{"id":3058,"date":"2020-12-30T12:37:55","date_gmt":"2020-12-30T11:37:55","guid":{"rendered":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/?p=3058"},"modified":"2021-06-14T15:22:14","modified_gmt":"2021-06-14T13:22:14","slug":"10-9-infrastructure-resource-planning-irp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/10-9-infrastructure-resource-planning-irp\/","title":{"rendered":"10.9 Infrastructure Resource Planning (IRP)"},"content":{"rendered":"<p>Das Geb\u00e4ude der Zukunft wird ein permanenter Datenlieferant sein. Der Einzug des \u00abInternets der Dinge\u00bb ist die Grundlage f\u00fcr die Entwicklung des Geb\u00e4udebetriebs mithilfe eines IRP-Systems (s. Abb. 93). Mit sogenannten \u00abSmart Building-Daten\u00bb wird die gemeinsame Auswertung und damit das Management der Daten aus dem Bereich der Geb\u00e4udetechnik kombiniert mit Daten aus dem Bereich der Geb\u00e4udenutzung vornehmlich nutzerbezogener Daten deutlich verbessern.<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-2837 size-full alignnone\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/IRP-e1609247115789.png\" alt=\"\" width=\"1736\" height=\"783\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/IRP-e1609247115789-200x90.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/IRP-e1609247115789-300x135.png 300w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/IRP-e1609247115789-400x180.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/IRP-e1609247115789-600x271.png 600w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/IRP-e1609247115789-768x346.png 768w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/IRP-e1609247115789-800x361.png 800w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/IRP-e1609247115789-1200x541.png 1200w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/IRP-e1609247115789-1536x693.png 1536w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/IRP-e1609247115789.png 1736w\" sizes=\"(max-width: 1736px) 100vw, 1736px\" \/><\/div>\n<p><span class=\"bildlegende-em\">Abb. 93: Schematische Darstellung eines IRP-Systems<\/span><br \/>\n<span class=\"quelle-em\">Envenion GmbH<\/span><\/p>\n<p>Dabei sind nun zwei Themenbereiche zentral:<\/p>\n<ol>\n<li class=\"liste_nummern\">die grosse Menge der Daten<\/li>\n<li class=\"liste_nummern\">die Schnittstellenproblematik durch den Einsatz unterschiedlichster Datenquellen<\/li>\n<\/ol>\n<p>Nat\u00fcrlich ist mit einem nahezu unlimitierten Einsatz von Sensorik ein Geb\u00e4ude w\u00e4hrend seiner Nutzung vollst\u00e4ndig erfassbar. Allerdings kommt es darauf an, nicht viele, beliebige Daten zu sammeln, sondern eine geeignete Auswahl an Daten. Welche dies sind, ist im Einzelfall zu pr\u00fcfen und festzulegen. Dieser Prozess ist dringend zu empfehlen, weil es sonst zu einer schwer zu kontrollierenden Datenflut kommen kann.<\/p>\n<p>Die Komplexit\u00e4t wird durch den Einzug der Digitalisierung in das Geb\u00e4ude weiter erh\u00f6ht. Mit Sensoren aller Art wird das allen wohlvertraute Geb\u00e4ude von einer Blackbox zu einem riesigen Datenlieferanten. Die Herausforderung besteht nun darin, die Vielzahl von Systemen zu konzertieren. Auf der technischen Seite eines Geb\u00e4udes bietet eine gute Geb\u00e4udeautomation bereits eine unverzichtbare Hilfestellung. Das Zusammenspiel von Heizung, L\u00fcftung und Klimatisierung allein ist schon herausfordernd. Kommen noch weitere Assistenz- und Infrastruktursysteme hinzu, wird es un\u00fcbersichtlich. Dazu z\u00e4hlen beispielsweise Schliesssysteme, Video\u00fcberwachung, Anwesenheitskontrolle, Alarmierungssystem, Parkplatzkontrolle, Reservierungssysteme f\u00fcr R\u00e4ume, Kantine und vieles mehr.<\/p>\n<p>Werden nun noch nutzerbezogene und\/oder nutzungsbezogene Daten und deren Kosten in die Betrachtung mit einbezogen, ergibt sich daraus ein Infrastructure-Resource-Planning-Werkzeug. Auf der Basis der unterschiedlichen Datenquellen kann mit der Datenverarbeitung der Geb\u00e4udebetrieb optimiert gemanagt werden.<\/p>\n<p>Ein Infrastructure Resource Planning (IRP) steht f\u00fcr die unternehmerische Aufgabe, Ressourcen im Sinne des Unternehmenszwecks fr\u00fchzeitig und bedarfsgerecht zu planen, zu steuern und zu verwalten, also zu managen. Dazu geh\u00f6rt das Geb\u00e4ude inklusive seiner technischen Ausstattung, Betriebsmittel, Kapital, Informations- und Kommunikationstechnik. Das Ziel des IRP-Systems ist es, dem Unternehmen die Infrastruktur funktionsgerecht und optimiert bereitzustellen, damit die Kernprozesse bestm\u00f6glich ablaufen k\u00f6nnen. Dabei sind laufend Zielkonflikte zu bew\u00e4ltigen. Einer hohen Qualit\u00e4t und Funktionssicherheit der ben\u00f6tigten Dienstleistungen und dem Erf\u00fcllen von beispielsweise gesetzgeberischen Vorgaben stehen hohe Produktivit\u00e4t, Kapital- und Personaleinsatz und Komplexit\u00e4tsreduktion gegen\u00fcber. Die Disziplin FM bew\u00e4ltigt diese Managementherausforderung permanent. Ein IRP-System verbindet bestehende Infrastruktur, integriert IoT, visualisiert 3D-BIM und sorgt f\u00fcr die \u00fcbersichtliche Analyse und die Steuerung aller im Moment relevanter Managementdaten. Im Betrieb steht das Facility Management vor der Herausforderung, dass selten redundante Ereignisse ein Eingreifen erfordern, sondern aufgrund der Dynamik des Zusammenspiels vom komplexen Geb\u00e4ude mit der sich darin befindlichen Nutzerorganisation immer wieder andere Informationen und Zust\u00e4nde als aktuelle Entscheidungsgrundlage herangezogen werden m\u00fcssen. Abhilfe schafft also ein intelligentes IRP-System, bei dem die Informationen zusammenlaufen und entsprechend aufbereitet werden. In der Praxis ist ein IRP-System also eine \u00fcbergreifende IT-Plattform, die mit einer Vielzahl von Analysem\u00f6glichkeiten ausgestattet ist. In Abb. 93 sind die Komponenten eines IRP-Systems visualisiert.<\/p>\n<p>Ein IRP-System verbindet das \u00abSmart Building\u00bb mit \u00abSmart Management\u00bb. Ein \u00abSmart Building\u00bb ist mit modernster Geb\u00e4udetechnik und -Automation ausger\u00fcstet. Der technische Betrieb ist mit hoher Aufl\u00f6sung kontrollierbar und l\u00e4sst sich so bedarfsgerecht betreiben. Damit dies jedoch nicht nur technisch gelingt, sondern eine umfassende Optimierung m\u00f6glich ist, wird ein \u00abSmart management\u00bb ben\u00f6tigt. Dies setzt wiederum voraus, dass sich die Unternehmensprozesse in dem Zusammenspiel zwischen der Infrastruktur (Geb\u00e4ude) und dem Betrieb widerspiegeln. Dies wird mit einem aktiven Energiemanagement unter der Ber\u00fccksichtigung bzw. Einbeziehung der Betriebskosten erreicht.<\/p>\n<p>Die Notwendigkeit eines Instruments wie ein IRP-System ist mittlerweile breit verstanden worden. Smart Management und Smart Building k\u00f6nnen oder sollen in Zukunft mit geeigneten Kenngr\u00f6ssen zug\u00e4nglich werden, damit eine Einsch\u00e4tzung zu dem betroffenen Geb\u00e4ude und dessen Nutzerorganisation hinsichtlich des Einsatzes eines IRP-Systems m\u00f6glich ist. Folgende M\u00f6glichkeiten bestehen bzw. sind in der Entwicklung:<\/p>\n<ul>\n<li>EEM (Erfolgsfaktor Energiemanagement) (s. Kapitel 5) aus dem Energiemanagementmodell<br \/>\nDiese Kenngr\u00f6sse ber\u00fccksichtigt viele Managementaspekte und integriert indirekt auch involvierte Kosten. Obwohl der EEM auf die energetische Situation ausgerichtet ist, ist dieser dennoch als Kenngr\u00f6sse im Zusammenhang mit dem Einsatz eines IRP-Systems geeignet.<\/li>\n<li>SRI (Smart Readiness Indicator)<br \/>\nDiese Kenngr\u00f6sse wird das Geb\u00e4ude hinsichtlich seiner Anpassungsf\u00e4higkeit an den nutzerdominierten Betrieb beurteilen. Der SRI liefert also direkt eine klare Einsch\u00e4tzung, ob es sich um ein Smart Building handelt und f\u00fcr den Einbezug in ein IRP-System somit auch geeignet ist.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die \u00dcberarbeitung der Europ\u00e4ischen Richtlinie \u00fcber die Gesamtenergieeffizienz von Geb\u00e4uden (EPBD) im Jahr 2018 zielt darauf ab, intelligente Geb\u00e4udetechnologien weiter zu f\u00f6rdern, insbesondere durch die Einf\u00fchrung eines Smart Readiness Indicator (SRI) f\u00fcr Geb\u00e4ude.<br \/>\n<span class=\"quelle-em\">(Quelle: https:\/\/smartreadinessindicator.eu\/)<\/span><\/p>\n<p>Mit diesem Indikator wird es m\u00f6glich sein, die intelligente Bereitschaft von Geb\u00e4uden zu bewerten, d.h. die F\u00e4higkeit von Geb\u00e4uden (oder Geb\u00e4udeeinheiten), ihren Betrieb an die Bed\u00fcrfnisse der Nutzer anzupassen und dabei auch die Energieeffizienz und die Gesamtleistung zu optimieren sowie ihren Betrieb als Reaktion auf Signale aus dem Netz anzupassen (Energieflexibilit\u00e4t). Der intelligente Bereitschaftsindikator sollte bei Geb\u00e4udeeigent\u00fcmern und -nutzern das Bewusstsein f\u00fcr den Wert der Geb\u00e4udeautomation und der elektronischen \u00dcberwachung der technischen Geb\u00e4udesysteme sch\u00e4rfen und den Bewohnern Vertrauen in die tats\u00e4chlichen Einsparungen durch diese neuen, verbesserten Funktionalit\u00e4ten vermitteln.<\/p>\n<p>In \u00dcbereinstimmung mit den Anforderungen aus der \u00fcberarbeiteten EPBD wurden bei der Definition der Smart Ready Services im SRI-Katalog drei Schl\u00fcsselfunktionalit\u00e4ten der Smart Readiness in Geb\u00e4uden ber\u00fccksichtigt:<\/p>\n<ul>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Die F\u00e4higkeit, die Energieeffizienzleistung und den Betrieb des Geb\u00e4udes durch die Anpassung des Energieverbrauchs, z. B. durch die Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen, aufrechtzuerhalten;<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">die F\u00e4higkeit, die Betriebsweise des Geb\u00e4udes an die Bed\u00fcrfnisse der Bewohner anzupassen, wobei der Verf\u00fcgbarkeit von Benutzerfreundlichkeit, der Aufrechterhaltung gesunder Innenraumklimabedingungen und der F\u00e4higkeit, \u00fcber den Energieverbrauch zu berichten, geb\u00fchrende Aufmerksamkeit geschenkt wird;<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">die Flexibilit\u00e4t des Gesamtstrombedarfs eines Geb\u00e4udes einschliesslich seiner F\u00e4higkeit, die Teilnahme an aktiver und passiver sowie impliziter und expliziter Bedarfsreaktion in Bezug auf das Netz zu erm\u00f6glichen, z. B. durch Flexibilit\u00e4t und Lastverlagerungskapazit\u00e4ten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der SRI sollte nur den Mehrwert der intelligenteren Steuerbarkeit, Informationserfassung, Kommunikationsfunktionen und Interoperabilit\u00e4t bewerten, nicht aber die (Energie-)Leistung der technischen Geb\u00e4udesysteme selbst (z. B. Beleuchtungssteuerung, unabh\u00e4ngig davon, ob es sich um LED- oder Gl\u00fchlampen handelt), da das Ziel der SRI in erster Linie darin bestehen sollte, den aktuellen Stand der Intelligenz im Vergleich zum maximalen Potenzial dieses spezifischen Geb\u00e4udes zu veranschaulichen, und nicht darin, einen Vergleichsrahmen zwischen den Geb\u00e4uden zu bilden.<\/p>\n<p>Die Entwicklung hin zu komplexeren IT-Plattformen wie ein IRP-System zeigt die nat\u00fcrliche Weiterentwicklung im Energiemanagement auf. Ein gut organisiertes und aktiv gef\u00fchrtes Energiemanagement ist in jedem Fall die Basis f\u00fcr ein IRP-System. F\u00fcr Unternehmen ist daher die Weiterentwicklung vom Energiemanagement hin zu einem umfassenden IRP absolut sinnvoll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Geb\u00e4ude der Zukunft wird ein permanenter Datenlieferant sein. Der Einzug des \u00abInternets der Dinge\u00bb ist die Grundlage f\u00fcr die Entwicklung des Geb\u00e4udebetriebs mithilfe eines IRP-Systems (s. Abb. 93). Mit sogenannten \u00abSmart Building-Daten\u00bb wird die gemeinsame Auswertung und damit das Management der Daten aus dem Bereich der Geb\u00e4udetechnik kombiniert mit Daten aus dem Bereich der [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-3058","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-energiemanagementsoftware"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3058","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3058"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3058\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3517,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3058\/revisions\/3517"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3058"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3058"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3058"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}