{"id":3083,"date":"2020-12-30T12:56:50","date_gmt":"2020-12-30T11:56:50","guid":{"rendered":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/?p=3083"},"modified":"2021-06-14T15:25:11","modified_gmt":"2021-06-14T13:25:11","slug":"13-2-wirtschaftlichkeit-ganzheitlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/enbau-online.ch\/energiemanagement\/13-2-wirtschaftlichkeit-ganzheitlich\/","title":{"rendered":"13.2 Wirtschaftlichkeit ganzheitlich"},"content":{"rendered":"<p>Kosten sollten nicht nur aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht verglichen werden. Bei einer volkswirtschaftlichen Betrachtungsweise m\u00fcssen auch die externen Kosten ber\u00fccksichtigt werden. Diese schliessen Umweltsch\u00e4den und soziale Folgekosten ein, welche bei der Energieerzeugung und beim Verbrauch anfallen (Werte siehe Anhang 14.1, Tab. 17).<\/p>\n<p>Auch weitere Effekte m\u00fcssen beachtet werden. Oft scheinen die Investitionen beispielsweise f\u00fcr Solaranlagen oder Effizienzmassnahmen vergleichsweise hoch. Manchmal k\u00f6nnen aber weitere Vorteile wie Imagegewinn, h\u00f6herer Komfort oder verbesserte Versorgungssicherheit erreicht werden. Die Anlagen f\u00fchren zu einem neuen Bewusstsein im Umgang mit der Energie und werden zudem zu einem Aush\u00e4ngeschild f\u00fcr die Besitzer und Betreiber. Dies ist ein auch in Franken ausdr\u00fcckbarer Nebennutzen im Sinne der Imageverbesserung. Auch solche sekund\u00e4ren Effekte m\u00fcssen in die Berechnungen der Wirtschaftlichkeit mit einfliessen. Weiter d\u00fcrfen die steuerlichen Auswirkungen nicht vergessen werden. Seit 2008 k\u00f6nnen Investitionen in erneuerbare Energieanlagen oder in Massnahmen zur Energieeinsparung von den Steuern abgezogen werden. Subventionen, Einmalverg\u00fctungen oder die Einspeiseverg\u00fctung f\u00fcr erneuerbare Energieerzeugung k\u00f6nnen solche Anlagen wirtschaftlich attraktiv machen. Auch die M\u00f6glichkeit der Bildung von Eigenverbrauchsgemeinschaften, der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) von lokal erzeugter regenerativer Energie, kann eine wirtschaftlich attraktive L\u00f6sung erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Viele erneuerbare Energieformen, z. B. W\u00e4rmepumpen, Abw\u00e4rmenutzung, untiefe Geothermie oder Holz als Energietr\u00e4ger, sind heute betriebswirtschaftlich gerechnet konkurrenzf\u00e4hig. Auch viele weitere Massnahmen der Effizienzsteigerung wie W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung, LED-Beleuchtung, bedarfsabh\u00e4ngige Steuerungen oder energetische Betriebsoptimierungen k\u00f6nnen oft in wenigen Jahren mit der Einsparung refinanziert werden.<\/p>\n<p>Zu einer ganzheitlichen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung geh\u00f6rt auch, dass Massnahmen nicht isoliert, sondern wo sinnvoll und m\u00f6glich kombiniert betrachtet werden. So kann eine Fotovoltaikanlage infolge tiefem Eigenverbrauchsanteil nicht wirtschaftlich sein. Wird sie aber mit einer W\u00e4rmepumpe und einer entsprechenden Steuerung kombiniert, kann der Eigenverbrauchsanteil vergr\u00f6ssert werden und die Anlage wird wirtschaftlich. \u00c4hnliches kann bei der Kombination von W\u00e4rmed\u00e4mmmassnahmen und dem Ersatz der W\u00e4rmeerzeugung auftreten. Vielleicht ist einzeln betrachtet eine zus\u00e4tzliche W\u00e4rmed\u00e4mmung nicht wirtschaftlich. Auch eine W\u00e4rmepumpe anstelle einer fossilen W\u00e4rmeerzeugung kann lange Amortisationszeiten aufweisen, da die Investition hoch ist. Erm\u00f6glicht aber die W\u00e4rmed\u00e4mmung eine kleinere, g\u00fcnstigere W\u00e4rmepumpe, deren Jahresarbeitszahl zudem steigt, da die Vorlauftemperaturen zur W\u00e4rmeverteilung gesenkt werden k\u00f6nnen, dann kann das Gesamtpaket pl\u00f6tzlich wirtschaftlich attraktiv werden. Dies insbesondere, wenn alle weiteren Aspekte wie Steuerersparnisse und Subventionen wie auch Komfortgewinn, z. B. dank zus\u00e4tzlicher K\u00fchlm\u00f6glichkeit im Sommer, und ggf. Platzgewinn beim Wegfall des \u00d6ltanks mitber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<h4 class=\"Titel_4 fusion-responsive-typography-calculated\" style=\"--fontsize: 28; line-height: 1.39;\" data-fontsize=\"28\" data-lineheight=\"38.9167px\">Weitere Aspekte<\/h4>\n<p>Die Auswahlkriterien f\u00fcr Energiesysteme k\u00f6nnen vielf\u00e4ltig und umfassend sein; reine Wirtschaftlichkeitsfragen sind nur ein Aspekt unter vielen. Solche Investitionen k\u00f6nnen \u00fcber viele zus\u00e4tzliche Kriterien beurteilt werden, z. B. auch:<\/p>\n<ul>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">\u00d6kologische Aspekte<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Auswirkungen betreffend Klimaeffekt<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Bedarf an grauer Energie<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Prim\u00e4renergieverbrauch<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Platzbedarf<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Bedienbarkeit<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Betriebs- und Instandhaltungsbedarf<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr St\u00f6rungen<\/li>\n<li class=\"liste_bullet_orange\">Imagewirkung, Vorbildfunktion<\/li>\n<\/ul>\n<p>Somit muss die Forderung aufgestellt werden, dass die Entscheidung unter Ber\u00fccksichtigung aller Kriterien, nicht nur der monet\u00e4ren Wirtschaftlichkeit, zu ermitteln ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kosten sollten nicht nur aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht verglichen werden. 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