{"id":3076,"date":"2020-12-30T12:50:39","date_gmt":"2020-12-30T11:50:39","guid":{"rendered":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/?p=3076"},"modified":"2021-06-14T15:24:32","modified_gmt":"2021-06-14T13:24:32","slug":"12-3-energiesparcontracting","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/12-3-energiesparcontracting\/","title":{"rendered":"12.3 Energiesparcontracting"},"content":{"rendered":"<h3>12.3.1 Vorgehen<\/h3>\n<p>Das Energiesparcontracting (ESC, auch Einsparcontracting genannt) beruht auf dem Prinzip, dass ein Contractinganbieter (im Falle Energiesparcontracting oft ESCO genannt: Energy Service Company) ein Energiesparpotenzial nutzbar macht, welches vom Anlagen- oder Geb\u00e4udeeigent\u00fcmer nicht genutzt werden k\u00f6nnte. Der Eigent\u00fcmer hat im Allgemeinen zu wenige Fachkenntnisse, zu wenig Zeit oder zu wenig fl\u00fcssige oder investierbare Mittel. Ohne Einsparpotenzial kann ein Energiesparcontracting aber nicht wirtschaftlich erfolgreich sein.Beim Energiesparcontracting gibt es sehr viele unterschiedliche Modelle. Diese unterscheiden sich insbesondere, ob nur wenig investive Massnahmen (energetische Betriebsoptimierung) oder auch investive Massnahmen umgesetzt werden. Im zweiten Fall sind unterschiedliche Finanzierungsl\u00f6sungen m\u00f6glich.<\/p>\n<h3>12.3.2 Einsparcontracting nur mit wenig investiven Massnahmen<\/h3>\n<p>Im ersten Fall investiert der Contractinganbieter in die energetische Optimierung bestehender Geb\u00e4ude und Anlagen. Sei es in Form von Arbeit (Untersuchungen, Analysen, Betriebsoptimierung etc.).<\/p>\n<p>Der Contractinganbieter profitiert anschliessend w\u00e4hrend der Vertragszeit von den Einsparungen, indem er typischerweise den gr\u00f6sseren Anteil an den Einsparungen ausbezahlt erh\u00e4lt. Damit finanziert er seine Aufwendungen. Nach Ablauf der Vertragsdauer (typisch 4 bis 6 Jahre) geht der ganze Profit an den Contractingnehmer (Beteiligungsmodell, Abb. 97).<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-2839 alignnone\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Kostenverlauf_Energiespar-Contracting_mit_Beteiligungsmodell.png\" alt=\"\" width=\"981\" height=\"401\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Kostenverlauf_Energiespar-Contracting_mit_Beteiligungsmodell-200x82.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Kostenverlauf_Energiespar-Contracting_mit_Beteiligungsmodell-300x123.png 300w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Kostenverlauf_Energiespar-Contracting_mit_Beteiligungsmodell-400x163.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Kostenverlauf_Energiespar-Contracting_mit_Beteiligungsmodell-600x245.png 600w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Kostenverlauf_Energiespar-Contracting_mit_Beteiligungsmodell-669x272.png 669w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Kostenverlauf_Energiespar-Contracting_mit_Beteiligungsmodell-768x314.png 768w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Kostenverlauf_Energiespar-Contracting_mit_Beteiligungsmodell-800x327.png 800w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Kostenverlauf_Energiespar-Contracting_mit_Beteiligungsmodell-1200x490.png 1200w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Kostenverlauf_Energiespar-Contracting_mit_Beteiligungsmodell-1536x628.png 1536w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Kostenverlauf_Energiespar-Contracting_mit_Beteiligungsmodell.png 1583w\" sizes=\"(max-width: 981px) 100vw, 981px\" \/><\/div>\n<p><span class=\"bildlegende-em\">Abb. 97: Modell Kostenverlauf Energiesparcontracting mit Beteiligungsmodell<\/span><\/p>\n<p>Der Kunde hat kaum ein grunds\u00e4tzliches Risiko, er kann von den Leistungen des Anbieters profitieren. Ziel ist es wie immer beim Contracting, dass ein Win-win-Verh\u00e4ltnis entsteht.<\/p>\n<p>Dieses erste Modell des Energieeinsparcontractings zeigt auch Abb. 98.<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-2787 alignnone\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_46_Einspar-Contracting.png\" alt=\"\" width=\"952\" height=\"1295\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_46_Einspar-Contracting-200x272.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_46_Einspar-Contracting-220x300.png 220w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_46_Einspar-Contracting-400x544.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_46_Einspar-Contracting-600x817.png 600w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_46_Einspar-Contracting-768x1045.png 768w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_46_Einspar-Contracting-800x1089.png 800w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_46_Einspar-Contracting-1129x1536.png 1129w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_46_Einspar-Contracting-1200x1633.png 1200w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_46_Einspar-Contracting-1505x2048.png 1505w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_46_Einspar-Contracting.png 1532w\" sizes=\"(max-width: 952px) 100vw, 952px\" \/><\/div>\n<p><span class=\"bildlegende-em\">Abb. 98: Modell Einsparcontracting<\/span><\/p>\n<h3>12.3.3 Einsparcontracting mit investiven Massnahmen<\/h3>\n<p>Im zweiten Fall mit investiven Massnahmen investiert der Contractinganbieter auch in Massnahmen wie Anlagen- oder Bauteilersatz (z. B. neuer L\u00fcftungsmonoblock, neue Motoren, Ventilatoren, neue Fenster) oder in Anlagen- oder Geb\u00e4udeverbesserungen, Nachr\u00fcstungen oder Sanierungen. Letzteres k\u00f6nnen zus\u00e4tzliche W\u00e4rmer\u00fcckgewinnungsanlagen, bessere Steuerungen, neue Geb\u00e4udeautomation, verbesserte W\u00e4rmed\u00e4mmung etc. sein.<\/p>\n<p>Der Unterschied zu Energieliefercontracting besteht hier vor allem in der Art der Verrechnung der Leistungen des Contractinganbieters, welche sich hier prim\u00e4r an den eingesparten Energiekosten bemisst. Das bedeutet aber auch, dass dieses Modell nur funktioniert, falls mit den Energieeinsparungen die Investitionen in vern\u00fcnftiger Zeit zur\u00fcckbezahlt und verzinst werden k\u00f6nnen. Falls dies nicht der Fall ist (wie in der Schweiz h\u00e4ufig), kann ein Modell gew\u00e4hlt werden, bei welchem der Auftraggeber einen Teil der Investitionen selbst \u00fcbernimmt. Dieser Teil k\u00f6nnte dem Mehrwert der Baute oder der Anlage entsprechen, die altersbedingt erneuert wird. Der restliche Investitionsanteil (die Zusatzinvestition f\u00fcr die energetische Verbesserung) \u00fcbernimmt der Contractinganbieter. Dieser Teil kann dann \u00fcber die Energieeinsparungen \u00fcber die Vertragslaufzeit refinanziert werden.<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" class=\" wp-image-2789 alignnone\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_47_Einspar-Contracting_investiv.png\" alt=\"\" width=\"932\" height=\"943\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_47_Einspar-Contracting_investiv-66x66.png 66w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_47_Einspar-Contracting_investiv-200x202.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_47_Einspar-Contracting_investiv-297x300.png 297w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_47_Einspar-Contracting_investiv-400x405.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_47_Einspar-Contracting_investiv-600x607.png 600w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_47_Einspar-Contracting_investiv-768x777.png 768w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_47_Einspar-Contracting_investiv-800x809.png 800w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_47_Einspar-Contracting_investiv-1200x1214.png 1200w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_47_Einspar-Contracting_investiv-1518x1536.png 1518w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Abb_47_Einspar-Contracting_investiv.png 1968w\" sizes=\"(max-width: 932px) 100vw, 932px\" \/><\/div>\n<p><span class=\"bildlegende-em\">Abb. 99: Einsparcontracting inkl. investiver Massnahmen<\/span><\/p>\n<p>Der Kunde hat auch hier nur wenige Risiken. Bef\u00fcrchtet werden k\u00f6nnte, dass der Contractinganbieter g\u00fcnstige, qualitativ schlechte oder wenig langlebige L\u00f6sungen umsetzt, falls auch die Vertragslaufzeiten eher kurz sind. Auch k\u00f6nnte eine Einbusse beim Komfort bef\u00fcrchtet werden, wenn der Anbieter zu stark auf die Energieeinsparung fokussiert. Beides ist aber vermeidbar, mit entsprechender Vertragsbildung und einer engen Zusammenarbeit des Kunden mit dem Anbieter.<\/p>\n<p>Auch m\u00f6glich sind L\u00f6sungen, bei denen der Contractinganbieter investive Massnahmen voll finanziert und betreibt \u00fcber die Vertragslaufzeit. Er und der Kunde teilen sich die Einsparungen. Nach Ende der Vertragslaufzeit \u00fcbernimmt der Kunde die Anlagen zum Restwert, der sich dann auch aufgrund des Zustandes bemisst.<\/p>\n<p>Insbesondere in Deutschland werden oft Einsparcontractingvertr\u00e4ge abgeschlossen, welche investive Massnahmen enthalten. Der Contractor sucht nach Sanierungsmassnahmen und setzt diese dann mit eigenen Mitteln um. Er finanziert seinen Aufwand, indem er typischerweise um die 80 % der eingesparten Energiekosten \u00fcber die Vertragslaufzweit als Entgelt erh\u00e4lt. Die Anlagen hingegen bleiben resp. sind von Beginn weg im Eigentum des Geb\u00e4udebesitzers. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit kann er vom vollen Nutzen der Massnahmen profitieren. DENA bewirbt ein Einsparcontractingmodell (Abb. 100) mit investiven Massnahmen, bei welchem auch gr\u00f6ssere Investitionen in die energetische Verbesserung der Geb\u00e4udeh\u00fclle oder in neue Energieerzeugungsanlagen enthalten sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<div><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-2843 alignnone\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Modell_Energiespar-Contracting_mit_investiven_Massnahmen_DENA.png\" alt=\"\" width=\"1025\" height=\"598\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Modell_Energiespar-Contracting_mit_investiven_Massnahmen_DENA-200x117.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Modell_Energiespar-Contracting_mit_investiven_Massnahmen_DENA-300x175.png 300w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Modell_Energiespar-Contracting_mit_investiven_Massnahmen_DENA-400x233.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Modell_Energiespar-Contracting_mit_investiven_Massnahmen_DENA-600x350.png 600w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Modell_Energiespar-Contracting_mit_investiven_Massnahmen_DENA-768x448.png 768w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Modell_Energiespar-Contracting_mit_investiven_Massnahmen_DENA-800x467.png 800w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Modell_Energiespar-Contracting_mit_investiven_Massnahmen_DENA-1200x700.png 1200w, https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2020\/12\/Modell_Energiespar-Contracting_mit_investiven_Massnahmen_DENA.png 1532w\" sizes=\"(max-width: 1025px) 100vw, 1025px\" \/><\/div>\n<p><span class=\"bildlegende-em\">Abb. 100: Modell Energiesparcontracting mit investiven Massnahmen (DENA)<\/span><\/p>\n<h3>12.3.4 Hindernisse<\/h3>\n<p>Das Energiesparcontracting ist bisher in der Schweiz nur wenig verbreitet, anders als das Energieliefercontracting. Grund ist zum einen, dass die Projekte oft relativ klein sind, was deren Finanzierung erschwert und den Aufwand f\u00fcr Vertr\u00e4ge etc. im Verh\u00e4ltnis zum Ertrag vergr\u00f6ssert (hohe Transaktionskosten).<\/p>\n<p>Zum anderen ist der Nachweis der Einsparungen, welche infolge der Aktivit\u00e4ten des Contractors entstanden sind, oft schwierig. Sind z. B. die Einsparungen wegen der neuen W\u00e4rmer\u00fcckgewinnungsanlage entstanden oder weil sich die Witterung \u00e4nderte oder weil der Nutzer die Anlage weniger oft in Betrieb nahm? Wie hoch war der Verbrauch vor den Massnahmen? Dies sind nur zwei Beispiele von schwierig zu beantwortenden Fragen, an welchen Energiesparcontractingvorhaben scheitern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Schwankung der Energiepreise und Nutzungs\u00e4nderungen k\u00f6nnen weitere Fallstricke sein, die den Gewinn des Contractors beeinflussen. F\u00fcr den Anbieter wird damit das Risiko im Vergleich zum m\u00f6glichen Gewinn oft zu hoch. Lohnend sind vor allem kurzfristig rentable Massnahmen.<\/p>\n<p>Energiesparcontracting ist nur machbar, wenn es wirtschaftlich umsetzbare Massnahmen gibt. Die seit 2014 tendenziell sinkenden Energiepreise stellen ein zus\u00e4tzliches Hemmnis dar. Trotzdem lassen sich in vielen F\u00e4llen wirtschaftlich interessante Sparmassnahmen finden.<\/p>\n<p>Daneben ist das Modell des Energiesparcontractings auch bei vielen Verantwortlichen in den Betrieben der Privatwirtschaft und der \u00f6ffentlichen Hand nach wie vor unbekannt. Energie ist aus strategischer Sicht oft kein wesentliches Thema oder Problem.<\/p>\n<p>Um das Energiesparcontracting zu f\u00f6rdern, wurde 2014 der Verein swissesco gegr\u00fcndet (siehe <a href=\"https:\/\/www.swissesco.ch\/de\/\">https:\/\/www.swissesco.ch\/de\/<\/a>) (esco steht f\u00fcr Energy Service Company). Dieser Verband kann mit Informationen und Hilfsmitteln wie Mustervertr\u00e4gen und Leitf\u00e4den einige der Hemmnisse abbauen. Diese Hilfsmittel wurden in der ersten Phase vor allem f\u00fcr \u00f6ffentliche Organisationen wie Gemeinden entwickelt, welche Bauten altersbedingt, aber auch energetisch sanieren m\u00fcssen. Mit Energiesparcontractingmodellen inklusive investiver Massnahmen soll die Finanzierung und Umsetzung solcher Vorhaben erleichtert werden. Im Gegensatz zum Energieliefercontractingmarkt in der Schweiz sollen hier private Anbieter Leistungen f\u00fcr die \u00f6ffentliche Hand anbieten.<\/p>\n<h3>12.3.5 Energiesparcontracting bei vermieteten Liegenschaften<\/h3>\n<p>Seit Juni 2020 ist Artikel 6c (Energiesparcontracting) in der Verordnung \u00fcber die Miete und Pacht von Wohn- und Gesch\u00e4ftsr\u00e4umen (VMWG) in Kraft. Dieser bestimmt, dass ein Vermieter die anfallenden Kosten eines Energiesparcontractingvertrags w\u00e4hrend h\u00f6chstens zehn Jahren als Nebenkosten verrechnen darf. Die Voraussetzung ist, dass w\u00e4hrend des Verrechnungszeitraums die in Rechnung gestellten Kosten des Energiesparcontractings nicht h\u00f6her sind als die mieterseitig eingesparten Energiekosten. Das bedeutet, dass dem Mieter in der Summe durch das Einsparcontracting keine Mehrkosten entstehen d\u00fcrfen. Allf\u00e4llig erhaltene F\u00f6rderbeitr\u00e4ge f\u00fcr Energiesparmassnahmen sind bei den Kosten in Abzug zu bringen. Die Witterungseinfl\u00fcsse sind bei der Berechnung der Einsparung zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Als Energiesparcontracting wird bezeichnet, wenn ein Dienstleister sich gegen Verg\u00fctung verpflichtet, den Energieverbrauch einer Liegenschaft durch geeignete Energiesparmassnahmen zu senken.<\/p>\n<p>Als Energiesparmassnahmen gelten dabei insbesondere:<\/p>\n<ol>\n<li class=\"liste_nummern\">die Optimierung des Betriebs von Heizungs-, L\u00fcftungs- und Klimaanlagen und der Geb\u00e4udeautomation;<\/li>\n<li class=\"liste_nummern\">die Instruktion und die Beratung der Bewohnerschaft;<\/li>\n<li class=\"liste_nummern\">der Ersatz von Anlagen, Installationen und Leuchtmitteln;<\/li>\n<li class=\"liste_nummern\">die Verbesserung der Geb\u00e4udeh\u00fclle.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Dieser Artikel soll das \u00abMieter-Vermieter-Dilemma\u00bb aufheben. Dieses besteht darin, dass herk\u00f6mmlich die Eigent\u00fcmerschaft die Investitionen f\u00fcr Einsparmassnahmen selbst finanzieren und teilweise tragen muss. Aber die Mieter profitieren von tieferen Nebenkosten. Mit dem neuen Artikel 6c sollen Energiesparmassnahmen bei Mietliegenschaften gef\u00f6rdert werden. Ein Contractinganbieter \u00fcbernimmt die Finanzierung der Investitionen und alle \u00fcbrigen Kosten der betrieblichen sowie investiven Energiesparmassnahmen. Die Refinanzierung der Investitionen und weiteren Kosten darf \u00fcber maximal zehn Jahre \u00fcber eine Erh\u00f6hung der Nebenkosten erfolgen. Dabei darf die Mieterschaft insgesamt finanziell nicht mehr belastet werden als vor den Massnahmen. Somit sind die Energiesparmassnahmen f\u00fcr den Eigent\u00fcmer finanziell neutral, er muss auch nicht finanzieren. Die Mietliegenschaft bleibt finanziell gleich attraktiv wie ohne Massnahmen. Der Eigent\u00fcmer d\u00fcrfte investive Massnahmen der Steigerung der Energieeffizienz auch mit einer Erh\u00f6hung der Mietzinsen finanzieren, was aber eine Verminderung der Vermietbarkeit der Liegenschaft bewirken kann.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Eigent\u00fcmer kann ein solches Contractingmodell zu einer Steigerung des Geb\u00e4udewerts f\u00fchren, wenn z. B. mit diesem Projekt Anlagenteile oder Bauteile erneuert werden. Zudem kann durch die Energiesparmassnahmen und die Verminderung des CO<span class=\"CharOverride-7\">2<\/span>-Ausstosses ein positiver Effekt f\u00fcr das Image des Geb\u00e4udes erwartet werden.<\/p>\n<p>Dieses Modell funktioniert nur, wenn Einsparpotenziale realisiert werden k\u00f6nnen, deren gesamte Kosten (Abschreibung, Verzinsung der Investition, Arbeitskosten, Gewinn des Contractinganbieters etc.) \u00fcber max. zehn Jahre mit der erreichten Energiekosteneinsparung refinanziert werden k\u00f6nnen. Solche lukrativen Massnahmen finden sich oft bei der energetischen Betriebsoptimierung, bei neuen Beleuchtungsanlagen mit LED oder beim Tausch von Umw\u00e4lzpumpen, um einige Beispiele zu nennen.<\/p>\n<p>Zu regeln ist, wie mit Energiepreisen umgegangen wird, welche sich \u00fcber die max. 10 Jahre Laufzeit ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Sinkende Energiepreise haben sinkende Einsparungen zur Folge, was die Refinanzierung erschwert. Die Kosteneinsparung sinkt auch, wenn infolge zunehmend w\u00e4rmerer Winter die Einsparung an Heizenergie sinkt, was gem\u00e4ss Verordnung mitber\u00fccksichtigt werden muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12.3.1 Vorgehen Das Energiesparcontracting (ESC, auch Einsparcontracting genannt) beruht auf dem Prinzip, dass ein Contractinganbieter (im Falle Energiesparcontracting oft ESCO genannt: Energy Service Company) ein Energiesparpotenzial nutzbar macht, welches vom Anlagen- oder Geb\u00e4udeeigent\u00fcmer nicht genutzt werden k\u00f6nnte. Der Eigent\u00fcmer hat im Allgemeinen zu wenige Fachkenntnisse, zu wenig Zeit oder zu wenig fl\u00fcssige oder investierbare Mittel. 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