{"id":1105,"date":"2020-04-08T11:28:24","date_gmt":"2020-04-08T09:28:24","guid":{"rendered":"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/?p=1105"},"modified":"2020-05-15T11:22:16","modified_gmt":"2020-05-15T09:22:16","slug":"sonnenstrahlungseintrag-und-absorptionsleistung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/sonnenstrahlungseintrag-und-absorptionsleistung\/","title":{"rendered":"Sonnenstrahlungseintrag und Absorptionsleistung"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Um den grossen W\u00e4rmeertrag aus Sonnenstrahlung hinter der g-Wert-optimierten S\u00fcdverglasung nutzen zu k\u00f6nnen, muss die gen\u00fcgend grosse W\u00e4rmeaufnahmef\u00e4higkeit der Innenraumoberfl\u00e4chen (Sekund\u00e4rspeicher) nachgewiesen werden. So kann eine \u00dcbererw\u00e4rmung der Luft verhindert werden und die R\u00e4ume bleiben ohne Sonnenschutz oder Abl\u00fcftung in Bezug auf ihre Temperatur im Komfortbereich. Abbildung 34 zeigt, dass im ersten Moment die Absorption gr\u00f6sser ist als nach 2 Stunden. Dies hat mit der Erw\u00e4rmung der Oberfl\u00e4chen zu tun. F\u00fcr eine gen\u00fcgend genaue Absch\u00e4tzung reicht es aus, einen Mittelwert (nach etwa 2 Stunden) einzusetzen. Der gezeigte einfache lineare Absorptionsnachweis kann als Excel-Tabelle erstellt werden.<\/p>\n<div>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-152 size-full alignnone\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/a26.png\" alt=\"\" width=\"548\" height=\"569\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/a26-200x208.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/a26-289x300.png 289w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/a26-400x415.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/a26.png 548w\" sizes=\"(max-width: 548px) 100vw, 548px\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung 34: In die Absch\u00e4tzberechnung ist die Absorptionsleistung nach 2 Stunden einzusetzen.<\/div>\n<div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p>Diese Werte betreffen die nicht direkt sonnenbeschienenen Oberfl\u00e4chen, also die W\u00e4rmeaufnahme \u00fcber Strahlung und Konvektion (Luftbewegung). Direkt beschienene Oberfl\u00e4chen (Prim\u00e4rspeicher) erreichen wesentlich h\u00f6here Absorptionsleistungen, sofern sie an der Oberfl\u00e4che mindestens eine mittlere Dunkelheit und eine ausreichende W\u00e4rmeleitf\u00e4higkeit aufweisen. Dadurch werden 50% der Strahlung oder mehr auf der Oberfl\u00e4che zu W\u00e4rme umgeformt, die Oberfl\u00e4che erw\u00e4rmt sich st\u00e4rker und gibt wieder W\u00e4rme an die Luft und an Umgebungsfl\u00e4chen ab, sofern der Temperaturunterschied zwischen Oberfl\u00e4che und Raumluft dies erzwingt. Bei der Ermittlung der Prim\u00e4rspeicherfl\u00e4chen gilt es mehrere Aspekte zu beachten: Im Hochwinter bewegt sich die Einstrahlung von etwa 30\u00b0 S\u00fcdost bis 30\u00b0 S\u00fcdwest, die Sonnen-Schatten-Auswirkung \u00abbewegt\u00bb sich also \u00fcber den Raum. Zum einen bedeutet dies, dass nie die gesamte Fl\u00e4che beschienen wird, zum anderen kann in der Gestaltung bewusst mit verschiedenen Lichtszenarien gearbeitet werden, also mit der Sinnlichkeit des Lichts. Je nach Oberfl\u00e4chenfarbe, Widerschein und Sonnenstand kann man so die Tages- und Jahreszeit inszenieren.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Mobiliar, Fenster:<\/strong> Es empfiehlt sich, die S\u00fcdfenster bis an den Boden zu ziehen, da die Fl\u00e4chen direkt hinter der Verglasung meistens frei bleiben und als Prim\u00e4rspeicher voll nutzbar sind. F\u00fcr die \u00fcbrigen Fl\u00e4chen muss eine Abdeckung durch Mobiliar abgesch\u00e4tzt und in Abzug gebracht werden.<\/li>\n<li><strong>B\u00f6den mit Prim\u00e4rspeicherzuschlag:<\/strong> F\u00fcr Steinb\u00f6den mittlerer Dunkelheit, z.\u2009B. aus geschliffenem Beton oder Zement\u00adunterlagsb\u00f6den mit Steinzeug- oder Natursteinplatten, kann f\u00fcr die beschienenen Fl\u00e4chen ein Zuschlag zum Sekund\u00e4rspeicherwert von etwa 50 W\/m<sup>2<\/sup> angenommen werden. Es kann von einer etwa 50% h\u00f6heren Eindringtiefe ausgegangen werden. Dies bedeutet Folgendes: Weist normalerweise ein Unterlagsboden etwa 9 cm Bauh\u00f6he auf, kann der permanent direkt beschienene Teil des Steinbodens sinnvollerweise 13 cm Gesamtst\u00e4rke aufweisen. Sobald ein Holzparkett- oder ein Teppichboden auf dem Unterlagsboden angebracht wird, ist die Absorptionsleistung sehr viel kleiner. Ein vollverklebtes, dunkles Hartholzparkett erreicht etwa 20 W\/m<sup>2<\/sup> Prim\u00e4r- plus Sekund\u00e4rabsorption, w\u00e4hrend ein getrennt aufgelegtes Parkett, ein Laminat oder ein Teppich die Absorption fast vollst\u00e4ndig verhindert. Platten- oder Natursteinb\u00f6den sollten im \u00abMittelbett\u00bb verlegt werden, also den Vollkontakt zum Unterlagsboden ohne Lufteinschluss oder Trittschalld\u00e4mmung garantieren.<\/li>\n<li><strong>W\u00e4nde mit Prim\u00e4rspeicherzuschlag:<\/strong> Die wirkungsvollsten Fl\u00e4chen sind auch hier jene W\u00e4nde, insbesondere Zwischenw\u00e4nde, die direkt an die Fensterfl\u00e4che f\u00fchren. Auch diese k\u00f6nnen eine mittlere Dunkelheit aufweisen und dadurch mehr verwertbare Eindringtiefe generieren. So kann beispielsweise auch eine Wohnungstrennwand in Beton oder Kalksandstein voll genutzt werden. Dunkle Raumoberfl\u00e4chen reduzieren allerdings die Beleuchtungseffizienz. Dies sollte ber\u00fccksichtigt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-803 size-full alignnone\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2020\/01\/Absobtion_def.png\" alt=\"\" width=\"549\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2020\/01\/Absobtion_def-200x178.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2020\/01\/Absobtion_def-300x267.png 300w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2020\/01\/Absobtion_def-400x356.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2020\/01\/Absobtion_def.png 549w\" sizes=\"(max-width: 549px) 100vw, 549px\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung 35: Absorptionsberechnung. Der Zusammenzug der Absorptionsleistungen sollte gleich viel oder mehr Absorptionsleistung ergeben als die um den g-Wert reduzierte Sonneneinstrahlung auf die unbeschattete Glasfl\u00e4che. Dieses Beispiel Casa Felice hat also keine \u00dcberhitzungsprobleme, trotz \u00fcberwiegender Massivholzbauweise.<\/div>\n<div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-807 size-full alignnone\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2020\/01\/tabelle-1_grundlagen-der-solararchitektur.jpg\" alt=\"\" width=\"1086\" height=\"445\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2020\/01\/tabelle-1_grundlagen-der-solararchitektur-200x82.jpg 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2020\/01\/tabelle-1_grundlagen-der-solararchitektur-300x123.jpg 300w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2020\/01\/tabelle-1_grundlagen-der-solararchitektur-400x164.jpg 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2020\/01\/tabelle-1_grundlagen-der-solararchitektur-600x246.jpg 600w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2020\/01\/tabelle-1_grundlagen-der-solararchitektur-768x315.jpg 768w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2020\/01\/tabelle-1_grundlagen-der-solararchitektur-800x328.jpg 800w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2020\/01\/tabelle-1_grundlagen-der-solararchitektur-1024x420.jpg 1024w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2020\/01\/tabelle-1_grundlagen-der-solararchitektur.jpg 1086w\" sizes=\"(max-width: 1086px) 100vw, 1086px\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Tabelle 1: Baustoffkenngr\u00f6ssen f\u00fcr das Speicherverhalten. Von Interesse ist in erster Linie die aktive Dicke bei t = 4\u2009h. Im Dezember und Januar scheint die Sonne nur etwa 4 Stunden kraftvoll.<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um den grossen W\u00e4rmeertrag aus Sonnenstrahlung hinter der g-Wert-optimierten S\u00fcdverglasung nutzen zu k\u00f6nnen, muss die gen\u00fcgend grosse W\u00e4rmeaufnahmef\u00e4higkeit der Innenraumoberfl\u00e4chen (Sekund\u00e4rspeicher) nachgewiesen werden. So kann eine \u00dcbererw\u00e4rmung der Luft verhindert werden und die R\u00e4ume bleiben ohne Sonnenschutz oder Abl\u00fcftung in Bezug auf ihre Temperatur im Komfortbereich. 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