{"id":1133,"date":"2020-04-08T14:33:43","date_gmt":"2020-04-08T12:33:43","guid":{"rendered":"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/?p=1133"},"modified":"2020-05-15T11:34:52","modified_gmt":"2020-05-15T09:34:52","slug":"baubiologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/baubiologie\/","title":{"rendered":"Baubiologie"},"content":{"rendered":"<div>\n<p>Die Sonne spielt eine zentrale Rolle im baubiologischen Haus, sie spendet Licht, w\u00e4rmt die Bewohner, verdampft Wasser, trocknet und setzt den Rhythmus von Tag und Nacht.<\/p>\n<p>Baubiologen helfen in Planung, Handwerk und Geb\u00e4udeanalytik, St\u00f6rquellen zu vermeiden, zu erkennen und zu beheben. Sie achten beim Bauen auf \u00f6kologische Grundlagen und Auswirkungen. Im Mittelpunkt steht dabei die Gesundheit des Menschen in seiner gebauten Umgebung.<\/p>\n<div>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-206 size-full alignnone\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/baubiologie.png\" alt=\"\" width=\"549\" height=\"1002\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/baubiologie-164x300.png 164w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/baubiologie-200x365.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/baubiologie-400x730.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/baubiologie.png 549w\" sizes=\"(max-width: 549px) 100vw, 549px\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung 42: Themenbereiche der Baubiologie: Konzentriert sich das Bauen nur auf den Aspekt Energie, wird eine Vielzahl wichtiger Themen nicht ber\u00fccksichtigt.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table border=\"0\" width=\"640\" cellspacing=\"4\" cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" bgcolor=\"#f9fad7\" width=\"600\" height=\"144\">\n<h3 style=\"padding-left: 40px;\">25 Grundregeln des baubiologischen Bauens<\/h3>\n<ul>\n<li>Bauplatz ohne nat\u00fcrliche und k\u00fcnstliche St\u00f6rungen<\/li>\n<li>Wohnh\u00e4user abseits von Emissions- und L\u00e4rmquellen<\/li>\n<li>Dezentralisierte, lockere Bauweise in durchgr\u00fcnten Siedlungen<\/li>\n<li>Wohnung und Siedlung individuell, naturverbunden, menschenw\u00fcrdig und familiengerecht<\/li>\n<li>Keine sozialen Folgelasten verursachend<\/li>\n<li>Baustoffe nat\u00fcrlich und unverf\u00e4lscht<\/li>\n<li>Nat\u00fcrliche Regulierung der Raumluftfeuchte unter Verwendung feuchteausgleichender Materialien<\/li>\n<li>Geringe und rasch abklingende Neubaufeuchte<\/li>\n<li>Ausgewogenes Mass von W\u00e4rmed\u00e4mmung und W\u00e4rmespeicherung<\/li>\n<li>Optimale Oberfl\u00e4chen- und Raumlufttemperaturen<\/li>\n<li>Gute Luftqualit\u00e4t durch nat\u00fcrlichen Luftwechsel<\/li>\n<li>Strahlungsw\u00e4rme zur Beheizung<\/li>\n<li>Naturgem\u00e4sse Licht-, Beleuchtungs- und Farbverh\u00e4ltnisse<\/li>\n<li>Das nat\u00fcrliche Strahlungsumfeld wenig ver\u00e4ndernd<\/li>\n<li>Ohne Ausbreitung elektromagnetischer Felder und Funkwellen<\/li>\n<li>Verwendung von Baustoffen mit geringer Radioaktivit\u00e4t<\/li>\n<li>Orientierung des Schall- und Vibrationsschutzes am Menschen<\/li>\n<li>Geruchsneutral oder angenehmer Geruch ohne Abgabe von Giftstoffen<\/li>\n<li>Weitgehende Reduzierung von Pilzen, Bakterien, Staub und Allergenen<\/li>\n<li>Bestm\u00f6gliche Trinkwasserqualit\u00e4t<\/li>\n<li>Zu keinen Umweltproblemen f\u00fchrend<\/li>\n<li>Minimierung des Energieverbrauchs unter weitgehender Nutzung regenerativer Energiequellen<\/li>\n<li>Baustoffe bevorzugt aus der Region, den Raubbau an knappen und risikoreichen Rohstoffen nicht f\u00f6rdernd<\/li>\n<li>Anwendung physiologischer und ergonomischer Erkenntnisse zur Raumgestaltung und Einrichtung<\/li>\n<li>Anwendung harmonischer Masse, Proportionen und Formen<\/li>\n<li>Verwendung von Baustoffen mit geringer Radioaktivit\u00e4t<\/li>\n<li>Orientierung des Schall- und Vibrationsschutzes am Menschen<\/li>\n<li>Geruchsneutral oder angenehmer Geruch ohne Abgabe von Giftstoffen<\/li>\n<li>Weitgehende Reduzierung von Pilzen, Bakterien, Staub und Allergenen<\/li>\n<li>Bestm\u00f6gliche Trinkwasserqualit\u00e4t<\/li>\n<li>Zu keinen Umweltproblemen f\u00fchrend<\/li>\n<li>Minimierung des Energieverbrauchs unter weitgehender Nutzung regenerativer Energiequellen<\/li>\n<li>Baustoffe bevorzugt aus der Region, den Raubbau an knappen und risikoreichen Rohstoffen nicht f\u00f6rdernd<\/li>\n<li>Anwendung physiologischer und ergonomischer Erkenntnisse zur Raumgestaltung und Einrichtung<\/li>\n<li>Anwendung harmonischer Masse, Proportionen und Formen<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div><\/div>\n<h3>Wohnklima<\/h3>\n<p>Scheint die Sonne in den Raum, so ben\u00f6tigen wir Masse, welche die eingestrahlte W\u00e4rme speichern und zeitversetzt wieder abgeben kann. Steigt die Temperatur im Raum an, ver\u00e4ndert sich auch die relative Feuchte der Luft. Naturbelassene Baustoffe k\u00f6nnen Feuchtigkeit aufnehmen und wieder an den Raum abgeben. Dass sie auch geruchsneutralisierend sind, ist eine zus\u00e4tzliche Qualit\u00e4t.<\/p>\n<p>Baubiologen bevorzugen Baustoffe, die einen Mehrwert f\u00fcr das Innenraumklima darstellen und neben der gestalterischen Qualit\u00e4t auch bauphysikalische Funktionen \u00fcbernehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3>Umwelt<\/h3>\n<p>F\u00fcr einen umsichtigen Umgang mit unserer Umwelt sind wir auf nachwachsende und kreislauff\u00e4hige Baustoffe angewiesen. Diese sind weitgehend lokal vorhanden und stellen ebenfalls eine Form von solarem Speicher dar. Entscheidend ist, die Baustoffe so zu verbauen, dass eine sp\u00e4tere Weiterverwendung m\u00f6glich ist. Kreislauff\u00e4hige Materialien und Komponenten sind f\u00fcr nachhaltige Bauweisen unverzichtbar. Nachhaltiges und kreislauff\u00e4higes Bauen bedeutet, dass nicht nur die Materialwahl entscheidend ist, sondern auch, wie der Baustoff eingebaut wird und sp\u00e4ter auf einfache Weise getrennt und r\u00fcckgebaut werden kann.<\/p>\n<h3>Energie<\/h3>\n<p>Solararchitektur setzt auch Kenntnisse \u00fcber Energie in Baustoffen voraus. Wurde der Baustoff mit petrochemischen Zusatzstoffen und grossem energetischem Aufwand produziert oder stammt er aus n\u00e4chster N\u00e4he und ist mit geringem Energieeinsatz hergestellt? Von welcher Lebensdauer kann ausgegangen werden und wie kann der Baustoff nach Ablauf der Nutzungsdauer weiterverwendet werden? Das Thema Rohstoffknappheit tritt immer st\u00e4rker in den Vordergrund der Gesamtbe-trachtung. Werden Bauten als zuk\u00fcnftige Rohstofflager betrachtet und entsprechend geplant, kann der Knappheit auf intelligente Weise begegnet werden.<\/p>\n<div>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-434 size-full\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/jw_7_trennbare_Baustoffe-e1580389589335.png\" alt=\"\" width=\"358\" height=\"543\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/jw_7_trennbare_Baustoffe-e1580389589335-198x300.png 198w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/jw_7_trennbare_Baustoffe-e1580389589335-200x303.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/jw_7_trennbare_Baustoffe-e1580389589335.png 358w\" sizes=\"(max-width: 358px) 100vw, 358px\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung 44: Nachwachsende Rohstoffe sollen einfach im Unterhalt, leicht reparierbar, problemlos trennbar und weiterverwendbar sein.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3>Wasser<\/h3>\n<p>Sauberes Wasser ist eine Grundvoraussetzung f\u00fcr gesundes Leben. Das Bewusst-sein um den wertvollen Rohstoff ist aber unter den am Bau beteiligten Fachleuten bescheiden. Bei der Herstellung von Baustoffen werden grosse Mengen Wasser ben\u00f6tigt. Oberfl\u00e4chenbehandlungen, insbesondere mit Algiziden und Fungiziden, belasten Grundwasser und Seen. Das Wissen um die langfristige Wirkung von Nanopartikeln auf die Umwelt ist noch nicht vorhanden. Wird ein Geb\u00e4ude r\u00fcckgebaut, entstehen in den meisten F\u00e4llen Umwelt- und Grundwasserprobleme durch Baustoffe, die nicht kreislauff\u00e4hig, also weder kompostierbar oder technisch weiterverwendbar sind.<\/p>\n<div>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-437 size-full alignnone\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/jw_8_Holz_und_Lehm.png\" alt=\"\" width=\"358\" height=\"543\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/jw_8_Holz_und_Lehm-198x300.png 198w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/jw_8_Holz_und_Lehm-200x303.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/jw_8_Holz_und_Lehm.png 358w\" sizes=\"(max-width: 358px) 100vw, 358px\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung 45: Naturbaustoffe garantieren ein ideales Wohnklima.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3>Baustoffe<\/h3>\n<p>\u00dcber 30\u2009000 Verbundbaustoffe auf petrochemischer Basis sind heute im Handel erh\u00e4ltlich, w\u00e4hrend der Umfang der nat\u00fcrlichen Bauprodukte etwa 500 Artikel umfasst. Entscheidend ist aber auch hier die Frage: Ist der Baustoff weiterverwendbar oder kann er nur rezykliert werden, was letztlich immer eine qualitative Abwertung des Materials (Downcycling) bedeutet? Viele Baustoffe sind bereits sehr heterogen produziert. Werden sie dann zus\u00e4tzlich noch mit weiteren Komponenten untrennbar zusammengef\u00fcgt, geschweisst oder verleimt, entstehen Produkte, die nur mit sehr grossem Aufwand getrennt, oft aber nur noch verbrannt werden k\u00f6nnen. Das bedeutet nicht nur, dass der Rohstoff f\u00fcr immer verloren ist, sondern auch, dass die f\u00fcr die Produktion eingesetzte graue Energie zerst\u00f6rt wird. Heutige Bauweisen ber\u00fccksichtigen die Aspekte Nachhaltigkeit und Kreislauff\u00e4higkeit oft zu wenig.<\/p>\n<h3>Raumprogramm<\/h3>\n<p>Solares Bauen bedeutet nicht nur, das Geb\u00e4ude m\u00f6glichst zur Sonne hin zu orientieren und die richtigen Baustoffe zu w\u00e4hlen, sondern sich auch mit der Raumanordnung intensiv auseinanderzusetzen. Welche R\u00e4ume richte ich nach S\u00fcden aus? Welche Bereiche orientieren sich Richtung Morgensonne, welche eher zur Abendsonne? Und welche R\u00e4ume sollen Richtung Nord, von der Sonne abgewandt, platziert werden? Kinderzimmer wie auch Badezimmer sind generell eher Richtung Osten hin anzusiedeln, da dies dem Tagesablauf entspricht und die Morgensonne das Aufstehen und Wachwerden unterst\u00fctzt. Die Mittagssonne bringt uns im Winter die gew\u00fcnschte solare W\u00e4rme, um das Geb\u00e4ude CO<sub>2<\/sub>-neutral und gratis zu beheizen. Es macht Sinn, die Hauptwohnr\u00e4ume zu ihr hin anzuordnen, weil sie gleichzeitig auch als W\u00e4rmeverteiler funktionieren. In Richtung Westen ist idealerweise der Gartensitzplatz ausgerichtet, um die Abendsonne geniessen zu k\u00f6nnen. Auch die Schlafzimmer der \u00e4lteren Generation sind hier gut platziert. Im Norden liegen m\u00f6glichst die Neben- oder Durchgangsr\u00e4ume, die nicht zwingend Sonnenenergie ben\u00f6tigen. R\u00e4ume, die nur \u00fcber Nordlicht verf\u00fcgen, sind zu vermeiden.<\/p>\n<div>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-440 size-full alignnone\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/jw_10_Tageslichteintrag.png\" alt=\"\" width=\"358\" height=\"543\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/jw_10_Tageslichteintrag-198x300.png 198w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/jw_10_Tageslichteintrag-200x303.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/jw_10_Tageslichteintrag.png 358w\" sizes=\"(max-width: 358px) 100vw, 358px\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung 46: Ideal belichtet \u00fcber zwei Seiten mit Sonnenschutz aussen und Blendschutz innen, unbeheizter dunkler Steinboden f\u00fcr die Speicherung, eingegossene Holzrippendecke f\u00fcr optimierte W\u00e4rmeaufnahme und Akustik, Beleuchtung und wenig Armierungsstahl. Punktst\u00fctzen f\u00fcr eine langfristig flexible Raumnutzung.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3>Elektrobiologie<\/h3>\n<p>Solarzellen haben einen geringen elektrobiologischen Einfluss auf Wohnr\u00e4ume. Schlafpl\u00e4tze sollten allerdings eine Distanz von mindestens 2 m bis 3 m zu photovoltaischen Anlagen haben. Um Verbindungsleitungen zum Wechselrichter entstehen magnetische Gleichfelder, zu denen ein Sicherheitsabstand von 2 m empfohlen wird. Der Wechselrichter verursacht w\u00e4hrend der Betriebszeit tags\u00fcber elektrische und magnetische Wechselfelder. Bei starker Sonneneinstrahlung wird deshalb ein Abstand von 4 m empfohlen. Es wird empfohlen, die Richtwerte der baubiologischen Messungen f\u00fcr s\u00e4mtliche Bauten zu befolgen. Denn viele Menschen leiden unter den Belastungen durch elektrische Felder, Handystrahlen, WLAN usw.<\/p>\n<div>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-443 size-full alignnone\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/jw_11A_Elektrobiologie.png\" alt=\"\" width=\"167\" height=\"243\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung 47: Das ideale Nachschlagewerk f\u00fcr Fragen zur Elektrobiologie vom erfahrenen Elektrobiologen Wolfgang Maes. ISBN 978-3-923531-26-4, Herausgeber IBN, 6.\u2009\u2009Auflage 2013<\/div>\n<div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-446 size-full alignnone\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/jw_12_Bauphysik_Raumklima.png\" alt=\"\" width=\"358\" height=\"544\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/jw_12_Bauphysik_Raumklima-197x300.png 197w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/jw_12_Bauphysik_Raumklima-200x304.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/jw_12_Bauphysik_Raumklima.png 358w\" sizes=\"(max-width: 358px) 100vw, 358px\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung 48: Stampflehm, statisch tragend eingesetzt, Gewicht 14 t, vorgefertigt in zwei Elementen, Dicke 50 cm, als solarer W\u00e4rmespeicher, feuchteausgleichend, geruchsneutralisierend, nat\u00fcrlich gestaltete Trennwand, problemlos reparierbar, r\u00fcckbaubar mit Wasser zur Wiederverwendung.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3>Bauphysik<\/h3>\n<p>F\u00fcr ein gutes Raumklima sind in erster Linie die Materialisierung und die diffusionsoffene Konstruktion entscheidend. So k\u00f6nnen Ger\u00fcche neutralisiert, Feuchte aufgenommen und wieder abgegeben werden. Ein gutes Direktgewinnhaus ist winddicht, aber dampfoffen konstruiert. Dazu eigenen sich Baustoffe wie unbehandeltes Holz, Lehm, Kalk, Gipsoberfl\u00e4chen, aber auch Sichtkalksandstein, etc. Anstriche m\u00fcssen \u00aboffen\u00bb bleiben, um die Klimafunktion des Untergrundes zu erhalten. Petrochemische Produkte erf\u00fcllen diese Anforderungen nicht, im Gegensatz zu Kalk-, Lehm-, Silikat- oder Naturharzfarben. F\u00fcr den Verputz ist es ratsam, baubiologisch-mineralische Produkte zu verwenden. Wird beispielsweise ein Kalkputz eingesetzt, erf\u00fcllt dieser zugleich die Funktion eines Schimmelschutzes. Ein Anstrich ist oft gar nicht notwendig.<\/p>\n<div>\n<div class=\"img-hle\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-281 size-full alignnone\" src=\"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/DSC_6337.png\" alt=\"\" width=\"549\" height=\"785\" srcset=\"https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/DSC_6337-200x286.png 200w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/DSC_6337-210x300.png 210w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/DSC_6337-400x572.png 400w, https:\/\/enbau-online.ch\/solararchitektur\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2019\/10\/DSC_6337.png 549w\" sizes=\"(max-width: 549px) 100vw, 549px\" \/><\/div>\n<div class=\"bildlegende-hle\">Abbildung 49: Ob hinterl\u00fcftet oder verputzt, jeder Fassadentyp l\u00e4sst sich mit den richtigen Materialien dampf-offen und baubiologisch korrekt erstellen, egal ob Neubau oder Sanierung.<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div><\/div>\n<p>Aussenw\u00e4nde und D\u00e4cher sollten grunds\u00e4tzlich diffusionsoffen und kondensatfrei konstruiert werden, der Einsatz von Dampfsperren sollte vermieden werden. Stattdessen sind bauphysikalisch korrekte Konstruktionen mit innen dichten und gegen aussen immer durchl\u00e4ssigeren Materialien anzustreben. Es versteht sich von selbst, dass dampfdichte D\u00e4mmstoffe nur im Erdreich sinnvoll sind.<\/p>\n<h3>Lufterneuerung<\/h3>\n<p>Eine nachhaltige Anwendung von Dampfbremsen ist aufgrund der aufwendigen Verarbeitung und der begrenzten Lebensdauer der Klebstoffe nur bedingt m\u00f6glich. Langfristig tauglich sind hingegen Pressungen, z.\u2009B. Holzfaserplatten oder mit Latten verschraubte St\u00f6sse. Zu vermeiden sind Sch\u00e4ume. Zur Lufterneuerung reicht w\u00e4hrend der Heizperiode mehrmaliges t\u00e4gliches Stossl\u00fcften, die \u00fcbrige Zeit ist W\u00e4rme meist im \u00dcberfluss vorhanden, so kann man die Fenster auch l\u00e4nger offen halten. Die Lufterneuerung ist f\u00fcr ein gutes Raumklima unverzichtbar. Fallweise ist sie durch eine L\u00fcftungsanlage sicherzustellen.<\/p>\n<p>Eine mechanische L\u00fcftung ben\u00f6tigen solare, unter Ber\u00fccksichtigung baubiologischer Aspekte gebaute Direktgewinnh\u00e4user nur dann, wenn sie B\u00fcros, Verkaufsr\u00e4ume und weitere R\u00e4ume mit hoher Personendichte, etwa Schulzimmer oder Restaurants, etc. beherbergen. Eine L\u00fcftungsanlage ist auch sinnvoll f\u00fcr H\u00e4user an l\u00e4rmbelasteten Standorten.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sonne spielt eine zentrale Rolle im baubiologischen Haus, sie spendet Licht, w\u00e4rmt die Bewohner, verdampft Wasser, trocknet und setzt den Rhythmus von Tag und Nacht. Baubiologen helfen in Planung, Handwerk und Geb\u00e4udeanalytik, St\u00f6rquellen zu vermeiden, zu erkennen und zu beheben. Sie achten beim Bauen auf \u00f6kologische Grundlagen und Auswirkungen. 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