl\u00e4rm, was dazu f\u00fchrt, dass Innenl\u00e4rm (K\u00fchlschrank, Sp\u00fclger\u00e4usche usw.) eher wahrgenommen wird als Aussenl\u00e4rm.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>8.3.8 Brandschutz<\/h2>\n<p>Gem\u00e4ss Auflagen der Feuerpolizei wurden folgende bauliche Massnahmen umgesetzt:<\/p>\n<ul>\n<li>Ersatz aller Wohnungsabschlusst\u00fcren (EI30).<\/li>\n<li>Wohnungstrennw\u00e4nde und Decken mindestens EI30, Untergeschoss neu betoniert (REI 60).<\/li>\n<li>Neuer nach aussen f\u00fchrender Fluchtweg im Untergeschoss, Einbau von T\u00fcrschliessern bei allen T\u00fcren, die in den Fluchtweg f\u00fchren.<\/li>\n<li>Brandentrauchungsklappen mit Feuerwehrschaltern im neuen Treppenhaus; automatisch \u00f6ffenbare Entrauchungsklappe der Lift\u00fcberfahrt.<\/li>\n<li>Einbau von Handfeuerl\u00f6schern.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>8.3.9 Haustechnik-Anlagen<\/h2>\n<ul>\n<li>Die W\u00e4rme f\u00fcr die Raumheizung und das Warmwasser liefert in erster Priorit\u00e4t die thermische Solaranlage (10,2 m<sup>2<\/sup> R\u00f6hrenkollektoren), welche die erneuerbare Energie einem Kombispeicher zuf\u00fchrt (vgl. Bild 8.3.19). Wenn die Energie der Sonne nicht ausreicht, wird der Kombispeicher zus\u00e4tzlich \u00fcber eine Erdw\u00e4rmesonden-W\u00e4rmepumpe gespiesen. Die Erdw\u00e4rmesonden (2 x 200 m) wurden auf der Ostseite des Geb\u00e4udes gebohrt.<\/li>\n<li>Die Aussenluft wird f\u00fcr alle L\u00fcftungsanlagen \u00fcber einen gemeinsamen Luft-Erdw\u00e4rmetauscher von etwa 15 m L\u00e4nge gefasst und so im Winter vorgew\u00e4rmt und im Sommerhalbjahr leicht gek\u00fchlt (vgl. Bild 8.3.20). Die Fortluft wird an der Nordwestfassade ins Freie geblasen.<\/li>\n<\/ul>\n<div id=\"bild-hle-8-3-19\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-19.png\" alt=\"Solarthermische und photovoltaische Aufdachanlage.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.19:\u2002Solarthermische und photovoltaische Aufdachanlage.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-3-20\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-20.png\" alt=\"Fassung der Aussenluft etwa 15 m vom Geb\u00e4ude entfernt, womit diese je nach Jahreszeit vorgew\u00e4rmt oder leicht gek\u00fchlt wird.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.20:\u2002Fassung der Aussenluft etwa 15 m vom Geb\u00e4ude entfernt, womit diese je nach Jahreszeit vorgew\u00e4rmt oder leicht gek\u00fchlt wird.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-3-21\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-21.png\" alt=\"Steigzone mit L\u00fcftungsinstallationen und im Zuluftrohr eingebautem Heizregister.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.21:\u2002Steigzone mit L\u00fcftungsinstallationen und im Zuluftrohr eingebautem Heizregister.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<ul>\n<li>Die W\u00e4rmeabgabe erfolgt im bestehenden, w\u00e4rmetechnisch erheblich verbesserten Altbau einzig und allein \u00fcber die Zuluft der Komfortl\u00fcftungsanlage (Luftheizung). Die alten Heizk\u00f6rper und verrosteten Heizleitungen wurden zur\u00fcckgebaut. In den renovierten Altbauwohnungen l\u00e4sst sich die Temperatur \u00fcber ein Heizregister im jeweiligen Zuluftkanal jeder Wohnung regulieren (vgl. Bild 8.3.21). Das Luftaufbereitungsger\u00e4t mit W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung f\u00fcr die Be- und Entl\u00fcftung der Wohnungen im Altbau wurde im Untergeschoss zentral so installiert, dass die Verteilung der Luft auf die Wohnungsverteiler \u00fcber Steigzonen in den Korridoren bzw. am Ort des ehemaligen Kamins erfolgt. In den Wohnungen wird die bedarfsgerecht nachgew\u00e4rmte Zuluft \u00fcber w\u00e4rmeged\u00e4mmte Verteilrohre in einer im Korridor abgeh\u00e4ngten Decke zu den Zimmern gef\u00fchrt. Die Abluft wird im Bad\/WC und in der K\u00fcche gefasst und zum Luftaufbereitungsger\u00e4t gef\u00fchrt. Eine individuelle Einstellung der Luftvolumenstr\u00f6me je Zimmer ist im Altbau nicht m\u00f6glich.<\/li>\n<li>Im Neubauteil (Anbau und Attikawohnung) kann die Fussbodenheizung pro Wohnung reguliert werden. Die Wohnungen im Anbau und in der Attika werden je \u00fcber ein eigenes Luftaufbereitungsger\u00e4t mit rotierendem W\u00e4rmetauscher und Feuchter\u00fcckgewinnung mit Luft versorgt. Die Luftaufbereitungsger\u00e4te sind im Untergeschoss angeordnet. Von dort gelangt die Luft \u00fcber Steigzonen hinter dem Lift auf die Luftverteiler. In den neuen Wohnungen des Anbaus wird die Luft \u00fcber w\u00e4rmeged\u00e4mmte Kunststoffrohre zu den Zimmern gef\u00fchrt. Die Abluft wird in den Nasszellen und im Bereich der K\u00fcche gefasst und zur\u00fcck zum L\u00fcftungsger\u00e4t im Untergeschoss gef\u00fchrt.<\/li>\n<li>Vor dem Haus wurde ein Grauwassertank mit 12,5 m<sup>3 <\/sup>Inhalt unter einem Parkplatz versenkt. Dieser sammelt das Regenwasser vom Dach und speist \u00fcber ein separates Rohleitungssystem Toilettensp\u00fclungen, Waschmaschinen und Gartenhahnen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>8.3.10 Planungserfahrung, Qualit\u00e4tskontrolle und Nutzungserfahrungen<\/h2>\n<p>Der Bau- und Planungsprozess dauerte wegen Einsprachen, Spezialbewilligungsfragen im Kontext einer Zonenplanrevision und hoher baulicher Komplexit\u00e4t 3 Jahre. Dank hohem Vorfertigungsgrad dauerte der Umbau innerhalb der Wohnungen im Altbau, samt Einbau von Wohnungsl\u00fcftungen, neuen B\u00e4dern, K\u00fcchen, Erdsonden und Elektroinstallationen nur 3 Monate. Nur w\u00e4hrend dieser kurzen Zeit waren die Wohnungen unbenutzbar.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-8-3-22\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-22.png\" alt=\"Sanierte Fassade mit verputzter W\u00e4rmed\u00e4mmung.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.22:\u2002Sanierte Fassade mit verputzter W\u00e4rmed\u00e4mmung.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-3-23\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-23.png\" alt=\"Die Ansicht von S\u00fcdwesten zeigt einen zeitgem\u00e4ss erweiterten Bauk\u00f6rper mit guten Aussenbez\u00fcgen dank Balkonen, Wintergarten und Dachterrasse.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.23:\u2002Die Ansicht von S\u00fcdwesten zeigt einen zeitgem\u00e4ss erweiterten Bauk\u00f6rper mit guten Aussenbez\u00fcgen dank Balkonen, Wintergarten und Dachterrasse.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-3-24\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-24.png\" alt=\"Fenster mit Schiebeladen als Sonnen- und Einsichtschutz erm\u00f6glichen den Verzicht auf w\u00e4rmetechnisch ung\u00fcnstige Hohlst\u00fcrze. Die Schiebeladenkonstruktion ist \u00fcber Spezialelemente \u00abw\u00e4rmebr\u00fcckenfrei\u00bb in die tragende Wand befestigt.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.24:\u2002Fenster mit Schiebeladen als Sonnen- und Einsichtschutz erm\u00f6glichen den Verzicht auf w\u00e4rmetechnisch ung\u00fcnstige Hohlst\u00fcrze. Die Schiebeladenkonstruktion ist \u00fcber Spezialelemente \u00abw\u00e4rmebr\u00fcckenfrei\u00bb in die tragende Wand befestigt.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>Es wurde in der Vorfabrikation (Holzbau, Fenster usw.) eine hohe Qualit\u00e4t ab Werk erreicht. Unbefriedigend bleibt jedoch das Qualit\u00e4tsbewusstsein auf der Baustelle in Erinnerung: Elektriker, welche die Dampfbremse\/Luftdichtung durchbohren; \u00fcberforderte Baumeister beim Bau luftdichter Steigsch\u00e4chte; Gipser, deren Bewegungsfugen rissen, kaum war die Leiter zusammengeklappt; oder Fensterbauer, die sich mit Luft-, Dampf-, Wind- und Schlagregendichtigkeit schwertun. Das gebaute Ergebnis erreichte am Ende trotzdem die geforderte Luftdichtheit (Qualit\u00e4tspr\u00fcfung mit Blower-Door-Messung) und erf\u00fcllt alle energetischen Erwartungen. Der thermische Komfort ist in den Wohnungen im Winter wie im Sommer, unabh\u00e4ngig von den Aussentemperaturen, gut. Es werden Raumlufttemperaturen zwischen 20 \u00b0C und 25 \u00b0C erreicht.<\/p>\n<p>Im Betrieb traten w\u00e4hrend der Garantiezeit einzig mit den Vakuumr\u00f6hrenkollektoren Probleme auf: Weil das Glykol verdampft war, wurde w\u00e4hrend eines ganzen Jahres keine einzige Kilowattstunde Solarw\u00e4rme in den Speicher eingespiesen.<\/p>\n<p>Die letztendlich guten Ergebnisse stehen aber in eher ung\u00fcnstiger Relation zum Zeit-, Motivierungs- und Finanzaufwand seitens Architekt, Bauleitung und Bauherr. Im Standard MINERGIE-P kann nicht jeder bauen. Das Denken \u00fcber klassische Systemgrenzen hinweg bedeutet f\u00fcr Facharbeiter, Poliere und Unternehmensf\u00fchrer noch immer Neuland und Themen wie W\u00e4rmebr\u00fcckenfreiheit und Luftdichtheit sind ihnen teilweise fremd.<\/p>\n<h2>8.3.11 Energieverbrauch<\/h2>\n<p>Im Jahre 2009 betrug der Stromverbrauch f\u00fcr alle 8 Wohnungen 23&#8217;729 kWh, wovon 7&#8217;744 kWh (33 %) auf die W\u00e4rmepumpe (Heizung und Warmwasser) entfielen. Die\u00a0hauseigene PV-Anlage hat 6&#8217;958 kWh des Stromverbrauchs abgedeckt.<\/p>\n<div id=\"bild-hle-8-3-25\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-25.png\" alt=\"Attikageschoss mit hinterl\u00fcfteter Bekleidung aus Alucobond bei vorfabrizierter Holzkonstruktion und Holzrost bei begehbarer Attikaterrasse. Brise-Soleil und Lamellenstoren vor den Fenstern.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.25: \u2002Attikageschoss mit hinterl\u00fcfteter Bekleidung aus Alucobond bei vorfabrizierter Holzkonstruktion und Holzrost bei begehbarer Attikaterrasse. Brise-Soleil und Lamellenstoren vor den Fenstern.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-3-26\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-26.png\" alt=\"Wohnzimmer im Attikageschoss.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.26:\u2002Wohnzimmer im Attikageschoss.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-3-27\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-27.png\" alt=\"Neues Badezimmer in \u00abalten Mauern\u00bb.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.27:\u2002Neues Badezimmer in \u00abalten Mauern\u00bb.<\/div>\n<h3><\/h3>\n<div id=\"bild-hle-8-3-28\" class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Kap08_3634-3_Bautechnik_Bild_8-3-28.png\" alt=\"Grossz\u00fcgige K\u00fcche im Attikageschoss des Anbaus.\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Bild 8.3.28:\u2002Grossz\u00fcgige K\u00fcche im Attikageschoss des Anbaus.<\/div>\n<h2>8.3.12 Weitere Angaben zum Objekt<\/h2>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/bautechnik-der-gebaeudehuelle\/wp-content\/uploads\/sites\/4\/2018\/08\/Bautechnik_S415.png\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf einer unternutzten Parzelle an herrlicher Wohnlage mit teilweiser Seesicht wurde eine Immobilie energetisch und nutzungsm\u00e4ssig aufgewertet. 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