{"id":2979,"date":"2020-12-30T11:27:56","date_gmt":"2020-12-30T10:27:56","guid":{"rendered":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/?p=2979"},"modified":"2021-06-14T15:10:06","modified_gmt":"2021-06-14T13:10:06","slug":"6-2-kostenoptimierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/6-2-kostenoptimierung\/","title":{"rendered":"6.2 Kostenoptimierung"},"content":{"rendered":"<p>Nach der Sicherstellung der Versorgungssicherheit ist die Kostenoptimierung das zweite wichtige Ziel des Energiemanagements. Die Kosten der Energieversorgung (immer inklusive Medienver- und -entsorgung) k\u00f6nnen prinzipiell auf zwei Arten minimiert werden: sparsamer Verbrauch oder g\u00fcnstiger Einkauf.<\/p>\n<p>Der sparsame Verbrauch wird mit der Optimierung der Energieeffizienz erreicht, das heisst mit energetischer Betriebsoptimierung. Dies wird im <a href=\"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/11-1-zielsetzung\/\">Kapitel 11<\/a> behandelt.<\/p>\n<p>Der g\u00fcnstige Energieeinkauf und weitere Massnahmen zur Kostenreduktion werden hier behandelt.<\/p>\n<p>Bei allem wird wie immer vorausgesetzt, dass Komfort und Funktionalit\u00e4t nicht negativ beeinflusst werden.<\/p>\n<h3>6.2.1 Zielsetzung<\/h3>\n<p>Auch bei der Kostenoptimierung k\u00f6nnen und sollen Ziele gesetzt werden. Beispielsweise kann ein Dreijahresprogramm definiert werden, mit dem j\u00e4hrlich 10 % der Energiekosten eingespart werden sollen. Dazu wird ein Budget definiert, welches mit der Einsparung amortisiert wird. Die Energiepreisentwicklung wird dabei mit ber\u00fccksichtigt, das heisst, die Energieteuerung (positiv oder negativ) wird rechnerisch separat erfasst. Die Einsparung wird ohne Energiepreis\u00e4nderung (real resp. teuerungsbereinigt) berechnet. Ein solches Ziel kann f\u00fcr ein Geb\u00e4ude, einen Betrieb oder ein ganzes Unternehmen definiert werden.<\/p>\n<p>Ein anderes Ziel kann es sein, die Energiekosten resp. -preise mit anderen zu vergleichen (Benchmarks) und zu versuchen, einen besseren Wert resp. tiefere Preise zu erreichen.<\/p>\n<p>Der Vergleich der Energiepreise kann auch bei einem Standortvergleich f\u00fcr eine industrielle Anlage oder ein Geb\u00e4ude eine Rolle spielen, insbesondere bei energieintensiven Unternehmen. Dies, weil die Preise f\u00fcr Energie (insbesondere f\u00fcr leitungsgebundene Energietr\u00e4ger) stark ortsabh\u00e4ngig sind.<\/p>\n<h3>6.2.2 Kennzahlen bilden<\/h3>\n<p>Die Erfassung der aktuellen Kostensituation ist verh\u00e4ltnism\u00e4ssig einfach. Schnell k\u00f6nnen einige Kennzahlen gebildet werden.<\/p>\n<h4 class=\"Titel_4 fusion-responsive-typography-calculated\" style=\"--fontsize: 28; line-height: 1.39;\" data-fontsize=\"28\" data-lineheight=\"38.9167px\">Gelieferte Endenergie:<\/h4>\n<p>Die wichtigsten Kennzahlen sind die Energiepreise pro genutztem Energietr\u00e4ger, die auf eine Energieeinheit bezogen werden, meist auf eine Kilowattstunde (kWh) oder Megawattstunde (MWh). Die Bildung dieser Kennzahlen ist einfach, muss aber gemacht werden.<\/p>\n<p>Aus den Rechnungen der Energielieferanten sind die Energiekosten pro Energieeinheit (Rp.\/kWh oder Fr.\/MWh) oft nicht direkt oder nicht vollst\u00e4ndig ersichtlich.<\/p>\n<p>Beim Heiz\u00f6l wird nach Liter abgerechnet, hier muss mit dem Heizwert umgerechnet werden (die Literangabe muss zudem auf eine Referenztemperatur umgerechnet sein). Falls pro Jahr mehrere Lieferungen erfolgen, so muss der entsprechende Mittelwert gebildet werden. Ende Jahr m\u00fcssen die Reserven im Tank bewertet und aufs neue Jahr \u00fcbertragen werden.<\/p>\n<p>Erdgas wird in Kubikmeter (m\u00b3) gemessen, abgerechnet wird vom Lieferanten aber oft nach kWh, sodass die Umrechnung entf\u00e4llt. Hier werden oft noch fixe Betr\u00e4ge wie Anschlussgeb\u00fchren und Z\u00e4hlergeb\u00fchren verlangt. Diese fixen Kosten m\u00fcssen ebenfalls auf den Verbrauch in Energieeinheiten umgerechnet werden, indem sie mit dem j\u00e4hrlichen Verbrauch (in kWh) dividiert werden. Dieser Wert wird dann zum Gaspreis pro kWh hinzuaddiert. Erst so sind die Kosten vollst\u00e4ndig ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Beim Strom ist es noch etwas komplizierter, da hier fixe Kosten und unterschiedliche Tarife (je nach Zeit oder Vertrag mit dem Stromlieferanten) vorkommen und typischerweise noch ein Leistungspreis und ein Preis f\u00fcr den Blindleistungsbezug bezahlt werden muss. Um eine einfache Vergleichszahl zu erhalten, k\u00f6nnen die gesamten Kosten f\u00fcr den Strombezug pro Jahr durch den gesamten Verbrauch an Wirkenergie pro Jahr (in kWh) geteilt werden. So kann ein mittlerer Preis (in Rp.\/kWh) des Strombezugs errechnet werden. Mit diesem Wert kann dann vereinfacht der Nutzen von Sparmassnahmen errechnet werden. Ebenso kann dieser Mittelwert als Vergleichszahl genutzt werden. Eine genauere Ber\u00fccksichtigung eines Hoch- und Niedertarifs in Berechnungen des finanziellen Nutzens von Sparmassnahmen ist meist nicht m\u00f6glich, ausser eine Massnahme sei fast ausschliesslich in der Hoch- oder Niedertratifszeit wirksam.<\/p>\n<p>Holz als Energietr\u00e4ger wird meist pro Gewicht (kg) oder Volumen (Ster oder m\u00b3) verrechnet. Hier ist die Berechnung eines mittleren Energiepreises schwierig, weil der Heizwert von Holz stark vom Feuchtegehalt, von der Holzart und vom Rindenanteil abh\u00e4ngt. Am besten bekannt und am wenigsten schwankend ist der Brenn- und Heizwert von Holz-Pellets pro Kilogramm. Der Heizwert von St\u00fcckholz (pro Kilogramm oder Ster) ist von der Holzart und von der Feuchte abh\u00e4ngig. Letztere kann relativ einfach gemessen werden und sollte ohnehin tief sein. Bei Holzschnitzelkesseln kann am besten die erzeugte (Nutz-)W\u00e4rme gemessen werden, um auf den Energiegehalt der gelieferten Holzschnitzel r\u00fcckschliessen zu k\u00f6nnen. Der Wirkungsgrad des Kessels muss in diesem Fall bekannt sein oder bestm\u00f6glich angenommen werden.<\/p>\n<p>Beim Trinkwasser ist es ebenfalls n\u00fctzlich, den mittleren Preis pro Liter und\/oder pro Kubikmeter zu berechnen, inklusive Abwassergeb\u00fchren. Ein grosser Teil der Wasserrechnung besteht aber aus fixen Kosten, bei welchen Einsparungen schwierig sind.<\/p>\n<h4 class=\"Titel_4 fusion-responsive-typography-calculated\" style=\"--fontsize: 28; line-height: 1.39;\" data-fontsize=\"28\" data-lineheight=\"38.9167px\">Erzeugte Nutzenergie:<\/h4>\n<p>Oft interessiert auch der Preis der erzeugten Nutzw\u00e4rme (oder auch K\u00e4lte). Um einen W\u00e4rmepreis pro Kilowattstunde zu erhalten, muss nicht nur die Energiezufuhr zur W\u00e4rmeerzeugung bekannt sein (Endenergie), sondern auch die produzierte Nutzew\u00e4rme. Dazu ist ein W\u00e4rmez\u00e4hler am Ausgang des W\u00e4rmeerzeugers erforderlich. Die Kosten der W\u00e4rmeerzeugung beinhalten die Energiekosten (inkl. Hilfsenergie!), die Instandhaltungs- und Betriebskosten der W\u00e4rmeerzeugung inklusive der eigenen Energieversorgungsinstallationen (z. B. eigene Trafostation, Wartung Holzschnitzelsilo), die Amortisation der W\u00e4rmeerzeugung und der Energieversorgungsinstallationen sowie einen Kostenbeitrag an den Heizraum und den \u00fcbrigen Platzbedarf (eine fiktive oder die effektive Miete). Aus all diesen Kosten, dividiert durch die erzeugte W\u00e4rmemenge, kann ein durchschnittlicher Gestehungspreis der W\u00e4rme errechnet werden. Am sinnvollsten und einfachsten wird immer bezogen auf ein Jahr gerechnet. Diese Rechnung ist oft sehr aufschlussreich und lohnt sich auf jeden Fall. F\u00fcr eine erfolgreiche Kostenoptimierung kann nicht darauf verzichtet werden. Falls kein W\u00e4rmez\u00e4hler vorhanden ist, kann die W\u00e4rmeproduktion auch aus der Energiezufuhr und dem angenommenen Wirkungsgrad der W\u00e4rmeerzeugung (resp. Arbeitszahl bei W\u00e4rmepumpen) berechnet werden.<\/p>\n<h4 class=\"Titel_4 fusion-responsive-typography-calculated\" style=\"--fontsize: 28; line-height: 1.39;\" data-fontsize=\"28\" data-lineheight=\"38.9167px\">Gesamtkostenvergleich verschiedener \u00adHeizsysteme<\/h4>\n<p>Die Gesamtkosten f\u00fcr den Heizbetrieb setzen sich aus folgenden Elementen zusammen:<\/p>\n<ul>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Energiekosten (Strom- und\/oder Brennstoff)<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Feste Jahreskosten f\u00fcr Betriebsf\u00fchrung und Instandhaltung<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Kapitalkosten (Verzinsung und Abschreibung)<\/li>\n<\/ul>\n<h4 class=\"Titel_4 fusion-responsive-typography-calculated\" style=\"--fontsize: 28; line-height: 1.39;\" data-fontsize=\"28\" data-lineheight=\"38.9167px\">Energiekosten:<\/h4>\n<p>W\u00e4rmepumpe<\/p>\n<ul>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Stromkosten (Arbeits- und evtl. Leistungspreise, evtl. abh\u00e4ngig von Hoch\/Niedertarif, ggf. Anteil selbst erzeugtem Strom, sowie evtl. Blindleistungspreis)<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Z\u00e4hlermiete, Grundgeb\u00fchren<\/li>\n<\/ul>\n<p>Holz-\/\u00d6l-\/Gaskessel<\/p>\n<ul>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Kosten Einkauf des Brennstoffs (Holz, Gas- oder mittlerer Heiz\u00f6lpreis)<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">ggf. Zins f\u00fcr die Vorfinanzierung des Brennstoffs<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">ggf. Grundgeb\u00fchren und Mietgeb\u00fchren f\u00fcr den Gasz\u00e4hler<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Strom f\u00fcr Brenner, Hilfsaggregate<\/li>\n<\/ul>\n<h4 class=\"Titel_4 fusion-responsive-typography-calculated\" style=\"--fontsize: 28; line-height: 1.39;\" data-fontsize=\"28\" data-lineheight=\"38.9167px\">Feste Jahreskosten:<\/h4>\n<p>W\u00e4rmepumpe<\/p>\n<ul>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Aufwand f\u00fcr Betriebsf\u00fchrung (anteilige Arbeitskosten Hauswart, technischer Dienst, ggf. Anteil Honorar externer Facility Service Provider f\u00fcr das technische Geb\u00e4udemanagement)<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Instandhaltungskosten (Inspektions-, Service- und Reparaturkosten)<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Versicherungspr\u00e4mien (z. B. Maschinenbruchversicherung, Anteil an Geb\u00e4udeversicherung)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Holz-\/\u00d6l-\/Gaskessel<\/p>\n<ul>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Aufwand f\u00fcr Betriebsf\u00fchrung (anteilige Arbeitskosten Hauswart, technischer Dienst, ggf. Anteil Honorar externer Facility Service Provider f\u00fcr das technische Geb\u00e4udemanagement)<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Instandhaltungskosten (Inspektions-, Service- und Reparaturkosten f\u00fcr Brennerservice, Kaminfeger und Abgaskontrolle, ggf. j\u00e4hrlicher Anteil der Tankrevision (1\/10 der Revisionskosten alle 10 Jahre) etc.<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Stromkosten f\u00fcr Brenner, Hilfsaggregate<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Versicherungspr\u00e4mien (z. B. Maschinenbruchversicherung, Anteil an Geb\u00e4udeversicherung)<\/li>\n<\/ul>\n<h4 class=\"Titel_4 fusion-responsive-typography-calculated\" style=\"--fontsize: 28; line-height: 1.39;\" data-fontsize=\"28\" data-lineheight=\"38.9167px\">Kapitalkosten:<\/h4>\n<p>Zur Berechnung der j\u00e4hrlich anfallenden Kapitalkosten (= j\u00e4hrliche Verzinsung des eingesetzten Kapitals und Amortisation) wird die Annuit\u00e4tenmethode angewendet. Als Zinssatz gilt meist der aktuelle Hypothekenzins. F\u00fcr die Berechnung von durchschnittlichen Jahreskosten kann auch ein durchschnittlicher Hypothekenzins zugrunde gelegt werden (z. B. 2 %).<\/p>\n<p>Grosse Anlagen k\u00f6nnen \u00fcblicherweise mit l\u00e4ngerer Abschreibedauer berechnet werden als kleine Anlagen. F\u00fcr eine seri\u00f6se Kostenberechnung muss die Mindestlebensdauer zugrunde gelegt werden. Die effektive technische Lebensdauer kann auch h\u00f6her sein.<\/p>\n<p>In der Vollkostenrechnung f\u00fcr eine Sanierung\/einen Umbau der W\u00e4rmeerzeugung sind die Abschreibezeiten f\u00fcr bestehende Anlageteile, die weiter verwendet werden, gem\u00e4ss ihrem Restwert einzusetzen. Dies trifft zum Beispiel f\u00fcr ein Expansionsgef\u00e4ss zu. Neuinstallationen wie z. B. die Erstellung von Erdw\u00e4rmesonden sind mit den jeweiligen Amortisationszeiten in die Rechnung einzubeziehen. Falls diese Erdw\u00e4remsonden auch f\u00fcr die Geb\u00e4udek\u00fchlung genutzt werden, k\u00f6nnte ein Teil der Investition der K\u00fchlung angerechnet werden. Der Wert eines nicht mehr genutzten \u00d6ltankraums kann von der Investition in die Sanierung der W\u00e4rmeerzeugung abgezogen werden.<\/p>\n<p>Aus der Abschreibedauer (Tab. 3) und dem Zinssatz k\u00f6nnen die Annuit\u00e4tsfaktoren berechnet oder mit Tabellen ermittelt werden. Damit werden die j\u00e4hrlichen Kapitalkosten berechnet.<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-2556 alignnone\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/2020-Energiemanagement-Umbruch_V16-2020-67.png\" alt=\"\" width=\"1225\" height=\"923\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/2020-Energiemanagement-Umbruch_V16-2020-67-200x151.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/2020-Energiemanagement-Umbruch_V16-2020-67-300x226.png 300w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/2020-Energiemanagement-Umbruch_V16-2020-67-400x301.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/2020-Energiemanagement-Umbruch_V16-2020-67-600x452.png 600w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/2020-Energiemanagement-Umbruch_V16-2020-67-768x579.png 768w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/2020-Energiemanagement-Umbruch_V16-2020-67-800x603.png 800w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/2020-Energiemanagement-Umbruch_V16-2020-67-1200x904.png 1200w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/2020-Energiemanagement-Umbruch_V16-2020-67-1536x1157.png 1536w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/2020-Energiemanagement-Umbruch_V16-2020-67.png 1768w\" sizes=\"(max-width: 1225px) 100vw, 1225px\" \/><\/div>\n<p><span class=\"bildlegende-em\">Tab. 3: Abschreibedauer f\u00fcr verschiedene Elemente einer Heizungsanlage<\/span><\/p>\n<h4 class=\"Titel_4 fusion-responsive-typography-calculated\" style=\"--fontsize: 28; line-height: 1.39;\" data-fontsize=\"28\" data-lineheight=\"38.9167px\">Weitere Kennwerte:<\/h4>\n<p>Eine analoge Rechnung wie f\u00fcr die Heizkosten lohnt sich f\u00fcr die Berechnung der durchschnittlichen K\u00e4ltekosten pro Kilowattstunde.<\/p>\n<p>Weitere m\u00f6gliche Kennzahlen sind die Energiekosten, bezogen auf die Produkte der Unternehmung (z. B. Energiebedarf in kWh pro kg Brot, pro Pflegetag, pro Arbeitsplatz oder pro CHF Honorarumsatz).<\/p>\n<p>Auch die Berechnung der prozentualen Anteile der Energiekosten an den \u00fcbrigen Produktions- oder Geb\u00e4udekosten ist oft aufschlussreich und kann Entscheidungen sowie das Setzen von Priorit\u00e4ten erleichtern.<\/p>\n<h3>6.2.3 Statistiken und Verl\u00e4ufe<\/h3>\n<p>F\u00fcr die Kostenoptimierung ist es wichtig, den Energieverbrauch der vergangenen Jahre zu kennen. F\u00fcr die Energieoptimierung ist zudem eine monatliche Aufzeichnung des Energieverbrauches n\u00fctzlich. Eine grafische Darstellung ist hilfreich, um die Entwicklung und Ausreisser sofort zu erkennen.<\/p>\n<h4 class=\"Titel_4 fusion-responsive-typography-calculated\" style=\"--fontsize: 28; line-height: 1.39;\" data-fontsize=\"28\" data-lineheight=\"38.9167px\">Energiepreiskontrolle:<\/h4>\n<p>Eine wichtige Vergleichsgr\u00f6sse sind die aktuellen Preise auf dem Energiemarkt; dieser sollte immer beobachtet werden. Eine n\u00fctzliche Hilfe ist das Aufzeichnen der vor Ort oder vom Betrieb effektiv bezahlten Energiepreise.<\/p>\n<p>Der Verlauf der Energiepreise \u00fcber die Zeit gibt Aufschluss \u00fcber die Tendenz und die Volatilit\u00e4t der Preise. Beim Heiz\u00f6l kann die Einkaufsstrategie \u00fcberpr\u00fcft werden. Allerdings ist die zuk\u00fcnftige Tendenz erfahrungsgem\u00e4ss aus der Vergangenheit kaum absch\u00e4tzbar. Ein klarer Trend, dass die Energiepreise laufend steigen, kann nicht beobachtet werden. Teuerungsbereinigt sinken die Energiepreise eher. (Abb. 30)<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-3242 alignnone\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/GEST_Fig-11_Energiepreise_Konsumenten_Abb_30.jpg\" alt=\"\" width=\"1240\" height=\"777\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/GEST_Fig-11_Energiepreise_Konsumenten_Abb_30-320x202.jpg 320w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/GEST_Fig-11_Energiepreise_Konsumenten_Abb_30.jpg 1695w\" sizes=\"(max-width: 1240px) 100vw, 1240px\" \/><\/div>\n<p><span class=\"bildlegende-em\">Abb. 30: Entwicklung der Energiepreise f\u00fcr Konsumenten (real, indexiert)<\/span><br \/>\n<span class=\"quelle-em\">aus: Schweizerische Gesamtenergiestatisik 2012, BFE, Bern<\/span><\/p>\n<h3>6.2.4 Vergleiche und Schwachstellenanalyse<\/h3>\n<p>Aus den gewonnenen Kennzahlen resp. hier den Energiepreisen und den spezifischen Nutzenergiekosten k\u00f6nnen Vergleiche zu \u00e4hnlichen Betrieben gezogen werden. Die Preise der einzelnen Energietr\u00e4ger und die spezifischen Kosten der Nutzenergie k\u00f6nnen miteinander verglichen werden. Das Problem besteht allenfalls darin, dass keine vergleichbaren Kennzahlen vorliegen, da kaum standardisierte Kostenkennzahlen und Energiepreise vorhanden sind. Ideal ist es, wenn sich verschiedene Unternehmungen zu einer \u00abEnergie-Erfahrungsgruppe\u00bb zusammenschliessen und innerhalb der Gruppe die Kennzahlen definieren und die Energiepreise vergleichen. Solche Bestrebungen gibt es. Zu nennen sind z. B. das Programm EnergieSchweiz, die Energieagentur der Wirtschaft (EnAW) oder der Verein zur F\u00f6rderung der energetischen Qualit\u00e4t von gewerblichen Apparaten f\u00fcr die Hotellerie, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung (ENAK).<\/p>\n<p>Aus den Kostenkennzahlen kann erkannt werden, ob die bezahlten Preise f\u00fcr einen Energietr\u00e4ger konkurrenzf\u00e4hig sind. Dies ist besonders relevant auf dem freien Markt f\u00fcr Strom. Aus den spezifischen Preisen f\u00fcr Nutzenergie kann ein echter Vergleich unterschiedlicher Arten der Energieerzeugung oder Umwandlung gezogen werden. Heute zeigt es sich oft, dass selbst erzeugter Strom mit Fotovoltaik billiger ist als Strom ab Netz. Genauso sind die mit den wirklichen Nutzungszeiten resp. Abschreibedauern berechneten W\u00e4rmekosten ab W\u00e4rmepumpen oder mit Holzheizkesseln oft tiefer als ab \u00d6l- oder Gaskessel.<\/p>\n<p>\u00abSchwachstellen\u00bb der Energiekosten k\u00f6nnen zu hohe Kennzahlen im Vergleich zu Benchmarks sein oder ein kontinuierliches Ansteigen der Energiekosten bewirken. Eine weitere \u00abSchwachstelle\u00bb kann ein zu hoher Anteil der Energiekosten an den Gesamtkosten eines Produkts sein.<\/p>\n<h3>6.2.5 Massnahmen zur Senkung der Energiekosten<\/h3>\n<p>Bei Schwachstellen sind Massnahmen zu treffen. Energiekosten k\u00f6nnen mit verschiedenen Massnahmen gesenkt werden:<\/p>\n<ul>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Energieverbrauch verringern (siehe Kapitel 11): Betriebe, die als Energiegrossverbraucher z\u00e4hlen, k\u00f6nnen zus\u00e4tzlich Kosten sparen, wenn sie sich einer Zielvereinbarung unterziehen und den Energieverbrauch laufend optimieren. Sie k\u00f6nnen dadurch von einer Befreiung von Netzzuschl\u00e4gen beim Strompreis profitieren, oder erhalten die Zuschl\u00e4ge f\u00fcr CO<span class=\"CharOverride-7\">2<\/span>-Emissionen zur\u00fcck.<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Billigeren Energietr\u00e4ger w\u00e4hlen: Die Gefahr dabei ist, dass kurzfristige Preisunterschiede einen langfristig wirksamen Entscheid herbeif\u00fchren k\u00f6nnten, welcher sich sp\u00e4ter als falsch herausstellt. Langfristig am g\u00fcnstigsten ist inzwischen oft die Nutzung regenerativer Energiequellen.<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Konkurrenzf\u00e4higen Lieferanten w\u00e4hlen: Auch hier muss beachtet werden, dass die Situation sich ver\u00e4ndern kann. Langfristige Vertr\u00e4ge mit einem Lieferanten bringen vielleicht tiefe Preise, doch auch die Gefahr, auf \u00c4nderungen am Markt nicht reagieren zu k\u00f6nnen. Ein Vorteil ist dagegen die l\u00e4ngerfristige Sicherheit \u00fcber die Energiepreise. Ob sich ein langfristiger Vertrag lohnt oder nicht, kann erst im Nachhinein beurteilt werden. Ein weiteres Problem beim Vergleich verschiedener Lieferanten ist die unterschiedliche Tarifstruktur. Die Beurteilung, welcher Lieferant insgesamt am billigsten ist, wird schwierig. Daher kann es sich lohnen, beim Energieeinkauf auf dem freien Markt einen Berater zuzuziehen.<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Grossverbraucher von Strom k\u00f6nnen heute den Strom nach \u00abFahrplan\u00bb einkaufen. Je nachdem, wie g\u00fcnstig dieser Fahrplan (der nat\u00fcrlich bekannt sein muss) f\u00fcr den Stromlieferanten ist, wird der Preis g\u00fcnstiger oder teurer. Strombedarf, der ausserhalb des vereinbarten Fahrplans ben\u00f6tigt wird, muss dann besonders teuer bezahlt werden. Voraussetzung ist hier eine Energiebuchhaltung, aus welcher der \u00abFahrplan\u00bb des Strombedarfs hervorgeht.<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Zeitpunkt des Energieeinkaufs: Bekanntlich spielt dies eine Rolle beim Heiz\u00f6l, dessen Preis starken Schwankungen unterworfen ist. Damit wird es entscheidend, ob das Heiz\u00f6l in dieser oder der n\u00e4chsten Woche bestellt wird \u2013 inzwischen auch beim Einkauf von Strom auf dem freien Markt. Auch hier \u00e4ndern die Preise laufend. Es ist Spekulation, welcher Zeitpunkt genau der Richtige ist, da die weitere Preisentwicklung kaum vorausgesagt werden kann. Am meisten Gl\u00fcck hat man, wenn ein Vertrag gerade in einer Tiefpreisphase abgeschlossen werden kann.<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Spitzenleistungsbedarf senken: Insbesondere bei Strom, aber auch bei Bio- oder Erdgas kann die Senkung des Leistungsbedarfs Geld sparen helfen, indem weniger Leistungsbezug bezahlt werden muss oder ein g\u00fcnstigerer Tarif ausgehandelt werden kann. Hierzu k\u00f6nnen Stromlastmanagementsysteme zu Einsparungen f\u00fchren.<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Ausnutzung Nieder- oder Nachttarif: Beim Strom gibt es bisher oft zwei Tarife. Die Verschiebung des Verbrauches in die Niedertarifzeit ist eine weitere Methode, die Energiekosten zu senken.<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Blindenergiebezug vermeiden: Falls infolge alter Vorschaltger\u00e4te oder nicht kompensierter Motoren bei der Stromrechnung auch f\u00fcr Blindenergie zu zahlen ist, lohnen sich im Allgemeinen Massnahmen, dies zu vermeiden. Dies kann durch neue Vorschaltger\u00e4te oder effiziente LED-Leuchten mit cos <em><span class=\"code CharOverride-15\">\u03a6<\/span><\/em> um 1 sein oder es kann eine zentrale Kompensationsanlage installiert werden.<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">In Zukunft muss der Strom eventuell dynamisch eingekauft und mit zeitlich variablen Preisen bezahlt werden, je nachdem, ob gerade viel oder wenig Strom aus regenerativen Quellen erzeugt werden kann. Dann wird ein dynamisches Lastmanagement sinnvoll.<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Die Speicherung von Strom oder anderer Energie, besonders bei Eigenerzeugung von Strom, kann Sinn machen, um Kosten zu sparen. Dies wird durch immer tiefere Preise f\u00fcr Batterien unterst\u00fctzt.<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Bei der Eigenerzeugung von Strom lohnt es sich, mit Massanahmen des Lastmanagements einen hohen Anteil an Eigenverbrauch zu erreichen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Einige dieser Massnahmen haben haupts\u00e4chlich einen Kostennutzen. Energie wird zu einem tieferen Preis eingekauft, jedoch wird nicht weniger verbraucht. Die Kosten f\u00fcr diese Massnahmen entstehen durch die erforderliche Mehrarbeit, um Kennzahlen zu bilden und den Energieeinkauf zu optimieren.<\/p>\n<p>Bei technischen Massnahmen zur Kostenreduktion fallen in der Regel auch Investitionen an. Mit diesen Massnahmen wird Energie gespeichert, Spitzenlasten werden gebrochen und\/oder die Effizienz wird gesteigert. Die Kosteneinsparung \u00e4ussert sich hier in besseren Kennzahlen, d. h. tieferen spezischen Nutzenergiekosten mit einer Vollkostenrechnung berechnet.<\/p>\n<p>Die Umsetzung der Massnahmen auf der Einkaufs- wie auch auf der Technikseite ist anfangs oft einfach. Mit der Zeit sind die einfachen Massnahmen jedoch umgesetzt und etabliert. Das Identifizieren und Umsetzen weiterer Massnahmen wird kontinuierlich anspruchsvoller.<\/p>\n<p>F\u00fcr den optimalen Energieeinkauf gibt es heute auch spezialisierte Berater. Mit der Strommarktliberalisierung wird der Einkauf insbesondere des elektrischen Stromes wesentlich anspruchsvoller. Es werden unterschiedliche Tarifmodelle und Preisverg\u00fcnstigungen angeboten, was den Preisvergleich erschwert. Oft muss der Kunde auch seinen Stromkonsum und dessen Verlauf genau kennen. Dies erfordert zus\u00e4tzliche Messungen und Datenauswertungen, falls noch kein entsprechendes Messkonzept umgesetzt ist und keine gen\u00fcgende Energiebuchhaltung gef\u00fchrt wird.<\/p>\n<h4 class=\"Titel_4 fusion-responsive-typography-calculated\" style=\"--fontsize: 28; line-height: 1.39;\" data-fontsize=\"28\" data-lineheight=\"38.9167px\">Erfolgskontrolle:<\/h4>\n<p>Auch bei der Kostenoptimierung ist eine Erfolgskontrolle wichtig. Der Vergleich der spezifischen und absoluten Energiekosten \u00fcber die Zeit und\/oder mit Vergleichswerten zeigt auf, wie erfolgreich das aktive Energiekostenmanagement war. Sinnvoll ist es, die Kostenentwicklung der Energieversorgung an den Teuerungsindex anzupassen sowie die Produktivit\u00e4tsentwicklung des Unternehmens oder die Auslastung eines Geb\u00e4udes mit zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Sicherstellung der Versorgungssicherheit ist die Kostenoptimierung das zweite wichtige Ziel des Energiemanagements. Die Kosten der Energieversorgung (immer inklusive Medienver- und -entsorgung) k\u00f6nnen prinzipiell auf zwei Arten minimiert werden: sparsamer Verbrauch oder g\u00fcnstiger Einkauf. Der sparsame Verbrauch wird mit der Optimierung der Energieeffizienz erreicht, das heisst mit energetischer Betriebsoptimierung. Dies wird im Kapitel 11 [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-2979","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-energieversorgung-im-betrieb"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2979","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2979"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2979\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3244,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2979\/revisions\/3244"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2979"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2979"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2979"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}